Denkmal General Marceau am Petersberg

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Koblenz
Kreis(e): Koblenz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 22′ 25,4″ N: 7° 35′ 31,16″ O / 50,37372°N: 7,59199°O
Koordinate UTM 32.399.878,17 m: 5.581.131,69 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.399.913,22 m: 5.582.924,43 m
Das Marceau-Denkmal auf dem Franzosenfriedhof erinnert an den französischen General Francois Severin Marceau (1769-1796). Es wurde im Jahre 1797 nach einem Entwurf von Peter Joseph Krahe (1758-1840) als Grabmal auf dem Petersberg errichtet. Im Jahr 1818 wurde es an seinen heutigen Standort versetzt.

Denkmal
Das Marceau-Denkmal steht an zentraler Position auf dem Friedhof. Das Denkmal besteht aus einer abgestuften Pyramide aus Basaltlava auf einem vierstufigen Podest. Auf der Vorderseite findet man mittig eine Bogennische. In dieser ist die Skulptur eines steinernen Löwens untergebracht. Dieses Stärke und Mut symbolisierende Tier liegt ruhend, die Vorderpfoten übereinandergelegt. Wachsamen Blickes ist das Haupt den Besuchern zugewandt, die den Friedhof betreten. An den Seiten der Pyramide sind französische Inschriften enthalten, in denen das Leben Marceaus beschrieben wird. Sinngemäß lautet ein Auszug: „Hier ruht MARCEAU, geboren in Chartres, Département d'Eure et Loire, Soldat seit dem 16. Lebensjahr, mit 22 Jahren General. Er starb kämpfend für sein Vaterland am letzten Tag des Jahres IV der französischen Revolution. Wer du auch immer sein magst, Freund oder Feind dieses jungen Helden, respektiere seine Asche“.

Geschichte
Die Gestaltung des Monuments als Pyramide erinnert an seine ursprüngliche Funktion, als Aufbewahrungsort für die Urne des Generals zu dienen. Marceaus Offiziere hatten den Bau finanziert. Peter Joseph Krahe lieferte die Entwurfszeichnungen. Krahe war Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie und Architekt. Nach seinen Entwürfen wurden das Koblenzer Theater und - als weiteres Denkmal für einen französischen General - in den Jahren 1797/99 das Monument General Hoche erbaut (www.deutsche-biographie.de / Krahe). Dieses Monument befand sich ursprünglich ebenfalls auf dem Petersberg, wurde im Jahr 1818 in Weißenthurm wiedererrichtet. Die Legende, wonach Marceaus Grablege im Jahre 1804 aufgebrochen worden war, lässt sich historisch nicht belegen.

Unter der Herrschaft Napoleons I. Bonapartes (1769-1821, regierte von 1804-1815 sowie 1815) soll sich der Zustand des Grabmahls sehr verschlechtert haben. Als auf dem Gelände des Grabmahls ab dem Jahr 1818 die Bauarbeiten zur Errichtung der Feste Franz begonnen wurden, wurde das Grab abgebrochen. Friedrich Wilhelm III. veranlasste den Wiederaufbau des Monuments an seinem heutigen Standort an der ehemaligen Kölner Straße. Über den Verbleib der Asche des Generals existieren verschiedene Versionen: So sollen Teile der Asche an Marceaus Schwester und seine Heimatstadt Chartres gesendet worden sein. Eine andere Überlegung lautet, die Asche wäre während des Abbruchs verschollen gegangen. Auch von einer Übersendung der Asche nach Paris ins Pantheon ist die Rede. Im Jahr 1886 wurde die Inschrift an der Stirnseite erneuert und die Löwenskulptur ergänzt (Bienemann 1890, S. 541). Seit dem Wiederaufbau am neuen Standort dient das ehemalige Grabmal als Denkmal für den französischen Revolutionsgeneral.

Zur Person
Überzeugter Revolutionär war er gewesen, der junge General mit den langen, leicht gelockten braunen Haaren. Sein Backenbart, ein Accessoire der Zeit, wurde durch einen gepflegten Schnäuzer ergänzt. Mit nur 20 Jahren hatte Marceau am Sturm auf die Bastille teilgenommen und massiv gegen die reaktionären Kräfte in der Region Vendée gekämpft. Im Jahre 1794 stand er als General an der Spitze der französischen Truppen, die Koblenz besetzten. Bei Höchstenbach im Westerwald wurde Marceau im Jahre 1796 von einer Kugel getroffen und erlag seiner Verletzung. Die französische Armee hatte sich vor den österreichischen Truppen unter Erzherzog Karl (1771-1847) zurückziehen müssen (Griffiths 1891, S. 87-126 sowie www.deutsche-biographie.de / Marceau).

Das Marceau-Denkmal wird als Objekt des Franzosenfriedhofs in Koblenz-Lützel im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler in der Kreisfreien Stadt Koblenz (Stand 2020) geführt. Der Eintrag lautet: „Am Franzosenfriedhof Friedhof der 1870/71 im Gefangenenlager auf dem Petersberg gestorbenen französischen Kriegsgefangenen; Umfassungsmauer; Denkmal für den französischen Revolutionsgeneral Francois Sévérin Marceau, Pyramide mit Löwenrelief, 1796, Entwurf von Peter Joseph Krahe; wegen des preußischen Festungsbaus 1820 vom Petersberg hierher versetzt.“ (GDKE 2020, S. 26).

(Shabnam Ahmadshahi, Universität Koblenz-Landau / freundliche Hinweise von Herrn Werner Seul, 2020)


Internet
www.deutsche-biographie.de / Krahe: Krahe, Peter Joseph (abgerufen 04.02.2021)
www.deutsche-biographie.de / Marceau: Marceau, François-Séverin des Graviers (abgerufen 04.02.2021)

Literatur

Bienemann, Friedrich (Hrsg.) (1890)
Unsere Zeit. Deutsche Revue der Gegenwart, zweiter Band. Leipzig.
Griffiths, Arthur (1891)
French revolutionary generals. London.

Denkmal General Marceau am Petersberg

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Am Franzosenfriedhof
Ort
56070 Koblenz - Lützel
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1797 bis 1818

Empfohlene Zitierweise

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„Denkmal General Marceau am Petersberg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-327338 (Abgerufen: 28. November 2021)
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