Evangelische Kirche Essen-Werden

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 23′ 25,76″ N: 7° 00′ 10,28″ O 51,39049°N: 7,00286°O
Koordinate UTM 32.361.047,00 m: 5.695.142,78 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.569.847,95 m: 5.695.566,44 m
  • Evangelische Kirche in Essen-Werden (2025).

    Evangelische Kirche in Essen-Werden (2025).

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  • Evangelische Kirche in Essen-Werden (2025).

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  • Walcker-Orgel aus dem Jahr 1900 in der Evangelischen Kirche Essen-Werden (2019).

    Walcker-Orgel aus dem Jahr 1900 in der Evangelischen Kirche Essen-Werden (2019).

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Die Evangelische Kirche in Werden, Hauptkirche der Kirchengemeinde des Stadtteils, hebt sich insbesondere durch ihre ungewöhnliche Innenausstattung und Architektur von anderen lutherischen Kirchen des Rheinlandes ab.

Entwicklung der evangelischen Kirche in Werden
Den Grundstein der Reformation in Werden legte der Mönch Peter Ullner, der ab 1550 die Kelchkommunion in der Kirche Sankt Lucius einführte. Dies wurde von den Äbten in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts vorerst toleriert, bis sich unter Abt Konrad II. Cloed (1601-1614) konträre Tendenzen entwickelten. So wurden lutherische Predigten und Gottesdienste verboten sowie Pastoren vertrieben.
Dennoch gestattete Abt Heinrich Dücker 1650 den Werdener Lutheranern den Bau eines Kirchengebäudes am Markt, jedoch nur in Gestalt eines gewöhnlichen Bürgerhauses und ohne Turm und Geläut. Das Gotteshaus bestand bis ins 19. Jahrhundert, als es schließlich 1832 von einem klassizistischen Neubau abgelöst wurde. Die neue Kirche ist bis heute in ihren ursprünglichen Abmessungen gänzlich erhalten und fungiert unter dem Namen „Haus Fuhr“ (Heckstraße 16) als evangelisches Gemeindehaus. Auch die zweite Kirche entsprach jedoch schon bald nicht mehr den räumlichen Anforderungen der stark anwachsenden evangelischen Gemeinde im nunmehr preußischen Werden, weswegen ein weiterer Neubau am Ende des 19. Jahrhunderts angestrebt wurde.

Bau und Beschreibung der heutigen evangelischen Kirche
Der in Köln ansässige Regierungsbaumeister Eduard August Daniel Senz (1862-1912) begann den Bau einer neuen Kirche 1897 nach anfänglichen Auseinandersetzungen über seine ersten Entwürfe.
Der Zentralbau, dem westlich ein Turm und ein Konfirmandensaal angegliedert ist, wurde aus rotem Backstein gefertigt. Der Kirchenraum besitzt einen quadratisch Schnitt, auf seiner Westseite ist der 59,60 Meter hohe Turm aufgesetzt. Über die von außen erschlossenen Treppenhäuser gelangt man auf die Orgelempore und von dort aus in den Kirchturm.
Ungewöhnlich für evangelische Sakralbauten ist die schmuckvolle Einrichtung und Gestaltung des Innenraums. So zielte Baumeister Senz „Stilformen [ab], die sich an die deutsche Renaissance der Reformation anlehnen“ (Evangelische Kirchengemeinde Werden), wobei er frühchristlich-byzantinische Architekturelemente wie die Raumgliederung und den Kuppelbau implementierte. Bei der Säulenstellung orientierte er sich explizit an der Sultan-Ahmet-Moschee („Blaue Moschee“) in Istanbul, deren breite Rundsäulen eine besondere Akustik bewirken. Zudem ist der Innenraum der Kirche an vielen Stellen mit organischen Farben, Pannen und Gebilden sowie floralen Elementen versehen. So ziehen sich lange Jugendstil-Schmuckbänder, die blühende Ranken und Früchte darstellen, bis zur Decke hinauf.

An der Nordseite wurde nach dem Zweiten Weltkrieg das sogenannte „Kirchenkampffenster“ installiert. Mit den Jahreszahlen „1934-1945“ wird auf die Spaltung der evangelischen Christen Werdens in das nationalsozialistisch geprägte Lager der „Deutschen Christen“ und dessen Oppositionsbewegung der „Bekennenden Kirche“ hingewiesen.

Mit der Fertigstellung des Kirchenbaus erhielt die Gemeinde eine neue Orgel des Orgelbauers Eberhard Friedrich Walcker. Die Kosten von knapp 17.000 Mark wurden durch eine Spende des Fabrikanten Friedrich Albert Krupp getragen. Bis auf die Konfiskation der Prospektpfeifen im Ersten Weltkrieg ist die Walcker-Orgel noch in ihrem unveränderten Zustand von 1900, weswegen sie seit einer Restaurierung in den Jahren 1990 und 1991 unter Denkmalschutz steht.

Baudenkmal
Die Evangelische Kirche in Essen-Werden ist eingetragenes Baudenkmal der Stadt Essen (BauD 153).

(Samuel Dreßen, Digitales Kulturerbe LVR, 2025)

Internet
www.kirche-werden.de: Homepage der Evangelischen Kirchengemeinde Werden (abgerufen 20.01.2025)
www-fv-kirche-werden.de: Homepage des Fördervereins Evangelische Kirche Werden e.V. (abgerufen 20.01.2025)
media.essen.de: Denkmalliste der Stadt Essen (PDF-Dokument, 5,5 MB, abgerufen 20.01.2025)
www.kmkbuecholdt.de: Baugeschichtliches Personenregister der Datenbank zur Bau- und Architekturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts (abgerufen 25.11.2025)

Literatur

Heimeshoff, Jörg (2000)
Die evangelische Kirche in Essen-Werden. (Rheinische Kunststätten 458.) o. O.

Evangelische Kirche Essen-Werden

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Heckstraße 54-56
Ort
45239 Essen - Werden
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1897 bis 1900

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Empfohlene Zitierweise
Samuel Dreßen: „Evangelische Kirche Essen-Werden”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-KHB-20080503-0016 (Abgerufen: 14. Januar 2026)
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