Synagoge und Synagogengasse in Neuwied

Bethaus in der damaligen Engerser Straße

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Neuwied
Kreis(e): Neuwied
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Die im Jahr 1960 errichtete Gedenktafel zur Erinnerung an die Neuwieder Synagoge in der damaligen Engerser Straße (2007).

    Die im Jahr 1960 errichtete Gedenktafel zur Erinnerung an die Neuwieder Synagoge in der damaligen Engerser Straße (2007).

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Die jüdische Gemeinde Neuwied seit dem frühen 19. Jahrhundert:
Eine jüdische Gemeinde entstand nach 1653 aufgrund der toleranten Ansiedlungspolitik der Fürsten zu Wied-Neuwied. 1740 schlossen sich die Juden in Neuwied und Heddesdorf zu einer Gemeinde zusammen; 1864 Bildung eines Synagogenbezirks mit Irlich und Heddesdorf, dem sich 1894 die Juden in Fahr, Hüllenberg, Rodenbach und Rockenfeld sowie 1905 Wollendorf anschlossen. Nach 1945 Neugründung der Gemeinde, die sich aber in den 1950er Jahren wieder auflöste und an Koblenz anschloss.
Gemeindegröße um 1815: 210 (1822), um 1880: 390 (1885), 1932: 300 / ca. 100 (1939), 2006: –.
Bethaus / Synagoge: Eine Betstube ist schon im frühen 18. Jahrhundert belegt; 1748 Einweihung eines Neubaus, der 1844 und 1883 umgebaut wurde. 1938 wurde das Gebäude verwüstet und bald darauf abgerissen.
Friedhof: Seit dem 17. Jahrhundert bestand ein Friedhof in Niederbieber für die Neuwieder Juden (Angaben vorab nach Reuter 2007).

Die Synagoge Neuwied wurde während des Pogroms vom 09./10. November 1938 in Brand gesetzt und 1939 abgerissen, so dass heute keinerlei Bausubstanz mehr vorhanden ist (synagogen.info). „Sie befand sich am Anfang der Engerser Straße, die 1983 in Synagogengasse umbenannt wurde.“ (de.wikipedia.org). Als Erinnerung an die Synagoge und die ehemalige jüdische Volksschule wurde 1960 wurde an der Schule eine Gedenktafel zur Erinnerung angebracht. Ihre Inschrift lautet:
„Nach dem Abbruch des Schulhauses 1980 wurde die Gedenktafel an die hier neu errichtete Halle eines Geschäftshauses angebracht (Enthüllung am 30. Juni 1983). Mit Beschluss des Gemeinderates der Stadt vom 30. Juni 1983 wurde die Engerser Straße zwischen Schlossstraße und Theaterplatz in “Synagogengasse„ umgenannt.“ (alemannia-judaica.de)

Seit Mai 2001 befindet sich in der Synagoge in Koblenz ein 1871 gestifteter Toravorhang (Parochet), der ursprünglich aus der Neuwieder Synagoge stammt.

(LVR-Redaktion KuLaDig, 2015/2016)

Internet
www.alemannia-judaica.de: Synagoge Neuwied (abgerufen 09.11.2015)
synagogen.info: Neuwied (abgerufen 09.11.2015)
de.wikipedia.org: Synagoge Neuwied (abgerufen 23.05.2016)

Literatur

Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) S. 68, Bonn.

Synagoge und Synagogengasse in Neuwied

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Synagogengasse
Ort
56564 Neuwied
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1748, Ende 1938 bis 1939
Koordinate WGS84
50° 25′ 46,01″ N, 7° 27′ 23,54″ O / 50.42945°, 7.45654°
Koordinate UTM
32U 390375.58 5587518.79
Koordinate Gauss/Krüger
2603536.13 5589191.73

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„Synagoge und Synagogengasse in Neuwied”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-245651 (Abgerufen: 15. August 2018)
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