Burgstrasse in Sankt Goarshausen

„Gäsgaß“ bzw. „Gäsegaß“

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Sankt Goarshausen
Kreis(e): Rhein-Lahn-Kreis
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Eigentlich heißt die schmale Straße zwischen Rhein und Bahnlinie Burgstraße. Doch kaum jemand sagt Burgstraße, wenn er die Burgstraße meint. Für die Bewohner der Altstadt ist es die Gäsegaß. Gäs ist die mundartliche Bezeichnung für Ziege (Geiß). Ziegen waren die einzigen Tiere, die in der kleinen Gasse und zwischen den Häusern gehalten werden konnten. Viele Stallungen waren aber auch oberhalb der nördlichen Häuserreihe gelegen, dort wo heute die rechtsrheinische Bahnlinie verläuft. Die Gebäude mussten dem Bau der Nassauischen Rheintalbahn Mitte des 19. Jahrhunderts weichen. In der kleinen Gasse prägten lange Zeit die Ziegen das Stadtbild. Seit 1995 kümmert sich die Bürgerinitiative Altstadt um die Erhaltung und Aufwertung der Gäsgaß. So wurden zwischenzeitlich Häuser renoviert, z.B. das Alte Rathaus in der Burgstraße 7. Dieses hat neben einer Fassadenrenovierung auch ein Trauzimmer erhalten. 2003 wurde von der Bürgerinitiative eine bronzene Ziegenstatue, die aus einem Hof frech um die Ecke guckt, der Stadt gestiftet. Zusätzlich informiert eine Tafel über die Entstehung der Bezeichnung Gäsgaß. Dadurch ist für jeden Nichtaltstädter und Besucher der Stadt Sankt Goarshausen sichtbar, wie die Straße zu ihrem Namen kam. Nur knapp 200 m ist die Straße lang und 1,5 m an ihrer schmalsten Stelle breit. Dies erinnert eher an ein italienisches Dorf, als an eine Stadt mit ca. 1.350 Einwohnern am Mittelrhein. Auch die Tatsache, dass der Rhein regelmäßig über die Ufer tritt und die schmalen Gassen flutet und die Bewohner mit Booten zu ihren Häusern fahren, lässt Bilder von Venedig im Kopf entstehen. Doch die Bewohner der Gäsgaß und der Altstadt sind die Vorgänge gewohnt und räumen rechtzeitig und routiniert ihre Keller. Anschließend wird gemeinsam gegen den Schlamm und die Überbleibsel des Hochwassers angegangen. Auch dafür macht sich die Bürgerinitiative stark. Nachbarn helfen sich, so wie es früher selbstverständlich war.

Seit 2002 ist die Kulturlandschaft am Oberen Mittelrheintal in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen worden. So ist auch die Gäsegaß bzw. die Burgstraße Teil des UNESO Weltkulturerbes.

(Manuel Schellhas, Universität Koblenz-Landau, sowie freundliche Hinweise von Herrn Werner Bonn, Archivar der Stadt Sankt Goarshausen, 2015)

Internet:
www.swr.de Burgstraße in St. Goarshausen (Markus Bundt 01.04.2012, abgerufen 03.10.2015)
www.loreleystadt.de Bürgerinitiative Altstadt St. Goarshausen (Bürgerinitiative Altstadt St. Goarshausen, abgerufen 03.10.2015)

Literatur

Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2013)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Rhein-Lahn-Kreis (Denkmalverzeichnis Rhein-Lahn-Kreis vom 22. April 2013). Koblenz. Online verfügbar: http://denkmallisten.gdke-rlp.de/Rhein-Lahn-Kreis.pdf, abgerufen am 05.01.2014

Burgstrasse in Sankt Goarshausen

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Burgstrasse
Ort
56346 Sankt Goarshausen
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1222
Koordinate WGS84
50° 09′ 6,35″ N, 7° 43′ 19,14″ O / 50.15176°, 7.72198°
Koordinate UTM
32U 408698.36 5556286.49
Koordinate Gauss/Krüger
3408736.94 5558069.46

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„Burgstrasse in Sankt Goarshausen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-244646 (Abgerufen: 24. Mai 2018)
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