Weiler Önkfeld

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Radevormwald
Kreis(e): Oberbergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Die Ersterwähnung von Önkfeld erfolgte 1433/34 als „Unckincfelde“, welches Kriegsschäden durch Verwüstungen der Truppen des Kölner Erzbischofs Dietrich von Moers vermeldete. Auch im Dreißigjährigen Krieg wurde der Hof beschädigt.
1828 war Önkfeld, damals unterste Önkfeld genannt, bereits ein mittelgroßer Weiler, der vermutlich stark mit Obstwiesen durchsetzt war. Der Ort lag zwischen und westlich von zwei in Nord-Süd-Richtung parallel verlaufenden Wegen. Sie waren am nördlichen Ortsende durch einen quer verlaufenden Weg nach Unterm Busch und Oberönkfeld verbunden.

Auch heute ist Önkfeld ein Weiler in Hanglage an einer Nord-Süd verlaufenden Durchgangstraße. Diese wurde in den 1960er Jahren verlegt und neu gebaut, wodurch sich heute durch den Ort eine Schneise mit geringer beziehungsweise junger Bebauung zieht. Vor der Neuregelung der Verkehrsführung gab es zwei parallel verlaufende Straßen. An Haus Nr. 10 vorbeiführend ist ein Teil der östlichen Straße erhalten.
Auch außerhalb des Ortes ist der Weg im Süden, markiert durch eine Geländestufe, noch erhalten. In seinem Verlauf befinden sich zwei ehemalige Höfe mit entsprechenden Nebengebäuden. Die sichtbare Bausubstanz stammt aus dem 19. und 20. Jahrhundert.
Es lassen sich keine Gebäude exakt den Darstellungen auf der Bürgermeistereikarte zuordnen. Zu dem Hof Nr. 10 gehören zwei Gewölbekeller aus Bruchstein - unter dem Wohnhaus und unter der Scheune. Die Bebauung der östlichen Straßenseite mit landwirtschaftlichen Nebengebäuden erfolgte überwiegend in den 1960er-1980er Jahren. Lediglich eine zu Nr. 10 gehörende Scheune, in der älteres Bruchsteinmauerwerk aufgegangen ist, datiert in das Jahr 1915.
Im Norden befindet sich ein teilweise von einer Hecke umgebenes Gartengrundstück auf dem ein mit Buchsbaum untergliederter Bauerngarten angelegt wurde.

Im Norden wurde Önkfeld im 19. Jahrhundert durch eine Ost-West verlaufende Straße aus Unterm Busch begrenzt. Sie verlief nördlich des kleinen Platzes, auf dem das kurz nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete Kriegerdenkmal steht. Der Platz war eine Verkehrsinsel. Von hier aus zog die westliche der ehemaligen Durchgangsstraßen in nordwestlicher Richtung, als Hohlweg ausgeprägt, nach Remlingrade.
Im Norden des Kriegerdenkmals sind seit den 1960er/70er Jahren einige neue Häuser errichtet worden. Das im Osten stehende Haus Nr. 7 mit Hausbäumen vor dem Eingang und einem mit Kopfbäumen zur rückwärtig verlaufenden neuen Straße hin abgegrenzten Garten hat bereits an der alten Straße gestanden, damals östlich der Hauptdurchgangsstraße. Deren früherer Verlauf ist auch an dem gegenüberliegenden Gasthof mit der Nr. 6 zu sehen. Er stand noch 1963 direkt an der Straße und hat nun einen großen Parkplatz vorgelagert.
Neben der Gastwirtschaft wurde hier auch ein Lebensmittelladen betrieben. Die Gebäudestandorte von Nr. 6 sowie der angebauten Nr. 3 waren bereits 1828 eingetragen. Weiter im Westen folgen die historischen Gebäude Nr. 4 und Nr. 5. Beides waren ehemals kleine Höfe, beide sollen Gewölbekeller aus Bruchstein haben und beide waren bereits 1828 in der Bürgermeistereikarte eingezeichnet. Nr. 5 wird von Anwohnern als das im Aufgehenden älteste Haus von Önkfeld eingeschätzt. Daneben befindet sich eine von einer Buchenhecke umgebene Parzelle. Nr. 4 war ein Wohnstallhaus aus Fachwerk. Der obere Stock diente als Scheune. In dem noch erhaltenen Fachwerkschuppen war 1908 eine Schlossschmiede untergebracht, in der in Heimarbeit Schlösser für die Firma Rocholl (Radevormwald) gefertigt wurden. Die nachfolgende Generation fand Arbeit in der Textilindustrie Dahlerau. In den meisten alten Höfen soll es derartige kleine Schlossschmieden gegeben haben.
Im Süden befinden sich zwei weitere historische Höfe. Das ehemalige Wohnstallhaus Nr. 1 und der Hof Nr. 2. Letzterer war ebenfalls bereits 1828 eingetragen. Unterhalb des Hofes liegen eine Obstwiese sowie ein alter Löschteich.

Önkfeld und Oberönkfeld haben eine genossenschaftlich organisierte Wasserversorgung und ein jährlich stattfindendes Ernte-Dank-Fest, das überregional bekannt ist.

(LVR-Fachbereich Umwelt, 2008)

Literatur

Motte, Wolfgang (1998)
Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg im Kirchspiel Radevormwald. In: Bergischer Geschichtsverein, Abteilung Radevormwald, Heft 5, S. 5. Radevormwald.
Pampus, Klaus / Oberbergische Abteilung 1924 e.V. des Bergischen Geschichtsvereins (Hrsg.) (1998)
Urkundliche Erstnennungen oberbergischer Orte. (Beiträge zur Oberbergischen Geschichte, Sonderband.) Gummersbach.
Regeniter, Alfred (o.J.)
Min leiwe olle Rua - ein Leben für die Heimat. Aus Geschichte und Volkstum der Stadt Radevormwald. Gummersbach.

Weiler Önkfeld

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1433 bis 1434
Koordinate WGS84
51° 13′ 20,87″ N, 7° 20′ 58,79″ O / 51.22246°, 7.34966°
Koordinate UTM
32U 384754.6 5675858.26
Koordinate Gauss/Krüger
2594330.69 5677261.88

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„Weiler Önkfeld”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-BL-20080215-0134 (Abgerufen: 21. Oktober 2017)
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