Vulkaneifel

Historische Kulturlandschaft (3.2)

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Fachsicht(en): Raumplanung
Gemeinde(n): Auderath , Bereborn , Berenbach , Bettenfeld , Bleckhausen , Brockscheid , Darscheid , Daun , Demerath , Deudesfeld , Dierfeld , Eckfeld , Ellscheid , Filz , Gefell (Rheinland-Pfalz), Gillenbeuren , Gillenfeld , Hörscheid , Hörschhausen , Hontheim , Horperath , Immerath , Karl , Katzwinkel (Landkreis Vulkaneifel), Kelberg , Kolverath , Laufeld , Lutzerath , Manderscheid (Landkreis Bernkastel-Wittlich), Meerfeld , Mehren (Landkreis Vulkaneifel), Mosbruch , Mückeln , Neroth , Niederstadtfeld , Oberstadtfeld , Pantenburg , Sassen , Saxler , Schalkenmehren , Schmitt , Schönbach (Rheinland-Pfalz), Schutz , Steineberg , Steiningen , Strohn , Strotzbüsch , Udler , Üdersdorf , Ueß , Ulmen , Utzerath , Wagenhausen , Wallscheid , Weidenbach (Landkreis Vulkaneifel), Winkel (Eifel) , Wollmerath
Kreis(e): Bernkastel-Wittlich , Cochem-Zell , Vulkaneifel
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 09′ 5,87″ N: 6° 52′ 38,72″ O / 50,15163°N: 6,87742°O
Koordinate UTM 32.348.366,30 m: 5.557.646,72 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.562.753,12 m: 5.557.643,33 m
  • Der Windsborn-Kratersee, auch "Windsbornmaar" genannt, in der Vulkangruppe des Mosenbergs bei Bettenfeld in der Eifel (2020).

    Der Windsborn-Kratersee, auch "Windsbornmaar" genannt, in der Vulkangruppe des Mosenbergs bei Bettenfeld in der Eifel (2020).

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  • Blick über das Meerfelder Maar auf den Ort Meerfeld (2020).

    Blick über das Meerfelder Maar auf den Ort Meerfeld (2020).

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  • Blick aus südlicher Richtung auf die beiden Manderscheider Burgen, vorne die Niederburg, dahinter die Oberburg (2020).

    Blick aus südlicher Richtung auf die beiden Manderscheider Burgen, vorne die Niederburg, dahinter die Oberburg (2020).

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  • Steinbruch auf der Baarley bei Pelm (2020)

    Steinbruch auf der Baarley bei Pelm (2020)

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  • Erhaltene Mauer der Burgruine Löwenburg (auch Gerhardstein oder Junkernburg) bei Gerolstein (2012)

    Erhaltene Mauer der Burgruine Löwenburg (auch Gerhardstein oder Junkernburg) bei Gerolstein (2012)

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Die Kulturlandschaft Vulkaneifel ist eine von insgesamt 17 landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften in Rheinland-Pfalz. Die Ausweisung erfolgte erstmals im Landesentwicklungsprogramm (LEP) IV von 2008.
Die Kulturlandschaft umfasst ungefähr ein Gebiet zwischen Ulmen und Lutzerath im Osten, Manderscheid im Süden, Meerfeld und Oberstadtfeld im Westen sowie Daun, Darscheid und Mosbruch im Norden.
Sie ist in drei Unterabschnitte (Dauner Maargebiet und Vulkanberge, Ueßbachbergland und nördliche Öfflinger Hochfläche, Liesertal) gegliedert.

Landschaftscharakter
Die Kulturlandschaft ist stark vom Vulkanismus geprägt. Sie ist vor allem für ihre rund 70 Maare bekannt, wobei hautsächlich die 12 mit Wasser gefüllten Maare markant in der Landschaft hervortreten. Das Meerfelder Maar ist mit einem Durchmesser von ca. 1.700 m das größte, das Hitsche Maar mit nur wenigen Metern Durchmesser hingegen das kleinste der wassergefüllten Maare. Die meisten Maare sind allerdings inzwischen durch mehr oder weniger ausgeprägte Verlandungszonen gekennzeichnet (z.B. Schalkenmehrener Maar, Strohner Märchen) oder sind Trockenmaare (z.B. Dürres Maar). Viele der Maare stehen heute unter Naturschutz.
Eine Besonderheit stellt der Windsborner Kratersee dar. Der See entstand, im Gegensatz zu den wassergefüllten Maaren, im Zuge der Explosion eines Schlackenvulkans, in dessen Schlot sich anschließend Regenwasser sammelte. Der Kratersee ist der einzige, ständig mit Wasser gefüllte Kratersee nördlich der Alpen.
Daneben ragen Vulkankegel aus der Landschaft hervor und sind weithin sichtbar (z.B. Nerother Kopf). Vielerorts stehen sie heute ebenfalls unter Naturschutz. Ihre zum großen Teil bewaldeten Hänge heben sich deutlich von den Acker- und Grünlandflächen der Hochfläche ab.

Die Hochfläche wird durch ein weit verzweigtes Bachsystem in kleinere Höhenzüge und Mulden gegliedert. So durchfließt die Lieser die Kulturlandschaft von Norden nach Süden in einem tief eingeschnittenen Kerbtal. Die schmale Talsohle wird in weiten Teilen von dem mäandrierenden Flüsschen eingenommen, weshalb in der Aue Feuchtwiesen noch weit verbreitet sind. Die Talflanken der Lieser sind weitgehend bewaldet. Niederwald ist als charakteristische Nutzungsform entlang der steileren Talhänge ebenfalls noch häufig zu finden, Nadelforste dagegen nur vereinzelt.
Auch der Ueßbach bildet in seinem Mittellauf ein stark gewundenes Kerbtal mit einer zum Teil breiten Aue. Das insgesamt stark bewegte Gelände ist überwiegend bewaldet, eine landwirtschaftliche Nutzung findet nur in der Talaue und auf Resten der Hochfläche statt.

Zu den landschaftswirksamen Kulturdenkmalen zählen die Burgen von Manderscheid. Die Burg Niedermanderscheid thront auf einem eindrucksvollen, durch eine Flussschleife der Lieser isolierten Felsen und bildet mit der knapp 300 m entfernt liegenden Oberburg eine Burgengruppe. Es wird vermutet, dass die Oberburg bereits existierte als die Ortschaft Manderscheid 973 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Die Niederburg wurde dagegen in der 2. Hälfte des 12. Jh. errichtet und gegen Ende des 18 Jh. zerstört.
Ein weiteres landschaftswirksames Bauwerk ist die Vulcano Infoplattform auf der Steineberger Ley. Von dem 28 m hohen Turm kann man weit über die Eifel und die Täler der Mosel schauen.
Darüber hinaus sind u.a. ein keltischer Ringwall am Südende der Steineberger Ley (wahrscheinlich eine keltische Burg, erbaut um 500 – 100 v. Chr.), das ehemalige Kloster Buchholz sowie die Ulmener Burgen von historischer Bedeutung. Die Ulmener Oberburg, die um das Jahr 1000 errichtet wurde, wurde 1292 um die hangabwärts gelegene Niederburg erweitert. Während die Überreste der Niederburg fast gänzlich verschwunden sind, sind von der Oberburg noch die Ringmauer, eine Außenwand des Palas, eine Zisterne sowie Reste bzw. Grundmauern verschiedener Gebäude erhalten.

Anthropogene Prägung
Das historische Siedlungsbild wird durch Haufen- oder Reihendörfer auf den Hochflächen geprägt. Sie besitzen teilweise heute noch ihre alten Ortskerne, haben aber im Zuge des Siedlungswachstums ihren ursprünglichen Charakter verändert. Traditionell werden die Hochflächen für den Ackerbau und als Grünland genutzt.
Vor allem Daun und Ulmen haben sich als zentrale Orte der Gegend stark entwickelt und sind (klein-)städtisch geprägt. Dies gilt, jedoch in weit bescheidenerem Ausmaß, auch für Manderscheid.
Dagegen blieben die engen Täler meist unbesiedelt. Allerdings wurden in den Tälern schon ab dem Mittelalter viele Mühlen errichtet. So dienten zum Beispiel die Mühlen im Liesertal hauptsächlich zum Mahlen von Getreide, manche wurde jedoch auch als Öl- oder Sägemühlen verwendet. Sie waren teilweise noch bis weit in das 20. Jh. in Betrieb und wurden nach ihrer Stillegung oftmals einer anderen Nutzung (Ausflugslokal, Hotel, Wohnen etc.) zugeführt.
Auch die verkehrliche Erschließung ab Ende des 19 Jh. hat die Landschaft geprägt. So stellt vor allem die stillgelegte historische Bahntrasse von Daun über Gillenfeld nach Laufeld (und weiter nach Wittlich) mit einem Tunnel und einem großen Viadukt bei Daun ein prägendes Kulturlandschaftselement dar, auf der inzwischen der Maare-Mosel-Radweg verläuft.

Werteinstufung als historisch bedeutsame Kulturlandschaft
Die Kulturlandschaft Vulkaneifel besitzt kulturhistorisch eine hohe bis sehr hohe Bedeutung:
Dauner Maargebiet und Vulkanberge: Altbesiedeltes, vulkanisch geprägtes Bergland mit besonderer Eigenart durch wassergefüllte und trockene Maare und zahlreichen kulturhistorischen Zeugnissen unterschiedlicher Epochen.
Ueßbachbergland und nördliche Öfflinger Hochfläche: Charakteristisches Bergland der Eifel mit vulkanischen Landschaftselementen und zahlreichen kulturhistorischen Zeugnissen aus mehreren Epochen.
Liesertal: Bewaldetes Kerbtal mit bedeutenden herrschaftlichen Kulturdenkmalen und markanter naturräumlicher Gestalt, geringer Landschaftswandel.

(Sylvia Götz, Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, 2020)

Internet
www.burgenarchiv.de: Burg Niedermanderscheid (abgerufen 02.04.2020)

Literatur

agl (2013)
Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächen und Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung. Saarbrücken.

Vulkaneifel

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Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Übernahme aus externer Fachdatenbank
Historischer Zeitraum
Beginn 2008

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„Vulkaneifel”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-290208 (Abgerufen: 5. Dezember 2021)
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