Sinnersdorfer Mühle

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Köln, Pulheim
Kreis(e): Köln, Rhein-Erft-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 01′ 4,21″ N: 6° 50′ 7,99″ O 51,01784°N: 6,83555°O
Koordinate UTM 32.348.187,26 m: 5.654.037,80 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.558.674,35 m: 5.653.963,18 m
Die Sinnersdorfer Mühle war eine Windmühle, vermutlich vom Typ einer Turmwindmühle. Ihre Ursprünge reichen in das frühe 19. Jahrhundert zurück.
Belegt ist, dass im Jahr 1817 der Bau einer Windmühle für Benjamin Kürten konzessioniert wurde und dass sie 1823 in technisch voll ausgestattetem Zustand verpachtet werden sollte (Sommer 1991, S. 273). Die gleichzeitige Beschreibung des vollständigen Mahlwerks zeigt, dass die Mühle technisch funktionsfähig und betriebsbereit war. Vermutlich handelte es sich um eine Getreidemühle.
1914 ist sie in der topographischen Karte (TK 25, Blatt 4907 Leverkusen) als Turmwindmühle verzeichnet (Sommer 1991, S. 273). Bei einer Turmwindmühle handelt es sich um einen massiv gemauerten Mühlentyp, bei dem sich nur die Kappe mit den Flügeln drehte. Nach 1920 wurde die Mühle beseitigt (Vogt 2005, S. 422).
Der historisch verbriefte Name „Sinnersdorfer Mühle“ ist weiterhin gebräuchlich. Er bezieht sich heute auf den erhaltenen, ehemaligen Mühlenhof . Die Bezeichnung ist allerdings insofern irreführend, als der Standort auf Kölner Stadtgebiet liegt. Sie orientiert sich lediglich an der nächstgelegenen Ortschaft bzw. an historisch gewachsenen Raumbezügen und nicht an tatsächlichen administrativen Grenzen.

Kulturhistorische Bedeutung:
Windmühlen besitzen eine hohe kulturhistorische Bedeutung als Zeugnisse vormoderner Technik bzw. technische Denkmale, als Zeugnisse regionaler Wirtschafts- und Sozialsysteme und prägende Elemente historischer Kulturlandschaften. Sie dokumentieren zudem die Bedeutung der Windkraft als Antriebskraft in vorindustrieller Zeit.
Diese Ablesbarkeit der ehemaligen Funktion ist an der Sinnersdorfer Mühle herabgesetzt durch die bauliche Reduktion auf den Mühlenhof. Der Standort ist weiterhin persistent und durch die überlieferte Ortsbezeichnung im kulturellen Gedächtnis präsent. Die Kontinuität des Ortsnamens ist ein typischer Verweis auf historische Kulturlandschaften und ihre Elemente. Er verweist auf frühere Nutzungen und Bedeutungen.

(Martina Gelhar, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2026)

Literatur

Sommer, Susanne (1991)
Wind- und Wassermühlen des linken Niederrheins. Die Wind und Wassermühlen des linken Niederrheins im Zeitalter der Industrialisierung (1814-1914). (Werken und Wohnen. Volkskundliche Untersuchungen im Rheinland, 19.) 273, Köln.
Vogt, Hans (2005)
Die Rheinischen Windmühlen. 422, Krefeld.

Sinnersdorfer Mühle

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Chorbuschstraße
Ort
50765 Köln - Esch / Deutschland
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1817, Ende nach 1920

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Martina Gelhar (2026): „Sinnersdorfer Mühle”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360115 (Abgerufen: 5. Mai 2026)
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