Radrennbahn im Grafenberger Ostpark

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Düsseldorf
Kreis(e): Düsseldorf
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 14′ 8,22″ N: 6° 50′ 5,98″ O / 51,23562°N: 6,83499°O
Koordinate UTM 32.348.860,83 m: 5.678.253,97 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.558.360,14 m: 5.678.190,42 m
  • Blick auf den Weiher im Düsseldorfer Ostpark im Stadtteil Grafenberg (2008).

    Blick auf den Weiher im Düsseldorfer Ostpark im Stadtteil Grafenberg (2008).

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In Düsseldorf sollen zeitweise mindestens fünf Radrennbahnen bestanden haben, die teils jedoch nur kurzlebig waren und von denen heute keine mehr besteht. Neben der am Ostersonntag 1924 eröffneten Bahn im Grafenberger Ostpark waren dies noch:

  • seit 1892 eine 400 Meter lange Aschenbahn am 1943/44 zerstörten Zoo (im Stadtteil Düsseltal),
  • die 1907 eröffnete und 1937 abgerissene Radrennbahn in Düsseldorf-Lörick,
  • eine Bahn im heutigen Bereich des 1930 eröffneten Paul-Janes-Stadions am Flinger Broich (Stadtteil Flingern), sowie
  • eine Radrennbahn im 1925/26 eröffneten und ab 1968 überbauten ersten Rheinstadion in Stockum.



Der Grafenberger Ostpark
Der etwas mehr als acht Hektar große und seit 2003 als Denkmal geschützte Ostpark (UDB-Nr. 1514, ADR-Objektnr. 28049) wurde in den 1890er Jahren „inmitten von Viehweiden, weit ab von jeglicher Bebauung“ (de.wikipedia.org) unter Federführung von Heinrich Friedrich Adolf Hillebrecht (1846-1918) entworfen und geplant. Das Wirken Hillebrechts, der seit 1876 als Stadtgärtner in Düsseldorf tätig war und zwischen 1879 und 1910 als Leiter der Düsseldorfer Gartenverwaltung maßgeblich für die Gestaltung und Pflege der Düsseldorfer Gartenanlagen verantwortlich war, fällt in die Zeit der städtischen Expansion der heutigen NRW-Landeshauptstadt.
Die Anlage des Ostparks wird unterschiedlich datiert, das Handbuch der Historischen Stätten NRW nennt 1894 (Groten u.a. 2006, S. 289), www.duesseldorf.de führt an „1898 […] geplant und in den Folgejahren ausgebaut“, die städtische Denkmalliste datiert „Baujahr: 1898 bis 1899“, während laut Wikipedia die Arbeiten zum Bau des Parks erst 1899 begannen.

Die Radrennbahn im Ostpark
Über die Rennbahn im Ostpark finden sich nur wenige Nachrichten – auch nicht darüber, ob es sich um eine (flache) Straßen-Radrennstrecke oder eine „echte“ Radrennbahn, z.B. mit überhöhten Steilkurven u.ä., gehandelt hatte. Ergänzende Hinweise sind willkommen!
Ab 1919 erfuhr der Ostpark eine Belebung um diesen als Ausflugsziel für das Wochenende noch attraktiver zu machen; unter anderem wurde dazu eine bescheidene Gastronomie eingerichtet und an dem Parkweiher ein Ruderbootverleih eröffnet, der noch bis in die 1960er existierte (www.duesseldorf.de). In diese Phase – Düsseldorf galt seinerzeit als eine ungemein radsportbegeisterte Stadt (vgl. Brzosa 2017) – dürfte wohl auch noch die Anlage der Radrennbahn fallen, die „1924 in Rekordzeit erbaut und am Ostersonntag eröffnet“ wurde (rc-duesseldorpia.de).
Einen letzten Hinweis auf die Radrennbahn im Ostpark bietet die Chronik des Düsseldorfer RSV. Demnach wurde hier im Jahr 1964 noch ein ‚Internationaler Großer Straßenpreis von Düsseldorf‘ ausgerichtet (Cremer 2011, S. 3), was wiederum auf einen flachen Rundkurs schließen lässt.

Lage der Bahn und Objektgeometrie
Das heutige Wegenetz im Ostpark lässt mit aller gebotenen Vorsicht noch darauf schließen, dass der Verlauf der historischen Radrennstrecke diesem folgte. Die hier eingezeichnete Objektgeometrie, die einem aktuellen Rundweg durch den Park folgt, würde einer üblichen Bahnlänge von 400 Metern entsprechen.
Die teils noch in die Zeit der Anlage des Parks datierten historischen Kartenblätter der Preußischen Neuaufnahme (1891-1912) zeigen das heutige Parkgelände unmittelbar südlich des kleines Ortes Grafenberg noch gänzlich unbebaut.
Die späteren topographischen Karten TK 1936-1945 zeigen zwar schon den südöstlich des Ostparks liegenden Sportplatz zwischen der heutigen Sulzbachstraße und der Zweibrückenstraße, aber nicht (bzw. bereits nicht mehr?) eine Radrennbahn im Park.

(Franz-Josef Knöchel, Digitales Kulturerbe LVR, 2019)

Internet
rc-duesseldorpia.de: Radclub RC Düsseldorpia 1890 e.V., Vereinsgeschichte von Klaus Dieter Schmidt, Stand 2000 (abgerufen 05.11.2019)
www.rsv1911-12.com: 100 Jahre Düsseldorfer Radsportverein 1911/12, Chronik von Udo Cremer, 2011 (PDF 48 kB, abgerufen 05.11.2019)
de.wikipedia.org: Ostpark Düsseldorf (abgerufen 05.11.2019)
de.wikipedia.org: Radrennbahn Düsseldorf (abgerufen 05.11.2019)
rp-online.de: Düsseldorfer Geschichten, Als Düsseldorf eine Hochburg der Radler war (Autor Ulrich Brzosa, RP-online vom 28.01.2017, abgerufen 31.10.2019)
rp-online.de: Bilder aus der Frühzeit des Düsseldorfer Radsports (abgerufen 31.10.2019)
www.duesseldorf.de: Der Ostpark (abgerufen 05.11.2019)
inprobauauskunft.duesseldorf.de: Denkmalliste Düsseldorf (abgerufen 05.11.2019)

Literatur

Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. Stuttgart.

Radrennbahn im Grafenberger Ostpark

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Wittelsbachstraße / Sulzbachstraße
Ort
40625 Düsseldorf - Grafenberg
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Auswertung historischer Karten
Historischer Zeitraum
Beginn 1924, Ende nach 1964

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Empfohlene Zitierweise
„Radrennbahn im Grafenberger Ostpark”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-299098 (Abgerufen: 22. Januar 2020)
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