Westlicher Teil Mendelssohnpark in Horchheim

Sportplatz und Bolzplatz Horchheim

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Koblenz
Kreis(e): Koblenz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 19′ 49,55″ N: 7° 35′ 47,52″ O 50,33043°N: 7,59653°O
Koordinate UTM 32.400.110,50 m: 5.576.312,26 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.400.145,66 m: 5.578.103,09 m
  • Luftaufnahme des Mendelssohn-Stifts in Koblenz-Horchheim mit dem unteren Teil des Parks, heute Sportplatz (1960)

    Luftaufnahme des Mendelssohn-Stifts in Koblenz-Horchheim mit dem unteren Teil des Parks, heute Sportplatz (1960)

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    Ortsmuseum Koblenz-Horchheim, Fotosammlung Heimatfreunde Horchheim e.V.
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  • Blumenbeet als Ende der Wiese, einst Sportplatz in Koblenz-Horchheim (2026)

    Blumenbeet als Ende der Wiese, einst Sportplatz in Koblenz-Horchheim (2026)

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  • Blick von der Wiese, einst Sportplatz, auf die Emser-Straße und den oberen Teil des einstigen Mendelssohnparks (2026)

    Blick von der Wiese, einst Sportplatz, auf die Emser-Straße und den oberen Teil des einstigen Mendelssohnparks (2026)

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  • Fußballspiel auf dem Sportplatz in Horchheim. Am Ende der Wiese ist das Palais Mendelssohn sichtbar (1961)

    Fußballspiel auf dem Sportplatz in Horchheim. Am Ende der Wiese ist das Palais Mendelssohn sichtbar (1961)

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  • Fußballspiel auf dem Sportplatz in Horchheim. Hinter der Tribüne ist das Palais Mendelssohn sichtbar (1961)

    Fußballspiel auf dem Sportplatz in Horchheim. Hinter der Tribüne ist das Palais Mendelssohn sichtbar (1961)

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  • Zuschauer bei einem Fußballspiel auf dem Sportplatz in Horchheim (1962)

    Zuschauer bei einem Fußballspiel auf dem Sportplatz in Horchheim (1962)

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  • Die Eierkrone vor der Ruine des Mendelssohn-Palais auf der Wiese des Sportplatzes in Koblenz Horchheim (1971)

    Die Eierkrone vor der Ruine des Mendelssohn-Palais auf der Wiese des Sportplatzes in Koblenz Horchheim (1971)

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  • Die Eierkrone wird auf der Kirmes vor der Ruine des Mendelssohn-Palais in Koblenz Horchheim getragen (1971)

    Die Eierkrone wird auf der Kirmes vor der Ruine des Mendelssohn-Palais in Koblenz Horchheim getragen (1971)

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  • Das Aufhängen der Eierkrone vor der Ruine des Mendelssohn-Palais auf der Wiese des Sportplatzes in Koblenz Horchheim (1972)

    Das Aufhängen der Eierkrone vor der Ruine des Mendelssohn-Palais auf der Wiese des Sportplatzes in Koblenz Horchheim (1972)

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  • Aufhängen der Eierkrone auf der Wiese des Sportplatzes in Koblenz Horchheim (1974)

    Aufhängen der Eierkrone auf der Wiese des Sportplatzes in Koblenz Horchheim (1974)

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  • Heute hat der einstige Sportplatz in Horchheim wieder den Charakter eines Parks (2026)

    Heute hat der einstige Sportplatz in Horchheim wieder den Charakter eines Parks (2026)

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    Ortsmuseum Koblenz-Horchheim, Fotosammlung Heimatfreunde Horchheim e.V.
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Die heutige Sport- und Bolzplatzfläche zwischen Reiffenbergstraße, Emser Straße und Wiesenpfad war ursprünglich Bestandteil des ehemaligen Mendelssohnschen Areals in Koblenz-Horchheim. Nach wechselnden Nutzungen im 20. Jahrhundert entwickelte sich das Gelände zu einem wichtigen Ort des Vereinslebens und ist heute ein öffentlich genutzter Freiraum im Stadtteil.

Lage und historische Einordnung
Veränderungen und Zwischennutzungen im 20. Jahrhundert
Entstehung und Nutzung des Sportplatzes ab 1953
Der Platanen-Fall 1962
Vom Sportplatz zum öffentlichen Freiraum
Konflikte um Nutzung und das „Zauntheater“ 1984
Bürgerbegehren gegen Bebauungspläne in den 2000er Jahren
Fazit

Lage und historische Einordnung
Das heutige Gelände zwischen Reiffenbergstraße, Emser Straße und Wiesenpfad liegt im westlichen Bereich des ehemaligen Mendelssohnschen Anwesens. Die Fläche war ursprünglich Teil einer historischen Weinbergs- und Gartenlandschaft, die im 19. Jahrhundert in den Landschaftspark der Familie Mendelssohn einbezogen wurde.
Joseph Mendelssohn erwarb 1818 ein Weingut in Horchheim und entwickelte den Besitz in den folgenden Jahrzehnten zu einem repräsentativen Landsitz mit Parkanlagen, Alleen und Gartenbereichen. Die heute noch erhaltenen Elemente des ehemaligen Parks, darunter die Mendelssohn-Allee und das Teehaus, erinnern an diese Epoche. Die hier beschriebene Fläche bildet einen Teilbereich dieses historischen Ensembles.

Der natürliche Wasserlauf des Heubachs strukturierte das Gebiet in seiner historischen Entwicklung wesentlich. Er verlief von der Quelle in den Heubachswiesen über den Heubachsweg (heute Niederfelder Weg) und die Bächelstraße, die zeitweise auch als Niederbach bezeichnet wurde, hinunter zum Niederweg (heute Emser Straße). Von dort führte sein Lauf weiter bis zum Haus Mendelssohn und anschließend über die Rolsgasse (heute Wiesenpfad) in Richtung Rhein. Bereits im 19. Jahrhundert wurde das Gelände durch den Bau der Rheinischen Eisenbahn (1862) verändert, die den ursprünglichen Zusammenhang des Anwesens entlang des Rheins unterbrach. In der Folge veränderte sich die Nutzung des Areals im Übergang zum 20. Jahrhundert schrittweise.

Veränderungen und Zwischennutzungen im 20. Jahrhundert
Eine heute nicht mehr sichtbare, aber für die Entwicklung des Areals bedeutende Veränderung war die Anbindung Horchheims an das Koblenzer Straßenbahnnetz. Am 1. Mai 1902 wurde die Straßenbahnlinie 10 eröffnet, die den Ort zunächst über Pfaffendorf mit Koblenz verband und später bis Niederlahnstein verlängert wurde. Die Straßenbahnstrecke führte von Pfaffendorf über den Wiesenpfad nach Horchheim und verlief unmittelbar am westlichen Rand des ehemaligen Mendelssohnschen Anwesens.
Historische Fotografien zeigen die Linie 10 nach der Steilstrecke am Wiesenpfad an der Einmündung zur damaligen Hauptstraße (heute Emser Straße), direkt neben der späteren Sportplatzfläche im Bereich der heutigen Bushaltestelle „Mendelssohn“. Damit war das Gelände bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts Teil einer wichtigen Verkehrsverbindung zwischen Koblenz und Horchheim.

Im Bereich der späteren Sportplatzfläche kam es im weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts zu verschiedenen Zwischen- und Nebennutzungen. Während des Zweiten Weltkriegs wurden dort Splittergräben aus Beton angelegt, die nach 1945 wieder verfüllt wurden. Außerdem entstanden Baracken, die zunächst militärischen und später zivilen Zwecken dienten. Teile des Geländes wurden nach dem Krieg zeitweise als Unterkunft für ausgebombte Familien genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg bestand in Horchheim ein erheblicher Mangel an Sportflächen. Der FC 1911 Horchheim musste seinen bisherigen Sportplatz am Niederfelder Weg aufgeben, sodass die Nutzung des ehemaligen Parkgeländes als Sportfläche in Betracht gezogen wurde.
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Entstehung und Nutzung des Sportplatzes ab 1953
Im Jahr 1953 entstand auf dem Gelände des ehemaligen Mendelssohnschen Parks ein neuer Sportplatz. Die Einweihung erfolgte im Oktober 1953 unter Pfarrer Johannes Luxem. Der Platz entwickelte sich schnell zu einem zentralen Ort des Horchheimer Vereinslebens. Fußball- und Handballspiele, insbesondere des FC 1911 Horchheim und des TuS Horchheim, prägten über Jahre die Nutzung der Fläche. Auch für die Bevölkerung wurde der Sportplatz zu einem wichtigen Treffpunkt im Stadtteil.
1958 erhielt die Anlage die erste Flutlichtanlage im Fußballkreis Koblenz. Damit wurden Abendspiele möglich, und die Bedeutung des Platzes für den regionalen Sport nahm weiter zu.

Der Platanen-Fall 1962
Mit der intensiven sportlichen Nutzung zeigte sich, dass die Spielfeldmaße nicht den Vorgaben des Fußballverbandes Rheinland entsprachen. Eine Erweiterung wurde erforderlich.
Im Jahr 1962 mussten dafür vier historische Platanen gefällt werden, die noch aus der Zeit des Mendelssohnschen Parks stammten. Während der Arbeiten kam es zu einem besonderen Zwischenfall: Einer der Baumriesen fiel auf die Oberleitung der Bahnstrecke und führte zu einer zeitweisen Unterbrechung des Zugverkehrs. Der erweiterte Platz erhielt anschließend eine Ausnahmegenehmigung und konnte noch bis 1969 genutzt werden. Nach der Eröffnung der neuen Bezirkssportanlage unterhalb der Horchheimer Höhe im Jahr 1971 wurde der Spielbetrieb dorthin verlagert.

Vom Sportplatz zum öffentlichen Freiraum
Nach Aufgabe der sportlichen Nutzung wurde die Fläche zeitweise als Ablagerungsplatz für Erd- und Bauschutt genutzt. Gleichzeitig wuchs der Wunsch, den Bereich wieder als Grün- und Erholungsfläche zu erhalten.

1972 überließ das Land Rheinland-Pfalz das Gelände der Stadt Koblenz. Ab Mitte der 1970er Jahre begann die schrittweise Wiederherstellung des Mendelssohnparks. Die ehemalige Sportfläche wurde zunehmend wieder öffentlich zugänglich und in das Freiraumkonzept des Stadtteils integriert. 1980 fand erstmals eine Horchheimer Kirmes im Bereich des ehemaligen Sportplatzes statt. Auch das St.-Martinsfeuer sowie weitere Veranstaltungen nutzten die Fläche. Trotz des Endes der sportlichen Nutzung blieb das Gelände ein zentraler sozialer Ort im Stadtteil.

Konflikte um Nutzung und das „Zauntheater“ 1984
1984 kam es zu Auseinandersetzungen über bauliche Veränderungen am Gelände, die als „Zauntheater“ bekannt wurden. Anlass war der Abriss des Ballfangzaunes entlang der Bahnlinie. Die neu gesetzten Zaunpfosten verkleinerten die nutzbare Fläche und schränkten aus Sicht vieler Horchheimer die Nutzungsmöglichkeiten erheblich ein.
Die örtlichen Vereine sprachen sich geschlossen gegen die Maßnahmen aus. Auch die Kirmesgesellschaft befürchtete Einschränkungen. Nach öffentlichen Protesten wurden die umstrittenen Zaunpfosten wieder entfernt.
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Bürgerbegehren gegen Bebauungspläne in den 2000er Jahren
Anfang der 2000er Jahre wurde die Fläche erneut Gegenstand städtebaulicher Überlegungen. Planungen zur Errichtung eines Einkaufsmarktes führten zu Widerstand in der Bevölkerung.
Eine Bürgerinitiative setzte sich gemeinsam mit dem Ortsring für den Erhalt der Freifläche ein. Während der Horchheimer Kirmes wurden Unterschriften gesammelt und der Stadt Koblenz übergeben. Ziel war es, die zukünftige Nutzung der Fläche durch die Stadtteilbevölkerung mitzubestimmen. Der Stadtrat erklärte das Bürgerbegehren jedoch für unzulässig, da das erforderliche Quorum auf Ebene der Gesamtstadt zu berechnen sei.

Fazit
Die Fläche am Wiesenpfad in Koblenz-Horchheim steht beispielhaft für die Überlagerung verschiedener Nutzungsphasen einer ehemaligen Kulturlandschaft. Aus einem Teilbereich des Mendelssohnschen Parks entwickelte sich im 20. Jahrhundert ein Sportplatz und später wieder ein öffentlicher Freiraum.
Die Geschichte des Geländes zeigt, wie historische Parkanlagen durch technische, gesellschaftliche und städtebauliche Veränderungen fortgeschrieben werden. Bis heute bleibt die Fläche ein prägender Bestandteil des öffentlichen Lebens in Koblenz-Horchheim.
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(Heimatfreunde Horchheim e.V., Koblenz-Horchheim, 2025)

Literatur

Heimatfreunde Horchheim e. V. (Hrsg.) (2014)
Horchheim 1214–2014. Eine Festschrift zur Geschichte der Katholischen Pfarrei St. Maximin und des Stadtteiles Koblenz-Horchheim, hrsg. von Heimatfreunde Horchheim e. V. in Verbindung mit dem Ortsring und der Pfarrei. Koblenz.
Heimatfreunde Horchheim e. V. (Hrsg.) (2003)
Horchheimer Flurnamen, zusammengestellt von Alois Honsdorf. Koblenz-Horchheim.
Leichum, Hans Jürgen (1984)
Pfosten rein, Pfosten raus.... In: Horchheimer Kirmeszeitung "Drahtzieher", 1984, S. 27. Koblenz-Horchheim.
Melters, Karl Heinz (2010)
Geschundener Acker. In: Horchheimer Kirmeszeitung, 2010, S. 32-35. Koblenz-Horchheim.
Weinbach, Lars (2006)
Wenn Bürger begehren. In: Horchheimer Kirmeszeitung, 2006, S. 5-6. Koblenz-Horchheim.

Westlicher Teil Mendelssohnpark in Horchheim

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Reiffenbergstraße / Emser Straße / Wiesenpfad
Ort
56076 Koblenz - Horchheim
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung

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Heimatfreunde Horchheim e.V. (2025): „Westlicher Teil Mendelssohnpark in Horchheim”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360256 (Abgerufen: 16. Juni 2026)
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