Limeswachtturm Wp 3/60 „Einsiedel“ westlich von Bad Homburg-Dornholzhausen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Bad Homburg v.d. Höhe
Kreis(e): Hochtaunuskreis
Bundesland: Hessen
Koordinate WGS84 50° 15′ 30,45″ N: 8° 32′ 0,75″ O / 50,25846°N: 8,53354°O
Koordinate UTM 32.466.750,00 m: 5.567.472,13 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.466.811,52 m: 5.569.259,90 m
  • Limeswachtturm Wp 3/60 "Einsiedel" westlich von Bad Homburg-Dornholzhausen (2018)

    Limeswachtturm Wp 3/60 "Einsiedel" westlich von Bad Homburg-Dornholzhausen (2018)

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    Szédeli, Hans / hessenARCHÄOLOGIE
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Der Steinturm Wp 3/60 wurde nach Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. in die bestehende Limeslinie eingebaut. Bei der Ausgrabung 1897 waren die Mauern bis in 1,75 Meter Höhe erhalten. Dabei fanden sich keine Spuren eines Eingangs – dieser lag auf Höhe des ersten Stockwerks und war ursprünglich nur über eine Leiter zu erreichen. Wp 3/60 liegt am Fuß eines Abhangs; der zur Feindseite stark ansteigt – für Verteidigungszwecke eine denkbar ungünstige Position! Heute sind am Ort die Grundmauern des Turms, der benachbarten Zisterne und ein Abschnitt der Limesmauer konserviert.

Zwischen dem Roßkopf und der nächsten Erhebung, dem Kieshübel, beschreibt der Verlauf der Limestrasse einen leichten Bogen nach Südosten. Wegen des schwer zu bearbeitenden Felsens wechseln auf diesem Streckenabschnitt die Grenzmarkierungen, nämlich das Wall-Graben-System bzw. eine Trockenmauer, auf relativ kurzen Trassenabschnitten mehrfach. Zur Zeit der Reichlimeskommission bildete der Limesverlauf die Grenze zwischen Preußen und hessischem Territorium.

Der Wachtposten findet sich, um immerhin 24 Meter vom Vorgelände überhöht, genau in der Mitte zwischen den Wachtposten Wp 3/59 und Wp 3/61. Die 1893 untersuchte Turmstelle wurde in jüngerer Zeit vom Taunusklub restauriert. Die Fundamente zeichnen sich im Gelände gut ab, liegen aber abseits eines Wanderweges.

Die Wachtturmstelle
An dieser Stelle hat offenbar ein Steinturm bestanden, für dessen Bau das Gelände abgetragen beziehungsweise aufgeschüttet werden musste. Bei Mauern von 78 bis 82 Zentimetern Stärke und 4,07 bis 4,2 Meter Länge ergab sich ein quadratischer Innenraum von 2,6 mal 2,6 Meter Größe. 7 Meter südwestlich des Turmes war eine Grube ausgehoben worden, deren Rand durch Steine stabilisiert wurde. Vermutlich handelt es sich um eine Vorrats- oder Kochgrube, wie sie auch bei anderen Türmen an dieser oder anderen Limesstrecken nachgewiesen werden konnte.

Vor der Turmstelle zeichnen sich die Reste der ehemaligen Grenzmauer als flacher Schuttwall ab. Sie war ohne Fundamentgründung direkt auf den zuvor horizontal abgetragenen Hang gesetzt worden. Die am Mauerfuß erfasste Stärke von 2 Metern dürfte sich im aufgehenden Mauerwerk aber deutlich reduziert haben. Im Abstand von 5,5 Metern verläuft der Palisadengraben parallel zur Mauer. Der Archäologe Ernst Fabricius (1857 bis 1942) konnte dort, wo der Boden oberflächlich abgetragen worden war, in dem Palisadengräbchen sogar noch die an den Seiten sitzenden Steine erkennen, mit denen die eingestellten Palisadenstämme seitlich fixiert worden waren.

(Thomas Becker, Margot Klee, hessenARCHÄOLOGIE; Carsten Wenzel, Rosbach v.d.H., 2018)

Anfahrt
Die Turmstelle liegt circa 3,8 Kilometer südwestlich des Wanderparkplatzes am Saalburgkastell und etwa 3,8 Kilometer nordöstlich des Wanderparkplatzes Sandplacken. Von Bad Homburg kommend fährt man auf der B 456 Richtung Wehrheim der Beschilderung Saalburg folgend und stellt seinen PKW auf dem östlich des Kastells liegenden Parkplatz ab. Von dort umrundet man südlich das Kastell und folgt Richtung Nordwesten auf einem zunächst asphaltierten Waldweg der Beschilderung des Limeserlebnispfades Hochtaunus Richtung Sandplacken. Nach einiger Zeit verläßt der Limeserlebnispfad den Waldweg und geht auf einem unbefestigten Weg den Hügel hinauf. Diesem Weg folgt man bis zum Plateau des Weißesteins, auf dem sich das konservierte Steinturmfundament der Turmstelle links des Weges findet. Von dort aus folgt man für einen weiteren Kilometer der Beschilderung des Limeserlebnispfades auf einem zunächst ebenen und später bergan führenden Weg. Von der höchsten Stelle sind es noch etwa 300 Meter, bis ein Schild nach links zu einem Fliegerdenkmal weist. Diesem steinbestandenen Weg folgt man weitere 200 Meter bis zur konservierten Steinturmstelle und dem wiederaufgeschichteten Abschnitt der Steinmauer.

Literatur

Baatz, Dietwulf (1993)
Der römische Limes. Archäologische Ausflüge zwischen Rhein und Donau. S. 364. Berlin.
Fabricius, Ernst (1936)
Die Limesanlagen im Taunus von der Aar bis zum Köpperner Tal bei der Saalburg. In: Der obergermanisch-raetische Limes des Römerreiches, Abt. A, Bd. II, S. 121 Taf. 9.1 a-b., Berlin/Leipzig.
Hochtaunuskreis (Hrsg.) (2007)
Limesführer. Der Limes im Hochtaunus- und Wetteraukreis. S. 36-37, Bad Homburg v.d.H.
Klee, Margot (2009)
Der römische Limes in Hessen. Geschichte und Schauplätze des UNESCO-Welterbes. S. 232. Regensburg.
Landesdenkmalamt Baden-Württemberg; Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege; Landesamt für Denkmalpflege Hessen; Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz (2003)
Der Obergermanisch-Raetische Limes / Upper German-Raetian Limes. Antrag zur Aufnahme als Welterbe / Nomination for Inclusion on the World Heritage List. Stuttgart.

Limeswachtturm Wp 3/60 „Einsiedel“ westlich von Bad Homburg-Dornholzhausen

Schlagwörter
Ort
61350 Bad Homburg - Dornholzhausen
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kulturdenkmal gem. § 2 DSchG Hessen
Fachsicht(en)
Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung, Archäologische Grabung
Historischer Zeitraum
Beginn 150, Ende nach 260

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„Limeswachtturm Wp 3/60 „Einsiedel“ westlich von Bad Homburg-Dornholzhausen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-284567 (Abgerufen: 23. September 2021)
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