Ruine des „Führerhauptquartiers Felsennest“ bei Rodert

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Landeskunde
Gemeinde(n): Bad Münstereifel
Kreis(e): Euskirchen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Teile der Ruine des ehemaligen "Führerhauptquartiers Felsennest" bei Rodert (2012).

    Teile der Ruine des ehemaligen "Führerhauptquartiers Felsennest" bei Rodert (2012).

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  • Thematische Karte zum Zweiten Weltkrieg 1939-1945, eingezeichnet sind die Lagen der verschiedenen Führerhauptquartiere (FHQ) (2013).

    Thematische Karte zum Zweiten Weltkrieg 1939-1945, eingezeichnet sind die Lagen der verschiedenen Führerhauptquartiere (FHQ) (2013).

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  • Grundriss-Zeichnung des so genannten "Führerhauptquartiers Felsennest" bei Bad Münstereifel-Rodert in der Eifel

    Grundriss-Zeichnung des so genannten "Führerhauptquartiers Felsennest" bei Bad Münstereifel-Rodert in der Eifel

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  • Doppel-T-Träger in der Ruine des ehemaligen "Führerhauptquartiers Felsennest" bei Rodert (2012)

    Doppel-T-Träger in der Ruine des ehemaligen "Führerhauptquartiers Felsennest" bei Rodert (2012)

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  • Ruine des ehemaligen "Führerhauptquartiers Felsennest" bei Rodert (2012)

    Ruine des ehemaligen "Führerhauptquartiers Felsennest" bei Rodert (2012)

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  • Stahlbetonreste in der Ruine des ehemaligen "Führerhauptquartiers Felsennest" bei Rodert (2012)

    Stahlbetonreste in der Ruine des ehemaligen "Führerhauptquartiers Felsennest" bei Rodert (2012)

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  • Teile der Ruine des ehemaligen "Führerhauptquartiers Felsennest" bei Rodert (2012).

    Teile der Ruine des ehemaligen "Führerhauptquartiers Felsennest" bei Rodert (2012).

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  • Teile der Ruine des ehemaligen „Führerhauptquartiers Felsennest“ bei Rodert (2012)

    Teile der Ruine des ehemaligen „Führerhauptquartiers Felsennest“ bei Rodert (2012)

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  • Blick auf das Gelände des ehemaliges "Führerhauptquartiers Felsennest" von der Roderter Waldstraße aus (2012).

    Blick auf das Gelände des ehemaliges "Führerhauptquartiers Felsennest" von der Roderter Waldstraße aus (2012).

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  • Blick von der Ruine des ehemaligen "Führerhauptquartiers Felsennest" auf Rodert (2012).

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  • Stahlbetonreste in der Ruine des ehemaligen "Führerhauptquartiers Felsennest" bei Rodert (2012)

    Stahlbetonreste in der Ruine des ehemaligen "Führerhauptquartiers Felsennest" bei Rodert (2012)

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  • Stahlbetonreste in der Ruine des ehemaligen "Führerhauptquartiers Felsennest" bei Rodert (2012)

    Stahlbetonreste in der Ruine des ehemaligen "Führerhauptquartiers Felsennest" bei Rodert (2012)

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  • Stahlbetonreste in der Ruine des ehemaligen "Führerhauptquartiers Felsennest" bei Rodert (2012)

    Stahlbetonreste in der Ruine des ehemaligen "Führerhauptquartiers Felsennest" bei Rodert (2012)

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  • Wasser- oder Luftversorgungsrohr im ehemaligen "Führerhauptquartiers Felsennest" bei Rodert (2012)

    Wasser- oder Luftversorgungsrohr im ehemaligen "Führerhauptquartiers Felsennest" bei Rodert (2012)

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  • Weg zur Ruine des ehemaligen "Führerhauptquartiers Felsennest" bei Rodert (2012)

    Weg zur Ruine des ehemaligen "Führerhauptquartiers Felsennest" bei Rodert (2012)

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Das „Felsennest“ auf dem Eselsberg bei Bad Münstereifel-Rodert wurde von Herbst 1939 bis Mai 1940 als sogenanntes Führerhauptquartier erbaut. Die vier Bunker, zwei Massivbauten und drei Baracken umfassende Anlage wurde im Frühling 1945 von deutschen Pionieren gesprengt und ist seitdem eine Ruine.

Die Führerhauptquartiere 1939-1945
Erbauung und Ausstattung des Führerhauptquartiers „Felsennest“
Das Ende des „Führerbunkers“ und die heutige Situation
Internet

Die Führerhauptquartiere 1939-1945
Während des Zweiten Weltkrieges wurden insgesamt etwa 20 sogenannte Führerhauptquartiere als Befehlsstellen Adolf Hitlers eingerichtet, der seit 1935 als Oberbefehlshaber der Wehrmacht fungierte. Nicht alle wurden bis zum Kriegsende 1945 fertiggestellt, zumal auch nicht alle für Hitler errichteten Führerhauptquartiere von ihm selbst genutzt wurden und Hitler viele Kriegsschauplätze mit dem „Führersonderzug“ oder dem Flugzeug aufsuchte. Den größten Teil seiner Zeit in Führerhauptquartieren hielt sich Hitler in der durch das Stauffenberg-Attentat vom 20. Juli 1944 bekannten „Wolfsschanze“ in Ostpreußen auf, bevor er sich ab dem 16. Januar 1945 in den Bunker der Reichskanzlei in Berlin zurückzog.

„Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges bestanden noch keine festen Führerhauptquartiere (FHQ). Zunächst besichtigte Hitler die Kriegsschauplätze des Polen- und Jugoslawienfeldzuges mit dem Führersonderzug oder mit dem Flugzeug. Erst seit Mai 1940 entschied sich Hitler - zunächst im “Felsennest„ - für ein festes Führerhauptquartier.“ (www.bundesarchiv.de, 2012)

Die wichtigsten Führerhauptquartiere waren:
  • „Wolfsschanze“, Forst Görlitz bei Rastenburg (Gierłoż / Kętrzyn, Polen) ab 1940
  • „Felsennest“, Rodert bei Bad Münstereifel ab 1940
  • „Wolfsschlucht I“, Brûly-de-Pesche (Belgien) ab 1940
  • „Wolfsschlucht II“, Margival bei Soissons (Frankreich) ab 1942
  • „Tannenberg“, Kniebis (Schwarzwald) ab 1939
  • „We(h)rwolf“ („Eichenhain“), Winnyzja (Ukraine) ab 1941
  • „Anlage Süd“, Krosno (Polen) ab 1940
  • „Adlerhorst“, Ziegenberg (Bad Nauheim) und dortiges Teilobjekt „Wiesental“ ab 1939
  • „Waldwiese“, Glan-Münchweiler (Pfalz) ab 1939
  • „Askania Mitte“ („Anlage Mitte“), östlich von Lódz (Litzmannstadt, Polen) ab 1940
  • „Askania Süd“ („Anlage Süd“), Strzyzow und Stepina-Cieszyna bei Krosno (Polen) ab 1940
  • „Bärenhöhle“, Smolensk (Russland) ab 1941
  • „Hagen“ („Siegfried“), Pullach bei München ab 1943
  • „Wasserburg“, Pleskau / Pskow (Russland) ab 1942
(hier nach www.bundesarchiv.de; vergleiche aber auch die Auflistung bei de.wikipedia.org, vereinzelt ist die Zuordnung strittig).
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Erbauung und Ausstattung des Führerhauptquartiers „Felsennest“
Als Teil einer Batteriestellung der Luftverteidigungszone West (LVZ) in Rodert erbaute die Organisation Todt (OT) im Herbst 1939 zwei Bunker auf dem Eselsberg, einen Kommandostand und einen Unterstand. Am 22. April 1940 fiel Hitlers Entscheidung die Anlage in Rodert als Hauptquartier für den Westfeldzug auszubauen. Im Sperrkreis I (Felsennest) errichtete man neben den zwei Bunkern noch eine Offiziers- und Lagebaracke sowie einen Unterstellplatz für die Kraftfahrzeuge. In den Kommandostand waren neben Hitler noch sein persönlicher Adjutant Linge und der Generaloberst Keitel untergebracht (siehe Abbildung des Grundrisses). Weitere Anlagen und Luftschutzbunker entstanden in Rodert, das zum Sperrkreis II gehörte.
„Die gesamte Anlage “Felsennest„ umfasste vier Bunker (3000 m³ Beton, 730 qm Fläche), zwei Massivbauten (130 qm Nutzfläche) und drei Baracken (300 qm Nutzfläche).“ (www.bundesarchiv.de, 2012)

Das Roderter „Felsennest“ war über einen Flugplatz bei Euskirchen (45 Minuten Fahrzeit mit dem Auto entfernt) erreichbar – dieser war immerhin für eine Junkers JU 52 tauglich. Marianne Feuersenger berichtet am 16. Mai 1940: „Die Postverbindung ist fabelhaft schnell, da von Berlin aus die Post mit Flugzeug kommt, zuletzt per Hubschrauber, und zwar zweimal täglich.“ (ebd., S. 21 u. 26). Da die Entwicklung von Hubschraubern seinerzeit noch in den Kinderschuhen steckte, wurden hier möglicherweise die ersten gebrauchsfähigen Typen des Focke-Wulf Fw 61 eingesetzt.
Für die Sicherheit Hitlers während der Fahrten mit den Sonderzügen war ein „Kommandant des Führerhauptquartiers“ zuständig. Diesem wurde in den festen Führerhauptquartieren – unterstützt durch das „Führer-Begleitbataillon“ und Frontgruppen – die Aufgaben der Einteilung in Sicherheits- und Sperrzonen sowie der Organisation des Wachpersonals übertragen.
Adolf Hitler selbst hielt sich lediglich vom 10. Mai bis zum 7. Juni 1940 im Rahmen des Westfeldzugs mit der Eroberung der Niederlande, Belgiens, Luxemburgs und Frankreichs in Rodert auf (Feuersenger, S. 16 und S. 26, Wikipedia nennt hingegen den 6. Juni als Abreisedatum), bevor er in das Quartier „Wolfsschlucht I“ bei Brûly-de-Pesche (Belgien) weiterzog.

„Während der Lagebesprechung am 5. März 1943 im Hauptquartier Werwolf teilte Hitler mit, dass er das Felsennest nicht wieder nutzen wolle. Als Grund führte er die Luftbedrohung und die Gefahr einer Zerstörung der ca. 15 Kilometer entfernten Stadt Euskirchen an.“ (de.wikipedia.org)
Gleichwohl blieb das Hauptquartier in der Eifel während des gesamten Krieges jederzeit bezugsfähig und wurde im September 1944 durch die Führungsstaffel der 7. Armee, Heeresgruppe B sowie im Winter 1944/1945 durch die Heeresgruppe B unter Feldmarschall Walter Model genutzt.
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Das Ende des „Führerbunkers“ und die heutige Situation
„Die gesamte Anlage wurde, als sich die US-Armee näherte, im Frühling 1945 von deutschen Pionieren gesprengt.“ (www.bundesarchiv.de, 2012)
Der „Führerbunker“ ist seitdem nur noch als von allen Seiten zugewachsene Ruine erhalten, an der sich noch deutliche Fundament- und Betonreste finden. Das benachbarte ehemalige Gästehaus zur Unterbringung der weiblichen Schreibkräfte ist erhalten, ebenso ein neben dem Haus gelegener Luftschutzbunker.

Heute findet sich in Bad Münstereifel-Rodert kein Hinweis auf dieses Relikt des Zweiten Weltkriegs, im Umfeld der Reste der Bunkeranlage sind ebenfalls keine Informationen angebracht.
Die Objektgeometrie bezieht sich auf den heute noch obertägig erkennbaren Bereich der Bunkerruine, analog zu anderen Anlagen gleicher Art – so z.B. auch die bekannte „Wolfsschanze“ in Ostpreußen – befanden sich mehrere räumlich weiter gefasste Sicherheits- oder Sperrzonen als Ringe um den zentralen Bunker.

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2012 – freundliche Hinweise von Dr. Marion Widmann, LVR-LandesMuseum Bonn und Wolfgang Wegener, LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland)
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Internet
www.bundesarchiv.de: Der Kommandant Führerhauptquartier (abgerufen 24.02.2012, Inhalt nicht mehr verfügbar 16.05.2018)
www.bundesarchiv.de: Der Kommandant Führerhauptquartier (abgerufen 16.05.2018)
de.wikipedia.org: Felsennest (abgerufen 24.02.2012)
de.wikipedia.org: Führerhauptquartier (abgerufen 08.03.2012)
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Literatur

Feuersenger, Marianne (2001)
Im Vorzimmer der Macht: Aufzeichnungen aus dem Wehrmachtführungsstab und Führerhauptquartier 1940-1945, mit einem Vorwort von Kurt Sontheimer (4. Auflage). München.
Groß, Manfred (2001)
Bunkerstellungen der Luftverteidigungszone West im Rheinland und Hitlers Hauptquartier in Bad Münstereifel-Rodert: eine Bestandsaufnahme. (Aufsätze zu Geschichte + Technik 6.) Leinburg.

Ruine des „Führerhauptquartiers Felsennest“ bei Rodert

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Waldstraße / Eselsberg
Ort
53902 Bad Münstereifel - Rodert
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1939 bis 1940, Ende nach 1945
Koordinate WGS84
50° 32′ 52,2″ N, 6° 46′ 13,13″ O / 50.54783°, 6.77031°
Koordinate UTM
32U 342035.67 5601918.15
Koordinate Gauss/Krüger
2554641.69 5601629.7

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„Ruine des „Führerhauptquartiers Felsennest“ bei Rodert”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-39341-20120223-2 (Abgerufen: 16. November 2018)
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