Gottfried Hendrickx führte hier zwei Läden unter einem Dach, nämlich einen Colonialwarenladen und ein Manufakturwarengeschäft (Jacob & Schulte 2006, S. 14). Den Kolonialwarenladen hatte er von seinem Schwiegervater Johann Geusgen 1890 geerbt (Schulte 2014, S. 85). 1902 verkaufte Hendrickx das Geschäft an Theodor Schumacher (Jacob & Schulte 2006, S. 32).
Möglicherweise wohnte Hendrickx (danach) in direkter Nachbarschaft zu Josef Loevenich, seinem Mitteilhaber an der Steinzeugfabrik. Ein Lageplan zum Baugesuche der Firma Lövenich & Hendrickx aus dem Jahr 1910 zeigt die Ecke Hauptstraße / Josefstraße mit der Fabrik und den sich direkt daran anschließenden Grundstücken an der Hauptstraße. In den betreffenden Flurstücken sind die Namen Josef Loevenich und rechts daneben Gottfried Hendrickx eingetragen (StAF 1421 / 34).
Es handelt sich um ein zweigeschossiges Gebäude mit sechs zu zwei Achsen, das traufständig zur Hauptstraße errichtet wurde. Das Erdgeschoss wurde als Ladenlokal mit großen Schaufenstern und Eingangstür modernisiert, während das Obergeschoss noch die historische Fassadengestaltung aus braunen und gelben Verblendsteinen zeigt. Unter den Fenstern des Obergeschosses sind Reihen von jeweils sechs Jugendstilfliesen erhalten, die jedoch teilweise mit Werbung für das aktuelle Ladenlokal im Erdgeschoss überklebt worden sind. Das Gebäude umgibt als dreiseitige Anlage einen Hof; eine korbbogige Einfahrt verbindet das Haus mit einem weiteren Wohnhaus in der Breitestraße. Dieses Gebäude hat eine Fachwerkgiebelseite, zur Breitestraße hin ist es mit einer Backsteinfassade versehen. Die Bauzeit wird auf das letzte Viertel des 19. Jahrhunderts geschätzt.
Laut Adressverzeichnis von 1795 und Urkataster von 1819 standen ungefähr an dieser Stelle die Häuser Nummer 338, 339 und 340 („Schneider Sebastian Henn, Jud David Abraham, Nicolaus Hecker“; Heeg 1994, S. 13).
(Nicole Schmitz, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2024)
Quellen
- BODEON-Objektnummer 8936.
- Stadtarchiv Frechen, Bebauungs-Plan für die Dorflage Frechen, südlicher Theil Blatt II, 1901 (S4-124).
- Stadtarchiv Frechen, Lageplan zum Baugesuche der Firma Lövenich und Hendrickx (StAF 1421 / 34, Sammlung Mayerhofer, Ordner Lövenich&Hendrickx, Stadtarchiv Frechen).
- Jacob, Sabine & Schulte, Klaus-Erich (2006): Vorfahren und Nachkommen des Unternehmers Jakob Cremer und seiner Frau Gertrud Hendrickx. (unveröff. Familienchronik).