Oberer Stollen und alter Zechenplatz der Grube Castor

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Naturschutz
Gemeinde(n): Engelskirchen
Kreis(e): Oberbergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 59′ 0,33″ N: 7° 20′ 54,35″ O 50,98342°N: 7,34843°O
Koordinate UTM 32.384.071,99 m: 5.649.279,89 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.594.731,87 m: 5.650.668,73 m
  • Der Zechenplatz am Oberen Stollen der Gube Castor (2023).

    Der Zechenplatz am Oberen Stollen der Gube Castor (2023).

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  • Der Zechenplatz am Oberen Stollen der Gube Castor (2025).

    Der Zechenplatz am Oberen Stollen der Gube Castor (2025).

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  • Zechenhaus am Oberen Stollen der Gube Castor (2025).

    Zechenhaus am Oberen Stollen der Gube Castor (2025).

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  • Zechenhaus am Oberen Stollen der Gube Castor (2025).

    Zechenhaus am Oberen Stollen der Gube Castor (2025).

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  • Zechenhaus am Oberen Stollen der Gube Castor (um 1907).

    Zechenhaus am Oberen Stollen der Gube Castor (um 1907).

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  • Das Stollenmundloch des Oberen Stollen der Gube Castor (2026).

    Das Stollenmundloch des Oberen Stollen der Gube Castor (2026).

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  • Mundloch des Oberen Stollens der Gube Castor (2010).

    Mundloch des Oberen Stollens der Gube Castor (2010).

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  • Eingang des Oberen Stollens der Gube Castor (um 2011).

    Eingang des Oberen Stollens der Gube Castor (um 2011).

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In der heutigen Ortschaft Kastor liegt der Obere Stollen der im 19. Jahrhundert gegründeten Grube Castor in der heutigen Gemeinde Engelskirchen. Er befindet sich etwa 400 Meter hangaufwärts vom Obersteigerhaus am Rande des „Wester Siefens“. Vor dem Stollenmundloch befindet sich auf einer einplanierten Halde der ältere Zechenplatz der Grube mit den zugehörigen Gebäuden. Nach Rainer Slotta gibt das Ensemble in dieser Form den besten Eindruck von einem kleinen bergischen Grubenbetrieb aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Das Mundloch befindet sich an einem Waldrand auf privatem Gelände nördlich des Zechenplatzes und ist nur in den Wintermonaten vom benachbarten Weg aus sichtbar. Es ist bis auf kleine Öffnungen für Fledermäuse und Amphibien zugemauert.

Zu den Anfängen des hiesigen Betriebs vermekte der preußische Bergrat Emil Buff im Jahre 1882:
„Daselbst wurde der Betrieb im Jahre 1853 mit Erlängung eines von den Alten begonnenen oberen Stollens aufgenommen. Der Castorgang, dessen Ausgehendes durch einen 600 m langen Pingenzug bezeichnet ist, wurde im Oberstollen in geringer Mächtigkeit, die sich gegen Westen ganz verdrückte, angefahren. Bei dem Abbau des Mittels schlug man 15 m über der Sohle überall in alte Baue, welche auf zahlreichen derben Trümmern von Spatheisenstein, der in oberer Teufe vorherrscht, geführt worden sind.“

Auf den frühen Plänen der Grube ist zu sehen, wie der Stollen den mittelalterlichen Pingenzug auf dem Castor-Gang unterfährt. Er verläuft dabei nicht gerade, sondern geschwungen. Dies ist typisch für handgetriebene Stollen, die sich noch stark an den verdrückten, natürlichen Schichten orientierten. Er dürfte somit spätestens im 16. Jahrhundert entstanden sein.

Im Zuge des industriellen Betriebs ab 1853 wurde die Halde vor dem Stollen planiert und bebaut. Hinter den heute noch erhaltenen Gebäuden entstand eine erste Aufbereitung, die ab 1861 an den Tiefen Stollen verlegt wurde. Der Obere Stollen wurde mit einer Förderbahn versehen, die vom Stollenmundloch aus talwärts verlief. Die heutige Teerstraße folgt weitgehend deren Trasse.

Baubeschreibung
Auf einem Plan aus der Betriebsphase ist das nördliche Fachwerkhaus unmittelbar vor dem Stollen als „Aufseherwohnung“ bezeichnet. Es wurde mit Backstein gebaut und ist weitgehend original erhalten.

Das mittlere, größere Gebäude liegt mit seiner Giebelseite unmittelbar in Verlängerung der Straße und nimmt damit einen wichtigen zentralen Platz ein. Der eingeschossige, aber tiefe Fachwerkbau wird auf den alten Plänen als „Steigerwohnung“ bezeichnet. Auffällig ist das flache Satteldach, das eine Wohnnutzung des Obergeschosses ausschloss und dem Gebäude eher den Eindruck einer Baracke verleiht. Der Haupteingang liegt in der Mitte der westlichen Längsseite. Direkt daneben befand sich laut Plänen eine Schmiede, die nicht mehr erhalten ist. Diese Kombination legt für das erhaltene Gebäude eher eine Büronutzung nahe.

Das dritte Fachwerkhaus im Süden existiert auf den älteren Plänen noch nicht. Deshalb ist davon auszugehen, dass es erst nach dem Ende des 19. Jahrhunderts als zusätzliches Wohn-, Land- oder gar Ferienhaus errichtet wurde. Vermutungen, dass es sich um das alte Steigerhaus handeln könnte, erscheinen deswegen unwahrscheinlich. Ein Zusammenhang mit dem Oberen Stollen, dessen Nutzung erst 1929 endgültig eingestellt wurde, ist nicht sicher.

(Peter Schönfeld, Alexander Kierdorf, BGV Rhein-Berg e.V. (2026)

Literatur

Buff, Emil (1882)
Beschreibung des Bergreviers Deutz. Bonn.
Bürger- und Verschönerungsverein Loope e. V. (Hrsg.) (2012)
Loope. Ein Heimatbuch. Loope.
Slotta, Rainer (1983)
Technische Denkmäler in der Bundesrepublik Deutschland 4: Der Metallerzbergbau. (Veröff. aus dem Dt. Bergbau-Museum Bochum Nr. 26.) Bochum.

Oberer Stollen und alter Zechenplatz der Grube Castor

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Kastor 18-22
Ort
51766 Engelskirchen - Loope
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Naturschutz
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Vor Ort Dokumentation, Fernerkundung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1500 bis 1853, Ende 1928

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Peter Schönfeld, Alexander Kierdorf: „Oberer Stollen und alter Zechenplatz der Grube Castor”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-356874 (Abgerufen: 6. März 2026)
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