Wallfahrtskirche Maria Geburt in Berglicht

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Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Berglicht
Kreis(e): Bernkastel-Wittlich
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 47′ 18,68″ N: 6° 58′ 10,11″ O 49,78852°N: 6,96947°O
Koordinate UTM 32.353.845,90 m: 5.517.096,05 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.569.855,32 m: 5.517.337,88 m
  • Video zur Pfarrkirche Sankt Maria in Berglicht (2022)

    Video zur Pfarrkirche Sankt Maria in Berglicht (2022)

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    Dreh und Produktion: Eric Manz; Drohnenaufnahmen: Henrik Jakobs; Wortbeitrag: Edgar Manz
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    Eric Manz; Henrik Jakobs; Edgar Manz
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  • Video zur Ehrung des Kirchenchors Cäcilia zum 191-jährigen Bestehen in der Kirche Sankt Maria in Berglicht (2022)

    Video zur Ehrung des Kirchenchors Cäcilia zum 191-jährigen Bestehen in der Kirche Sankt Maria in Berglicht (2022)

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    Produktion: Katrin Wolf, Frederic Kruft und Stephan Eismann
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  • Historische Abbildung der Pfarrkirche Berglicht mit dem Kirchhof im Vordergrund (um 1900)

    Historische Abbildung der Pfarrkirche Berglicht mit dem Kirchhof im Vordergrund (um 1900)

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    Archiv Edgar Manz / Berglicht
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  • Die Wallfahrtskirche Maria Geburt in Berglicht - ein virtueller Rundgang (zu öffnen mit Doppelklick in seperatem Fenster)

    Die Wallfahrtskirche Maria Geburt in Berglicht - ein virtueller Rundgang (zu öffnen mit Doppelklick in seperatem Fenster)

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    Katharina Knobelsdorf, Annabel Schneider, Lea Lotzen und Paul Schiffgen / Universität Koblenz-Landau
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    Annabel Schneider; Lea Lotzen; Katharina Knobelsdorf; Paul Schiffgen
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  • Historische Abbildung der Pfarrkirche Berglicht mit dem Kirchhof im Vordergrund (um 1900/1910)

    Historische Abbildung der Pfarrkirche Berglicht mit dem Kirchhof im Vordergrund (um 1900/1910)

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    Archiv Edgar Manz / Berglicht
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  • Gotischer Chor der Wallfahrtskirche Maria Geburt in Berglicht (etwa 1910)

    Gotischer Chor der Wallfahrtskirche Maria Geburt in Berglicht (etwa 1910)

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    Archiv Edgar Manz / Berglicht
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  • Nordansicht der Pfarrkirche Berglicht nach dem Erweiterungsbau 1913/1914 (1920er Jahre)

    Nordansicht der Pfarrkirche Berglicht nach dem Erweiterungsbau 1913/1914 (1920er Jahre)

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  • Grundriss der Pfarrkirche Berglicht von Hans Vogts (1935)

    Grundriss der Pfarrkirche Berglicht von Hans Vogts (1935)

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  • Der Innenraum der Wallfahrtskirche Maria Geburt in Berglicht nach der Erweiterung (1913/1914)

    Der Innenraum der Wallfahrtskirche Maria Geburt in Berglicht nach der Erweiterung (1913/1914)

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  • Neuer Chorraum der Wallfahrtskirche Maria Geburt in Berglicht nach der Erweiterung (1913/1914)

    Neuer Chorraum der Wallfahrtskirche Maria Geburt in Berglicht nach der Erweiterung (1913/1914)

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  • Pfarrkirche in Berglicht von Norden (1960er Jahre)

    Pfarrkirche in Berglicht von Norden (1960er Jahre)

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  • Geschmückter Eingangsbereich der Pfarrkirche Berglicht an Fronleichnam (um 1960)

    Geschmückter Eingangsbereich der Pfarrkirche Berglicht an Fronleichnam (um 1960)

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  • Der Innenraum der Wallfahrtskirche Maria Geburt in Berglicht (1955)

    Der Innenraum der Wallfahrtskirche Maria Geburt in Berglicht (1955)

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  • Gotische Marienkapelle in der Pfarrkirche Maria Geburt in Berglicht (um 1960)

    Gotische Marienkapelle in der Pfarrkirche Maria Geburt in Berglicht (um 1960)

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  • Muttergottes-Gnadenaltar „Unserer Lieben Frau vom Berge“ in der Pfarrkirche Maria Geburt in Berglicht (1960)

    Muttergottes-Gnadenaltar „Unserer Lieben Frau vom Berge“ in der Pfarrkirche Maria Geburt in Berglicht (1960)

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  • Strichzeichnung der Pfarrkirche Mariä Geburt in Berglicht (1994)

    Strichzeichnung der Pfarrkirche Mariä Geburt in Berglicht (1994)

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  • Feierliche Erstkommunion in der Pfarrkirche Maria Geburt in Berglicht (2022)

    Feierliche Erstkommunion in der Pfarrkirche Maria Geburt in Berglicht (2022)

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  • Gnadenaltar „Unserer Lieben Frau vom Berge“ in der Kirche Maria Geburt in Berglicht (2022)

    Gnadenaltar „Unserer Lieben Frau vom Berge“ in der Kirche Maria Geburt in Berglicht (2022)

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  • Altaraufsatz mit der Büste des Heiligen Alexius (Holzarbeit Ende 15. Jahrhundert) in der Marienkapelle in der Kirche Maria Geburt in Berglicht (2022)

    Altaraufsatz mit der Büste des Heiligen Alexius (Holzarbeit Ende 15. Jahrhundert) in der Marienkapelle in der Kirche Maria Geburt in Berglicht (2022)

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  • Skulptur von Christus als Weltenherrscher an der Wand rechts der Eingangstür zum romanischen Bauteil in der Kirche Maria Geburt in Berglicht (2022)

    Skulptur von Christus als Weltenherrscher an der Wand rechts der Eingangstür zum romanischen Bauteil in der Kirche Maria Geburt in Berglicht (2022)

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  • Romanischer Taufstein nördlich vor dem Glockenturm der Pfarrkirche in Berglicht (2022)

    Romanischer Taufstein nördlich vor dem Glockenturm der Pfarrkirche in Berglicht (2022)

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  • Strichzeichnung des romanischen Taufsteins in der Pfarrkirche in Berglicht von Burkhard Okfen (1976)

    Strichzeichnung des romanischen Taufsteins in der Pfarrkirche in Berglicht von Burkhard Okfen (1976)

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Die Kirche Maria Geburt in Berglicht hat erst nach mehreren Neu- und Erweiterungsbauten das jetzige Aussehen erhalten. Der 36 m hohe romanische Westturm wird in die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts datiert. In gotischer Zeit wurde an die Ostseite des Turms ein etwa 20 m langes und 8 m breites Kirchenschiff angebaut. Der damalige Altarraum ist erhalten (Marienkapelle). Da sich die Einwohnerzahl bis zum Ende des 19. Jahrhunderts fast verdoppelt hatte, war die Kirche zu klein geworden. Die Erweiterung sah vor, den Turm und den gotischen Chor der alten Kirche zu erhalten und rechtwinklig zum alten Schiff ein größeres anzubauen. Die Arbeiten schritten rasch voran: Grundsteinlegung am 25. Juni 1913, Einsegnung und erster Gottesdienst bereits am 16. März 1914 und am 28. Juni 1914 die Einweihung. Die Baugeschichte spiegelt sich im heutigen Antlitz des Gotteshause deutlich erkennbar wider. Zu diesem Objekt gibt es einen interaktiven 360-Grad-Rundgang.


Grundriss
Romanischer Bauteil
Gotischer Bauteil
Die neue Kirche
Renovierungen in den 1970er und 1980er Jahren
Kulturdenkmal

Grundriss
Man unterscheidet den romanischen, den gotischen und den neuen Bauteil (siehe Abbildung des Grundrisses von Burkhard Okfen aus dem Jahre 1976 in der Mediengalerie). Die Baugeschichte der Wallfahrtskirche spiegelt sich im kreuzförmigen Grundriss wider. Von der Kirche des 12. oder 13. Jahrhunderts steht noch der Unterbau des Westturms. Der Ostchor und die nördlich gelegene ehemalige Sakristei wurden wahrscheinlich um 1470 erbaut. Das einfache, West-Ost-ausgerichtete, 11 m lange Schiff wurde 1976 neu gebaut und im Zuge des quer dazu verlaufenden Neubaus aus den Jahren 1913/1914 wieder abgebrochen.

Romanischer Bauteil
Aus der romanischen Zeit stammt der 36 m hohe Westturm. Aus der Architektonik heraus wird er in die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts datiert. Die 1,65 m dicken Wehrturmmauern umschließen im Erdgeschoss einen im Lichten 3,60 m großen Raum mit einem spitzbogigen Kreuzgewölbe. Darüber liegen zwei Stockwerke. Im ersten befindet sich die Uhr, im zweiten die Glockenstube mit vier Paaren von Rundbogenöffnungen. Das zum Turm gehörende romanische Kirchenschiff ist nicht nachgewiesen. Bei den Ausschachtungsarbeiten für einen Um- und Neubau 1913 wurden weder Trümmer noch Fundamente gefunden, jedoch ein romanischer Taufstein. Dieses Becken und der 1962 vor dem Eingang zum Turm ausgegrabene Altarstein, können aber Beweis für ein romanisches Kirchenschiff sein.
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Gotischer Bauteil
In der gotischen Zeit wurde an die Ostseite des Turms ein Kirchenschiff von 20,50 m Länge und 7,85 m Breite angebaut. Der heute noch vorhandene Altarraum, die sogenannte Marienkapelle, misst 8,90 m in der Länge und 6 m in der Breite. Man betritt diesen Chor durch eine spitzbogige Triumphöffnung. Das zweijochige, spitzbogige Kreuzgewölbe wird von Rippen im Birnstab-Profil getragen, die in zwei Schlusssteinen zusammenlaufen. Der erste trägt das Wappen des Erzbischofs Johann II. von Baden, der zweite das von einem Dornenkranz umgebene Wappen der Vögte von Hunolstein. Da Johann II. im Jahre 1456 zum Erzbischof von Trier gewählt wurde und die hiesige Linie der Vögte von Hunolstein 1487 ausstirbt, kann die Bauzeit nur zwischen diesen beiden Jahreszahlen angenommen werden. Die beiden Konsolen in den Ecken am Triumphbogen werden von Figuren getragen, rechts die einer Frau in mittelalterlicher Tracht, links ein Engel. Das Frauenbildnis wird in Berglicht mit einer Gräfin Adelheit von Hunolstein in Verbindung gebracht. Der Legende nach hat sie den Kirchenbau großzügig unterstützt. Zum Glockenguss soll sie eine Schürze voll Gold und Silber gegeben haben. An der linken Wand des Chores ist der Durchgang zur alten Sakristei. Das Spruchband im Tympanon, dem nach oben bogenförmig abschließendes Feld über dem Türsturz, trägt in gotischen Schriftart (Minuskeln) die Inschrift:
„hi geit dr preist in zu dr misse hait hi god in“, frei übersetzt: Hier tritt der Priester (e)in, zur Messe hat er guten Sinn.

Das Visitationsprotokoll aus dem Jahre 1669 (Pfarrarchiv Berglicht, Lagerbuch; nach B. Okfen, 1976) gibt für diese Kirche vier Altäre an. Zur Zeit des Pfarrers Johann Peter Schimper wurde 1760 das Kirchenschiff erneuert und das alte Gnadenbild durch eine Barockmadonna ersetzt, deren Sockel die Jahreszahl 1756 trägt. Der Kunsthistoriker Nikolaus Irsch (1872-1952) schloss aus den vier Altären, dass es sich um eine Wallfahrtskirche gehandelt haben muss. Die gotische Kirche blieb bis zum Jahre 1913 unverändert. Man betrat die Kirche vom Turm her. Der einschiffige Kirchenraum hatte 22 Bänke für Erwachsene und 20 für Kinder. Dieser Laienraum war in geringer Höhe fast ganz von einer Empore überdacht. Darauf standen neun Bänke und ein besonderer Stuhl für den Kirchenchor. Pastor Ibald beschreibt es so: „Die Bänke oder Stühle der Empore waren terrassenförmig aufgebaut. Eine Art Hühnerleiter führte zum höchsten Stuhl, alles solides Eichenholz. Den hohlen Raum unter diesen Stühlen nannten die Leute Dukkes.“ (Pfarrarchiv Berglicht, Lagerbuch; nach B. Okfen, 1976, S. 103) Über der Empore wölbte sich ein konisches Holzdach. Das Kirchenschiff war vom gotischen Chor durch ein hölzernes Gitterwerk getrennt. Die Kirche hatte nach dem Umbau von 1760 nur noch drei Altäre, einen Hauptaltar und zwei Seitenaltäre.
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Neubau
Weil sich die Zahl der Bewohner seit der Zeit des Pastors Schimper bis zum Ende des 19. Jahrhunderts fast verdoppelt hatte, war die Kirche zu klein geworden. Pfarrer Porten begann damit, einen Fond für die Erweiterung einzurichten. Dieses Geld (5.000,- Mark) wurde jedoch von seinem Nachfolger, Pastor Kornbrust, teilweise für dringende Reparaturen am Pfarrhaus verwendet. Erst Pfarrer Nikolaus Ibald befasste sich wieder mit dem dringend erforderlichen Umbau. Mit dem Rest des Fonds, dem Erlös aus dem Verkauf von Pfarrwiesen und einer „Überlandkollekte“, bei der Sammler bis Geilenkirchen hinauf 10.000,- Mark erbaten, hatte er die Grundlage für den Umbau geschaffen. Der Plan von Architekt Brand aus Trier sah vor, den Turm und den gotischen Chor der alten Kirche zu erhalten. Rechtwinklig zum alten Schiff sollte ein größeres gebaut werden. Die Ausschreibung erschien am 16. April 1913 in der „Trierischen Landeszeitung“. Im Mai begann man mit den Abbruch- und Ausschachtungsarbeiten. Die folgenden Arbeiten am Kirchenbau schritten aus heutiger Sicht unvorstellbar rasch voran: Am 25. Juni 1913 erfolgte die Grundsteinlegung, am 16. März 1914 die Einsegnung und der erste Gottesdienst. Am 28. Juni 1914 wurde die Einweihung durch P. Dionysius Schuler, Erzbischof von Nazianz, verbunden mit der Firmung für Berglicht, Schönberg, Neunkirchen und Horath gefeiert.
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Renovierungen in den 1970er und 1980er Jahren
Anstriche und Malereien in der Wallfahrtskirche waren im Laufe der Zeit immer wieder den jeweiligen Baustilen und den Bedürfnissen bzw. Empfindungen angepasst worden. Im gotischen Seitenteil wurden bei Untersuchungen der Wände bis zu acht Farbanstriche freigelegt. Ein Beleg dafür, dass das Antlitz der Kirche immer wieder verändert wurde. Manches war gelungen, auf so manch andere „Modernität“ hätte man besser verzichtet. Von 1979 bis zum 70. Jahrestag der Einweihung des Um- und Erweiterungsbaues im Jahre 1984 wurde der Innenraum der Kirche neugestaltet. Die drei Baustile (Romanik, Gotik, Jugendstil) wurden erhalten und behutsam im Sinne der Liturgiereform des Zweites Vatikanischen Konzils in die Maßnahme eingebunden. In der Jubiläumswoche vom 19. bis 28. Mai 1984 anlässlich der seit über 500 Jahren praktizierten Wallfahrt nach Berglicht konnten sich die Besucher der Pfarrkirche von der gelungenen Neugestaltung überzeugen. Insbesondere folgende Elemente prägen seit jener Zeit die Strahlkraft des Kirchenschiffs:

  • Die ursprünglichen Malereien vor allem im Jugendstil-Erweiterungsbau von 1913/1914 wurden aufwändig rekonstruiert.
  • Darauf abgestimmt wurde die Beleuchtung und eine zeitgemäße Beschallung installiert.
  • Der schmiedeeiserne Ambo mit nachempfundenen Mariensymbolen von Lilien und Rosen ist ein Blickfang. Das Verkündigungspult trägt die Reliefs „Christus“ und „Paulus“ von der ehemaligen, schon Jahre zuvor abgebauten Sandsteinkanzel.
  • Die Altarinsel wurde vorgezogen in den Kreuzungsbereich von altem und neuem Kirchenschiff. Der Altar rückte dadurch ins Zentrum und ist von allen Gläubigen zu sehen.
  • Im Zelebrationsaltar wurden die „eucharistischen Heiligenfiguren“ der früheren Kommunionbänke harmonisch integriert.
  • Der Hochaltar und der rechte Seitenaltar (Josef-Altar) haben ihre ehemalige Gestaltung bis auf einige wenige Farbnuancen behalten.
  • Der linke Altar, der ehemalige „Christkönigs-Altar“, ist seit der Renovierung der heutige Muttergottes-Gnadenaltar „Unserer Lieben Frau vom Berge“.
  • Die Christkönigfigur hat ihre neue Stätte an der Wand rechts der Eingangstür zum romanischen Turm gefunden, mit Blickrichtung zum gotischen Teil.
  • Der Turm war schon vor den 1980er Jahren Beichtraum und ist es noch immer.
  • Der Seitenaltar des heiligen Alexius, zweiter Schutzpatron, stand früher in der ehemaligen gotischen Sakristei. Heute steht der Altar mit dem Büstenreliquiar (Holz, Ende 15. Jahrhundert) im gotischen Chorraum.
  • Die alte gotische Sakristei ist Stätte der „Immerwährenden Hilfe“.

Über die Beseitigung von Schäden am und im Glockenturm am Anfang des 21. Jahrhunderts wird im Rahmen der Ausführungen über die Berglichter Glocken berichtet.
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Kulturdenkmal
Die Wallfahrtskirche Maria Geburt in Berglicht wird im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler im Kreis Bernkastel-Wittlich geführt (Stand 2022). Der Eintrag lautet:
„Kath. Pfarrkirche St. Maria Hauptstraße
Westturm, Chor und Sakristei der ehem Wallfahrtskirche, um 1470, einbezogen in den Neubau, 1913; Kreuzigungsgruppe, 18. Jh.“
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(Edgar Manz, Ortsgemeinde Berglicht, 2022)

Literatur

Brucker, Hermann (1978)
Verbandsgemeinde Thalfang im Hunsrück. (Rheinische Kunststätten, Heft 189.) Neuss (2. Auflage).
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2023)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Bernkastel-Wittlich. Denkmalverzeichnis Kreis Bernkastel-Wittlich, 24. April 2023. Mainz.
Kyll, Nikolaus / Rheinische Vereinigung für Volkskunde (Hrsg.) (1958)
Die Glocke im Wetterglauben und Wetterbrauch des Trierer Landes. In: Rheinisches Jahrbuch für Volkskunde, Band 9, Bonn.
Leduc, Norbert (1995)
Die magische Kraft der Glocken. In: Der Schellemann, Zeitschrift des Kulturgeschichtlichen Vereins Hochwald e V., 8., S. 24-28. o.O..
Okfen, Burkhard (1976)
Berglicht - Chronik eines Hunsrückdorfes. S. 97-99, Berglicht.
Poettgen, Jörg (1997)
Glocken der Spätgotik. Werkstätten von 1380 bis 1550. In: Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, Beiheft XII/4, Rheinland-Verlag Köln, Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde, Köln.
Schwer, Edgar (2006)
Historische Geläute unserer Heimat. In: Der Schellemann, Zeitschrift des Kulturgeschichtlichen Vereins Hochwald e.V., 19. Jahrgang 2006, S. 14-22. Hermeskeil.
Vogts, Hans / Clemen, Paul (Hrsg.) (1935)
Die Kunstdenkmäler des Kreises Bernkastel. (Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 15.1.) S. 34-40, Düsseldorf.

Wallfahrtskirche Maria Geburt in Berglicht

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Hauptstraße 17
Ort
54426 Berglicht
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger

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„Wallfahrtskirche Maria Geburt in Berglicht”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-344390 (Abgerufen: 28. Februar 2024)
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