Steinbruch Himberg in Bad Honnef-Aegidienberg

Himberger See, Hindenburg See

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Bad Honnef
Kreis(e): Rhein-Sieg-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 38′ 44,4″ N: 7° 18′ 15,67″ O 50,64567°N: 7,30435°O
Koordinate UTM 32.380.116,63 m: 5.611.794,83 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.592.300,27 m: 5.613.041,55 m
  • Anschluss- und Verladegleise am Steinbruch Himberg der Basaltgewerkschaft Honnef (1904).

    Anschluss- und Verladegleise am Steinbruch Himberg der Basaltgewerkschaft Honnef (1904).

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    Basaltgewerkschaft Honnef
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    Steinbruch Himberg (1932).

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  • Steinbruch Himberg (1937-38).

    Steinbruch Himberg (1937-38).

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Basaltabbau im Siebengebirge
Lange Zeit spielen die im Siebengebirge und Westerwald verbreitet vorkommenden Basalte im Steinabbau kaum eine Rolle. Zu hart und zu schwierig zu bearbeiten waren sie, ungeeignet für Steinmetzarbeiten. Verschiedentlich finden sie jedoch aufgrund ihrer hohen Druckfestigkeit Verwendung in Fundamenten wie dem Kölner Dom und Stadtmauern. Doch dafür nutzt man vorzugsweise näher am Rhein liegende Vorkommen, wie vom Unkelstein bei Oberwinter. Die im Hinterland liegenden Lagerstätten sind aufgrund der schwierigen Transportbedingungen mit Fuhrwerken über Land nicht wirtschaftlich auszubeuten und so wird das Material im besten Falle für lokale Bauten in den umliegenden Dörfern und Ortschaften genutzt.

Erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts beginnt ein Abbau in großem Maßstab. Als Massengut für den boomenden Straßen- und Eisenbahnbau Preußens sowie für Fluss-, Kanal- und Küstenbefestigungen wurden Unmengen an Basalt gebraucht, sei es als Pflaster, Splitt, Schotter oder Stangenbasalt. Zugleich erlauben die neuen Eisenbahnstrecken einen schnellen, wirtschaftlichen Transport auch über weite Strecken und abseits der Flüsse. Der Anschluss Königswinters im Jahr 1871 an das Eisenbahnnetz ist damit der Startschuss für einen intensiven Basaltabbau im Siebengebirgsraum. Die Brüche im Hinterland sind jedoch noch immer schlecht erschlossen. Eine ab 1890 diskutierte Bahnstrecke von Honnef nach Asbach, die auch die Erschließung der Basalt- und Quarzitvorkommen an Himberg und Dachsberg erleichtert hätte, wird nicht realisiert. Erst mit dem Bau der Heisterbacher Talbahn 1898 und der Verlängerung der Bröltalbahn bis Asbach und Rostingen 1902 werden mehrere Stichstrecken zu acht Basaltsteinbrüchen angelegt.

Basaltabbau am Himberg ab Mitte des 19. Jahrhunderts
Ab 1914 Stilllegung und Badesee Himberg
Wiederinbetriebnahme ab 1933-1935
Heutiger Zustand
Quellen, Internet, Literatur

Basaltabbau am Himberg
Der Himberg liegt auf den Höhen des südlichen Siebengebirges, welches hier schon an den Niederwesterwald stößt, 2 Kilometer südlich von Aegidienberg und gut 7 Kilometer vom Rhein entfernt. Die Basaltsteinbrüche am Himberg und dem 2,8 Kilometer östlicher gelegenen Dachsberg (Steinbruch Dachsberg) stehen historisch in engem Zusammenhang.

Einen ersten schriftlichen Hinweis auf einen Steinabbau gibt eine Anzeige des Bürgermeisters der Gemeinde Aegidienberg in der Kölnischen Zeitung 1859. Insgesamt vier Basaltbrüche im Aegidienberger Gemeindewald werden auf 9 Jahre meistbietend verpachtet, zwei am Himberg und zwei am Dachsberg (Kölnische Zeitung 15.1.1859). In der Anzeige wird eigens auf die 1855 ausgebaute „Kunststraße“ Honnef-Asbach hingewiesen, über die der Transport auf einer Strecke von rund 7 Kilometern bis zum Rhein erfolgen kann. Schon 1862 wird ein weiterer Bruch am Himberg mit einer Fläche von knapp über 1 Morgen zur Pacht ausgeschrieben, diesmal separat ohne den Dachsberg. Es wird auf die vorzügliche Qualität des Gesteins hingewiesen und die verkehrsgünstige Lage nur eine Stunde vom Rhein entfernt (Kölnische Zeitung 19.8.1862). 1866 erfolgt die Neuausschreibung von zwei Losen mit insgesamt 4 Morgen. Diesmal wird auch Stangen-Basalt erwähnt. Anhand der Pachtausschreibung aus dem Jahr 1872 lichtet sich das Durcheinander. Offenbar hatte es am Himberg bis dahin insgesamt drei Abbaulose gegeben.
Über die Pächter der Anfangsjahre ist wenig bekannt. Nach einem Artikel der Bonner Rundschau soll bereits 1850 ein gewisser Philipp Küpper aus Aegidienberg Steine gebrochen haben (11.4.1964). Um 1865 hat es zwei Brüche gegeben. Bruch 1 von Ludwig Weinstock (auch Louis Weinstock) aus Linz und Bruch 2 von Christian Uhrmacher Senior aus Oberkassel. Die Pacht Weinstocks, der ab 1877 auch den Dachsberg betreibt, beträgt 285 Mark, für Uhrmacher sind es 148 Taler.

Die beiden Unternehmen beschäftigen insgesamt über 100 Arbeiter. Die Steine löste man überwiegend von Hand aus den Steinbruchwänden, gesichert an langen Seilen oder auf hohen Leitern stehend. Bis zum Bau eines auch für das Material des Himbergs genutzten Brechwerks am Dachsberg im Jahr 1910 muss selbst der Schotter durch sogenannte Kiesklöpper von Hand kleingeschlagen werden. Eine Aufgabe, für die oft Jugendliche beschäftigt wurden. Das Säulenmaterial nutzt man vor allem für den Deich- und Kanalbau. Schotter und Splitt gehen in den Bahn- und Straßenbau. Gut die Hälfte der männlichen Bevölkerung Aegidienbergs arbeitet hauptberuflich in den Stein- oder Quarzitbrüchen, die andere Hälfte betreibt kleine Landwirtschaften (HVZ 18.2.1931).

Bei der Umwandlung des Basalt-Steinbruchgeschäfts Christian Uhrmachers in die Obercasseler Basalt-Aktien-Gesellschaft im Jahr 1897 wird der Himberger Bruch noch mit aufgeführt. Wohl kurz nach der Umstrukturierung geht der Bruch allerdings an die 1895 von Ludwig Weinstock und Wilhelm Sonnenschein aus Werden an der Ruhr gegründete „Basaltgewerkschaft Honnef“ mit Sitz in Bonn. Weinstock ist auch im örtlichen Quarzitabbau aktiv. Sonnenschein ist Unternehmer in Bergbau und Stahlindustrie und besitzt unter anderem bereits einen Kalksteinbruch bei Hefel im Bergischen Land.
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Der am Himberg und Dachsberg gebrochene Basalt wird in den ersten Jahren noch mit Fuhrwerken über die neue Provinzialstraße durch das Schmelztal bis zur Verladung am Rheinufer bei Honnef gebracht. Aber Weinstock investiert kräftig in einen modernen Abbau, und so erlaubt bereits 1879 eine dampfbetriebene Feldbahnstrecke mit insgesamt rund 3 Kilometern Länge den Transport vom Himberg und Dachsberg bis nach Rottbitze. Dort besteht eine Verladestation zum Umschlag auf Pferdefuhrwerke, die den weiteren Transport bis an den Rhein übernehmen. Zum Einsatz kommt eine 30-PS-Lok des Herstellers Krauss/München mit 12 Waggons mit jeweils 3 Tonnen Ladekapazität. Die Lokschuppen und Werkstätten lagen am Himberg.
Zur Verbesserung der Transportsituation wird die Feldbahn 1895 ab Rottbitze durch das Schmelztal bis nach Honnef verlängert. Die Durchfahrt durch die Innenstadt Honnefs wird jedoch wegen des Kurbetriebs nicht erlaubt, und auch im Schmelztal bleibt der Betrieb mit Dampflokomotiven untersagt. Aus diesem Grund entsteht ein dreigeteilter Transport: Eine dampfbetriebene Feldbahn führt von den Brüchen am Himberg und Dachsberg bis auf Höhe des Servatiushofs, dort erfolgt die Übergabe an die Pferdebahn durch das Schmelztal bis kurz vor Honnef und von dort transportieren Fuhrwerke die Steine bis an den Rhein.

Für die Strecke bis an den Servatiushof wird eine neue 60-PS-Dampflok der Firma Jung angeschafft, die zu Ehren von Sonnenschein den Namen Wilhelm trägt. Sie ist zuletzt bis 1959 am Steinbruch Willscheider Berg der Basalt AG Linz im Einsatz.
Die umständlichen und unwirtschaftlichen Transportbedingungen sind für die Basaltgewerkschaft Honnef auf Dauer nicht tragbar. Der in den 1890er Jahren von Lokalpolitikern favorisierte Bau einer Kleinbahn von Honnef nach Asbach, für die die Basaltgewerkschaft bereits eine jährliche Frachtgarantie über 80.000 Mark zugesagt hatte, kommt letztendlich nicht zur Ausführung (HVZ 17.6.1896; 26.1.1897; 13.2.1903).

Um den Basalt aber als Massengut wirtschaftlich exportieren zu können, wird die Gewerkschaft als privates Bahnunternehmen selbst aktiv. Ausgehend vom Endpunkt der Bröltalbahn bei Rostingen baut die Firma im Jahr 1905 eine 8 Kilometer lange Stichstrecke bis nach Rottbitze und zu den Brüchen an Himberg und Dachsberg. Rostingen wurde schon seit 1902 über Oberpleis von der Bröltalbahn angefahren. Der mühsame Transport per Pferdebahn über Honnef an den Rhein entfällt daraufhin. Für den Betrieb der Strecke wird 1906 eine neue 120 PS starke Lok der Firma Jung angeschafft.

1914 geht die Pacht der Steinbrüche an die Basalt-AG Linz über, die für den Betrieb der Strecke nach Rostingen eine 140 PS starke Lok der Firma Orenstein & Koppel mit der Nummer 7729 anschafft. Im Jahr 1927 bestand der Fuhrpark aus insgesamt vier Dampflokomotiven, 46 Waggons mit Kapazitäten von 1,6 bis 4,8 Tonnen und 4 größeren Waggons mit einem Fassungsvermögen von 7,5 Tonnen. Die Waggons wurden offenbar nur innerbetrieblich eingesetzt, für die eigentliche Abfuhr über die Bröltalbahn nutzte man deren Selbstentlader mit 7,5 Tonnen Ladekapazität.
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Ab 1914 Stilllegung und Badesee Himberg
Ende 1914 wird der Abbau am Himberg erstmals eingestellt und nach dem Ersten Weltkrieg zunächst nicht wieder aufgenommen. In einem Artikel der Honnefer Volkszeitung von 1929 heißt es, dass der Bruch schon seit einigen Jahren still liegt und sich ein großer See gebildet habe, in dem die Jugend Abkühlung fände (HVZ 31.8.1929). Im Juni 1932 beklagt sich die Basalt AG Linz als Pächterin in einem Brief an den Bürgermeister Königswinter: „Der in der Gemeinde Aegidienberg belegene (!) Steinbruch Himberg, der z. Zt. stilliegt, wird ausserordentlich stark von Einheimischen und Fremden besucht. In dem größtenteils ausgebeuteten Steinbruchgelände hat sich nach und nach ein See gebildet, welcher fleißig zum Baden und Schwimmen benutzt wird. Im Winter bei Frostwetter wird von Jung und Alt Wintersport betrieben.“ Hinweisschilder und Einfriedungen würden regelmäßig beschädigt werden und man übernehme keine Haftung (StAKW 1587).

Durch einen neu geregelten Pachtvertrag mit der Gemeinde wird der Basalt-AG Linz Ende 1932 die Hälfte der bisherigen Pacht erlassen und das als Hindenburg-See auf dem Himberg genannte Gewässer an den Verkehrsverein Honnef unterverpachtet (StAKW 1587). Der Verkehrsverein erhofft sich eine touristische Nutzung und richtet das Seeufer zum Baden her. Der General-Anzeiger Bonn berichtet 1934 begeistert mit einem ganzseitigen bebilderten Artikel von dem neuen Strandbad am Himberg. Es würde sogar eine Baracke zum Umkleiden bestehen (GA 31.7.1934). In den späteren Vorkriegsjahren finden am See auch Zeltlager der Hitlerjugend statt.
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Wiederinbetriebnahme ab 1933-1935
1933 werden die umfangreichen lagernden Halden auf fünf Jahre an den Unternehmer Dr. Joseph Schmandt aus Siegburg verpachtet, der u.a. für den Straßenbau ein Feinmaterialbrechwerk und eine Teeranlage errichtet (StAKW 1231). Die „Steinbruchbetrieb Aegidienberg, Dr. Josef Schmandt“ genannte Firma verpflichtet sich im Pachtvertrag, in erster Linie Arbeiter aus Aegidienberg zu beschäftigen. Doch schnell kommt der Betrieb in finanzielle Schwierigkeiten. So beklagt sich Schmandt, dass aufgrund des ungünstigen Verhältnisses von Stein zu Schutt die Verwertung der Halden unrentabel sei und bittet um Erlassung der Pachtschulden. Nach einem Jahr wird Strafanzeige wegen Betrugs gestellt. So wurden bei Lieferungen an die Reichsbahn und das Landesbauamt falsche Steinmaße berechnet, Steuern unterschlagen und Rechnungen nicht bezahlt. Im Oktober 1934 wird der Betrieb eingestellt und 70 Arbeiter der Gemeinde arbeitslos. Am Ende kommt es zu Zwangsversteigerungen, Pfändungen und jahrelangen Streitereien über ausstehende Zahlungen (StAKW 1230).
Durch die zeitweilige Stilllegung verliert der von Schmandt gepachtete Bruch seine Genehmigung. Erschwert wird eine neuerliche Inbetriebnahme durch das „Gesetz über das Verbot neuer Einrichtungen von Anlagen in der Naturhartsteinindustrie vom 22. Juni 1934“, das der Verhinderung von Kartellen dienen sollte.

Der Pachtvertrag mit der Basalt-AG Linz endet 1934. Die neuen Pächter Theodor Braschoss und Olbrück aus Oberkassel nehmen im November 1934 trotz fehlender Genehmigung unter dem Namen „Himberg GmbH“ die Arbeiten im Bruch erneut auf.
Dies zum Missfallen der Naturschützer, die Gefallen an dem See gefunden hatten und den See durch die Wiederinbetriebnahme des Bruches gefährdet sehen. Im Mai 1935 genehmigt der Regierungspräsident dennoch die Inbetriebnahme des Bruches, vorausgesetzt, die Gemeinde verpflichte sich, die Steinhalden und Schuttflächen im Anschluss zu begrünen.

1935 hat das Badeidyll am See ein Ende. (HVZ 11.2.1935). Braschoss pumpt den Bruch leer, „um von unten her den Steinbruch in Betrieb zu nehmen.“ (StAKW, KW-1233). Die Kosten dafür sollen bei 5.000 Mark gelegen haben.
Braschoss und Olbrück werden prompt angezeigt und der Bürgermeister bemüht sich, den Bruch nicht als Neuanlage zu definieren und sieht im Hintergrund der Anzeige die Basalt-AG Linz, „die einen Konkurrenten für das Holland-Geschäft in der Firma Braschoss (…) befürchte“ (StAKW, KW-1233). Das Wirtschaftsministerium ist zunächst nicht bereit, eine Ausnahmegenehmigung zu erteilen. Es schaltet sich die DAF (Deutsche Arbeitsfront) ein, und weist darauf hin, dass sich unter den von der Stilllegung betroffenen Arbeitern eine ganze Reihe verdienter „Separatisten-Abwehrkämpfer“ befänden. „Es wird noch bemerkt, dass der Abwehrseparatistenkampf in der Gemeinde Egidienberg stattgefunden hat und dass wohl alle Einwohner der Gemeinde Egidienberg mehr oder weniger stark in Mitleidenschaft gezogen waren.“ Die DAF plädiert im Falle von Aegidienberg für eine Ausnahmeregelung. Man verweist weiter auf die kürzliche Grundsteinlegung zu einem Denkmal zum Separatisten-Abwehrkampf am nahe gelegenen Himmerich (Steinbruch Himmerich), zu dem schließlich Minister Goebbels persönlich erschienen sei. Mehrere lokale Nationalsozialisten unterstützen die Schreiben der DAF bzw. des Bürgermeisters. Mit Erfolg: Im November 1935 bekommt der Bruchpächter endlich seine Genehmigung, ein halbes Jahr später folgte die Ausnahmegenehmigung für eine Brecheranlage. Dies erlaubt nun die Verwertung der alten Schutthalden.
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Durch die zahlreichen Notstandsarbeiten des NS-Regimes sind die Auftragsbücher gut gefüllt. Große Mengen Material werden für den Bau der ganz in der Nähe verlaufenden Reichsautobahn (A 3) benötigt. Für die Errichtung der über 200 Meter langen Logebachtalbrücke verlegt man eigens ein Feldbahngleis durch das Logebachtal bis an die Baustelle. Auch für den Unterbau der Landebahnen des Flughafens Wahn wird Schotter geliefert, ebenso Stangenbasalt für den Bau des Kanals Münster-Ruhrort. Um 1936 sind 50 bis 60 Arbeiter im Bruch beschäftigt, der Stundenlohn beträgt 35 bis 70 Pfennig. Da die Bahnstrecke für die Materialabfuhr über Rostingen nach Beuel 1938 durch die neue Autobahntrasse unterbrochen wird, übernehmen nun 14 LKW den Transport.

Im Steinbruch löst man den Basalt jetzt durch Kammersprengungen, die auf einen Schlag bis zu 13.000 Tonnen Material loslösen. Monatlich werden rund 5.500 Tonnen Material in Honnef auf Schiffe umgeschlagen (Echo 24.5.1938). An Stelle der abgeräumten Halden entsteht ein Barackenlager für 220 Mann des Reichsarbeitsdienstes. Die Arbeiter werden vor allem für Forstarbeiten und im Wegebau eingesetzt. Als Ersatz für den leergepumpten Himberger See erstellen sie ein neues betoniertes Schwimmbad an der Straße nach Kalenborn (Echo 24.5.1938).

1938 wird eine Höchstmenge von 62.733 Tonnen Brecherprodukten hergestellt, also Splitt, Schotter etc. (StAKW 1249). Die schon seit 1936 an der Firma Braschoss/Olbrück beteiligten Jean Horst und Valentin Jüssen nennen den Betrieb 1939 in Basaltwerk Horst & Co. um. Doch schon 1941 wird nur noch auf Halde gearbeitet. 1942 wird der gesamte Betrieb inklusive des Backenbrechers demontiert und zur Herstellung von Straßenbaumaterial in die besetzte Ukraine verbracht.

Nach dem Krieg bemüht sich die Firma darum, den Betrieb wieder aufzunehmen, doch die Stadt Honnef kündigt den Pachtvertrag da, der Betrieb vertragswidrig eingestellt worden wäre. Gegen den Entscheid wehrt man sich mit Hilfe eines Rechtsanwaltes. Die Firma sei von der damaligen Regierung zur Einstellung gezwungen worden, das Verschulden liege nicht bei ihr. Die Auseinandersetzung zieht sich bis 1948. Letztendlich einigt man sich außergerichtlich und verpachtet anstelle des Himbergs im Oktober 1948 die Steinbrüche am Kleinen und Großen Dachsberg. Zuletzt stellt Jüssen fest, dass der Himberg ohnehin ausgebeutet sei (StAKW 1249). Größere Mengen des noch lagernden Schutts werden von den Alliierten für Baumaßnahmen abgefahren, der Abbaubetrieb wird nach dem Krieg letztlich nicht wieder aufgenommen und es bildet sich erneut ein großer See.
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Heutiger Zustand
Der ovale Steinbruchkessel nimmt heute eine Fläche von rund 145 x 210 Metern ein. Die bewaldeten Abbauböschungen ragen zwischen 10 und 18 Meter über den Wasserspiegel des bis zu 17 Meter tiefen Sees auf. Die Abbauterrassen liegen alle unter Wasser. An der Nordwestseite kann man die schräge Rampe des 1935 neu angelegten Bremsbergs erkennen, über den die beladenen Feldbahnwaggons aus dem Bruch gezogen wurden. Die Funktion der dort verbliebenen Betonmauern ist unklar. Der ehemalige Standort des Brechers ist nicht mehr nachzuvollziehen. Die Schutthalden des Steinbruchs wurden großenteils abgetragen, und auf den unruhigen Abgrabungsflächen im Westen und Norden des Bruchs hat sich eine urwaldartige Vegetation entwickelt. Im Süden, auf dem ehemaligen Standort des Barackenlagers des Reichsarbeitsdienstes, wurde nach dem Krieg ein Fußballplatz angelegt. Weitere Sekundärnutzungen am Himberger Bruch sind ein Tennisplatz und eine Schießanlage im Norden des Abbaugeländes. Seit den 1970er Jahren entstanden im Süden und Nordwesten des Bruchs Einfamilienhaussiedlungen, die teils bis an das Abbaugelände reichen.

Der gut 1,45 Hektar große See wird heute vom Angelsportverein Bad Honnef e.V. 1947 genutzt. Im Sommer ist er trotz des Badeverbots in dem 10 Hektar großen Landschaftsschutzgebiet ein traditionell beliebter Badesee.
2021 eröffnet man den Naturerlebnisweg „Expedition Himberger See“ für Kinder, gefördert vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, NRW.
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Zugang
Der Steinbruch liegt in einem Landschaftsschutzgebiet. Der See ist öffentlich zugänglich, das Lagern, Schwimmen und Feuer machen jedoch untersagt. Ein Weg führt um den See herum.

Hinweis
Das Objekt „Steinbruch Himberg in Bad Honnef-Aegidienberg“ ist Element des historischen Kulturlandschaftsbereiches Siebengebirge (Regionalplan Köln 446).

(Jörn Kling, 2025)

Internet
de.wikipedia.org: Himberg (Westerwald) (abgerufen 27.02.2026)
www.angelsportverein-bad-honnef.de: Himberger See (abgerufen 27.02.2026)
www.naturpark7gebirge.de: Erlebnispfad „Expedition Himberg“ (abgerufen 27.02.2026)
www.ga.de: Erlebispfad am Himberger See offiziell übergeben (Text Claudia Sülzen, General-Anzeiger vom 26.12.2021, abgerufen 27.02.2026)
www.aegidienberg.de: Aus der Chronik: Himberg (Bonner Rundschau vom 11.04.1964, abgerufen 27.02.2026)

Quellen

  • Stadtarchiv Königswinter, StAKW KW-1230, KW-1231, KW-1233, KW-1247, KW-1249, KW-1587.
  • Honnefer Volkszeitung (HVZ), Echo des Siebengebirges, Kölnische Zeitung, Bonner Rundschau; teils abrufbar unter zeitpunkt.nrw, Historische Zeitungen in den entsprechenden Jahrgängen (abgerufen 26.05.2026).
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Literatur

Berres, Frieder / Heimatverein Siebengebirge (Hrsg.) (1996)
Gesteine des Siebengebirges. Entstehung - Gewinnung - Verwendung. Siegburg.
Gussmann, Carsten; Clössner, Wolfgang (2006)
Die Heisterbacher Talbahn und Industriebahnen im Siebengebirge. (Eisenbahn Kurier-Reihe Regionale Verkehrsgeschichte, Band 39.) Freiburg.
Kefferpütz, Herbert (2007)
Basalt-Steinbrüche Himberg und Dachsberg. In: Aegidienberg. Unsere Heimat. Hrsg. Bürgerverein Aegidienberg e.V., S. 156-158. Bad Honnef.
Leven, Heinrich (1954)
Beiträge zur Geschichte der Steinbruch- und Steinmetzbetriebe des Siebengebirges. In: Bonner Geschichtsblätter 8 (1954), S. 135-165. Bonn.

Steinbruch Himberg in Bad Honnef-Aegidienberg

Schlagwörter
Ort
53604 Bad Honnef - Aegidienberg / Deutschland
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1856, Ende 1940

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Jörn Kling: „Steinbruch Himberg in Bad Honnef-Aegidienberg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-356778 (Abgerufen: 22. August 2026)
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