REINARTZ, TILMANN „Häfner, Töpfer und Ackerer, Töpferfabrikant - 1789 geb. zu Frechen, Sohn des Töpfers Heinrich R. und der Sibilla Gudula Hemmersbach, Sterbereg. 44/ 1855 - 1819 Juni 14 zeigt den Tod des Sohnes Heinrich an; ist verh. mit Maria Katharina Braun, ebd. 66/1819 - 1822 Trauzeuge bei der Hochzeit Schuh-Schiffer, Traureg. 6/1822 - 1837 Trauzeuge bei der Hochzeit Schaaf-Statz, ebd. 23/1837 - 1847 Mai 25 zeigt den Tod des Hermann Marcus an, Sterbereg. 87/1847 - 1850 in einer Handwerkerliste erwähnt, StaF Akt. 182 fol. 20 - 1855 März 22 stirbt zu Frechen, Sterbereg. 44/1855 - 1856 der Betrieb wird von seiner Witwe weitergeführt, StaF Akt. 187 fol. 21“ (Göbels 1971).
Sein Sohn Heinrich Reinartz legte im Jahr 1856 die Meisterprüfung ab und erwarb um 1859 ein Grundstück unweit des väterlichen Betriebes an der Hauptstraße. Hier eröffnete er seine eigene Töpferei Heinrich Reinartz.
REINARTZ, HEINRICH „Töpfermeister - 1820 Nov. 26 geb. zu Frechen, Sohn des Häfners Tilmann R. und der Maria Katharina Braun, Geburtsreg. 108/1820 - 1855 wird zur Ablegung der Meisterprüfung aufgefordert, StaF Akt. 182 fol. 40 - 1856 arbeitet nicht selbständig, sondern bei der Witwe Tilmann Reinartz, StaF Akt. 187 fol. 21 - 1856 Mai 7 legt zu Euskirchen die Meisterprüfung ab, StaF Akt. 182 fol. 63; 187 fol. 31 - 1856 ist Unterzeichner der Statuten der Töpferinnung, StaF Akt. 186 - 1857 Beschwerde gegen den Töpfer Jakob Thomer, der bei ihm arbeitete, aber die Arbeitsstelle rechtswidrig verließ, StaF Akt. 182 fol. 85 - 1859 Bau eines Töpferofens an der Hauptstraße, StaF Akt. 189 fol. 129. - 1864 Mai 25 zeigt den Tod des Sohnes Franz an; verh. mit Anna Sophia Schiefer, Sterbereg. 74/1864 - 1869 Nov. 16 zeigt den Tod der Ehefrau an, ebd. 169/1869“ (Göbels 1971).
Das Gelände an der Hauptstraße 210-212 wurde als Bauernhof weitergenutzt. Laut Adressbuch von 1899 lebten hier in Haus 517 die Ackerin Witwe Heinrich Reinartz und der Posthilfsbote Johann Reinartz.
Im Zuge des Neubaus des Postgebäudes wurden alle historischen Gebäude abgerissen. Bei den Ausgrabungsarbeiten fand man nahe der Grenze zum westlichen Grundstück, wo der Töpfer Simon Marx lebte, den Läuferstein eines Kollergangs, der zur Aufbereitung von Ton verwendet wurde. Dieser liegt nun an der Ecke Freiheitsring / Allee zum Sportpark.
Tilmann Reinartz' Vater Heinrich und sein Bruder Everhard waren ebenfalls Töpfer. Sie produzierten in der Töpferei Broichgasse 15.
(Nicole Schmitz, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2026)
Quellen
Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland
- LA NRW R 7207/1826
- LA NRW R 7212 / 1857 / 8
- StAF 182/21
- StaF Akt. 187 fol. 21