Die Töpferei Johann Flock senior (1749-1826)
Die Töpferei Johann Flock junior (1796-1855)
Die Töpferei Adolph Flock (1832-?)
Beschreibung und kulturhistorische Bedeutung
Hinweise und Quellen
Die Töpferei Johann Flock senior (1749-1826)
Im Jahr 1795 lebte der Häfner Johann Flock (1748-1826) in der Hausnummer 165 in der heutigen Norkstraße (Heeg 1994). Ihm gehörten die Flurstücke Y 328, 385, 386, 386a, 387, 387a, 388, 475, 476 (LA NRW R 7207 1826).
FLOCK, JOHANN „Häfner - 1748 geb. zu Frechen, Sohn der Ehel. Peter F. und Christina Müller, Sterbereg. 9/1826 - 1790 Mitglied der Rosenkranzbruderschaft, PfaA Rentb. 1 - 1795 wohnt auf der Hauptstraße, Nordseite, Haus Nr. 165; gehört zur 4. Rotte, StaF P. T. Franzosen in Frechen fol. 54 - 1815 Febr. 4 zeigt den Tod seines Enkels Peter Stark an, Sterbereg. 11/1815 - 1826 Jan. 24 stirbt als Witwer der Katharina Kautz zu Frechen, ebd. 9/1826“ (Göbels 1971).
Die Töpferei Johann Flock junior (1796-1855)
Nach seinem Tod 1826 gingen die Grundstücke Y 386, 387 und 388 mit Haus und Garten um das Jahr 1828 laut Urkataster (LA NRW R 7207/1828) auf seinen Sohn Johann Flock junior (1796-1855) über.
FLOCK, JOHANN „Häfner, Töpfer - 1796 geb. zu Frechen, Sohn des Töpfers Johann F. und der Katharina Kautz, Sterbereg. 78/1855 - 1820 Okt. 3 heir. Apollonia Lövenich aus Frechen, Traureg. 30/1820 - 1824 Dez. 4 zeigt den Tod der Mutter an, Sterbereg. 85/1824 - 1826 Jan. 24 zeigt den Tod des Vaters an, ebd. 9/1826 - 1833 Apr. 1 zeigt den Tod der Tochter Katharina an, ebd. 33/1833 - 1839 März 14 zeigt den Tod der Ehefrau an, ebd. 37/1839 - 1844 Jan. 20 zeigt den Tod der Tochter Katharina an; jetzt verheiratet mit Eva Vier, ebd. 23/1844 - 1844 Sept. 10 zeigt den Tod der Tochter Margaretha an, ebd. 100/1844 - 1848 Mai 18 zeigt den Tod der Ehefrau an, ebd. 60/1848 - 1850 in einer Handwerkerliste aufgeführt, StaF Akt. 182 fol. 20 - 1855 Mai 14 stirbt zu Frechen, Sterbereg. 78/1855“ (Göbels 1971).
Aus einer Liquidationsanzeige in der Kölnischen Zeitung vom 23.03.1856 geht hervor, dass nach Johann Flocks Tod seine Grundstücke versteigert werden sollten. Die Anzeige enthält eine Aufzählung der betroffenen Grundstücke an der Norkstraße (Punkte 4 und 7): Flur Y Nr. 389/1 (Garten), 391/4 (Baumgarten), 387 (Hausplatz und Hofraum, Wohnhaus Hausnummer 231 mit Scheune und Stall).
Die Töpferei Adolph Flock (1832-?)
Auf einem Bebauungsplan von 1903 (StaF) ist als nächster bekannter Eigentümer der oben genannten Flurstücke Adolph Flock (geb. 1832) eingetragen, Johann Flocks Sohn und ebenfalls Töpfer:
FLOCK, ADOLPH „Töpfermeister - 1832 Aug. 13 geb. zu Frechen, Sohn des Töpfers Johann F. und der Apollonia Lövenich, Geburtsreg. 75/1832 - 1860 Dez. 29 zeigt den Tod seines Bruders, des Töpfers Johann F., an, Sterbereg. 130/1860 - 1862 Jan. 12 zeigt den Tod seines Sohnes Johann an, ebd. 9/1862 - 1867 legt die Meisterprüfung ab, StaF Akt. 186 fol. 44 - 1870 März 12 zeigt den Tod der Ehefrau Katharina Odendall an, Sterbereg. 44/1870 - 1872 Jan. 5 heir. Anna Maria Weißweiler, 31 Jahre alt, aus Gymnich, Traureg. 1/1872“. (Göbels 1971)
Auch Adolphs älterer und lediger Bruder Johann (1821-1860) war Töpfer, der möglicherweise auch hier wohnte und arbeitete:
FLOCK, JOHANN „Töpfer - 1821 Aug. 10 geb. zu Frechen, Sohn des Töpfers Johann F. und der Apollonia Lövenich, Geburtsreg. 94/1821 - 1855 Mai 14 zeigt den Tod des Vaters an, Sterbcreg. 78/1855 - 1860 Dez. 29 stirbt zu Frechen, ledig, ebd. 130/1860“. (Göbels 1971)
Wie lange Adolph Flock die Töpferei betrieb, ist nicht genau bekannt. Im Adressbuch von 1899 ist der zu diesem Zeitpunkt 67-jährige unter der Adresse Nork 303 als gewerbslos („o.G.“) verzeichnet.
Beschreibung und kulturhistorische Bedeutung
Bei dem heutigen zur Norkstraße traufständig stehenden dreiachsigen und eingeschossigen Fachwerkgebäude könnte es sich durchaus noch um das Wohnhaus der Töpferei handeln, welches bereits auf der Urkatasterkarte von 1819 eingetragen ist.
Das Wohnhaus in der Norkstraße 29 hat neben seiner Bauart als Fachwerkgebäude auch einen hohen Seltenheitswert für Frechen als überkommenes Wohnhaus eines Töpfereibetriebes. Seine kulturlandschaftliche Bedeutung ist somit als sehr hoch einzustufen.
Vor dem Haus wurde ein Karton mit Scherben gefunden, die angeblich bei der Ausschachtung für eine Garage zutage kamen (Ortsarchiv des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege, LVR-ABR-OA NW1980/0097).
Hinweise
Das Objekt „Töpferei Johann und Adolph Flock“ ist wertgebendes Merkmal des historischen Kulturlandschaftsbereiches Töpfereisiedlung Frechen (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 474).
(Nicole Schmitz, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2025)
Quellen/Literatur
- StaF Stadtarchiv Frechen, Bebauungsplan 1903_III_173
- Ortsarchiv des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege, LVR-ABR-OA NW1980/0097
- zeitpunkt.nrw: Kölnische Zeitung vom 23.03.1856 (abgerufen am 09.09.2025)
- LA NRW R 7207/1826 (Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland)
- LA NRW R 7207/1828 (Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland)