Hubschrauber-Flugplatz Bonn

SABENA-Heliport am Römerbad in Bonn-Castell

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Bonn
Kreis(e): Bonn
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 45′ 7,76″ N: 7° 05′ 57,81″ O / 50,75216°N: 7,09939°O
Koordinate UTM 32.365.930,77 m: 5.623.986,53 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.577.627,87 m: 5.624.651,77 m
  • Flugplan für die beiden internationalen Hubschrauberflughäfen der Fluglinie Sabena in Bonn und in Köln, abgedruckt in einem zeitgenössischen Sparbuch der Dresdner Bank, Filiale Bonn (um 1955/58).

    Flugplan für die beiden internationalen Hubschrauberflughäfen der Fluglinie Sabena in Bonn und in Köln, abgedruckt in einem zeitgenössischen Sparbuch der Dresdner Bank, Filiale Bonn (um 1955/58).

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    Historisches Luftfahrtarchiv Köln
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  • Luftaufnahme von Bonn (1955): Römerstraße (im Vordergrund), das Römerbad in der Bildmitte, rechts davon der Sabena-Hubschrauber-Flugplatz; der Bereich links noch ohne die 1964-1967 erbaute Bonner Nordbrücke.

    Luftaufnahme von Bonn (1955): Römerstraße (im Vordergrund), das Römerbad in der Bildmitte, rechts davon der Sabena-Hubschrauber-Flugplatz; der Bereich links noch ohne die 1964-1967 erbaute Bonner Nordbrücke.

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  • Blick auf eine Grünfläche zwischen Leinpfad und Legionsweg am Bonner Rheinufer (2020), einst Standort des "SABENA-Heliports" Bonn.

    Blick auf eine Grünfläche zwischen Leinpfad und Legionsweg am Bonner Rheinufer (2020), einst Standort des "SABENA-Heliports" Bonn.

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  • Die nahe des rumänischen Generalkonsulats in Bonn vom dortigen Legionsweg abzweigende Karl-Legien-Straße in Richtung des Römerbades (2020).

    Die nahe des rumänischen Generalkonsulats in Bonn vom dortigen Legionsweg abzweigende Karl-Legien-Straße in Richtung des Römerbades (2020).

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  • Blick auf eine Grünfläche zwischen Leinpfad und Legionsweg am Bonner Rheinufer (2020), einst Standort des "SABENA-Heliports" Bonn.

    Blick auf eine Grünfläche zwischen Leinpfad und Legionsweg am Bonner Rheinufer (2020), einst Standort des "SABENA-Heliports" Bonn.

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  • Blick auf eine Grünfläche zwischen Leinpfad und Legionsweg am Bonner Rheinufer (2020), einst Standort des "SABENA-Heliports" Bonn.

    Blick auf eine Grünfläche zwischen Leinpfad und Legionsweg am Bonner Rheinufer (2020), einst Standort des "SABENA-Heliports" Bonn.

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  • Blick auf eine Grünfläche zwischen Leinpfad und Legionsweg am Bonner Rheinufer (2020), einst Standort des "SABENA-Heliports" Bonn.

    Blick auf eine Grünfläche zwischen Leinpfad und Legionsweg am Bonner Rheinufer (2020), einst Standort des "SABENA-Heliports" Bonn.

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  • Blick auf eine Grünfläche zwischen Leinpfad und Legionsweg am Bonner Rheinufer (2021), einst Standort des "SABENA-Heliports" Bonn.

    Blick auf eine Grünfläche zwischen Leinpfad und Legionsweg am Bonner Rheinufer (2021), einst Standort des "SABENA-Heliports" Bonn.

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  • Blick auf eine Grünfläche zwischen Leinpfad und Legionsweg am Bonner Rheinufer (2021), einst Standort des "SABENA-Heliports" Bonn.

    Blick auf eine Grünfläche zwischen Leinpfad und Legionsweg am Bonner Rheinufer (2021), einst Standort des "SABENA-Heliports" Bonn.

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  • Blick auf die Eduard-Spoelgen-Straße zwischen der Friedrich-Ebert-Brücke und dem Römerbad in Bonn unweit des früheren Standorts des "SABENA-Heliports", des Internationalen Hubschrauber-Flugplatzes in Bonn (2020).

    Blick auf die Eduard-Spoelgen-Straße zwischen der Friedrich-Ebert-Brücke und dem Römerbad in Bonn unweit des früheren Standorts des "SABENA-Heliports", des Internationalen Hubschrauber-Flugplatzes in Bonn (2020).

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Im Bereich der Kleingärten zwischen dem Römerbad und dem rumänischen Generalkonsulat in Bonn-Castell befand sich zwischen 1953 und 1961 ein internationaler Flugplatz. Von hier aus flogen in diesen Jahren Hubschraubertaxis der staatlichen belgischen Fluggesellschaft Sabena (Société Anonyme Belge d'Exploitation de la Navigation Aérienne) nach Brüssel.

Ein internationaler Flughafen mitten in Bonn-Castell
Der einstige Sabena-Heilport, der Bonn in den Jahren zwischen 1953 und 1961 über die Linie Brüssel–Köln–Bonn an den internationalen Luftverkehr anschloss, lag im Bereich der heutigen Kleingartenanlage „Sommerbadsiedlung“ am Rheinufer zwischen dem Römerbad und dem rumänischen Generalkonsulat.
Als die Sabena mit der Idee der Einrichtung eines Flugdienstes an die Stadt Bonn herantrat, waren die Stadtherren davon durchaus angetan, versprach dies doch internationales Flair für die damals „nur“ provisorische Bundeshauptstadt:
„Köln war die größte Stadt am Rhein, Bonn die Bundeshauptstadt, und in Brüssel sollten die Fluggäste Anschluss an das Sabena-Fernstreckennetz erhalten, insbesondere nach New York.“ (Stern 2011)
„Am 24. Juni 1953 beschloss der Stadtwerkeausschuss, der Hubschrauberlandeplatz solle als neuer Betriebszweig [der Bonner Stadtwerke (SWB), Verf.] aufgebaut werden.“ (www.ksta.de)
Die SWB – seit 1879 Energielieferant und seit 1891 auch Nahverkehrsdienstleister für Bonn und die umgebende Region – ist bis heute nicht nur Betreiber der Bonner Busse & Bahnen, sondern über Beteiligungen auch „in der Luft“ engagiert. Die heutige SWB GmbH hält 6,06% am Flughafen Köln/Bonn und 49,6% am Flugplatz Hangelar in Sankt Augustin.

Nachdem der Passagierdienst zum 5. Oktober 1953 aufgenommen wurde (Stern 2011), fand die offizielle Inbetriebnahme des Flugplatzes in Bonn mit einem feierlichen Rahmenprogramm am 11. Oktober 1953 statt. Zur Einweihung pilgerten Tausende Besucher an das Rheinufer, die sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen wollten:
„Auf dem Landeplatz waren Vertreter von Bund und Stadt versammelt, die ebenso gespannt in die Luft schauten wie Repräsentanten aus Brüssel, Lüttich und Maastricht. Um 11.46 Uhr setzte ein Hubschrauber zur Landung auf Bonner Boden an. Sodann durchschnitt OB Peter Maria Busen unter dem Surren der Wochenschauen und dem Klicken ungezählter Kameraverschlüsse das von zwei charmanten Stewardessen gehaltene blau-rote Band und gab damit den Bonner Flughafen frei.“ (ebd. und www.ksta.de)

Täglich erfolgten von Bonn-Castell aus zwei bis drei Flüge, die jeweils nach zwölf Flugminuten in Köln zwischenlandeten - für den Luxus dieser Kurzstrecke wurden 1956 gerade einmal 13 DM erhoben! - und in weiteren 90 Minuten nach Brüssel führten. Mit optionalen Zwischenlandungen in Maastricht und Lüttich verlängerte sich die Flugdauer auf rund zwei Stunden (Stern 2011).
Für das erste halbe Betriebsjahr sind 55 Flüge verzeichnet, die von 282 Fluggästen genutzt wurden, für das zweite Betriebsjahr werden dann 387 Flüge und 1.239 Passagiere genannt (Zahlen nach www.ksta.de, ferner führt www.express.de 400 Flüge für 1957 an). Der Landeplatz am Römerbad war eigentlich lediglich als Zwischenlösung geplant, zumal er den die strengen Flugsicherheitsbestimmungen nur bedingt genügte. Ab 1957 durften daher in Bonn nur noch sechs, statt bisher zwölf Fluggäste aufgenommen werden und zu der beabsichtigten Erweiterung kam es schließlich nicht mehr (Stern 2011).
In den Folgejahren zeigte sich, dass die Hubschrauber-Flugdienste in Bonn und Köln das Passagieraufkommen der regulären Sabena-Linien auf dem Köln/Bonner Flughafen stark minderten. Gleichzeitig deckten die Einnahmen trotz guter Buchungen die Betriebskosten bei weitem nicht. Als dann die deutsche Lufthansa Mitte der 1960er Jahre den transatlantischen Flugbetrieb wieder aufnehmen durfte, gingen die Sabena-Passagierzahlen immer weiter zurück und der Flugbetrieb lohnte nicht mehr.
Auch zu einer von den Betreibern vermutlich erhofften Nutzung des Heliports für den diplomatischen Dienst der Bundeshauptstadt kam es offenbar nicht in dem Maße, wie man diese erwartet hatte.
Sabena stellte im September 1961 die Bedienung des Bonner Hubschrauberlandeplatzes endgültig ein (ebd. und www.ksta.de). Der Kölner Heliport Köln wurde erst zum 1. April 1966 geschlossen.

Historische Lage und heutige Situation
Von dem einstigen Landeplatz des Bonner Hubschrauber-Flugplatzes ist im Bereich der heutigen Kleingartenanlage nichts erhalten, vor Ort finden sich auch keine Informationen zu der inzwischen fast in Vergessenheit geratenen früheren Nutzung des Areals.
Dem Bericht des Kölner Boulevardblatts Express zufolge lag der Heliport da „wo heute Bälle fliegen“ auf der „heutigen Ballspielwiese im Bad“ (www.express.de), womit die Lage allerdings eine Parzelle zu weit nördlich verortet wäre.
Ein zeitgenössischer Falk-Stadtplan von Bonn aus dem Jahr 1963 weist den seinerzeit bereits geschlossenen Flugplatz hingegen etwas zu weit südlich aus, nämlich unmittelbar nördlich des damaligen Sträßchens „Grüner Weg“, das in etwa dem heutigen Legionsweg entspricht (www.landkartenarchiv.de).

Über im Online-Kartendienst der Stadt Bonn verfügbare historische Luftbilder lässt sich der frühere Sabena-Flugplatz recht exakt auf der Parzelle unmittelbar nördlich der heutigen Kleingartenanlage verorten. In den Luftbildern zwischen 1956 und 1972 ist der Landeplatz deutlich über ein aus der Luft erkennbares „H“ gekennzeichnet, das dann im Luftbild von 1977 nicht mehr zu sehen ist (vgl. stadtplan.bonn.de, freundliche Hinweise von Herrn Habel).
Offenbar gehörte das in den Luftbildern 1956-1972 erkennbar über einen schmalen Weg zum Landeplatz angeschlossene und dann vor 1977 überbaute Gebäude nordwestlich des Landeplatzes zum Heliport.

(Franz-Josef Knöchel, Digitales Kulturerbe LVR, 2020/2021)

Quellen
  • Freundliche Hinweise von Herrn Werner Müller, Luftfahrtarchiv Köln, 2020.
  • Freundliche Hinweise von Herrn Matthias Habel, 2021.
  • Alexander Barth: „Wo die Bonner Republik abhob“, in: General-Anzeiger Bonn vom 07.09.2021, S. 17 und Kölner Stadt-Anzeiger vom 07.09.2021, S. 37.

Internet
www.ksta.de: „Internationaler Flair: Per Lufttaxi nach Belgien“ (Kölner Stadt-Anzeiger vom 10.10.2008, abgerufen 12.08.2020)
www.luftfahrtarchiv-koeln.de: Der internationale Hubschrauberflughafen Köln (abgerufen 22.10.2020)
www.swb-konzern.de: 1953, Hubschrauberlandeplatz - Bonn geht in die Luft (abgerufen 22.10.2020)
stadtplan.bonn.de: Stadtplan der Bundesstadt Bonn, Suche in der Karte, dort Luftbilder 1956-1977 (abgerufen 28.06.2021)
oud16hoven.nl: Sabena Helikopters (niederländisch, abgerufen 12.08.2020)
de.wikipedia.org: Sabena (abgerufen 20.10.2020)
de.wikipedia.org: Stadtwerke Bonn (abgerufen 22.10.2020)
www.express.de: Bonns größtes Freibad. Rein ins Nass: 8 Storys ums Römerbad (Express vom 14.07.2013, abgerufen 22.10.2020)
ga.de: „Heliport am Römerbad - Als Bonn einen internationalen Flughafen hatte“ (Text Alexander Barth, General-Anzeiger online vom 07.09.2021, abgerufen 07.09.2021).
www.landkartenarchiv.de: Falk-Stadtplan „Bonn, mit Bad Godesberg, Beuel, Königswinter“, 2. Auflage 1963 (abgerufen 22.10.2020)

Literatur

Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. S. 151ff., Stuttgart.
Stern, Volkhard (2011)
Im Lufttaxi nach Brüssel: Der Hubschrauber-Dienst nach Köln und Bonn. In: Köln-Bonner Verkehrsmagazin, Heft 18, 1/2011, S. 2-6. Hürth.

Hubschrauber-Flugplatz Bonn

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Eduard-Spoelgen-Straße / Römerstraße
Ort
53117 Bonn - Castell
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1953, Ende 1961

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„Hubschrauber-Flugplatz Bonn”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-321995 (Abgerufen: 2. Dezember 2021)
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