Poppelsdorfer Fayence Manufaktur

Gelände der ehemaligen Porzellan- und Steingutfabrik Ludwig Wessel in Poppelsdorf

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Bonn
Kreis(e): Bonn
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 43′ 26,8″ N: 7° 05′ 23,37″ O / 50,72411°N: 7,08983°O
Koordinate UTM 32.365.175,40 m: 5.620.885,77 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.576.998,69 m: 5.621.522,17 m
  • Nutzpflanzengarten der Universität Bonn (2019). Im Hintergrund sieht man die Rückseite des Geozentrums der Universität, vormals Teil des Geländes der Fayence Manufaktur Ludwig Wessel in Poppelsdorf.

    Nutzpflanzengarten der Universität Bonn (2019). Im Hintergrund sieht man die Rückseite des Geozentrums der Universität, vormals Teil des Geländes der Fayence Manufaktur Ludwig Wessel in Poppelsdorf.

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    Sandro Golia
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  • Geozentrum der Universität Bonn auf dem Gelände der ehemaligen Poppelsdorfer Fayence Manufaktur (2019).

    Geozentrum der Universität Bonn auf dem Gelände der ehemaligen Poppelsdorfer Fayence Manufaktur (2019).

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Poppelsdorfer Fayence Manufaktur
Im Jahre 1755 richtet Kurfürst Clemens August von Bayern (1700-1761, Erzbischof von Köln 1723-1761) eine Fabrik gegenüber des Schlosses Clemensruhe in Bonn-Poppelsdorf ein. Sein Ziel ist die Lüftung des „arcanums“, eines geheimen Verfahrens in der chinesischen Porzellanherstellung, womit er den geistlichen Konferenzrat Ferdinand von Stockhausen und dessen Schwager Johann Jacob Kaising betraut.
In den folgenden zwei Jahren blieb jeglicher Erfolg aus und Kaising übernimmt die Manufaktur ohne kurfürstliche Unterstützung. Er produziert zunächst Steingüter statt Porzellan. Von 1785 bis 1803 bleibt der Erfolg weitgehend aus und die Manufaktur wird nach wechselnden Pächtern an den früheren Lehrling Johann Mathias Rosenkranz verpachtet. Bis 1809 erweitert dieser den Betrieb durch den Kauf der angrenzenden Mühlengelände und zwei Öfen.
In den 1820er Jahren gelangt Rosenkranz durch die französische Besatzung und englischer Billigwaren in finanzielle Schwierigkeiten. Ein Darlehen des Bonner Ludwig Wessel rettet die Fabrikanlage, welcher im Jahre 1825 zusammen mit Johan Wilhelm Bruckmann das Gelände pachtet. Nach Rosenkranz‘ Tod 1828 versuchen seine Schwiegersöhne durch den Kauf der alten Betriebsräume eine neue Fabrikation zu etablieren. Im selben Jahr ersteigert Ludwig Wessel ein, neben der Fabrik gelegenes, Gelände. Er bleibt Pächter der Fabrik. Im Jahr 1836 kaufen die Söhne des Bonner den Betrieb auf. Sie ziehen jedoch 4 Jahre später in ein neues Gelände am Rheinufer.

Porzellan- und Steingutfabrik Ludwig Wessel
Nach Ludwig Wessels Tod 1838 übernehmen sein Sohn Franz Joseph und Karl von Thielemann den Betrieb und kaufen das Gelände der ehemaligen Steingutfabrik. Sie vergrößern den Betrieb durch Neubauten. Erst 1868 gelingt vermutlich das erste Mal die Porzellanherstellung im Poppelsdorfer Werk. Ab 1875 wird auch nach Übersee exportiert. 1879 stirbt Franz Joseph Wessel. Seine Söhne übernehmen den Betrieb.
1889 wird eine Bahnstrecke zwischen dem Wessel-Werk in Poppelsdorf und dem Güterbahnhof gebaut. Ein Jahr später werden Fliesen mit in die Produktion genommen.
1896 wird die gesamte Fliesenproduktion nach Dransdorf ausgelagert. Nach dem Ersten Weltkrieg wird das Werk unter Direktor Erich Korsukewitz im Jahre 1925 modernisiert. Im Jahr darauf zerstört ein Großbrand nahezu das gesamte Produktionsgelände.

1929 verkauft die inzwischen als Aktiengesellschaft firmierende Firma Wessel die Fabrik an die Berliner Butzke Bernhard Josef AG, die lediglich Sanitärkeramik produzieren.
Im Jahr 1945 wird die Produktion nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wiederaufgenommen und bis 1948 fortgeführt. In diesem Jahr wird das Gelände an das Land Nordrhein-Westfalen verkauft. 1977 wurden schließlich alle Gebäude abgerissen. Heute findet man auf dem Gelände unter anderem den Nutzpflanzengarten und Gebäude der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

(Sandro Golia, LVR-Redaktion KuLaDig, 2019)

Internet
www.geschichte-der-fliese.de: Die Geschichte der Fliese - Wessel‘s Wandplattenfabrik (abgerufen 25.11.2019)

Literatur

Bodsch, Ingrid (Hg.) (1999)
StadtMuseum Bonn: Bonner Keramik. Bestandskataloge des StadtMuseums Bonn, Nr. 3. Bonn.

Poppelsdorfer Fayence Manufaktur

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Katzenburgweg
Ort
53115 Bonn - Poppelsdorf
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1755, Ende 1948 bis 1977

Empfohlene Zitierweise

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„Poppelsdorfer Fayence Manufaktur”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-301168 (Abgerufen: 12. Dezember 2019)
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