Bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Kreuzau - Vettweiß (KLB 25.06)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Raumplanung
Gemeinde(n): Düren, Kreuzau, Nideggen, Nörvenich, Vettweiß, Zülpich
Kreis(e): Düren, Euskirchen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Wanderweg in der Drover Heide zur Zeit der Heideblüte (2007)

    Wanderweg in der Drover Heide zur Zeit der Heideblüte (2007)

    Copyright-Hinweis:
    Biologische Station im Kreis Düren e.V.
    Fotograf/Urheber:
    Biologische Station im Kreis Düren e.V.
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Helfen bei der Offenhaltung der Drover Heide: Schottische Hochlandrinder (2013)

    Helfen bei der Offenhaltung der Drover Heide: Schottische Hochlandrinder (2013)

    Copyright-Hinweis:
    Biologische Station im Kreis Düren e.V.
    Fotograf/Urheber:
    Schieweling, Alexandra
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Ehemaliger Standort der Synagoge in Drove, Gemeinde Kreuzau (2009)

    Ehemaliger Standort der Synagoge in Drove, Gemeinde Kreuzau (2009)

    Copyright-Hinweis:
    Fruehauf, Otmar / Alemannia Judaica
    Fotograf/Urheber:
    Fruehauf; Otmar (Alemannia Judaica)
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Blick auf den Jüdischen Friedhof an der Pfingstweide bei Vettweiß-Kettenheim (2009)

    Blick auf den Jüdischen Friedhof an der Pfingstweide bei Vettweiß-Kettenheim (2009)

    Copyright-Hinweis:
    Fruehauf, Otmar / Alemannia Judaica
    Fotograf/Urheber:
    Fruehauf; Otmar (Alemannia Judaica)
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Der Kulturlandschaftsbereich Kreuzau – Vettweiß ist insbesondere als römischer Siedlungsraum bedeutsam. Der Raum zwischen dem Rurtal und Zülpich wird hier exemplarisch als römische Siedlungsregion dargestellt. Die römische Landbesiedlung setzte im Laufe des 1. Jahrhunderts, verstärkt ab der Jahrhundertmitte ein. Bei den landwirtschaftlichen Betrieben handelt es sich um Einzelgehöfte vom Typ der Villa rustica. Die vierseitigen, im Grundriss quadratisch bis rechteckigen Hofplätze sind 1 bis 5 Hektar groß. Anlage und Bebauung sind Ausdruck einer planmäßigen Raumordnung, der eine übergeordnete Landvermessung (Limitation) zu Grunde gelegen haben kann, die es genauer zu erforschen gilt. Das in der mittleren Kaiserzeit landwirtschaftlich genutzte Acker- und Weideland war gleichfalls in vierseitige oder den Geländebedingungen angepasste Flurareale unterteilt. Die Wirtschaftsflächen erreichten Größen von 50 Hektar pro Siedlungseinheit. Der römische Siedlungsraum weist darüber hinaus einige Besonderheiten auf. Hier ist zunächst der Wasserleitungstunnel unter der Drover Heide zu nennen. Das für Nordrhein-Westfalen einzigartige Tunnelbauwerk verbindet ein ergiebiges Quellgebiet am Rande des Rurtals von einem Gebiet mit Wasserbedarf östlich eines länglichen Bergrückens.

Der Tunnel unterquert die Drover Heide auf etwas mehr als 1,5 Kilometer Länge. Obertägig erkennbar ist der Verlauf des Tunnels auch heute noch an einer Kette von Trichtern, die durch das Einsacken der nach dem Bau der Wasserleitung eingebrachten Verfüllung der Bauschächte entstanden sind. Ebenfalls von überregionaler Bedeutung sind die Reste eines römerzeitlichen Töpfereibezirks bei Vettweiß-Soller. Der Töpfereibezirk ist Bestandteil eines ursprünglich wohl 20 Quadratkilometer großen Töpfereigürtels, der sich von Düren im Norden bis Ginnick im Süden erstreckte. Ton- und Lehmvorkommen, Kiese und Sande sowie Wasserreichtum und Brennholz boten günstige Voraussetzungen für die Ansiedlung von Töpfereien. In Soller wurde vom Ende des 2. bis zum Ende des 3. Jahrhunderts für den zivilen Bedarf produziert. Das Absatzgebiet umfasste hauptsächlich die Nordeifel, Teile der Produktion gingen aber auch in den Fernhandel bis nach Britannien.
Spätrömische Burgi können als Zeugnisse der Militärgeschichte zum Ende der römischen Besiedlung im Rheinland angesehen werden.

Spezifische Ziele und Leitbilder:
  • Erhalt der archäologischen Struktur und Substanz;
  • Stärkung der historischen Wahrnehmung.
Aus: Landschaftsverband Westfalen-Lippe und Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): Kulturlandschaftlicher Fachbeitrag zur Landesplanung in Nordrhein-Westfalen. Münster, Köln. 2007

Internet
Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung in NRW (Abgerufen: 03.11.2015)

Literatur

Landschaftsverband Westfalen-Lippe; Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.) (2007)
Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung in Nordrhein-Westfalen. Grundlagen und Empfehlungen für die Landesplanung (Kulturlandschaftlicher Fachbeitrag zur Landesplanung in Nordrhein-Westfalen / Fachgutachten zum Kulturellen Erbe in der Landesplanung). S. 90, Münster, Köln.

Bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Kreuzau - Vettweiß (KLB 25.06)

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Raumplanung
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 2001
Koordinate WGS84
50° 43′ 46,16″ N, 6° 34′ 20,3″ O / 50.72949°, 6.57231°
Koordinate UTM
32U 328671.25 5622554.51
Koordinate Gauss/Krüger
2540451.52 5621709.83

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Kreuzau - Vettweiß (KLB 25.06)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-EK-20080730-0144 (Abgerufen: 14. Dezember 2017)
Seitenanfang