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Wappen und Helmzier der Grafen von Veldenz
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Historische Postkarte der Michelsburg
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Liste der Veldenzer Grafen 1112-1694
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Genealogie der Fürsten von Pfalz-Veldenz (1543-1694)
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Buch Geschichte des Fürstentums Pfalz-Veldenz
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Die Stammburg Schloss Veldenz in einem Seitental der Mosel auf einer historischen Postkarte.
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Wappen und Helmzier der Grafen von Veldenz (jeweils rechts) und Fürsten von Pfalz-Veldenz (jeweils links) (aus: Zenglein 2013, S. 43)
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Historische Postkarte der Michelsburg und der Propsteikirche (Grablege der Pfalz-Veldenzer) auf dem Remigiusberg
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Liste der Veldenzer Grafen 1112-1694 (aus: Zenglein 2013, S. 39)
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Die Grafik zeigt die Genealogie der Fürsten von Pfalz-Veldenz (1543-1694).
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Das Buch Geschichte des Fürstentums Pfalz-Veldenz von Theodor Gümbel aus dem Jahr 1900.
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Die mittelalterliche Nahegaugrafschaft Veldenz existierte bis 1444, Erben waren die Herzöge von Pfalz-Zweibrücken. Im Jahr 1543 entstand unter Pfalzgraf Ruprecht ein neu gegründetes Wittelsbacher Fürstentum Pfalz-Veldenz, das 151 Jahre Bestand hatte. Die territoriale Einheit endete 1694.
Die Nahegaugrafschaft Veldenz im Mittelalter (ca. 1112-1444) Gerlach I. (1112-1146) begründete die Grafschaft Veldenz, die nach dem Ort und der Stammburg in einem Seitental der Mosel benannt ist. Er war Nachkomme der alten Gaugrafen im fränkischen Nahegau, der Emichonen, die bereits seit dem 10. Jahrhundert nachweisbar sind. Im 12. Jahrhundert gingen aus den Emichonen die Wildgrafen, Raugrafen und Grafen von Veldenz hervor. Die Veldenzer Besitzungen lagen im Wesentlichen zwischen Nahe und Glan, im südwestlichen Teil des ehemaligen Nahegaus. Ihre Machtposition beruhte darauf, dass sie den zu den Bistümern Reims und Verdun gehörigen Fernbesitz als weltliche Schutzvögte übernehmen konnten. Zu unterscheiden sind eine erste (1112-1270) und eine zweite (1270-1444), die Geroldsecker Linie der Grafen von Veldenz. (Wild 2016)
Wappen und Helmzier der Grafen von Veldenz Das alte Wappen der Grafen von Veldenz führte den blauen „Veldenzer Löwen“. Ihn führten die Veldenzer Grafen aus dem Geschlecht der Geroldsecker, möglicherweise auch schon das erste Veldenzer Grafengeschlecht aus dem Hause der Emichonen (Nahegaugrafen). Es war dies ein aufgerichteter (heraldisch rechts gewendeter) rotbewehrter und rotbezungter blauer Löwe mit goldener Krone vor silbernem (weißen) Hintergrund. Vereinzelt fehlt auch die Bekrönung. Der Wittelsbacher Pfalzgraf Stephan erbte nach dem Tod seines Schwiegervaters, des Grafen Friedrich III. von Veldenz, 1444 die Grafschaft Veldenz und nahm den Veldenzer Löwen in sein Wappen auf (Herzogtum Pfalz-Zweibrücken). Zahlreiche Gemeinden und Gebietskörperschaften im Bereich der ehemaligen Grafschaft Veldenz zeigen noch heute den blauen Löwen in ihren Ortswappen. Die alte Helmzier der Grafen von Veldenz war der goldene „Brackenkopf“ mit roter Zunge und rotem Halsband, also der Kopf einer damals weit verbreiteten Jagdhunderasse. Sind fand beim späteren Wappen der Pfalz-Veldenzer keine Verwendung mehr. (Zenglein 2013)
Zwischenphase: Herzogtum Pfalz-Zweibrücken(-Veldenz) (1444-1543) 1444 übernahm der wittelsbachische Pfalzgraf Stephan von Pfalz-Simmern-Zweibrücken (1385-1459), ein Sohn des Kurfürsten Ruprecht III., durch Heirat mit Anna (um 1390-1439), der Tochter des letzten Grafen von Veldenz aus der jüngeren Linie, das Territorium und bildete die Pfalzgrafschaft Zweibrücken bzw. das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Die Herzöge von Pfalz-Zweibrücken waren somit auch Grafen von Veldenz. Der Residenzsitz war zunächst Meisenheim am Glan, ab 1477 dann das namensgebende Zweibrücken. Ruprecht (1506-1544), Bruder des Pfalzgrafen Ludwig II. von Zweibrücken, übernahm bei Ludwigs Tod die Vormundschaft des unmündigen Prinzen Wolfgang (1526-1569). Dieser schenkte ihm später aus Dankbarkeit für seine guten Dienste als Vormund eine eigene Pfalzgrafschaft, die zunächst aus den Ämtern Veldenz und Lauterecken, dem Jettenbacher Gericht und Haus Remigsberg bestand (Marburger Vertrag).
Fürstentum Pfalz-Veldenz(-Lützelstein) (Pfalzgrafschaft Veldenz) (1543-1694) Als Stifter der neuen Linie Pfalz-Veldenz erhob Ruprecht Lauterecken zur Residenzstadt und ließ ein repräsentatives Schloss errichten. Der neue „Hofstaat im Kleinformat“ umfasste 31 Personen. Bedeutendste Vertreter dieses protestantischen Fürstengeschlechts waren Pfalzgraf Georg Hans, genannt „Jerrihans“, und seine Frau die schwedische Prinzessin Anna von Wasa, die eine Mitgift von 100.000 Reichstaler in die Ehe brachte. Im Kopf des „scharfsinnigen“ Renaissancemenschen Georg Hans reiften für jene Zeit utopisch anmutende Projekte (u.a. die Gründung einer Reichsflotte, ein europäisches Kanalsystem und neue Kriegstechniken) und zeit seines Lebens verschuldete er sich zunehmend. Er erweiterte die Grafschaft um kurpfälzische Gebiete, verlegte die Residenz um 1570 ins elsässische Lützelstein (La Petite-Pierre) und gründete Pfalzburg. Ihm folgte Georg Gustav (1564-1634, Cousin von Gustav Adolf). Er verwaltete ein verarmtes Fürstentum, unterhielt jedoch gute Beziehungen zu seinem Verwandten, dem Schwedenkönig Gustav Adolf. Der letzte regierende Pfalz-Veldenzer Leopold Ludwig (1625-1694), Sohn von Georg Gustav, bemühte sich das verwüstete Fürstentum nach dem 30-jährigen Krieg wieder zu bevölkern. Er starb 1694 - fern von seinem im Zuge der französischen Reunionskriege Ludwigs XIV besetzten Land - in Straßburg, nachdem er alle seine männlichen Nachkommen überlebt hatte. Das protestantische Linie der Pfalz-Veldenzer starb somit aus. Lauterecken fiel nach langjährigen Streitigkeiten 1733 endgültig an Kurpfalz. Das Wittelsbacher Fürstentum Pfalz-Veldenz hatte mit der ursprünglichen Nahegaugrafschaft Veldenz nur noch wenig zu tun, territorial gab es nur eine geringe Überschneidung. Es bildete nie ein zusammenhängendes Ganzes, es war vielmehr ein aus einer Anzahl kleiner Enklaven zusammengewürfelter Komplex von Herrschaften und Landschaften. Die Pfalzgrafschaft mit Streubesitz an der Mosel, an Nahe und Glan, in der Südpfalz sowie in Lothringen und im nördlichen Elsass existierte 151 Jahre und umfasste 4 regierende Grafengenerationen. Ihre Burgen und Schlösser befanden sich in Lauterecken, Veldenz/Mosel, auf dem Remigiusberg, bei Merzalben, in der von Georg Hans neu gegründeten Stadt Pfalzburg (heute Lothringen) und in der späteren Residenz Lützelstein (La Petite-Pierre) im Elsass. Zum Landrecht des Fürstentums vgl. Haufs-Brusberg 2013. Das Ende von Pfalz-Veldenz Nach der Ermordung von Gustav Philipp am 24. August 1679 im Alter von 28 Jahren hatte Pfalzgraf Leopold Ludwig von Pfalz-Veldenz nur noch zwei lebende Söhne: Karl Georg starb jedoch am 4. Juli 1686 und August Leopold am 30. August 1689, so dass der Vater alleine und ohne männliche Nachkommen da stand. Seit dem Frieden von Nimwegen 1679 war er aufgrund der französischen Reunionen und der Verweigerung der Souveränität Frankreichs auch ohne seine Länder und musste wie ein Verbannter in Straßburg leben. Dort starb seine Frau am 5. Dezember 1681, Leopold Ludwig folgte am 29. September 1694. Nach dem Ende des Krieges und geschlossenem Frieden fand sein Leichnam 1697 seine letzte Ruhestätte in Lützelstein. Von seinen 12 Kindern überlebten ihn lediglich 2 Töchter: Elisabetha Johanna, welche durch ihre Ehe mit dem Wild- und Rheingrafen Johannes ein glückliches Los gezogen hatte, und Tochter Dorothea, die geschiedene Gemahlin des letzten Herzogs Gustav Samuels aus der cleeburger oder schwedischen Linie. Die Linie Pfalz-Veldenz starb nach 151 Jahren aus. Das Erbe fiel 1733 an Kurpfalz.
Der Historiker Johann Georg Lehmann fasste 1867 folgendes Resümee: „Es waltete ein Unstern über den meisten Gliedern dieser veldenzer Linie, und alles Unheil traf dieselben, empfindliche Sterbefälle, Krieg, Zerstörung, Verarmung, kurz Unfälle jeglicher Art; sie vermochten dem Drucke des Geschickes nicht zu widerstehen und mussten also untergehen. Nach dem Erlöschen derselben hielten sich Kurpfalz, sowie die, allein noch übrigen, drei pfälzischen Linien Sulzbach, Cleeburg und Birkenfeld, für gleichberechtigte Erben ihrer hinterlassenen Besitzungen, worüber sich der bekannte veldenzer Successions-Prozess entspann, welcher erst durch die früher erwähnte große mannheimer Vereinbarung vom Jahre 1733 sein Ende erreichte.“ (Lehmann 1867, S.515f.)
Albert Zink, der Chronist der Stadt Lauterecken, zog folgendes ernüchternde Fazit: „Trotz der großen Nachkommenschaft - Georg Hans hatte 11, Georg Gustav ebenfalls 11 und Leopold Ludwig 12 Kinder - mit der das veldenzische Haus gesegnet war, hatte die von dem Pfalzgrafen Ruprecht 1543 gegründete Grafschaft Pfalz-Veldenz nach 151 Jahren zu bestehen aufgehört. Sie war durch stetige Teilungen zu einem unglücklichen politischen Gebilde geworden, das sich auf weit auseinanderliegende Gebiete am Glan, an der Mosel, in der Südpfalz, im Elsaß und in Lothringen erstreckte. Alle Versuche, auf Grund verwandtschaftlicher Beziehungen mit führenden Fürstenhäusern, den kleinen Besitzstand zu mehren oder abzurunden, waren fehlgeschlagen. Schon die unglücklichen und überspannten Pläne des Pfalzgrafen Georg Hans hatten die solide finanzielle Substanz erschüttert, die seine Frau eingebracht hatte und auf der die Nachkommen hätten aufbauen können. Jahrzehntelange Teilungsverhandlungen hielten die fürstlichen Brüder in Aufregung. Erdrückende Schuldenlasten verurteilten das Fürstenhaus zur politischen Bedeutungslosigkeit und Ohnmacht, aus der es sich nicht mehr zu erholen vermochte.“ (Zink 1968, S. 31). Die aus dem Jahr 1900 stammende „Geschichte des Fürstentums Pfalz-Veldenz“ von Theodor Gümbel, einst Dekan in Lauterecken, gilt als Standardwerk für die Geschichte der Pfalzgrafschaft.
Die Gebeine von 15 Mitgliedern des Hauses Pfalz-Veldenz ruhen noch heute in der Propsteikirche auf dem Remigiusberg. Noch heute fühlen sich die in Deutschland und Frankreich lebenden Nachkommen der Untertanen dieser einstigen wittelsbachischen Nebenlinie durch ihre gemeinsame Geschichte verbunden, was die lebendigen kommunalen Partnerschaften und die Arbeit des Fördervereins Pfalz-Veldenz deutlich zeigen.
Wappen und Helmzier des Fürstentums Pfalz-Veldenz Die Herzöge von Pfalz-Zweibrücken, die die Grafschaft Veldenz geerbt hatten, übernahmen den blauen Veldenzer Löwen in ihr Wappen. Die Fürsten von Pfalz-Veldenz nutzen ein einfaches, viergeteiltres Wappen mit dem Veldenzer Herzschild. Das Wappen etwa der neu erworbenen Grafschaft Lützelstein fand keine Aufnahme ins Pfalz-Veldenzer Gesamtwappen. Dieses gevierte Wappen mit 2-mal dem Pfälzer Löwen, 2-mal den bayerischen Wecken und dem blauen Veldenzer Löwen im Herzschild, zeigen etwa die Münzen und Siegel von Pfalzgraf Georg Hans. Die Helmzier des Pfalz-Veldenzer Wappens bildete - wie auch in anderen Wittelsbacher Linien - ebenfalls der gekrönte Pfälzer Löwe, der bei den Pfalz-Veldenzern in der Regel zwischen zwei weiß-blau gerauteten Büffelhörnern sitzend dargestellt wird. Die „Büffelhörmer“ sind ein recht häufig gebrauchtes heraldisches Motiv und sind dem Wesen nach urspünglich Jagdtrophäen, nämlich das Gehörn eines wilden Stiers (Auerochsen). Der blaue Veldenzer Löwe wurde 1835 von König Ludwig I. von Bayern auch ins Staatswappen des Königreichs Bayern übernommen. Er war Teil des bayerischen Staatswappens bis zur Abdankung von König Ludwig III. und dem Ende der Monarchie im Zuge der Novemberrevolution 1918. Der Freistaat Bayern seit 1918 nahm den Veldenzer Löwen nicht mehr in sein Wappen auf. (Zenglein 2013)
: Die Geschichte des Fürstentums Pfalz-Veldenz. Kaiserslautern.
Haufs-Brusberg, Gilbert (2013)
Das Landrecht des Fürstentums Pfalz-Veldenz von ca. 1580.. In: Lützelsteiner Landsordnung, Trier.
Kittel, Paul; Georg, Hans (2003)
Éditions du Musée de Phalsbourg. Phalsbourg.
Lehmann, Johann Georg (1867)
Vollständige Geschichte des Herzogtums Zweibrücken und seiner Fürsten. München.
Pfleger, Karl (2011)
Das Fürstentum Pfalz- Veldenz - (Lauterecken) - Lützelstein. In: Pfälzische Geschichte, Band 1, S. 395-396. Kaiserslautern.
Schworm, Ernst (1998)
Veldenz, Lauterecken und Lützelstein. In: Westrichkalender Kusel, S. 144-152. o. O.
Wild, Klaus Eberhard (2018)
Geschichte der Grafen und der Grafschaft Veldenz. In: Westricher Heimatblätter. Jg. 49, Heft 2, S. 66-77. o. O.
Zenglein, Dieter (2018)
Die Veldenzstadt Lauterecken und ihre fürstliche Vergangenheit als Residenz der Grafen von Pfalz-Veldenz. In: Westricher Heimatblätter, Jg. 49, Heft 3, Sept. 2018, S. 113-128. o. O.
Zenglein, Dieter (2013)
Das Wappen der Grafschaft Pfalz-Veldenz. In: Festschrift 10 Jahre Förderverein Pfalz-Veldenz e.V. 2003-2013, o. O.
Zink, Albert (1968)
Chronik der Stadt Lauterecken. o. O.
Auf den Spuren von der Nahegaugrafschaft Veldenz zum Wittelsbacher Fürstentum Pfalz-Veldenz
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Empfohlene Zitierweise
Jan Fickert, Dieter Zenglein, „Auf den Spuren von der Nahegaugrafschaft Veldenz zum Wittelsbacher Fürstentum Pfalz-Veldenz”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/SWB-360331 (Abgerufen: 6. Juli 2026)
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