Streuobstwiese in Stammheim

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Streuobstwiese Schlosspark Stammheim (2014)

    Streuobstwiese Schlosspark Stammheim (2014)

    Copyright-Hinweis:
    NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln
    Fotograf/Urheber:
    Hannah Brüggemann
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Streuobstwiesen waren früher ein prägender Bestandteil unserer Kulturlandschaft. Sie dienten der Selbstversorgung mit Obst und stellten somit einen unverzichtbaren Bestandteil im Leben der Menschen dar. Für den Begriff „Streuobstwiese” gibt es, was seine Herkunft betrifft, zwei Theorien. Die eine führt ihn darauf zurück, dass auf den Wiesen sowohl Mahdgut als “Einstreu” für die Tierhaltung als auch Obst gewonnen wurde, die andere besagt, der Begriff hätte seinen Ursprung in der verstreuten Anordnung der Bäume auf der Wiese im Gegensatz zu den akkuraten Reihen einer Plantage.

Streuobstwiese Stammheim
Die Streuobstwiese in Stammheim liegt auf dem Gelände des Schlossparks, im nordwestlichen Bereich bei der Naturstation. Die meisten Bäume sind um die 50 Jahre alt, was für Obstbäume noch relativ jung ist. Sie können gut 100 oder auch 200 Jahre alt werden. Einige der Stammheimer Bäume sind Jungbäume, die erst vor wenigen Jahren gepflanzt wurden, um den Verlust alter und kranker Exemplare auszugleichen. Die Bäume dieser Wiese wurden zum Teil länger nicht geschnitten und sind daher nicht alle in optimalem Zustand. Die regelmäßige Pflege, also der richtige Schnitt zur richtigen Zeit, ist essentiell für die Gesundheit, Stärke und den Ertrag eines Obstbaumes.
Der überwiegende Teil der Exemplare der Stammheimer Wiese sind Apfelbäume, darunter auch eine Sorte aus Minnesota in Nordamerika namens „Wealthy“. Diese Sorte ist sehr krankheitsresistent und auffällig rot gefärbt. Sie wurde um 1860 als Tafelapfel gezüchtet.

Geschichte des Apfels
Äpfel und Apfelsaft gehören zu den beliebtesten Obstsorten und Säften in Deutschland. Ursprünglich ist der Apfel in Europa nicht heimisch, sondern kommt wahrscheinlich aus Zentral- und Westasien. Bereits um 10.000 vor Christus gab es auf dem Gebiet des heutigen Kasachstan große Apfelbaumbestände, welche der größten Stadt des Landes, Almaty, oder früher Alma Ata, ihren Namen gaben. Dieser bedeutet so viel wie „Stadt der Äpfel”.

Seinen Weg nach Europa fand der Apfel vermutlich in der Antike. Über alte Handelsstraßen der Griechen und Römer gelangte er nach Süd- und Osteuropa. Von dort aus brachten ihn die Römer auf ihren Feldzügen um 100 vor Christus ins restliche Europa. Schnell integrierten die einzelnen Völker die fremde Frucht in ihre Essgewohnheiten und Bräuche und es dauerte nicht lange, bis der Apfel fester Bestandteil ihrer Kulturen wurde. So unterschiedlich die europäischen Kulturen zu dieser Zeit waren, so unterschiedlich sind die jeweiligen Bedeutungen des Apfels. Bei den Kelten stand er für Tod und Wiedergeburt, bei den Germanen für Unsterblichkeit.

Im Heiligen Römischen Reich symbolisierte der Apfel die Weltkugel und war fester Bestandteil von Krönungszeremonien, bei denen der Herrscher den sogenannten “Reichsapfel„ in seiner linken Hand trug. Bei den Griechen galt die Frucht als Aphrodisiakum und die Männer nutzten sie, um mit ihr ihre Auserwählte zu umwerben.

Der asiatische Holzapfel, der Urapfel, war geschmacklich weit von den Kulturäpfeln, die wir heute kennen, entfernt. Er war holzig und bitter. Über Jahrtausende hinweg wurde er kultiviert und durch Selektierung und Veredelung verändert oder es entstanden sogar ganz neue Sorten. Eine Vermehrung durch Samen oder Stecklinge ist bei Äpfeln nicht möglich, wenn die Eigenschaften der Sorte nicht verloren gehen sollen. Die Römer brachten die Technik der Veredelung durch Pfropfen zu den Germanen. Auf diese Weise erhielten sie attraktivere Früchte, die über lange Zeit hinweg als Luxusgut galten.

Im Mittelalter bauten Mönche in ihren Klostergärten Apfelbäume an. Später wurde dieser Brauch in vielen europäischen Gärten gepflegt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erreichte die Sortenvielfalt mit geschätzten 20.000 vorwiegend hochstämmigen Apfelbaumsorten ihren Höhepunkt. Von diesen sind heute noch ungefähr 60 erhältlich. Das liegt vor allem daran, dass heute - im Gegensatz zu früher, als generell großkronige und hochstämmige Arten angepflanzt wurden - ausschließlich Niederstammformen verwendet werden, die leichter zu pflegen und zu beernten sind. Niederstämmige Apfelbäume benötigen 10- bis 20-mal weniger Fläche als hochstämmige Apfelbaumsorten, so dass sich diese niederstämmige Wuchsform, insbesondere bei der industriellen Plantagenbewirtschaftung, durchgesetzt hat.

Bis vor wenigen Jahren waren Äpfel noch ein besonderes und wertvolles Obst. Der Nikolaus brachte den Kindern beispielsweise keine Süßigkeiten, sondern Äpfel als gute Gaben. Auch zu Weihnachten gab es in vielen ländlichen Haushalten Äpfel als Geschenke. Mittlerweile gibt es weltweit über 25.000 Apfelsorten, über 70 % der weltweiten Obsternte sind Äpfel. Ihr Aroma hängt sehr stark von der Sorte, klimatischen Faktoren, dem Erntezeitpunkt und der Lagerdauer nach der Ernte ab. Wichtige Unterscheidungs- und Qualitätsmerkmale sind heute deswegen nicht nur der Geschmack, sondern auch Reife, Lagerfähigkeit, Farbe und Größe.

(Hannah Brüggemann, NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln, 2014)

Quelle
Brandenburg, Ulrich: persönliches Gespräch über die Streuobstwiesen im äußeren Grüngürtel, 07.08.2014.
Hebborn, Manfred: persönliches Gespräch über Geschichte und Flora des Stammheimer Schlossparks, 23.01.2014.

Internet
www.apfelpatenhof.de: Geschichte (abgerufen 18.06.2014)
praxistipps.lbv.de: Geschichte der Streuobstwiese (abgerufen 18.08.2014)
www.nabu-naturschutzstation-muensterland.de: Geschichte der Streuobstwiesen (abgerufen 18.08.2014)
www.planet-wissen.de: Äpfel - vom Paradies in jede Obstschale (abgerufen 18.06.2014)
www.t-online.de: Bäume - Der Apfel: Herkunft und Geschichte (abgerufen 18.06.2014)
www2.germanistik.uni-freiburg.de: Bedeutung des Apfels (abgerufen 18.06.2014)
de.wikipedia.org: Kulturapfel (abgerufen 18.06.2014)

Literatur

Blume, Cornelia (2010)
Die Streuobstwiese – Vielfalt erhalten, Lebensräume schaffen, Besonders genießen. Darmstadt.

Streuobstwiese in Stammheim

Schlagwörter
Ort
51061 Köln - Stammheim
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1960 bis 1965
Koordinate WGS84
50° 59′ 16,28″ N, 6° 58′ 59,59″ O / 50.98786°, 6.98322°
Koordinate UTM
32U 358452.34 5650410.4
Koordinate Gauss/Krüger
2569080.4 5650755.95

Empfohlene Zitierweise

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„Streuobstwiese in Stammheim”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-107492-20141111-3 (Abgerufen: 17. August 2018)
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