Pfarrkirche St. Stephani Auffindung Bürvenich

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie
Gemeinde(n): Zülpich
Kreis(e): Euskirchen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Zülpich-Bürvenich, Pfarrkirche St. Stephani Auffindung (2016)

    Zülpich-Bürvenich, Pfarrkirche St. Stephani Auffindung (2016)

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  • Die heutige Pfarrkirche "St. Stephani Auffindung" mit davor liegendem Friedhof in Zülpich-Bürvenich, ehemals Kirche der 1802 aufgehobenen Zisterzienserinnenabtei Bürvenich (2015).

    Die heutige Pfarrkirche "St. Stephani Auffindung" mit davor liegendem Friedhof in Zülpich-Bürvenich, ehemals Kirche der 1802 aufgehobenen Zisterzienserinnenabtei Bürvenich (2015).

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  • Zülpich-Bürvenich, Pfarrkirche St. Stephani Auffindung. Befund- und Baualterskartierung, Nordseite (2011/12)

    Zülpich-Bürvenich, Pfarrkirche St. Stephani Auffindung. Befund- und Baualterskartierung, Nordseite (2011/12)

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  • Zülpich-Bürvenich, Pfarrkirche St. Stephani Auffindung. Befund- und Baualterskartierung, Südseite (2012/13)

    Zülpich-Bürvenich, Pfarrkirche St. Stephani Auffindung. Befund- und Baualterskartierung, Südseite (2012/13)

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  • Zülpich-Bürvenich, Pfarrkirche St. Stephani Auffindung. Innenaufnahme des Kirchenraums (2016)

    Zülpich-Bürvenich, Pfarrkirche St. Stephani Auffindung. Innenaufnahme des Kirchenraums (2016)

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  • Zülpich-Bürvenich, Kirche St. Stephani Auffindung. Zentrale Stützen im Westturm (2016)

    Zülpich-Bürvenich, Kirche St. Stephani Auffindung. Zentrale Stützen im Westturm (2016)

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Die Kirche St. Stephani liegt auf einer leichten Anhöhe über dem historischen Ort Bürvenich. Der 52,2 Meter lange Saalbau mit Westturm und Apsis bezieht sich unmittelbar auf die ehemalige römische Via Agrippa (heute Stephanusstraße). In der Kirche haben sich die Spuren der Geschichte eines alten Siedlungsortes erhalten, aus dessen Strukturen nach 1234 ein kirchlicher Bau entstand, der in sich die Pfarr- und Nonnenkirche als zwei separate Saalkirchen barg. Beide Teile konnten sich als eigenständige Raumkonzepte entwickeln (1234‒1837).

Siedlung Bürvenich und Vorgeschichte
Die frühen Kirchenbauten
Die ersten Zisterzienserinnen in Bürvenich
Erweiterung der Klosterkirche im 13. Jahrhundert
Baugeschichte im 13. bis 15. Jahrhundert
Maßnahmen 16. Jahrhundert bis 1803
Geschichte nach Aufhebung des Klosters 1803
Sanierung 2011‒2015
Innenausstattung

Siedlung Bürvenich und Vorgeschichte
Das lang gestreckte Straßendorf Bürvenich geht auf eine einheimisch-römische Siedlung an der römischen Fernstraße von Köln über Zülpich nach Reims zurück (Via Agrippa). Die Kirche des hl. Stephanus bildet dabei das Zentrum des Ortes.
Die Anfänge der Kirche und des Ortes sind nicht bekannt. Aus karolingischem Königsbesitz gelangten Güter in Bürvenich an die Benediktinerabtei Prüm, dem Hauskloster der Karolinger. Erste schriftliche Überlieferungen belegen 893 den Prümer Besitz. Ein Hof mit zugehöriger Kapelle ging an den lokalen Adel über: zunächst an die Grafen von Molsbach, im Jahr 1200 an die Grafen von Jülich. Aus der Kapelle entstand die heutige Kirche.
Auf dem Besitz der Jülicher Grafen siedelte sich ein Konvent der Zisterzienserinnen an; zunächst wurden die vorhandenen Gebäude genutzt. Eine Jülicher Stiftung ermöglichte im April 1234 die Grundausstattung des Klosters und ermöglichte umfassende Baumaßnahmen.
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Die frühen Kirchenbauten
Die ursprüngliche Kapelle war ein einfacher Saalbau von 16,4 Metern Länge und etwa 11 Metern Breite. Er bildet den Westteil der heutigen Kirche und grenzt direkt an den Turm. Das Baumaterial besteht aus Bruchsteinen und römischen Spolien. Dies sind wieder verwendete römischen Baumaterialien wie Ziegelfragmente, Estrich, und Kalksinter aus der römischen Eifelwasserleitung. Die Bruchsteine aus Sandstein stammen von einem lokalen Steinbruch oberhalb des Ortes.
Mit diesen Baumaterialien kann dieser Saalbau allgemein in das 11. Jahrhundert datiert werden.
Wohl im 12. Jahrhundert wurde die Kapelle zur Pfarrkirche erhoben und ein Westturm angebaut. Die Mauern sind rund 1,4 Meter stark, der Grundriss misst 8,7 mal 9 Meter.

Zu den frühen Bauten vor der Klosterzeit gehört ein isoliert stehendes Wohngebäude, dessen giebelseitige Schaufront ebenfalls zur Römerstraße ausgerichtet war. Dieser Giebel hat sich in der Nordwand der Kirche erhalten, während der restliche Baukörper, der sich ursprünglich weiter nach Norden erstreckte, abgerissen wurde. Der Bau hatte eine Breite von knapp elf Metern bei einer Höhe von vielleicht 13 Metern.

Der Bau datiert in die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts. Das Mauerwerk aus Sandstein und der Mörtel weichen von dem der Kapelle deutlich ab. Er besaß drei Geschosse mit Rundbogenfenstern. Es handelte sich um einen romanischen curtis, einen feudalen Wohnsitz eines unbefestigten Wirtschaftshofes. Es wird sich um einen Teil des landesherrlichen, seit 1200 jülichen Oberhofes handeln, der in der Nähe der Kapelle anzunehmen ist.
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Die ersten Zisterzienserinnen in Bürvenich
Nach der Überlieferung haben zwei Töchter des Jülicher Hauses bereits im 12. Jahrhundert den Frauenkonvent gegründet. Das Fest der Stifterin, der ehrwürdigen Elisabeth von Jülich, wurde am 14. November gefeiert. Zwar fehlen entsprechende Quellen, aber die bekannte Überfüllung des benachbarten Hovener Klosters gegen Ende des 12. Jahrhunderts unterstützt diese Überlieferung. So übergab wohl der Jülicher Graf seinen neu erworbenen Besitz in Bürvenich dem Zusammenschluss zisterziensisch lebender Frauen. Diese Form der Ansiedlung ist charakteristisch für die frühen Niederlassungen der Zisterzienserinnen in der Blüte der hochmittelalterlichen religiösen Frauenbewegung. Sie nutzten bestehende Bauten, in denen sie vorübergehend unterkamen, bevor die das Kloster gründeten.
Von dieser frühen Nutzung zeugt in der damaligen Pfarrkirche (heute der Westteil) der Einbau einer Nonnenempore. Diese sicherte die strikte Trennung zwischen dem Laien- und dem Schwesternbereich. Erhalten davon sind Wandvorsprünge in drei Metern Höhe und die Rundbogenfenster im Oberteil der Wände. Der alleinige Zugang erfolgte über den Westturm.

Der Einbau der Nonnenempore bewirkte, dass die Pfarrkirche für die Bürvenicher ‒ unter der Empore ‒ unbelichtet blieb. In dieser Zeit wurde der Wohnsitz östlich der Kirche wohl als Konventbau genutzt.
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Erweiterung der Klosterkirche im 13. Jahrhundert
Im April 1234 wurde mit der Jülicher Stiftung die Grundausstattung des Klosters gewährleistet. Graf Wilhelm IV von Jülich verlieh der Äbtissin und dem Konvent das Patronatsrecht über die Pfarrkirche und fügte seinen Besitz, der Grund und Boden, auf dem das Kloster bestand, mit den dazugehörigen Gütern hinzu. Damit waren den Zisterzienserinnen feste Einkünfte gesichert und diese ermöglichten die Durchführung der erforderlichen Baumaßnahmen.
In östlicher Verlängerung der Pfarrkirche wird die Nonnenkirche angefügt. Diese hatte eine Länge von 26,2 Metern, die Breite des Saalbaus wurde beibehalten. Der östliche Abschluss war eine eingezogene Rundapsis. Im Mauerwerk noch sichtbar sind die charakteristischen schlanken Langfenster, die bei einer Vielzahl von Zisterzienserinnenkirchen wiederkehren.
Als Baumaterial diente wieder der örtliche Sandstein, in Bautechnik und Mörtel jedoch deutlich von den vorhergehenden Bauphasen zu unterscheiden. Die Nonnenkirche besaß einen sandsteinfarbenen, rötlich nuancierten Außenverputz, während die Pfarrkirche ihre weißliche Fassung behielt. Die Trennung zwischen dem Laien- und dem Schwesternbereich sollte auch außen deutlich hervortreten. Zusätzlich war die Nonnenkirche um 1,3 Meter höher als die Pfarrkirche, betont durch ein umlaufendes Dachgesims. Im Inneren waren beide Kirchen 600 Jahre lang durch eine Quermauer getrennt (bis 1730). Nach 1730 blieb die Trennung jedoch weiter erhalten: nun durch eine leichte Fachwerkwand, die jedoch um eine Achse nach Osten versetzt war. Diese blieb bis 1837 erhalten.

Im Norden wurde der bestehende Konventbau in die Wandflucht der Nonnenkirche einbezogen, so bleib dessen Südgiebel bis heute erhalten. Der Bau selbst wurde wohl bis ins 17. Jahrhundert von den Zisterzienserinnen genutzt. Die Nonnenkirche war von diesem Bau aus zugänglich.
Allerdings stagnierten nach Vollendung des Kirchenbaus die Baumaßnahmen an den anderen Konventgebäuden wegen fehlender Geldmittel. Sogar der Erzbischof von Köln unterstützte die Äbtissin unter Zusicherung eines Ablasses an die Christgläubigen. 1249 waren Klosterbauten, Kapelle, Krankenabteilung und Wirtschaftsgebäude noch unvollendet. Und 1249 gestattete Papst Innozenz IV. auf Bitten des Kölner Erzbischofes Konrad von Hochstaden die Aufnahme von weiteren zehn Nonnen über die vom Orden festgesetzte Zahl.
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Baugeschichte im 13. bis 15. Jahrhundert
1260 wurde die Pfarrkirche dem Kloster übertragen, womit die bisher dem Pfarrer zustehenden Einkünfte dem Kloster zufielen. Aber auch die Baulast ging auf die Zisterzienserinnen über. Man strebte nun eine Vereinheitlichung von Pfarr- und Klosterkirche an. Mit der Aufstockung des Westturms erhielt die Pfarrkirche 1334 bis 1354 ein steileres gotisches Dach mit Kreuzgewölbe. Gleichzeitig baute man gotische Fenster in beide Kirchen ein, als Vorgänger der spätmittelalterlichen großen Maßwerkfenster. Allerdings blieben die beiden Gebäude an unterschiedlichen Höhen der Fensterlaibungen sichtbar.

1448 wurden nach einem Brand „Kapelle und Chor“ der Nonnenkirche neu aufgebaut. Der Brand hatte massive Schäden an Kirche und Kloster verursacht. Es gab 1450 eine großzügige Güter- und Memorienstiftung für die Erneuerung der Gebäude. Brandspuren sind bis heute an Rotverfärbungen von Stein und Mörtel erkennbar.
Bereits 1448 wurde der Dachstuhl erneuert, dies bezeugen dendrochronologische Holzdatierungen. Der Chor wurde den gotischen Vorstellungen angepasst. Zusätzlich wurden neue Fenster eingebaut. Das Langhaus der Nonnen erhielt auf der Südseite zwei große Fenster mit Spitzbogenabschluss und dreiteiligem Maßwerk, der Chor eine schmälere Version. Nach Abschluss der Arbeiten war die Trennung zwischen Pfarr- und Klosterkirche wieder stärker sichtbar, da in der Gemeindekirche die kleineren Spitzbogenfenster erhalten blieben, gegenüber den neuen großen in der Nonnenkirche.
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Maßnahmen 16. Jahrhundert bis 1803
Nach den Baumaßnahmen nach dem Brand von 1448 blieb die Nonnenkirche in den folgenden Zeiten weitgehend in ihrem Bestand erhalten, während an der Pfarrkirche sukzessive Sanierungs- und Anpassungsarbeiten erforderlich wurden.
Nach 1559 erhielt die Pfarrkirche eine Aufstockung des Mauerwerks um 1,3 Meter auf die Höhe der Nonnenkirche und drei große Maßwerkfenster. Damit vereinheitlichte sich das Erscheinungsbild des Gesamtbaus. Auf der Nordseite, der Schauseite abgewandt, verblieben jedoch die kleineren gotischen Fenster.
Da die Pfarrgemeinde für den Erhalt des Turmes zuständig war (für den Kirchenbau war dies das Kloster), erfolgten 1654 Kernsanierungen des Turms durch die Kommune Bürvenich. Es wurde ein mächtiges Tragwerk aus Holz eingebaut, das zur Aufnahme des Turmdachwerks in den Baukörper eingestellt wurde. Zusätzlich wurde die gesamte Nordwestecke des Turms neu aufgemauert. Davon zeugt eine Inschriftentafel an der nordwestlichen Turmecke.

1619 gab es erneut einen Brand mit großflächigen Zerstörungen an Klosterhof, Kirche, Kapelle und anderen Gebäuden. Bei den Erneuerungen wurde nun der nördlich angrenzende Konventbau abgerissen. Zugleich erfolgte eine umfassende Mauerwerkssanierung an der Nordseite der Kirche. Der Konventbau wurde durch einen Neubau ersetzt, der noch die alte Öffnung zwischen altem Konventbau und Kirche integrierte und weiterhin den ungestörten Zugang der Nonnen vom Konvent in die Kirche sicherstellte.
Um 1730 folgten die letzten Baumaßnahmen vor der Säkularisation. Der Teil der Gemeinde wurde erheblich vergrößert, indem die bestehende Trennwand durchstoßen wurde; zwei seitliche Mauerzüge blieben an den Wänden bestehen. Eine Fachwerkwand wurde neu eingezogen, die jedoch die Nonnenkirche um eine Achse verkleinerte (in der Achse des heutigen Triumphbogens). Der Hauptaltar wurde nun zentral für beide Kirchen aufgestellt, daneben befand sich die abgetrennte Sakristei an der Nordwand in der Kirche. Die Fenster an der Nordseite der Kirche wurden ebenfalls vergrößert.

Als eine zusammenhängende Konstruktion wurden 1730 der Dachstuhl sowie das barocke Spiegelgewölbe errichtet. Beide Kirchen hatten nun ein durchgehendes Dach mit inneren Gewölbedecken. Bei diesen Maßnahmen zeigten sich die Gemeindemitglieder als Akteure und Finanziers der Arbeiten. Im Kloster waren nur noch sieben Nonnen, die nun den verkleinerten Nonnenbereich weiter nutzten.
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Geschichte nach Aufhebung des Klosters 1803
Fünf Jahre nach Aufhebung des Klosters 1803 kaufte die Gemeinde Bürvenich Kirchen und Bauten zurück. Bald nach 1808 wurden Koventgebäude abgerissen, das ehemalige Viereck der Klausur war damit nicht mehr vorhanden. Erhalten blieben der mit dem Chor baulich verbundene Südflügel und das anschließende Äbtissinenhaus, weiter genutzt als Priorat und Schule.

In der Kirche blieb die Trennung durch die Fachwerkwand noch drei Jahrzehnte erhalten, die Sakristei verlegte man hinter den Pfarraltar im Nonnenchor.
Die Gemeinde beauftragte 1836 den Architekten Christian Wilhelm Ulich mit der Vereinheitlichung der Kirche. Hervorgehoben wurden die Beseitigung der Trennwand und die Angleichung der Fußbodenniveaus. Die alte Fachwerkwand wurde durch einen Triumphbogen ersetzt, der nun den Langbau neu gliederte in Kirchenschiff und langen Chor. Zur statischen Sicherheit wurden an den Außenseiten Stützpfeiler angebaut. Und an der Nordseite wurden alle Öffnungen geschlossen, so dass diese Wand nun fensterlos blieb.
An den Chor wird 1898 die Sakristei angebaut. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg folgen umfassende Wiederherstellungsarbeiten von 1948 bis zum Jahre 1959.
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Sanierung 2011‒2015
Die 2011 begonnene Gesamtinstandsetzung der Kirche veranlasste detaillierte Bauanalysen zur denkmalpflegerisch optimalen Umsetzung der Maßnahmen, sie bot zugleich die Möglichkeit, aktuellen Fragen der Architekturforschung zu Anlagen der Zisterzienserinnen im Rheinland nachzugehen.

Bei den Arbeiten zur Sanierung des Gebäudes wurden Dachdeckung und Dachentwässerung erneuert, die Außenmauern statisch gesichert und neu verputzt und die Gestaltung des Innenraumes neu konzipiert. Dabei arbeiteten Kirchengemeinde, Architekt, Denkmalbehörden, Entscheidungsträger und die vor Ort arbeitenden Handwerker eng zusammen, sie waren sich der Einzigartigkeit des Bauwerkes bewusst und stets bereit zum Umdenken.
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Innenausstattung
Von der Ausstattung sind neben der neugotischen Bestuhlung, Beichtstühle, Orgelbühne etc. vor allem die Sakramentsnische von 1463 zu nennen, der Antwerpener Flügelaltar um 1520 aus dem Werkstattkreis des sog. Meisters von Linnich, die beiden Statuen des St. Urbanus und St. Stephanus als lebensgroße bemalte Holzplastiken des 18. Jahrhunderts sowie eine Pieta des späten 15. Jahrhunderts, die ehemals in einem Heiligenhäuschen auf dem Weg nach Zülpich stand.
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Die Pfarrkirche St. Stephanus, der Klosterbezirk einschließlich des Friedhof ist eingetragenes Baudenkmal (Stadt Zülpich, UDB-Nr. 66; LVR-ADR-ObjNr. 25266).

Die Pfarrkirche St. Stephani Auffindung in Bürvenich war Objekt des Monats Oktober 2016 und Station bei der Archäologietour Nordeifel 2016.

(LVR-Redaktion KuLaDig / LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, 2016)

Internet
www.bodendenkmalpflege.lvr.de: Archäologietour Nordeifel 2016, Zülpich-Bürvenich: Forschungen an der Pfarrkirche St. Stephani Auffindung (abgerufen 02.08.2016)
de.wikipedia.org: Kirche St. Stephani Auffindung Bürvenich (abgerufen 02.08.2016)

Literatur

Dohmen, Kristin; Heine, Sigrun; Notarius, Christina (2015)
Die Pfarr- und Zisterzienserinnenkirche in Bürvenich. Bauforschung im Kontext der Denkmalinstandsetzung. In: Jahrbuch der Rheinischen Denkmalpflege 45, S. 93-120. Worms.
Engels, Odilo (2006)
Klöster und Stifte von der Merowingerzeit bis um 1200. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IX.2.) Bonn.
Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. S. 1140, Stuttgart.

Pfarrkirche St. Stephani Auffindung Bürvenich

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Stephanusstraße 55
Ort
53909 Zülpich - Bürvenich
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1180 bis 1230
Koordinate WGS84
50° 39′ 17,2″ N, 6° 35′ 39,7″ O / 50.65478°, 6.59436°
Koordinate UTM
32U 329957.49 5614197.49
Koordinate Gauss/Krüger
2542075.41 5613411.34

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„Pfarrkirche St. Stephani Auffindung Bürvenich”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-252596 (Abgerufen: 17. November 2018)
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