Schultenhof in Kupferdreh

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Der Schultenhof war sicherlich die Keimzelle der Honnschaft Hinsbeck; sein Vorhandensein kann wie das des Dorfes bereits im 9. Jahrhundert angenommen werden. Es handelte sich um einen Oberhof der Abtei Werden, der die Hinsbecker Höfe verwaltete.

„Der wichtigste Hof im ehemaligen Hinsbeck war der Schultenhof. Als Werdener Oberhof war er ein 'Kurmud-*) und Behandigungsgut' (Erbpacht des Aufsitzers) und gleichberechtigt mit dem Sadelhof Viehausen in Fischlaken. Sein Hofesgericht, auf dem u.a. über die Neubehandigung der Hinsbecker Höfe sowie über Unklarheiten bei den Abgaben an die Abtei und bei Grenzstreitigkeiten beraten und verhandelt wurde, fand im westlichen Vorraum der Abtei, im so genannten 'Paradiese' statt. Ursprünglich hatte der Schulte von Hinsbeck die Einnahmen von 23 Unterhöfen einzusammeln und an den Abt abzuführen. Diese umfangreiche Verwaltungstätigkeit wurde zeitweilig einem Adeligen übertragen, dessen Name leider nicht bekannt ist. Sein Siegel ist jedoch erhalten geblieben. Es zeigt zwei gekreuzte Wolfsangeln. Neben diesem Adeligen, der nicht auf dem Schultenhof wohnte, gab es noch den bäuerlichen Schulten zu Hinsbeck, der den Hof bewirtschaftete. Neben den schon erwähnten Aufgaben hatte der Schulte auch über die Einhaltung der herrschaftlichen Vorschriften und Anordnungen zu wachen.“

Im Jahr 1836, nach der Säkularisation, löste der damalige Hofbesitzer 'Großheimann gen. Schulte – Hinsbeck', kurz Schulte-Großheimann, die fiskalischen Lasten ab. Später gingen die Reste des Hofes in den Besitz der Familie Sonnenschein über. Ein Gebäude steht heute noch in der Hofstraße.
Weitere Ländereien des ehemaligen Schultenhofes erstreckten sich zwischen Kupferdreher und Byfanger Straße. Um 1900 wurde in der Kupferdreher Straße 173 das Hotel-Restaurant „Schulte-Großheimann“ errichtet. In dem Haus befindet sich seit 1976 die „Damian Apotheke“.

*) Kurmud (auch Kurmoet, Churmudt, Churmundt, Todfall oder Besthaupt) bezeichnet eine Abgabe eines Abhängigen, die beim Tod in Form des besten Stück Viehs (Pferd, Rind) an den Grundherrn zu leisten war. (Vgl. Lexikon des Mittelalters, Bd. 1, Sp. 2071-2072)

(Kathrin Lipfert, LVR-Fachbereich Umwelt, 2010)

Literatur

Busch, Johann Rainer (2008)
Kupferdreh und seine Geschichte als Teil der Ruhr.2010 Kulturhauptstadt Europas (hrsg. von der Bürgerschaft Kupferdreh). S. 17, 19, 276, Essen.

Schultenhof in Kupferdreh

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 800 bis 899
Koordinate WGS84
51° 23′ 27,79″ N, 7° 04′ 54,9″ O / 51.39105°, 7.08192°
Koordinate UTM
32U 366548.81 5695058.75
Koordinate Gauss/Krüger
2575349.85 5695707.63

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Schultenhof in Kupferdreh”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-KL-20100317-0001 (Abgerufen: 23. März 2017)
Seitenanfang