Kurfürstliches Palais Trier

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Trier
Kreis(e): Trier
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Blick vom Palastgarten aus auf das spätbarocke kurfürstliche Palais in Trier (2009).

    Blick vom Palastgarten aus auf das spätbarocke kurfürstliche Palais in Trier (2009).

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  • Die Römische Palastaula in Trier, die so genannte Konstantinbasilika, aus südlicher Richtung vom Palastgarten aus gesehen (2004). Rechts im Bild schließt sich ein Gebäudeteil des kurfürstlichen Palais an.

    Die Römische Palastaula in Trier, die so genannte Konstantinbasilika, aus südlicher Richtung vom Palastgarten aus gesehen (2004). Rechts im Bild schließt sich ein Gebäudeteil des kurfürstlichen Palais an.

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  • Palastgarten und kurfürstliches Palais in Trier, hinter dem Palastgebäude die römische Palastaula, die so genannte Konstantinbasilika (2008).

    Palastgarten und kurfürstliches Palais in Trier, hinter dem Palastgebäude die römische Palastaula, die so genannte Konstantinbasilika (2008).

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Der Südflügel
Der zum Palastgarten ausgerichtete Südflügel des kurfürstlichen Palastes in Trier erscheint seit 1977 in Architektur und Dekoration wieder in seiner spätbarocken Farbfassung. 2012/2013 wurde in Abstimmung mit dem örtlichen Denkmalamt und der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GKDE) durch den Landesbetrieb Liegenschafts-und Baubetreuung (LBB) mit einem Kostenaufwand von ca. 420.000 € eine neuerliche
Fassadenrestaurierung am Palastgebäude durchgeführt. Der Schmuck im Segmentgiebel am fünfachsigen Mittelrisalit zeigt die Huldigung an Venus als Göttin der Gärten, sowie mit Ceres, Pomona und Apollon weitere Gartengottheiten der Antike, die in Barock und Rokoko besondere Verehrung erlangten. Weiterer Bauschmuck auf der Attika sind die vier Tageszeiten, zusammen mit den vier Jahreszeiten, die auf dem Postament des Balkons symbolisiert sind. Damit wurde die Hoffnung auf eine glückliche Amtszeit des jeweiligen Kurfürsten ausgedrückt, die zur Entstehungszeit die von Fürstbischof Johann Philipp von Walderdorff (1756-1768) war. Er beauftragte 1756 den Hofbaumeister Johannes Seiz (1717-1779), Meisterschüler und Mitarbeiter von Balthasar Neumann, den Südbau des auf die Renaissance zurückgehenden Palastes nach dem aktuellen Stil des Spätbarock/Rokoko um- und auszubauen, dabei entstand die heute wieder sichtbare rosa-weiß-graue Farbfassung. Die bildhauerischen Arbeiten und der Bauschmuck unterstanden der Obhut des vielbeschäftigten Rokoko-Bildhauers Ferdinand Tietz (1708-1777), der außer in Trier an vier weiteren Fürstensitzen, Bamberg, Würzburg, Speyer und Köln tätig war.

Funktionen des Palastes im Laufe der Geschichte
Bis 1794 diente das Kurfürstliche Palais den Trierer Kurfürsten, also den Erzbischöfen, als Residenz. Mit dem Einmarsch napoleonischer Truppen und der Enteignung der Kurfürsten änderte sich die Nutzung, ab 1803 in ein Lazarett mit Kaserne; der Palastgarten wurde zu einem öffentlichen Platz. Seit dem Wiener Kongress 1815 gehörte Trier zu Preußen, womit sich die Palastnutzung nur marginal änderte. Er wurde Kaserne für preußische Truppen; bis an die Kaiserthermen wurde die Fläche des Palastgartens zum Exerzierplatz. Die preußische Militärnutzung blieb bis zum Ende des Ersten Weltkrieges, darauf folgte die kurze Nutzung durch die US-Armee und von 1919 bis 1930 vom französischen Militär als die Kaserne „Quartier de la Marne“. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Kurfürstliche Palais durch Bomben erheblich beschädigt. Nach einem Teilwiederaufbau war hier der Sitz der Bezirksregierung.

Bauliche Veränderungen durch die Preußen
In der Preußenzeit ergaben sich gravierende bauliche Änderungen an der Palastanlage infolge der Entscheidung König Friedrich Wilhelms IV, die im Bauzusammenhang stehende Konstantinbasilika in ihren römischen Zustand zurückzuversetzen und sie 1856 als Kirche der protestantischen Gemeinde zu überlassen. Dabei wurde der Südflügel in seinem symmetrischen Erscheinungsbild erheblich verkürzt. Seitdem bilden die prachtvollen Schlossbauten der Kurfürsten und Erzbischöfe aus der Zeit der Renaissance und des Rokoko zusammen mit der baulich verbundenen römischen Basilika ein hybrides architektonisches Gefüge. In dem „Palastgarten“ genannten Park stehen heute Nachbildungen der Tietz-Skulpturen, die Originale befinden sich im Städtischen Museum Simeonstift neben der Porta Nigra. Seit dem Auffinden des Spiegelbrunnens 1940 ist der seit 1761 bekannte Ferdinand-Tietz-Brunnen wieder im nördlichen Parkteil sichtbar, nachdem die Umwandlung des Exerzierplatzes erst 1936/37 durch eine großzügige private Spende erfolgen konnte.

(Autor: Reinhard Lutum, bearbeitet von: Christoph Boddenberg, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, 2014)

Literatur

Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.) (2014)
Rheinland: Denkmal, Landschaft, Natur - 2015 (Jahreskalender 2015, 44. Jahrgang). Köln.

Kurfürstliches Palais Trier

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Fernerkundung, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1615 bis 1676
Koordinate WGS84
49° 45′ 11,88″ N, 6° 38′ 38,03″ O / 49.7533°, 6.6439°
Koordinate UTM
32U 330290.37 5513865.99
Koordinate Gauss/Krüger
2546444.68 5513168.21

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„Kurfürstliches Palais Trier”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-102290-20140904-2 (Abgerufen: 19. August 2018)
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