Haupttor der Zitadelle Wesel, Blick über den zentralen Waffenplatz (2020)
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Das heutige LVR-Niederrheinmuseum Wesel wurde ursprünglich durch die 1990 gegründete Stiftung Preußen-Museum Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen und ab 1991 zunächst als Preußen-Museum Wesel geführt. Nachdem der Museumsbetrieb in den ersten Jahren noch in Form von Wanderausstellungen erfolgte, konnte das Preußen-Museum Wesel dann 1998 im umgebauten Körnermagazin der Weseler Festung eröffnet werden.
LVR-Niederrheinmuseum Wesel Im Jahr 2015 erfolgte die Übernahme der Trägerschaft des Preußen-Museums durch den Landschaftsverband Rheinland. Nach einer etwa dreijährigen Sanierungsphase wurde das frühere Preußen-Museum am 18. März 2018 mit der Sonderausstellung „Wesel und die Niederrheinlande. Schätze, die Geschichte(n) erzählen“ als LVR-Niederrheinmuseum Wesel neu eröffnet. Seit Juli 2025 präsentiert das Museum nach einem kompletten Umbau seine Neukonzeption „Leben mit dem Wasser“, in der fast 800 Jahr Kulturgeschichte auf vielfältige Art präsentiert werden. Der Niederrhein zeigt sich hier als eine faszinierende Region, in der Tradition und Moderne auf einzigartige Weise miteinander verbunden sind. Auf drei Etagen wird diese Dynamik sichtbar. Historische Objekte aus der Sammlung des Museums und zahlreiche Leihgaben erzählen von Kriegen und Krisen, gleichzeitig zeugen sie von den Chancen, die aus diesen Herausforderungen entstanden sind. Diese Artefakte sind nicht nur Erinnerungen an vergangene Zeiten, sondern auch Symbole einer starken kulturellen Identität, die im Wandel der Geschichte gewachsen ist. Im Mittelalter war die Region ein bedeutendes Handelszentrum, insbesondere durch Städte wie Kleve und Duisburg. Im 17. Jahrhundert kam es während des Dreißigjährigen Krieges zu heftigen Kämpfen. Die preußische Annexion im 18. Jahrhundert brachte weitreichende Veränderungen mit sich und während des Zweiten Weltkriegs spielte der Niederrhein eine strategische Rolle, was zu schweren Zerstörungen führte. Nach dem Krieg erlebte die Region einen Wiederaufbau und wirtschaftlichen Aufschwung, der bis heute anhält. Diese Ereignisse haben die Geschichte und Entwicklung des Niederrheins entscheidend beeinflusst und seine kulturelle Identität bis zum heutigen Tag geprägt. Auch Brauchtum und Mundart sind bis in die Gegenwart lebendig und werden gepflegt.
Der Museumsrundgang ist interaktiv und die Inhalte werden spielerisch und mithilfe von Hands-on-Stationen erzählt. Eine ergänzende Entdeckungsreise durch die Erdgeschichte der Region bietet die Präsentation „Erdgeschichte des Niederrheins: Mammut, Wollnashorn und Co“ des GeoParks Ruhrgebiet e. V. mittels einer Zeitreise zu 400 Millionen Jahren Erdgeschichte im Eingangsbereich des Museums. Neben den Ausstellungen des Niederrheinmuseums laden auch die in Teilen erhaltenen äußeren preußischen Festungsanlagen zum Rundgang ein. Das angrenzende Haupttorgebäude der Zitadelle beherbergt die Abteilung Schillkasematte des städtischen Museums. Hier kann das Gefängnis der 1809 von Napoleon zum Tode verurteilten elf Schill'schen Offiziere besucht werden. In zwei historischen Räumen erinnert eine Ausstellung an das Ereignis. Das Stadtarchiv Wesel mit Restaurierungswerkstatt und die städtische Musik- und Kunstschule Wesel komplettieren das Kulturzentrum Zitadelle.
Gestaltung, Angebote und Besonderheiten Das LVR-Niederrheinmuseum im ehemaligen Körnermagazin der Festungszitadelle Wesel umfasst insgesamt über 4.300 Quadratmeter Nutzfläche, davon etwa 2.000 für die Neukonzeption der Dauerausstellung. Die Gliederung der Ausstellung sowohl nach historischer Chronologie als auch nach Sachbereichen erlaubt den Besuchenden einen gezielten Zugang zu Themen, die sie besonders interessieren. Zahlreiche Inszenierungen, audio-visuelle Stationen und moderne Medien machen Geschichte erlebbar und fordern zu eigenen Aktivitäten auf. Im Sinne der Barrierefreiheit versteht sich das Haus als ein „Museum für alle“. So hält das Museum PKW-Parkplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen vor, von denen aus die Ausstellung leicht zu erreichen ist. Die Ebenen im Inneren sind mit einem Aufzug erreichbar. Auch sind Assistenzhunde im Museum erlaubt. Die Ausstellungstexte sind durchgängig in Deutsch und Niederländisch geschrieben. Ein per App bereitstehender Medien-Guide liefert weitere Texte in Englisch und in einfacher Sprache.
Führungen und weitere pädagogische Angebote sind insbesondere auf Besuche von Schulen, Kindergärten, Kindergeburtstags- und Reisegruppen ausgerichtet. Der Museumsshop und das an den Wochenenden geöffnete „Café Zitadelle“ laden zusätzlich zum Verweilen ein.
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