Villa von Eerde

„Eilandsburg“

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Geldern
Kreis(e): Kleve (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Villa von Eerde in Geldern (2017)

    Villa von Eerde in Geldern (2017)

    Copyright-Hinweis:
    Helga M. Kaczmarek / NABU Naturschutzzentrum Gelderland
    Fotograf/Urheber:
    Helga M. Kaczmarek
    Medientyp:
    Bild
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  • Villa von Eerde in Geldern (2017)

    Villa von Eerde in Geldern (2017)

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1862/63 ließ Georg Freiherr von Eerde (1825-1890), der damalige Landrat des Kreises Geldern, die Villa als privaten Wohnsitz erbauen. Heute gehört das Gebäude zum Gelderner Rathaus und beherbergt unter anderem das Stadtarchiv und das Standesamt.

Die im neugotischen Stil gehaltene Backstein-Villa entstand auf dem Gelände einer früheren Bastion der Festung Geldern und ist eines der jüngsten Schlösser, die am Rande der Niersniederung erbaut wurden. Die Türmchen und Zinnen des romantisch anmutenden Gebäudes sind dem englischen Tudor-Stil nachempfunden. Als Architekt der Villa gilt der Kölner Baumeister und spätere königliche Baurat Vinzenz Statz (1819-1898), dessen architektonische Arbeit seinerzeit bei vielen Adligen nachgefragt war. Auf einer von der Gelderner Fleuth (ein kleiner Nebenfluss der Niers) umflossenen Insel gelegen, bekam das Schloss bereits im 19. Jahrhundert den Beinamen „Eilandsburg“.
Nach dem Tod des Bauherren ging die Villa 1894 in den Besitz des Kreises Geldern über. Anfänglich als Dienstwohnung für die Landräte genutzt, wurden in den Räumlichkeiten nach dem Zweiten Weltkrieg Büros für die Kreisverwaltung eingerichtet. Ab 1969 war dort auch das Archiv des Kreises Geldern angesiedelt. 1984, genau 100 Jahre nach dem Tod van Eerdes, übernahm die Stadt Geldern das Gebäude, das seitdem von der Stadtverwaltung genutzt wird und unter anderem das Stadtarchiv und das Standesamt beherbergt. Insbesondere bei Brautpaaren ist das architektonisch verspielte Schloss mit seinem optisch britischen Flair ein sehr beliebtes Hintergrundmotiv für Hochzeitsfotos.

Zeitgleich mit der Villa wurde der ebenfalls im englischen Stil gehaltene Park angelegt. Trotz einschneidender Baumaßnahmen der Gelderner Stadtverwaltung (z.B. Parkplatzbau) blieb er in großen Teilen bis heute erhalten. Im Parkbereich befindet sich neben anderen, zum Teil recht alten Gehölzen auch eine Blutbuche von beeindruckender Dimension – zweifellos einer der schönsten Altbäume in Geldern.

Die Villa von Eerde ist seit dem 21. Juni 1985 in der Denkmalliste der Stadt Geldern unter der Nummer A 010 eingetragen.

(Helga M. Kaczmarek, NABU-Naturschutzzentrum Gelderland, erstellt im Rahmen des LVR-Netzwerkes Kulturlandschaft, 2017)

Internet
de.wikipedia.org: Georg von Eerde (abgerufen: 12.09.2017)
rp-online.de: Villa von Eerde in Geldern (abgerufen: 12.09.2017)

Literatur

Frankewitz, Stefan (2001)
Die Denkmäler der Stadt Geldern. (Geldrisches Archiv, 6.) Geldern.

Villa von Eerde

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Issumer Tor 38
Ort
47608 Geldern
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1862
Koordinate WGS84
51° 31′ 7,99″ N, 6° 19′ 52,82″ O / 51.51889°, 6.33134°
Koordinate UTM
32U 314852.58 5710906.05
Koordinate Gauss/Krüger
2523042.12 5709425.76

Empfohlene Zitierweise

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„Villa von Eerde”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-271223 (Abgerufen: 18. November 2018)
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