Dolomitsteinbruch „Pack“ bei Lindlar-Linde

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Lindlar
Kreis(e): Oberbergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Schmetterlings-Flieder im Dolomitsteinbruch „Pack“ bei Lindlar-Linde (2018)

    Schmetterlings-Flieder im Dolomitsteinbruch „Pack“ bei Lindlar-Linde (2018)

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  • Riesen-Goldrute im Dolomitsteinbruch „Pack“ bei Lindlar-Linde (2018)

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  • Habichtskraut im Dolomitsteinbruch „Pack“ bei Lindlar-Linde (2018)

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  • Flockenblume im Dolomitsteinbruch „Pack“ bei Lindlar-Linde (2018)

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  • Brecheranlage Steinbruch Linde, "Bruch Pack". (2018)

    Brecheranlage Steinbruch Linde, "Bruch Pack". (2018)

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  • Brecheranlage Steinbruch Linde, "Bruch Pack". (2018)

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  • Brecheranlage Steinbruch Linde, "Bruch Pack". (2018)

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  • Brecheranlage Steinbruch Linde, "Bruch Pack". (2018)

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  • In der Bruchsohle steht über weite Strecken Wasser. Das Niveau scheint periodisch stark zu schwanken wie die Bäume zeigen. (2018)

    In der Bruchsohle steht über weite Strecken Wasser. Das Niveau scheint periodisch stark zu schwanken wie die Bäume zeigen. (2018)

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  • Schüttgutboxen im Steinbruch Linde, "Bruch Pack". (2018)

    Schüttgutboxen im Steinbruch Linde, "Bruch Pack". (2018)

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  • Brecheranlage Steinbruch Linde, "Bruch Pack". (2018)

    Brecheranlage Steinbruch Linde, "Bruch Pack". (2018)

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  • Brecheranlage Steinbruch Linde, "Bruch Pack". (2018)

    Brecheranlage Steinbruch Linde, "Bruch Pack". (2018)

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  • Das Steinbruchgelände Linde Bruch Pack" ist eingezäunt. (2018)

    Das Steinbruchgelände Linde Bruch Pack" ist eingezäunt. (2018)

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  • Panoramablick über die obere Sohle am Ostende des Bruchs. Die karge Vegetation spiegelt die extremen Standortbedingungen wieder. (2018)

    Panoramablick über die obere Sohle am Ostende des Bruchs. Die karge Vegetation spiegelt die extremen Standortbedingungen wieder. (2018)

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  • Blick in den offenen Bruchkessel, Steinbruch Linde, "Bruch Pack". (2018)

    Blick in den offenen Bruchkessel, Steinbruch Linde, "Bruch Pack". (2018)

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Das ausgedehnte langrechteckige Bruchareal von 600 x 100 Metern Größe liegt am Talrand des Ommerbachs westlich des Lindlarer Ortsteils Linde. Am östlichen Ende des Bruchs ist sichtbar, dass der Abbau auf insgesamt 4 Sohlen erfolgte. Die gegen Südost gerichtete Abbaufront erreicht eine Höhe von rund 40 Metern. Am nordwestlichen Bruchrand, entlang des Tals, liegt über die gesamte Länge eine schmale Halde mit Abraum. Eine weitere Halde bildet in der Mitte des Abbaugeländes einen Hügel von 150 x 50 Metern. Dabei wird es sich um ehemalige Deckschichten handeln, da das gewonnene Dolomitgestein vollständig in die Gewinnung ging. Der Abtransport erfolgte per LKW durch das Ommertal bis an die Lindlarer Sülz.

Am östlichen Ende des Geländes steht an der Straße auf Talniveau ein großes mehrstöckiges Betongebäude, das ehemalige Brechwerk mit Ladesilos. Etwas oberhalb des Brechers, am Böschungsrand des Bruchs, liegt ein Gebäude aus Ziegelstein mit Fließbandzuführung, die ehemalige Siebanlage. Daran angegliedert sind große Boxen für Schüttgut. Unweit davon wurden alte Straßenbeläge deponiert, deren offenbar illegale Entsorgung ungeklärt ist. Neben der Siebanlage befindet sich oben auf der Böschung ein flaches Aufenthaltsgebäude mit Umspannturm für die ehemalige Stromversorgung.

Seit 1986 stehen der Dolomitsteinbruch und die angrenzenden Wälder unter Naturschutz. Kalkhaltige Böden sind im Oberbergischen Kreis nur selten zu finden, daher stellen auch die dort vorkommenden Pflanzengesellschaften, wie zum Beispiel der Waldmeister-Buchenwald, eine Besonderheit dar. Auf der Sohle des Steinbruchs wachsen auf dem kargen Boden Flockenblumen und Habichtskräuter, die gut an solche nährstoffarmen Standorte angepasst sind. Typisch für ehemalige Industriegelände findet sich im Eingangsbereich rund um die alten Gebäude auch der Schmetterlings-Flieder (Buddleja davidii), der sich entlang von Bahntrassen immer weiter nach Norden ausgebreitet hat und gut mit trockenen Standorten zurechtkommt. Die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) ist ebenfalls ein eingebürgerter Neophyt, der sich in diesem Bereich bereits etabliert hat. Viele Tierarten finden auf dem ehemaligen Steinbruchgelände einen Rückzugsort. Die nur spärlich bewachsenen, besonnten Bereiche dienen wärmeliebenden Tierarten als Lebensraum, darunter zahlreiche Insekten- und Spinnenarten, aber auch Reptilien. Fledermäuse nutzen die leerstehenden Gebäude als Unterschlupf und jagen nachts Falter und andere Insekten über den Gewässern auf der Sohle und entlang der Gehölzränder.

Beim Dolomitsteinbruch „Pack“ handelt sich zudem um eine paläontologisch wichtige Fundstelle: „Aus dem Steinbruch Pack in Linde bei Lindlar stammen hervorragend erhaltene Nautiliden, Verwandte des Tintenfischs, die Durchmesser von einem halben Meter erreichten. Funde in diesem Steinbruch belegen auch das erste Auftreten von Lungenfischen im Mitteldevon vor rund 385 Millionen Jahren - ein lebendes Fossil, das auch heute in den Meeren zu finden ist“ (LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland).

2006 gab es die Überlegung zur Einrichtung einer Deponie, was politisch verhindert wurde.

Einzelbefunde
  • Siebanlage
  • Großes Brechwerk mit Ladesilos
  • Aufenthaltsgebäude

Datierung: ab ca. 1950 bis 1970
Betreiber: Firma Pack, Lindlar
Heutiger Zustand: Halden verbuscht und bewaldet, Bruchkessel offen, auf der untersten Sohle steht teilweise Wasser.

(Jörn Kling, ergänzt von Frederik Grundmeier und der Biologischen Station Oberberg, 2018)

Internet
bodendenkmalpflege.lvr.de: Viele Überraschungen in der rheinischen Archäologie, LVR-Tagung „Archäologie im Rheinland - Ausgrabungen, Forschungen und Funde 2014“ am 2./3. Februar 2015 in Bonn (abgerufen am 12.05.2018)
ksta.de: Jan Wellem steht auf Marmelstein (Kölner Stadt-Anzeiger vom 01.04.2008, abgerufen am 12.05.2018)

Literatur

Hering, Gerd (1995)
Milankovitch-Zyklen in mitteldevonischen Schelf-Carbonaten des Rheinischen Schiefergebirges. (Göttinger Arbeiten zur Geologie und Paläontologie 65.) Göttingen.
Weber, Hans-Martin (2014)
Mitteldevonische Giganten - Panzerfische aus dem Steinbruch Pack in Linde. In: Archäologie im Rheinland, S. 51-53. Darmstadt.

Dolomitsteinbruch „Pack“ bei Lindlar-Linde

Schlagwörter
Ort
51789 Lindlar - Linde
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Archivauswertung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1950
Koordinate WGS84
51° 01′ 11,37″ N, 7° 18′ 52,75″ O / 51.01983°, 7.31465°
Koordinate UTM
32U 381793.9 5653381.19
Koordinate Gauss/Krüger
2592287.95 5654675.26

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„Dolomitsteinbruch „Pack“ bei Lindlar-Linde”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-276859 (Abgerufen: 25. März 2019)
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