Wegweiserstein „Zum Balkenbrunnen“ bei Mölschbach

ZUM BALKEN-BRUNNEN

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Waldleiningen
Kreis(e): Kaiserslautern
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 23′ 28,89″ N: 7° 50′ 14,33″ O / 49,39136°N: 7,83731°O
Koordinate UTM 32.415.627,42 m: 5.471.612,60 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.415.669,13 m: 5.473.362,14 m
  • Wegweiserstein "Zum Balkenbrunnen" bei Mölschbach (2018)

    Wegweiserstein "Zum Balkenbrunnen" bei Mölschbach (2018)

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    Dreyer, Matthias C.S.
    Fotograf/Urheber:
    Matthias C.S. Dreyer
    Medientyp:
    Bild
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Der Wegweiserstein „Zum Balkenbrunnen“ steht kurz unterhalb des Parkplatzes „Am Balkenbrunnen“ an der Kreisstraße 49 von Mölschbach kommend. An dieser Kreuzung, im Sattel zwischen dem Großen Roßrück und dem Kleinen Roßrück, liegt der Wegweiserstein in unmittelbarer Nähe zum Ritterstein Balkenbrunnen.

Der Wegweiserstein zeigt die Richtung zum Balkenbrunnen an, der sich etwa 150 Meter talabwärts in Richtung Westen befindet. Die Art der Beschriftung ist an die der Rittersteine angelehnt. In gelber Schrift steht in großen Buchstaben „ZUM BALKEN-BRUNNEN“. Zudem ist ein Richtungspfeil mit einer Pfeilspitze und drei Federn angebracht. Der Pfeilschaft wird über eine Ecke des Sandsteinfindlings geführt.

Balkenbrunnen
Der Balkenbrunnen ist gefasst und hat seinen Namen vermutlich von seiner ursprünglichen Nutzung. Winzer aus der Vorderpfalz sollen hier ihre Hölzer zu Weinbergsbalken gerichtet haben. Diese Balken wurden für das Anbinden der Rebstöcke verwendet. Besonders verbreitet war in früherer Zeit der sog. Kammertbau, der eine große Anzahl an Balken benötigte.

Auf den Erwerb derartiger Balken verweist die Bürgermeisterrechnung der Gemeinde Maikammer aus dem Jahre 1740. Dort heißt es für die Arbeiten in den gemeindeeigenen Weinbergen: „vor 100 balckhen in den gemeinen jungen weingarthen zahlt“ (Koch 1740, folio 33) und „vor 150 stuckh balckhen in den gemeinen weingarthen zahlt“ (Koch 1740, folio 34).

Die Verwendung von Balken in Weinbergen war mit dem Anbautyp des Kammertbaus verknüpft. Die Balken mussten in großer Zahl (in der Regel aus dem Pfälzerwald) beschafft werden.

Der aufwändige Kammertbau wurde nach und nach durch einfachere Anbautechniken verdrängt. Die Holzbalken wurden durch Sandsteine und Spanndrahtvorrichtungen ersetzt. Der Bedarf an hölzernen Weinbergsbalken ging stark zurück. Heute sind auch die Sandsteine nur noch in historischen Anlagen zu finden. Sie wurden in der Regel durch Metall- oder Plastikpfähle ersetzt.

(Matthias C.S. Dreyer, Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd 2019)

Literatur

Eitelmann, Walter / Pfälzerwald-Verein e.V. (Hrsg.) (2005)
Rittersteine im Pfälzerwald. Gedenksteine und Inschriften - Eine steinerne Geschichtsschreibung (5. Auflage). Neustadt an der Weinstraße.
Koch, Emanuel; Gard, Peter; (1740)
Mayhcammerer Burgermeister Rechnung. Unserer Emanuel Koch deß gerichts und Peter Gard aus der gemeind von Martini 1739 biß dahien 1740. fol. 33 und fol. 34, Landesarchiv Speyer (LA Sp) Bestandsverzeichnis (LA Sp U 103 Nr.193).

Wegweiserstein „Zum Balkenbrunnen“ bei Mölschbach

Schlagwörter
Ort
67693 Waldleiningen
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung

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„Wegweiserstein „Zum Balkenbrunnen“ bei Mölschbach”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-290397 (Abgerufen: 16. September 2019)
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