Fachwerk-Doppelhaus in der Römerstraße 6-8 in Briedel

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Briedel
Kreis(e): Cochem-Zell
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 01′ 21″ N: 7° 08′ 55,16″ O 50,0225°N: 7,14866°O
Koordinate UTM 32.367.385,54 m: 5.542.774,35 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.582.358,43 m: 5.543.543,80 m
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    Fachwerk-Doppelhauis in der Römerstraße 6-8 in Briedel

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    Fachwerk-Doppelhaus in der Römerstraße 6-8 in Briedel

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  • Urkatasterkarte (1832)

    Urkatasterkarte (1832)

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  • Vertrag zwischen Reis und Thielen

    Vertrag zwischen Reis und Thielen

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Das Doppelhaus liegt in der Römerstraße, früher „Kehr“ genannt, einem steilen Weg vom Tal hinauf zu den Äckern auf dem Bummkopf. Visavis auf der Höhe steht die St. Martin - Kirche und in der Nachbarschaft das ehemalige kurtrierische Kelterhaus. Mitglieder der kurtrierischen Erbbeständerfamilie Thielen sind als frühe Miteigentümer nachweisbar. Später wurden die Haushälften mehrfach verkauft oder vererbt bis sie nunmehr in einem einheitlichen Eigentum stehen.

Die beiden Haushälften sind inzwischen auch innen zu einem einzigen Gebäude vereinigt. Es wurden Durchgänge geschaffen, und so steht nun ein ansehnliches Fachwerkhaus, aus dem 17. Jahrhundert auf dem Sockel und den Kellern zweier mittelalterlicher Gebäude. Von den zwei Haustüren ist nur die Nr. 6 noch aktiv, die andere bleibt aus optischen Gründen erhalten. Parterre und erster Stock dienen dem Wohnen. 8 Räume, eine Wohnküche, Bad und Gästetoilette. Entsprechend der alten Aufteilung gibt es zwei Treppen in die erste Etage. Auch der doppelstöckige Speicher ist noch geteilt und jeweils einzeln zu erreichen. Die unterschiedlich ausgerichteten Gewölbekeller der Vorgängerbauten mit ihren Nebenkellern sind durch einen Durchbruch verbunden, Sie sind durch eine Kellertreppe von innen und nicht nur durch Außentüren betretbar,

Es war wie die meisten Häuser in Briedel auf Veranlassung der Feuerversicherung verputzt. 1987 wurde es freigelegt und als Fachwerkhaus wieder hergestellt. Dabei wurden auch die Fachwerkbalken, soweit sie nicht mehr perfekt waren ausgetauscht. Die Gefache wurden mit ausgemauert und entsprechend verputzt und angestrichen.

Die Rückseite ist zum hier wesentlich tiefer liegenden Briedeler Bach gerichtet und nebenan ist eine schmale Treppe als Verbindung hinunter. Entlang des früher offen verlaufenden Bachbettes war ein schmaler Weg, als Zugang zu 5 kleinen Wirtschaftsgebäuden, die an die Rückseite des Wohnhauses angebaut waren. Darunter auch das Spritzenhäuschen der Gemeinde (Schuppen zur Lagerung von Feuerschutzmaterial wie Eimern etc.). Ein alter Lageplan sowie ein Teilungsvertrag von 1834 gibt uns hier noch einen interessanten Einblick über die dort verzwickten Eigentumsverhältnisse.

Ab 1894 wurde der freifließende Bach mit einem Gewölbe überbaut und auf der dadurch gewonnen Fläche die heutige Bergstraße, früher Bach-Chaussee ausgebaut. Die kleinen Gebäude mussten dabei teilweise der Verbreiterung zu einem Versammlungsplatz der Einwohner weichen und die Restflächen wurden von den beiden Hauseigentümern erworben. In der Haushälfte 6 zeigten sich dabei starke Nässeschäden auf der Rückseite, sodass dort ein weiteres Geschoss mit massivem Bruchstein erneuert wurde.

Viele Jahre wurde hier in der Bergstraße auch das Briedeler Weinfest gefeiert. Vor der Häuserfront errichtete man dazu einen großen Weinbrunnen und aus dem Keller von Nr. 8 floss der Wein in die Zapfhähne des Brunnens.

In den Überlieferungen im Ort erzählt man sich:
Die große französische Festung Mont Royal in Traben-Trarbach war vom französischen Festungsbaumeister Vauban zum Ende des 17. Jahrhunderts errichtet worden und musste aber schon kurz darauf, nach den Vereinbarungen des Friedens von Rijswijk, wieder demontiert und zerstört werden. Im Zuge dieses Festungsbaus wurden auch für die Besatzung Kasernen und Häuser gebaut. Die französischen Unteroffiziere jener Zeit lebten in Doppelhäusern. Diese Häuser sind entsprechend der Friedensanordnung abgebaut worden. Sie wurden verkauft und finden sich bis heute in den Orten der Mittel Mosel als charakteristische Fachwerk-Doppelhäuser mit zwei direkt nebeneinanderliegenden Eingangstüren. Auch das Doppelhaus Römerstraße 6 und 8 stammt aus jener Zeit. Da die Briedeler Ortsbefestigung seinerzeit von den Franzosen abgerissen und als Baumaterial verwandt wurde, stand dem Ort eine Entschädigung zu. Die kurtrierische Verwalterfamilie nutzte diese Gelegenheit, sich ein neues Heim zu erbauen.
(Quelle: Gerd Bayer)

Kulturdenkmal:
Das Haus Römerstraße 6-8 wird im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler im Landkreis Cochem-Zell geführt. „Fachwerkhaus, Mansarddach, 17.Jahrhundert“.

(Hermann Thur, Briedel, Oktober 2026)

Fachwerk-Doppelhaus in der Römerstraße 6-8 in Briedel

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Römerstraße 6-8
Ort
56867 Briedel
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Vor Ort Dokumentation

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Hermann Thur: „Fachwerk-Doppelhaus in der Römerstraße 6-8 in Briedel”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360749 (Abgerufen: 22. Oktober 2026)
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