Kirche Heilige Kreuzerhöhung in Kirrweiler

Katholische Pfarrkirche Kirrweiler

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Kirrweiler (Pfalz)
Kreis(e): Südliche Weinstraße
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 18′ 3,81″ N: 8° 09′ 55,06″ O 49,30106°N: 8,16529°O
Koordinate UTM 32.439.316,59 m: 5.461.258,87 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.439.367,78 m: 5.463.004,40 m
  • Innenraum der Kirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler - ein virtueller Rundgang (2021)

    Innenraum der Kirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler - ein virtueller Rundgang (2021)

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  • Die katholische Pfarrkirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler (Pfalz) (2021)

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  • Der Chorturm schließt an den barocken Bauteil der katholischen Pfarrkirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler (Pfalz) an (2021)

    Der Chorturm schließt an den barocken Bauteil der katholischen Pfarrkirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler (Pfalz) an (2021)

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  • Der Innenraum der katholischen Pfarrkirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler (Pfalz) (2021)

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  • Das Rokokokreuz in der Kirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler (2021)

    Das Rokokokreuz in der Kirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler (2021)

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  • Detailansicht des Marmorsockels im Rokokokreuz in der Kirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler (2021)

    Detailansicht des Marmorsockels im Rokokokreuz in der Kirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler (2021)

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  • Deckengemälde im Mittelschiff der Kirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler (2021)

    Deckengemälde im Mittelschiff der Kirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler (2021)

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  • Priestergewänder in der Sakristei der Kirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler (2021)

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  • Hochaltar mit vorgelagertem Volksaltar in der Kirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler (2021)

    Hochaltar mit vorgelagertem Volksaltar in der Kirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler (2021)

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  • Blick ins Innere der Kirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler von der Empore aus (2021)

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  • Die Spätgotischen Fenster in der Sakristei wurden im Jahre 1603 in der Kirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler eingebaut (2021)

    Die Spätgotischen Fenster in der Sakristei wurden im Jahre 1603 in der Kirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler eingebaut (2021)

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  • Schlussstein des Kreuzrippengewölbes in der Sakristei in der Kirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler (2021)

    Schlussstein des Kreuzrippengewölbes in der Sakristei in der Kirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler (2021)

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  • Blick vom Langhaus aus in den Chor der Kirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler (2021)

    Blick vom Langhaus aus in den Chor der Kirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler (2021)

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  • Orgel in der Kirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler (2021)

    Orgel in der Kirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler (2021)

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  • Zweistöckige Orgelempore mit der Orgel in der Kirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler (2021)

    Zweistöckige Orgelempore mit der Orgel in der Kirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler (2021)

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  • Hochaltar aus dem Jahre 1803 in der Kirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler (2021)

    Hochaltar aus dem Jahre 1803 in der Kirche Kreuzerhöhung in Kirrweiler (2021)

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Die katholische Pfarrkirche „Heilige Kreuzerhöhung“ ist die vierte Kirche an gleicher Stelle. Sie liegt im Ortszentrum in der Kirchstraße, gegenüber dem alten Pfarrhaus in der Denkmalzone von Kirrweiler (Pfalz). Das Kirchengebäude wurde an den bereits bestehenden Turm im Jahre 1747 angebaut. Fürstbischöflicher Baumeister war Johann Georg Stahl. Im gleichen Jahr ernannte der Speyerer Fürstbischof den Kirrweilerer Pfarrer und Dechant Johann Georg Kohlschmitt zum sogenannten „Geistlichen Rathe“ und Vorstand des „Clericalseminars in Bruchsal“ (Remling 1854, S. 680). Kohlschmitts Beförderung ging demnach mit dem Neubau der Pfarrkirche einher. In beiden Fällen erfuhr der Ort Kirrweiler eine fürstbischöfliche Gunsterweisung.

Geschichte
Architektur
Innenraum
Rokokokreuz
Orgelempore
Deckengestaltung
Hochaltar
Linker Seitenaltar
Rechter Seitenaltar
Außengelände
Internet

Geschichte
Bei der ersten Kirche an diesem Standort handelte es sich um die Eigenkirche eines fränkischen Edlen. Teile des Turms, erbaut im ausgehenden 12. Jahrhundert, haben sich aus dieser Zeit erhalten. Zu Beginn diente der Turm als Chorturm der ersten Kirche. Auch heute noch reicht die Apsis teilweise in den Bereich des Turms hinein. Um das Jahr 1300 wurde der Turm mit kleinteiligem Quadermauerwerk aufgestockt. Eine weitere Aufstockung um ein Stockwerk erfolgte im Jahr 1603. Während dieser Erweiterung wurden am Glockenturm gotische Maßwerkfenster integriert. Zu dieser Zeit wurde vermutlich auch das Kirchenschiff umgebaut und das Dach erhöht.

Im Jahr 1666 kam es zum pfälzischen Wildfangstreit. Dabei wurde die Kirche geplündert und verwüstet. Im Jahr 1674 brannte beim Einfall der französischen Truppen die Inneneinrichtung der Kirche vollständig aus. Sechs Jahre später konnte mit Hilfe einer französischen Entschädigung von 8.000 Gulden mit dem Wiederaufbau der Kirche begonnen werden. Im Jahr 1747 wurde die Kirche nach den Plänen des fürstbischöflichen Baumeisters Johann Georg Stahl (1687-1755) im Barocksstil umgebaut. Stahl war Sohn einfacher Bauersleute, gelangte aber als Handwerker schnell zu hohem Ansehen. So war er seit dem Jahr 1722 fürstbischöflicher Zimmerpolier, seit dem Jahr 1743 Werkmeister unter Fürstbischof Franz Christoph von Hutten zum Stolzenberg (1706-1770, regierte ab 1743). Am 14. September des Jahres 1747 (Kreuzerhöhungstag) weihte Weihbischof Johann Adam Buckel (1706-1771, Weihbischof in Speyer ab 1746) die Kirche ein.

In den Jahren 1794 bis 1796 wurde die Kirche während der Koalitionskriege stark beschädigt und der Innenraum ausgeplündert. Zwischen den Jahren 1799 und 1807 wurden wesentliche Instandsetzungsarbeiten geleistet. Ebenfalls aus dieser Zeit stammen das zugemauerte Schallfenster auf der Südseite des Glockenturms, das spätromanische Doppelfenster mit mittlerem Stützpfeiler auf der Nordseite und die Schießscharten. Die Schießscharten lassen den Glockenturm als ehemaligen Wehrturm einordnen.

Nach einem Brand im Jahr 1951 erhielt der Turm einen kürzeren Helm, der dem Turm ein gedrungenes Aussehen verleiht. Im Jahr 1958 wurde eine Steintreppe am kleinen Treppentürmchen angefügt. Sie ersetzte die alte Holztreppe im unteren Turmgeschoss. Im Jahr 1960 wurde an der Südseite des Kirchenschiffs eine spätgotische Sandsteinskulptur der Muttergottes mit Christuskind auf dem Arm ergänzt. Im Jahr 1961 kam es zu einem Brand im Dachstuhl, wobei die Glocken zerschmolzen sind. Daraufhin musste der Glockenturm erneuert und mussten die Glocken ersetzt werden. Die Glocken der Pfarrkirche sind insgesamt siebenmal erneuert werden, da sie entweder zerstört wurden oder verloren gingen. Vier Jahre nach dem Brand wurde eine neue Flachtonnendecke eingebaut.

In den Jahren 1995 und 1996 wurde der Innenraum bei einer umfassenden Innenrenovierung unter der Leitung des Pfarrers Gerd Babelotzky neugestaltet. Mit Hilfe des zuständigen Architekten Juraschek vom Bischöflichen Bauamt sowie dem Architekten Peter Ruffra (Landau) wurde die Gesamtrenovierung vorgenommen. Dabei wurden die Fußböden, die Fenster, die Heizung und die elektrische Anlage erneuert beziehungsweise neu aufgebaut. Auch erhielten die Wände neuen Putz. Der Kirchenrestaurierungsbetrieb Kallinger aus Regensburg restaurierte die Altäre, Figuten und Bilder stilgerecht und mit einer dem ursprünglichen Zustand entsprechenden farbigen Fassung. Der akademische Bildhauer Leopold Hafner aus Aicha vorm Wald entfernte die Kommmunionbank und gestaltete danach die Stufenanlage im Chorraum neu. Hierbei wurde teilweise der Hochaltar neu aufgebaut und die Ausstattung um einen Volksaltar und Ambo, Apostellleuchter sowie eine Taufsteinabdeckung erweitert. Den Beichtraum, die unteren Fassadenfenster sowie den Windfang am Hauptportal erneuerte Franz Hafner. In den Jahren 2002 bis 2005 wurde die Pfarrkirche außen umfangreich renoviert. Daneben wurde auch der Kirchhof neu angelegt.
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Architektur
Die Pfarrkirche besitzt einen ähnlichen Fassadenaufbau wie die Marienkapelle im Ort. Die Westfassade ist seitlich mit Sandsteinpfeilern eingefasst und wird von einem Schweifgiebel mit seitlichen Voluten bekrönt. An den Seitenwänden sind romanische, spätromanische sowie spätgotische Fenster eingelassen.

Der Glockenturm auf quadratischem Grundriss ist aufgrund seiner Höhe noch außerhalb des Orts sichtbar. Er verfügt über spätgotische Maßwerkfenster auf Höhe des Erdgeschosses und des obersten Geschosses. Noch heute künden der runde Chorbogen und der Dachansatz im Mauerwerk an der Westseite des Glockenturms vom Vorgängerbau. Gedeckt ist der Turm mit einem Knickhelm.

Im Jahr 1747 wurde das viergliedrige Portal an der Südseite der Pfarrkirche in rotem Sandstein mit hinterlegten Eckpilastern, einem Fries mit Triglyphen und seitlichen Giebelschwüngen erbaut. Das Portal ist von Rechteckfenstern flankiert. Diese Fenster und die von Sandsteinrahmungen eingefassten Kreisfenster sind charakteristisch für den fürstbischöfliche Baumeister Johann Georg Stahl (1687-1755).

Oberhalb des Haupteingangs der Pfarrkirche befindet sich eine beschwingte Rokokokartusche. Darin ließ der Bildhauer Vinzenz Möhring aus Speyer (1718-1777) folgende Wappen ein: das Wappen des Fürstbistums Speyer mit dem Kreuz, das Wappen von Weißenburg (Elsass) mit der Burg sowie das Bischofswappen von Franz Christoph von Hutten. Darin sind sowohl die Wappen des Hochstifts Speyer, das der Fürstpropstei Weißenburg und das Wappen der Familie Hutten vereint.
Oberhalb der Wappen sind ein Bischofsstab, ein Fürstenhut und ein Gerichtsschwert ausgearbeitet. Sie weisen auf die geistliche und weltliche Macht des Fürstbischofs hin.

Mittig im leicht hervortretenden Giebelfeld ist eine Nische mit einer spätgotischen Sandsteinfigur der Muttergottes eingefügt. Die Marienfigur wird im Typus einer Maria Immaculata (die Unbefleckte) dargestellt. Ein vergoldeter Sternenkranz ist im Hintergrund der Skulptur angebracht. Dazu hält Maria einen Lilienzweig in der Hand und steht auf einer vergoldeten Mondsichel. Auf der Bodenplatte dieser Statue steht die Inschrift „Immaculata Conceptio“ (unbefleckte Empfängnis).
Unter der Marienfigur befindet sich ein umlaufender Sims mit der Inschrift: „Sub cruce exaltata, sub virgine illibata. Princeps floreat, pleps Kirrweilae maneat liberate“. Übersetzt bedeutet die Lateinische Inschrift: „Unter dem erhöhten Kreuz, unter der reinen Jungfrau Schutz, möge glücklich sein der Fürst und verbleiben in Freiheit Kirrweilers Bewohner.“

An der Südseite des Langhauses befindet sich eine Sandsteinskulptur einer spätgotischen Muttergottes mit langem Haar. Sie trägt das Jesuskind, das in seiner Hand einen Apfel präsentiert. Diese Skulptur wurde im Jahr 1960 an dieser Stelle eingebaut (Portenlänger 1999, S. 6).
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Innenraum
Der Innenraum gliedert sich in Eingangsbereich, Kirchenschiff und Chorraum auf. Der gesamte Innenraum wird von einem Flachtonnengewölbe über einem Kranzgesims ausgekleidet. Die Fenster des Langhauses sind in bis zum Boden reichenden Nischen eingelassen. Auf der rechten Seite des Eingangsbereichs befindet sich der Taufstein mit Renaissanceornamentik. Er stammt aus dem 16. Jahrhundert. Der sechseckige Sockel besteht aus rotem Sandstein. Das Becken mit Bekrönung ist ein Werk von Leopold Hafner und soll den Geist Gottes über dem Wasser der Urflut dar. In der Nähe des Taufsteins befindet sich die Figur des Heiligen Wendelin. Sie ist vermutlich die älteste Figur der Pfarrkirche. Der Heilige Wendelin lebte im 6. Jahrhundert als fränkischer Einsiedler in einem Waldgebirge des Bistums Trier.

Unterhalb des Treppenaufgangs auf der linken Seite befindet sich das Beichtzimmer. Es wurde im Jahr 1995 eingerichtet. An der linken Wand, zur Nähe des Beichtraums ist die Statue des Heiligen Nepomuks angebracht. Er wird unter anderem als Hüter der Beichtgeheimnisse verehrt (Portenlänger 1999, S. 14). Die beiden Wandflächen des Langhauses sind mit Bildern zur Passion Christi ausgestattet (links sechs und rechts acht).
Die Hauptbestandteile der Innenausstattung stammen aus dem Jahr 1803, nachdem die ursprüngliche Innenausstattung im Winter der Jahre 1795/96 zerstört worden war. Dazu zählen der Hochaltar und die beiden Seitenaltäre sowie die klassizistische Kanzel. Sie befindet sich auf der linken Seite (vom Eingang aus gesehen) und ist mit Scheibenfriesen, Festons und Blattketten geschmückt. Auf dem Schalldeckel ist die Figur des guten Hirten angebracht. Am Kanzelkorb kann man die vier Evangelisten als Halbportraits mit ihren Symbolen erkennen. Sie sind die Werke der Brüder Johann Adam und Tobias Günther (aus Bruchsal). (Portenlänger 1999, S. 12-14).
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Rokokokreuz
An der rechten Wandfläche des Langhauses, ungefähr gegenüber der Kanzel, befindet sich ein farbig gefasstes Rokokokreuz. Über einem Sockel aus rotweißem Marmor sind verschiedene, für das Rokoko typische Rocaille-Dekore angesiedelt. Sie bilden den Felsen Golgatha nach. Daraus erhebt sich das Kreuz mit dem gekreuzigten Christus. Verschiedene Elemente sind hier vergoldet, wie der Lendenschurz, die Balkenabschlüsse und das Pergament mit der Bezeichnung „INRI“.
Direkt unter dem Kreuz ist eine kleine Darstellung der trauernden Gottesmutter Maria dargestellt sowie zwei flankierende Putti. Unter der Mariendarstellung befinden sich ein Schädel, als Hinweis auf Golgatha sowie auf den Tod und eine Figur des Christuskinds. Schädel und Kind geben in Verbindung mit dem gekreuzigten Christus einen Hinweis darauf, dass Christi Lebensweg von Anfang an in der Heilsgeschichte festgeschrieben war.
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Orgelempore
Auf der linken Seite des Beichtraums führt eine Treppe zu den zwei Emporen. Die zweite Empore wurde nachträglich im Jahr 1865 eingebaut. Die neue Orgel wurde dabei auf die obere Empore verlagert. Die Mahler-Seuffert-Orgel wurde im Jahr 1809 von Franz Martin Seuffert (1772-1847) erbaut. Seuffert gehörte zu den bekanntesten pfälzischen Orgelbauern. Seine Familie war in den Jahren 1770 bis 1880 in der Ortsgemeinde Kirrweiler ansässig. Aus der Erbauungszeit sind allerdings nur noch der Prospekt sowie die Prospektpfeifen im Originalzustand erhalten geblieben. Die damalige Orgel wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch eine kleinere romantische Orgel von Weigle ersetzt. Anschließend wurde sie nochmals im Jahr 1998 durch den Orgelbauer Remy Mahler aus dem Elsass grundlegend erneuert. Mahler griff die alte Seuffertsche Disposition auf und verwendete dabei die noch vorhandenen Teile der früheren Seuffert-Orgel. Außerdem ergänzte er ein weiteres Manual. Die Mahler-Seuffert Orgel verfügt über 24 Register und vier Transmissionen (Portenlänger 1999, S. 15f.).
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Deckengestaltung
Die Deckengemälde entstanden im Jahr 1961 auf Initiative des Pfarrers Carl Theodor Schultz (1905-1969). Realisiert hat sie der Kunstmaler Georg Gschwendtner (1904-1991) aus Bad Reichenhall. Sie lassen sich unterteilen in drei farbige Deckenmalereien im flachen Tonnengewölbe sowie in kleinere, die großen Bilder rahmende Malereien. Letztere befinden sich in der unteren Gewölbezone sowie in den Zwickelfeldern der Apsis.

Über dem Chorraum ist die Auffindung des Kreuzes Christi durch die Heilige Helena dargestellt. Über dem Mittelschiff befindet sich eine Kreuzigungsszene. Der Fokus liegt auf dem Erlösungsgeschehen als Werk der Heiligen Dreifaltigkeit. Über der Empore wird Christus als Weltenrichter über einer Miniaturansicht des Ortes Kirrweiler gezeigt (Porten-länger 1999, S. 8).

In der unteren Zone der Flachtonne sind kleinere Bildfelder in Grisaillemalerei angebracht. Diese Malerei zeichnet sich dadurch aus, dass sie lediglich in Grau, Schwarz und Weiß ausgeführt ist und daher sehr stark auf Licht- und Schattenwirkung setzt. Über dem Hochaltar wird in drei Zwickelfeldern die Opferung Isaaks durch Abraham (links), die Erhöhung der ehernen Schlange in der Wüste (Mitte) und das Opfer des Melchisedek (rechts) dargestellt. Im Langhaus und im Chorbereich werden auf jeder Seite zwei Rundbilder in Grisaille dargestellt. Auf der linken Seite (vom Eingang aus) ist der Junge, der Christus Fische und ein Brot zur Vermehrung der Speise darbietet, im Langhaus zu sehen. Im Chor wird der Pelikan dargestellt, der sich selbst mit seinem Schnabel die Brust öffnet, um seine Brut wiederzubeleben. Hier wird Bezug genommen auf ein Emblem des Pelikans aus dem spätantiken Physiologus, in dem die Selbstopferung des Pelikans mit Christi Kreuzestod gleichgesetzt wird (Schröder 2005, S. 304). Auf der gegenüberliegenden Seite wird im Langhaus ein Rundbild des letzten Abendmahls gezeigt. Im Chor steht das Lamm mit den Attributen Kreuz und Kelch auf dem Buch mit den sieben Siegeln. Diese Darstellung findet in der Offenbarung des Johannes Erwähnung (6:1) und verweist auf die Geschehnisse am jüngsten Tag.

Durch die Anordnung von Grisaille- und farbiger Deckenmalerei erfährt die vertikale Wandgestaltung eine Steigerung. Der Blick wird von der monochromen Wandfläche, über die Grisaillemalerei bis hin zur farbigen Deckenmalerei geführt. In allen drei großen Bildflächen soll der Blick bis in den geöffneten Himmel auf das Himmlische Königreich geführt werden.
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Hochaltar und Volksaltar
Im Jahr 1803 wurde der Altarbereich im Chorraum nach dessen Zerstörung neu aufgebaut. Er besteht aus einem zentral gelegenen Hochaltar, dem vorgelagerten Volksaltar sowie den auf beiden Seiten liegenden Seitenaltären.

Der Hochaltar thematisiert die Kreuzerhöhung. Er besteht aus einem Säulenbaldachin mit je zwei paarweise an den Seiten angeordneten Säulen über einem Kreissegment. Vorhangdraperien verbinden die Säulengruppen miteinander. Darauf tragen vier dünne Volutenstreben mit Palmwedeln eine Bekrönung mit goldener Muschel und Trauben tragende Putten. Über der Muschel steht ein goldenes Kreuz mit Feuerzungen. Unterhalb der Muschel ist das Wappen des Fürstbistums Speyer (ein silbernes Kreuz auf blauem Grund) angebracht.

Unter dem Baldachin steht eine Kreuzigungsgruppe bestehend aus Jesus Christus sowie Maria und Johannes. Christus ist in ruhiger Körperhaltung an einem Kreuz mit vergoldeter Strahlenglorie und einer Tafel mit der Aufschrift „INRI“ befestigt. Christus trägt eine vergoldete Dornenkrone und einen vergoldeten Lendenschutz. Die Marienfigur schaut nach oben, in Christi Richtung und trägt ein langes rotbraunes Gewand, das stellenweise von einem vergoldeten Kopftuch verhüllt wird. Auch die Figur des Evangelisten Johannes richtet ihren Blick hoch zu Jesus, während sie den vergoldeten Mantel hält. Seine andere Hand legt er in mitleidendem Gestus vor die Brust. Durch die vergoldeten Elemente sind diese drei Figuren in den Tod und die Auferstehung miteingebunden.

Zwischen den beiden Säulen auf der linken Seite steht die Figur des Heiligen Josef mit Kind. Auf der rechten Seite zwischen den Säulen steht die Figur der Heiligen Elisabeth, die das Brot an die Armen verteilt. Alle Figuren wurden von den Bildhauern Johann Adam Günther (1760 - nach 1832) und Tobias Günther (1755-1811) hergestellt. Im unteren Teil ist der Altar mit Samenkugeln und Pflanzen geschmückt. Das Weizenkorn symbolisiert den Samen, der zur Erde fällt und dort neues Leben hervorbringt. Gleichzeitig symbolisiert es Gottes Wort, das gleich einem Samen im Menschen aufgehen und „Früchte“ bringen soll (Portenlänger 1999, S. 12-14).

Dem Hochaltar vorgelagert ist der moderne Volksaltar. Die Gegenüberstellung von Hoch- und Volksaltar macht deutlich, wie sehr sich der Gottesdienst mit der Liturgiereform der Jahre 1965/66 geändert hatte. Ursprünglich hielt der Pfarrer den Gottesdienst am Hochaltar ab, mit dem Rücken zur versammelten Gemeinde. Ab der Mitte der 1960er Jahre aber wurde der Gottesdienst am Volksaltar und der Gemeinde zugewandt abgehalten (Reichart 2001).
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Linker Seitenaltar
Der linke Seitenaltar besteht aus einem Altartisch und einem klassizistisch gestalteten Retabel. Er ist zu Ehren des Heiligen Judas Thaddäus, dem Nachfahren des Heiligen Sebastians, gewidmet. Die Figur des Heiligen Sebastian, die ursprünglich hier stand, wurde an der Wand auf der linken Seite des Kirchenschiffs angebracht. Heute steht der Heilige Judas Thaddäus in einer Rundbogennische über dem linken Seitenaltar. Die Heiligen Karl Borromäus und Johannes Nepomuk knien zu beiden Seiten neben den äußeren Säulen. Der Heilige Karl Borromäus wird als Pestheiliger verehrt. Johannes Nepomuk gilt als Brückenheiliger und Patron des Beichtgeheimnisses.
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Rechter Seitenaltar
Der rechte Seitenaltar gleicht in seinem Aufbau dem linken Seitenaltar. Er besteht aus einem Altartisch sowie einem klassizistisch gestalteten Retabel. Gestiftet ist der Altar zu Ehren der Gottesmutter und der Heiligen Katharina. In einer Rundbogennische oberhalb des Altars befindet sich eine Nachbildung des Gnadenbildes der Muttergottes aus dem Speyerer Dom. Auf der linken Seite kniet der Heilige Antonius. Er wird als Franziskaner dargestellt, der das Kind im Arm hält. Auf der rechten Seite kniet der Heilige Aloisius von Gonanzaga. Er wird als Patron der studierenden Jugend verehrt. Beide Figuren deuten auf die Verkündigung des Wortes Gottes hin.
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Außengelände
Östlich der Kirche befinden sich die Grabdenkmäler der fürstbischöflichen Beamten Loskandt und Neckermann. Daneben befindet sich ein mittelalterliches Sühnekreuz, das früher im Feld nördlich von Kirrweiler stand. Seit dem Jahr 1747 findet alljährlich eine Prozession zu dem Kreuz statt.
Vor dem Glockenturm befindet sich das Standbild des Heiligen Johannes Nepomuk. Dieser gilt als nicht nur als Brückenheiliger, sondern auch als Schutzpatron der Kirrweiler Winzer. Ursprünglich soll diese Figur vor dem Venninger Tor gestanden haben. Er thront auf einem Sandsteinsockel aus dem Jahr 1765. Die Statue soll von dem Bürger Christian Wolf im Jahr 1743 angefertigt worden sein.

Die katholische Pfarrkirche „Heilige Kreuzerhöhung“ in Kirrweiler wird im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler im Landkreis Südliche Weinstraße (Stand 2021) geführt. Der Eintrag lautet: „Kath. Pfarrkirche hl. Kreuzerhöhung Kirchstraße 11 barocker Saalbau, 1749/50, gotischer Chorturm, 14. Jh., Turm-OG 1603; an der Kirche: Kriegerdenkmal 1914/18, reliefierte Stele, bez. 1921; Grabmal H. A. Loskandt (gest. 1792): spätbarock-klassizistische Stele mit Kruzifixbekrönung; barocke Figur, bez. 1765 (Chronostichon), urspr. am südlichen Ortsausgang, Rotsandstein“.
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(Sarah Krieger und Noah Waldecker, Universität Koblenz-Landau, 2021)

Internet
www.suedlicheweinstrasse.de: Katholische Kirche „Kreuzerhöhung“ (abgerufen 06.12.21)
www.pfarrei-maikammer.de: Kirrweiler: Kreuzerhöhung in Kirrweiler (abgerufen 06.12.21)
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Literatur

Friedel, Heinz / Gerlach, Bernhard H.; Meißner, Stefan (Hrsg.) (2013)
Kirrweiler. Die Geschichte eines pfälzischen Weindorfes. (Ein Kultur-Reiseführer.) Speyer.
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2021)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Südliche Weinstraße. Denkmalverzeichnis Kreis Südliche Weinstraße, 2. November 2021. Mainz. Online verfügbar: https://gdke.rlp.de/Suedliche_Weinstrasse_2021_11_02.pdf
Heimat- und Kulturverein Kirrweiler e.V. (Hrsg.) (2018)
Entdecken Sie Kirrweiler. Ortsrundgang. Kirrweiler (Pfalz).
Ortsgemeinde Kirrweiler (Hrsg.) (2000)
Festschrift 800 Jahre Kirrweiler. Die Geschichte eines pfälzischen Weindorfes. Kirrweiler (Pfalz).
Portenlänger, Franz Xaver (1999)
Kirchen und Kapellen Kirrweiler. In: Schnell Kunstführer Nr. 2358, S. 2-18, Regensburg.
Reichart, Erwin (2001)
Muss der Volksaltar sein? die Bedeutung der Zelebration zum Herrn hin. Augsburg.
Remling, Franz Xaver (1854)
Geschichte der Bischöfe von Speyer. Mainz.
Schröder, Christian (2005)
Der Millstätter Physiologus. Text, Übersetzung, Kommentar. (Würzburger Beiträge zur deutschen Philologie 24.) o. O.

Kirche Heilige Kreuzerhöhung in Kirrweiler

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Kirchstraße 13
Ort
67489 Kirrweiler (Pfalz)
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger

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„Kirche Heilige Kreuzerhöhung in Kirrweiler”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-343188 (Abgerufen: 29. Mai 2022)
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