Zu den Anfängen des hiesigen Betriebs vermekte der preußische Bergrat Emil Buff im Jahre 1882:
„Daselbst wurde der Betrieb im Jahre 1853 mit Erlängung eines von den Alten begonnenen oberen Stollens aufgenommen. Der Castorgang, dessen Ausgehendes durch einen 600 m langen Pingenzug bezeichnet ist, wurde im Oberstollen in geringer Mächtigkeit, die sich gegen Westen ganz verdrückte, angefahren. Bei dem Abbau des Mittels schlug man 15 m über der Sohle überall in alte Baue, welche auf zahlreichen derben Trümmern von Spatheisenstein, der in oberer Teufe vorherrscht, geführt worden sind.“
Auf den frühen Plänen der Grube ist zu sehen, wie der Stollen den mittelalterlichen Pingenzug auf dem Castor-Gang unterfährt. Er verläuft dabei nicht gerade, sondern geschwungen. Dies ist typisch für handgetriebene Stollen, die sich noch stark an den verdrückten, natürlichen Schichten orientierten. Er dürfte somit spätestens im 16. Jahrhundert entstanden sein.
Im Zuge des industriellen Betriebs ab 1853 wurde die Halde vor dem Stollen planiert und bebaut. Hinter den heute noch erhaltenen Gebäuden entstand eine erste Aufbereitung, die ab 1861 an den Tiefen Stollen verlegt wurde. Der Obere Stollen wurde mit einer Förderbahn versehen, die vom Stollenmundloch aus talwärts verlief. Die heutige Teerstraße folgt weitgehend deren Trasse.
Baubeschreibung
Auf einem Plan aus der Betriebsphase ist das nördliche Fachwerkhaus unmittelbar vor dem Stollen als „Aufseherwohnung“ bezeichnet. Es wurde mit Backstein gebaut und ist weitgehend original erhalten.
Das mittlere, größere Gebäude liegt mit seiner Giebelseite unmittelbar in Verlängerung der Straße und nimmt damit einen wichtigen zentralen Platz ein. Der eingeschossige, aber tiefe Fachwerkbau wird auf den alten Plänen als „Steigerwohnung“ bezeichnet. Auffällig ist das flache Satteldach, das eine Wohnnutzung des Obergeschosses ausschloss und dem Gebäude eher den Eindruck einer Baracke verleiht. Der Haupteingang liegt in der Mitte der westlichen Längsseite. Direkt daneben befand sich laut Plänen eine Schmiede, die nicht mehr erhalten ist. Diese Kombination legt für das erhaltene Gebäude eher eine Büronutzung nahe.
Das dritte Fachwerkhaus im Süden existiert auf den älteren Plänen noch nicht. Deshalb ist davon auszugehen, dass es erst nach dem Ende des 19. Jahrhunderts als zusätzliches Wohn-, Land- oder gar Ferienhaus errichtet wurde. Vermutungen, dass es sich um das alte Steigerhaus handeln könnte, erscheinen deswegen unwahrscheinlich. Ein Zusammenhang mit dem Oberen Stollen, dessen Nutzung erst 1929 endgültig eingestellt wurde, ist nicht sicher.
(Peter Schönfeld, Alexander Kierdorf, BGV Rhein-Berg e.V. (2026)