Bilal-Moschee in Aachen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Architekturgeschichte
Gemeinde(n): Aachen
Kreis(e): Städteregion Aachen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 46′ 46,71″ N: 6° 04′ 17,36″ O / 50,77964°N: 6,07149°O
Koordinate UTM 32.293.553,66 m: 5.629.409,79 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.505.086,14 m: 5.627.135,08 m
  • Bilal-Moschee in Aachen (2013)

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Die Bilal-Moschee gehört zu den ältesten Moscheen in Deutschland. Erbaut wurde sie von 1964 bis 1971 und ist damit die fünftälteste Moschee Deutschlands und zudem als Sakralbau seit 2012 ein eingetragenes Denkmal. Die Geschichte der Moschee ist dabei eng verknüpft mit der Studierendenschaft der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH Aachen).
Die Bilal-Moschee liegt auf dem Gelände RWTH Aachen, unweit der Gleise der Eisenbahnstrecke Aachen-Mönchengladbach und des Gießerei-Institutes der RWTH Aachen.

Geschichte
Die Ursprünge zur Gründung eines islamischen Zentrums in Aachen reichen zurück in die 1950er Jahre. Damals war die Anzahl von muslimischen Studierenden der RWTH und Einwohner der Stadt angewachsen, allerdings stand zum damaligen Zeitpunkt keine angemessene Gebetsstätte zur Verfügung. Einige Studierende wendeten sich an den Architekten und damaligen Lehrstuhlinhaber für Baukonstruktionslehre an der RWTH Rudolf Steinbach (1903-1966), der daraufhin die Bauplanung des islamischen Zentrums übernahm und zum Fürsprecher für das Projekt gegenüber der Hochschule und der Stadt wurde. Von Seiten der zukünftigen Gemeinde wurde 1958 die Internationale Muslimische Studentenunion e. V. (IMSU) gegründet, aus der später das Islamischen Zentrum Aachen (IZA) (Bilal-Moschee) e.V. herausging, welche heute Träger der Bilal-Moschee ist.
1959, kurz nach dem Beginn der Planungsphase, übernahm Gernot Kramer (1928-2000), Assistent Steinbachs, die gesamte Bauplanung. Die Bilal-Moschee war der erste und letzte Sakralbau des noch jungen Architekten.
Bis zur Eröffnung der Bilal-Moschee mussten die Gläubigen auf Gebetsräume in Aachen ausweichen, die allerdings aufgrund von Platzproblemen mehrfach gewechselt wurden.

Zur Finanzierung des Baus sammelte die IMSU international Spenden. Neben der Stadt Aachen unterstützen 14 islamisch geprägte Staaten das Projekt. Die Suche nach einem geeigneten Grundstück verzögerte das Projekt, sodass schließlich erst am 13. Mai 1964 die Grundsteinlegung der Bilal-Moschee gefeiert werden konnte. Obwohl der Bau der Moschee noch nicht abgeschlossen war – es fehlten unter anderem noch das Minarett, verschiedene Innenraumdetails und die Gebetsnische – eröffnete sie im Mai 1967. Nach einem Auftragsstop aufgrund finanzieller Schwierigkeiten im September 1969, konnten die letzten Arbeiten 1971 fertiggestellt werden.
Aufgrund von erneuten Platzproblemen der wachsenden Gemeinde wurden an der Moschee 1979 bis 1980 erste Umbauarbeiten durchgeführt. Um den Platzproblemen entgegenzuwirken, wurde in den 1980er und frühen 1990er Jahren vom inzwischen gegründeten IZA der Kauf eines neuen Grundstückes und der Neubau eines Islamischen Zentrums beschlossen, welches allerdings vom Rat der Stadt Aachen abgelehnt wurde.

Baubeschreibung
Die ursprüngliche Bilal-Moschee bildet einen kubischen, geschlossenen Baukörper vom Typ der arabischen Stützenmoschee. Gebaut aus einer Stahlbetonkonstruktion, wurden die Fassaden mit Sichtbeton ausgearbeitet, während die restlichen Bauglieder mit Ziegelmauerwerk verkleidet wurden. Im Untergeschoss des zweigeschossigen Baus befanden sich ursprünglich verschiedene Mehrzweckräume, die Wohnung des Imams und sanitäre Einrichtungen, während das Erdgeschoss zu zwei Dritteln aus einem Vorhof mit Brunnen und zu einem Drittel von dem Gebetsraum gebildet wurde. Auf der Längsseite des Gebetsraumes wurde in halber Höhe die Frauenempore eingezogen. Um diese zu erreichen, befindet sich im Vorhof ein quadratischer Treppenturm, gekrönt durch eine spitz zulaufende Kuppel, die die Fassadenhöhe und das Flachdach überschreitet.

Bei den umfangreichen Umbauarbeiten von 1979 und 1980 wurde der Vorhof überdacht, um Platz für einen Vortragsraum, sanitäre Einrichtungen und kleineren Gemeinschaftsräumen zu schaffen. Ebenso wurde die Empore erweitert und im Untergeschoss durch die Umbauten mehrere Räume geschaffen. Insgesamt veränderte der Umbau die Inneraumgestaltung und die Raumaufteilung der Moschee.
In der ersten Hälfte der 1990er Jahren erfolgte die Dämmung der Sichtbeton-Fassaden. Hierbei wurde auch die grün-graue Fassadengestaltung geschaffen, welche bis heute erhalten ist.

Denkmalschutz
Das Objekt „Bilal Moschee, Professor-Pirlet-Straße 20“ in Aachen ist seit 2012 ein eingetragenes Baudenkmal (Verzeichnis der Denkmäler im Gebiet der Stadt Aachen 2016, S. 23)

(Robert Gansen, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e. V., 2020)

Internet
www.izaachen.de: Geschichte, Entwicklung und Selbstverständnis des Islamischen Zentrums Aachen (Bilal-Moschee) e. V. (abgerufen 09.06.2020)
de.wikipedia.org: Bilal-Moschee in Aachen (abgerufen 16.06.2020)
deu.archinform.net: Rudolf Steinbach (abgerufen 16.06.2020)
deu.archinform.net: Gernot Kramer (abgerufen 25.06.2020)

Literatur

Maxelon, Julia (2014)
Die Bilal-Moschee in Aachen. (Rheinische Kunststätten, Heft 551.) Köln.
Untere Denkmalbehörde der Stadt Aachen (Hrsg.) (2016)
Verzeichnis der Denkmäler im Gebiet der Stadt Aachen (in der Fassung des 18.Nachtrages). S. 23, Aachen. Online verfügbar: www.aachen.de, Verzeichnis der Denkmäler, abgerufen am 28.08.2019

Bilal-Moschee in Aachen

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Professor-Pirlet-Straße
Ort
52074 Aachen
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Architekturgeschichte
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1964 bis 1971

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Bilal-Moschee in Aachen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-261894 (Abgerufen: 16. Mai 2021)
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