Gerresheimer Hexenstein

Kunstwerk „Befreiung“ am Helena-Curtens-und-Agnes-Olmans-Platz

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Düsseldorf
Kreis(e): Düsseldorf
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 14′ 5,99″ N: 6° 51′ 24,24″ O 51,235°N: 6,85673°O
Koordinate UTM 32.350.376,29 m: 5.678.140,36 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.559.879,21 m: 5.678.138,76 m
  • Vorderseite des Kunstwerks "Befreiung" (Gerresheimer Hexenstein) an der Dreherstraße in Düsseldorf-Gerresheim (2026).

    Vorderseite des Kunstwerks "Befreiung" (Gerresheimer Hexenstein) an der Dreherstraße in Düsseldorf-Gerresheim (2026).

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  • Die linke Seite des Kunstwerk "Befreiung" (Gerresheimer Hexenstein) an der Dreherstraße in Düsseldorf-Gerresheim (2026).

    Die linke Seite des Kunstwerk "Befreiung" (Gerresheimer Hexenstein) an der Dreherstraße in Düsseldorf-Gerresheim (2026).

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  • Kunstwerk "Befreiung" (Gerresheimer Hexenstein) an der Dreherstraße in Düsseldorf-Gerresheim (2026).

    Kunstwerk "Befreiung" (Gerresheimer Hexenstein) an der Dreherstraße in Düsseldorf-Gerresheim (2026).

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  • Kunstwerk "Befreiung" (Gerresheimer Hexenstein) an der Dreherstraße in Düsseldorf-Gerresheim (2026).

    Kunstwerk "Befreiung" (Gerresheimer Hexenstein) an der Dreherstraße in Düsseldorf-Gerresheim (2026).

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  • Die Widmung auf dem Kunstwerk "Befreiung" (Gerresheimer Hexenstein) an der Dreherstraße in Düsseldorf-Gerresheim (2026).

    Die Widmung auf dem Kunstwerk "Befreiung" (Gerresheimer Hexenstein) an der Dreherstraße in Düsseldorf-Gerresheim (2026).

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  • Das Straßenschild für den 2011 nach Helena Curtens und Agnes Olmans benannten Platz an der Dreherstraße in Düsseldorf-Gerresheim, auf dem das Kunstwerk "Befreiung" (Gerresheimer Hexenstein) 1989 aufgestellt wurde (2026).

    Das Straßenschild für den 2011 nach Helena Curtens und Agnes Olmans benannten Platz an der Dreherstraße in Düsseldorf-Gerresheim, auf dem das Kunstwerk "Befreiung" (Gerresheimer Hexenstein) 1989 aufgestellt wurde (2026).

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Im Rahmen des letzten Hexenprozesses am Niederrhein in den Jahren 1737/1738 wurden die damals 16-jährige Helena Curtens und Agnes Olmans (damals 46 oder 47 Jahre alt) wegen angeblicher Hexerei verurteilt und am 19. August 1738 auf dem damaligen Gerresheimer Richtplatz am Gallberg durch Verbrennen hingerichtet.
An die letzte Hexenverbrennung im Rheinland erinnert das Kunstwerk „Befreiung“, auch Gerresheimer Hexenstein genannt, das 1989 an der Dreherstraße in Düsseldorf-Gerresheim aufgestellt wurde. 2011 wurde der Platz, auf dem es sich befindet, nach den beiden Frauen Platz benannt.

Das Kunstwerk
Die Bildhauerin Gabriele Tefke schuf das Werk aus Anröchter Dolomit. Eine Frauengestalt scheint gleichermaßen auf dem grob gehauenen Steinblock zu liegen und mit einem Seil daran gefesselt zu sein. Ihre Hände sind ihr auf den Rücken gebunden.
Die Vorderseite des Steins trägt die in Versalien gehaltene Inschrift:

Die Würde / des Menschen ist unantastbar
Helene M. Curtens und Agnes Olmanns
in Gerresheim am 19.8.1738 verbrannt
nach dem letzten Hexenprozess am Niederrhein
und für alle Gequälten und Ausgestoßenen.

Helena Mechthild Curtens
Helena Mechthild Curtens wurde am 11. Mai 1722 in Gerresheim geboren und war die Tochter von Kasparus und Elisabeth Curtens. Sie wurde katholisch getauft. Ihre Mutter verstarb 1729 bei der Geburt eines jüngeren Geschwisterkindes. Im Folgejahr heiratete der Vater Anna Margarethe Meisenburg, zu der Helena Curtens ein angespanntes Verhältnis hatte.
Bis 1736 begab das Mädchen sich mit dem Vater und einer Frau namens Maria Calcum drei Mal auf die Wallfahrt nach Kevelaer. Dabei verbreitete Helena Curtens selbst Gerüchte, dass ihr Geister erschienen. Diese wurden im Prozess 1738 gegen sie verwendet.

Agnes Olmans
Agnes Heushof wurde 1691 in Hamm geboren. 1710 heiratete sie den Tagelöhner Johann Heinrich Olmans. Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor.
Die Familie wechselte oft den Wohnort, da Johann Heinrich Olmans auf verschiedenen Höfen Arbeit fand.
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Der Prozess 1737/1738
Helena Curtens wurde 1736 im Alter von 14 Jahren aufgrund der Gerüchte um von ihr wahrgenommene Geistererscheinungen verhaftet. Die Ermittlungen führte der Richter des Amtes Mettmann mit Sitz in Gerresheim Johann Sigismund Schwarz (1676-nach 1740, auch Johann Wirich / Wyrich Sigismundt Schwartz).
In ihrem Verhören bezichtigte Helena Curtens ihre Nachbarin Agnes Olmans der „Buhlschaft mit dem Schwarzen“, also des sexuellen Verkehrs mit dem Teufel. Außerdem sagte sie aus, von Olmans zur Hexerei verführt worden zu sein.
Diese bestritt die Anschuldigungen und war auch bereit, sich einer Hexenprobe durch Eintauchen zu unterziehen, die jedoch bereits seit 1555 verboten war.
Im Prozess 1738 wurden die 16-jährige Helena Curtens und Agnes Olmans, damals 46 oder 47 Jahre alt, der Hexerei für schuldig befunden. Am 19. August 1738 wurden sie auf dem damaligen Richtplatz am Gallberg verbrannt, der sich etwa 1,5 Kilometer nördlich des heutigen Gerresheimer Hexensteins befand.
Danach fanden am Niederrhein keine Hexenprozesse mehr statt.

(Antonia Frinken, LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2026)

Internet
langzeitarchivierung.bib-bvb.de: Hexenverfolgungen in Düsseldorf (ursprünglich unter www.historicum.net, Text Erika Münster-Schröer, 19.01.2009, abgerufen 01.06.2026)
www.rheinische-geschichte.lvr.de: Kurzbiografie von Helena Curtens und Informationen zum Prozess (Text Jennifer Striewski, abgerufen 27.05.2026)
de.wikipedia.org: Agnes Olmans (abgerufen 27.05.2026)
de.wikipedia.org: Helena Curtens (abgerufen 27.05.2026)
d-nb.info: Schwarz, Johann Wyrich Sigismund (abgerufen 01.06.2026)
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Literatur

Bösken, Clemens-Peter (1996)
Hexenprozess: Gerresheim 1737/38. Die letzte Hexenverbrennung im Rheinland. Düsseldorf.
Rummel, Walter; Voltmer, Rita (2012)
Hexen und Hexenverfolgung in der frühen Neuzeit. Darmstadt (2. Auflage).
Voltmer, Rita (Hrsg.) (2005)
Hexenverfolgung und Herrschaftspraxis. (Trierer Hexenprozesse - Quellen und Darstellungen, Band 7.) Trier.

Gerresheimer Hexenstein

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Helena-Curtens-und-Agnes-Olmans-Platz / Dreherstraße
Ort
40625 Düsseldorf - Gerresheim / Nordrhein-Westfalen
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Vor Ort Dokumentation, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1989

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Gerresheimer Hexenstein”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360193 (Abgerufen: 1. Juni 2026)
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