Neuer Bau am Veldenzschloss Lauterecken

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Fachsicht(en): Landeskunde, Architekturgeschichte, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Lauterecken
Kreis(e): Kusel
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 38′ 55,49″ N: 7° 35′ 30,9″ O 49,64875°N: 7,59192°O
Koordinate UTM 32.398.355,10 m: 5.500.529,79 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.398.389,83 m: 5.502.290,73 m
  • Frontansicht Schlossgasse 1 (2020)

    Frontansicht Schlossgasse 1 (2020)

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    Der Neue Bau (2020)

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  • Schlossgasse 1, der neue Bau (2020)

    Schlossgasse 1, der neue Bau (2020)

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    Der Neue Bau (2021)

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    Der Neue Bau (2021)

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    Der Neue Bau (2021)

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    Wandnische (2021)

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    Obere Fenster am Portal (2021)

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    Der Neue Bau (2021)

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  • Fenster Obergeschoss (2021)

    Fenster Obergeschoss (2021)

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    Zierstein (2021)

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    Muschel bekrönte Nische (2021)

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    Der Neue Bau (2021)

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    Der Neue Bau (2021)

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    Der Neue Bau (2021)

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  • Postkarte Gasthaus zur Krone (1913)

    Postkarte Gasthaus zur Krone (1913)

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  • Bauhistorische Betrachtung des Neuen Baus (572 KB),

    Bauhistorische Betrachtung des Neuen Baus (572 KB),

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  • Gasthaus zur Krone (1950er)

    Gasthaus zur Krone (1950er)

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  • Schlossgasse 1 (1969)

    Schlossgasse 1 (1969)

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  • Schlossgasse 1 (1969)

    Schlossgasse 1 (1969)

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    Spolien (1969)

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  • Schlossanlage um 1976, mit Magazin (1976)

    Schlossanlage um 1976, mit Magazin (1976)

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  • Inventarium (1968)

    Inventarium (1968)

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  • Inventarium (1968)

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  • Merian-Stich mit dem „Neuen Bau“ (1645)

    Merian-Stich mit dem „Neuen Bau“ (1645)

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  • kolorierten Federzeichnung um das Jahr 1670

    kolorierten Federzeichnung um das Jahr 1670

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    Foto: J. Fickert, vgl. Zink 1968, Abb. 56, nach S. 320
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  • 3-D-Rekonstruktion (2020)

    3-D-Rekonstruktion (2020)

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    Gerhard, Philipp
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  • Rekonstruktion der Schlossanlage aus dem Jahre 1968

    Rekonstruktion der Schlossanlage aus dem Jahre 1968

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    nach Stadtbaumeister Reißmann 1968 (Aus: Zink, Albert: Chronik der Stadt Lauterecken, 1968, Abb. 72, vor S. 321).
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  • Rekonstruktion des Schlosskomplexes um 1895/97

    Rekonstruktion des Schlosskomplexes um 1895/97

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  • Grundsteuerkataster von 1845.

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  • Planansicht von 1670 PDF (666 KB)

    Planansicht von 1670 PDF (666 KB)

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  • Presseartikel (1957)

    Presseartikel (1957)

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  • Presseartikel (1957)

    Presseartikel (1957)

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Der Neue Bau am Veldenzschloss Lauterecken
Der frühere „Neue Bau“ in der Schlossgasse, der heute nur noch in einer in einem Privathaus von 1780 verbauten Renaissancefassade erhalten ist, stellte eine Erweiterung der Schlossanlage kurz vor 1599 dar. Er wurde später u.a. als Marstall genutzt.

Objektbeschreibung
Entstehung vermutlich vor 1599
Nutzungen im 17./18. Jahrhundert: Wohnung, Marstall, Magazin und Schule
Versteigerung und Dreiteilung der Fläche 1779
Nachfolgebau an der Südwestseite mit Renaissanceportal: Privathaus Steinhauer – Henrich – Baumann – Euler – Schreiber – Kehrein-Seckler
Nachfolgebauten an der Nordostseite: Vom „Gasthaus zur Krone“ zur Kreissparkasse
Quellen / Internet

Objektbeschreibung
In der Schlossgasse 1, der einstigen Unteren Gasse oder Lochgasse, und angrenzend an die Mühlgasse, steht in unmittelbarer Nähe zum Veldenzturm ein um 1780 errichtetes Wohnhaus, das sich in Privatbesitz befindet. Bis 1779 stand an seiner Stelle (Südwestseite) sowie auch an der Stelle der heutigen Kreissparkasse (Nordostseite) der prachtvolle, sogenannte „Neue Bau“. Er wird gelegentlich von Lautereckern auch „Neues Schloss“ genannt. Er war eine Ergänzung zum älteren Schlosskomplex und wurde letztlich vor allem als herrschaftlicher Marstall genutzt. Von dem ursprünglichen Gebäude sind heute noch als Spolien verwendete Teile der reich bearbeiteten Fassade aus der späten Renaissance (Südwestportal), ein gekoppeltes Fenster vom Obergeschoss und ein Keller erhalten. Die Fassade zeigt nach Einschätzung von Experten Stileinflüsse der niederländischen Renaissance, der norddeutschen Weser-Renaissance sowie Anklänge an die Straßburger Region (vgl. Stein 1968).
Das Gebäude in seiner heutigen Form beschreibt Schüler-Beigang wie folgt: „Der vor allem wegen seiner Spolien denkmalwerte, zweigeschossige Putzbau ist traufseitig an die Schloßgasse gestellt und trägt ein Schopfwalmdach. Von den einst drei, das rundbogige Portal rahmenden, kannelierten Pilastern sind damals nur zwei beibehalten worden, die eine von einer Muschel bekrönte Nische rahmen. Am Portal wechseln glatte, mit einem Rundstab versehene Quader, mit vorspringenden Bossenquadern. Die ursprünglich direkt unter den Rundbogen gesetzte barocke Haustür wurde 1969 zurückversetzt. Zwei an alter Stelle wohl eine Inschrift rahmende Voluten flankieren heute das zentrale Fenster im Obergeschoß. Von den jeweils neun Säulen im Marstall haben sich im Innern des Gebäudes zwei Volutenkapitelle erhalten.“ (Schüler-Beigang 1999, S. 182)
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Zink machte nach einer intensiven Analyse genauere Angaben zum Aussehen des früheren Baues: „Außenmaße: Länge 26,30 Meter, Breite 13,55 Meter – die Wandstärke betrug 115 Zentimeter – lichte Breite der Säulenreihen mit je neun Säulen. Durchmesser der Säulen etwa 40 Zentimeter – Raum zwischen den Außenwänden und Säulen 3 Meter – Breite des Mittelganges zwischen den Säulen 5,30 Meter – Das Erdgeschoß hatte eine verschiedene lichte Höhe. Sie betrug an der Hauptstraße 4,70 Meter und an der Lochgasse 6,00 Meter, verursacht durch den vorhandenen Höhenunterschied zwischen den beiden Straßen. Nur auf diese Weise war die Ein- und Ausfahrt der Fahrzeuge möglich. Es konnte auch festgestellt werden, daß der Giebel an der Hauptstraße etwa 5 Meter hinter dem derzeitigen Giebel der Kreissparkasse gelegen war. Die Zeichnung des Fey zeigt die Nordwestseite des Schlosses. Die beiden Giebelseiten sind umgeklappt, wobei der Zeichner nur die Giebelseite nach der Hauptstraße zu mit den Details versehen hatte, während er bei dem anderen Giebel auf sie verzichtete. Der Wendeltreppenturm war achteckig und hatte einen äußeren Durchmesser von 4,50 bis 5,00 Meter. In dem Stich des Merian ist er rund, was nicht zutrifft. Vom alten Schloß aus führte über den 17 bis 18 Meter breiten Wassergraben ein Steg zum Treppenturm des Neuen Baues“ (Zink 1968, S. 64).
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Überliefert ist im Landesarchiv Speyer eine kolorierte Federzeichnung des „Neuen Baues“ aus dem Jahr 1670. Sie stammt von dem Lauterecker Maurer und Steinmetz Hans Heinrich Fey und zeigt einen zweigeschossigen Prachtbau (im Gegensatz zu einem dreigeschossigen im Merianstich um 1645). Der repräsentative Renaissancebau war mehr als 26 Meter lang und fast 14 Meter breit. An den Schmalseiten im Erdgeschoss besaß er zwei Portale, die etwa vier Meter hoch waren. Hier gelangte man in den Marstall. In der Mitte des langgestreckten Raums befanden sich zwei Säulenreihen mit jeweils neun Säulen. Im Obergeschoss waren „Wohnräume, die von Fenstern mit Mittelpfosten und scheitrechten, oben stichbogig geformten Stützen erhellt wurden. Den Zugang zum Obergeschoss erlaubte ein achteckiger (nicht runder) repräsentativer Treppenturm. Die Giebelseiten mit den bereits erwähnten großen rundbogigen Portalen besaßen außerordentlich schöne volutengeschmückte Giebel. Bemerkenswert an dem hohen Satteldach waren die zwei Reihen kleiner Zierluken und vor allem die Dacherker. “ (Keddigkeit/Wagner/Frank/Welz 2005, S. 346)
Vom Gebäude führte, vom Treppenturm ausgehend, ein Steg über den Wassergraben zur benachbarten älteren Schlossanlage. Es ist unwahrscheinlich, dass um den „Neuen Bau“ ebenfalls ein Wassergraben verlief, wie dies eine Annahme von 1895/97 vermutete (Pfälzische Kreisgesellschaft des bayerischen Architecten- und Ingenieur-Vereins 1895/97, S. 97). Zink und Reißmann nahmen sich dieser Hypothese nicht an (vgl. Zink 1968, Abb. 72, vor S. 321, und Stein 1968, S. 67) und auch Cappel geht nicht darauf ein (Cappel 2018, Zeichnung S.22).
Für viele weitere architektonische Details sei die beigefügte bauhistorische Beschreibung von Dr. Günter Stein aus dem Jahr 1968 empfohlen (Zink 1968, S. 65-68).
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Entstehung vermutlich vor 1599
Hinweise auf die Präsenz von Bauhandwerkern im Lauterecker Kirchenbuch (zwischen 1586 und 1609) deuten darauf hin, dass der „Neue Bau“ kurz vor 1599 in der Regierungszeit des Pfalzgrafen Georg Gustav (1592-1634) errichtet wurde. Belegt ist in den Kirchenbüchern auch die Präsenz von „welschen“, d.h. französischen Steinmetzen und Maurern in dieser Zeit (u.a. 1586, 1593, 1606, 1609). Denkbar wäre jedoch auch, dass die Planungen und Bauarbeiten bereits unter dem 1592 verstorbenen Pfalzgraf Georg Hans begonnen haben (vgl. Zink 1968, S. 61f.). Anna (1933) dagegen, geht von dem Jahr 1610 als Entstehungsjahr aus, führt jedoch keine Quellen an.

Nutzungen im 17./18. Jahrhundert: Wohnung, Marstall, Magazin und Schule
Der „Neue Bau“ hat aufgrund der anhaltenden Kriegswirren des 17. Jahrhunderts wohl nicht lange als Residenz gedient. In den oberen Stockwerken befanden sich vier Kammern sowie das große „Frauengemach“ und „Fürsten Gemach“. Der Fürst wohnte wohl vor 1623 zeitweise im „Neuen Bau“ oder beherbergte Gäste darin. Nachdem 1644 Pfalzgraf Leopold Ludwig seine Residenz nach Lützelstein im Elsass verlegt hatte, fand beispielsweise der Offenbacher Klosterschaffner mehrere Male gegen Zins Schutz und Unterkunft im „Neuen Bau“ (vgl. auch im Folgenden Zink 1968, S. 63f.).
Wahrscheinlich war das neue Schlossgebäude letztlich aber eine Fehlplanung und wurde wohl im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) weitestgehend seinem Zweck entfremdet, denn das Erdgeschoss diente schon bald als Marstall und Magazin. Noch im Jahr 1620 wurde Martin Bischoff als „Knecht im fürstlichen Marstall“ genannt. 1623 wurde das Erdgeschoss als Scheune genutzt, in der Getreide und Feldfrüchte aufbewahrt wurden. Ein Verzeichnis vom 4. Juni 1623 lässt erkennen, dass auch die meisten anderen Räume (15 Räumlichkeiten werden genannt) nicht bewohnt waren. Siehe hierzu die Abschrift des Verzeichnisses von 1623 in der Anlage. Die Bezeichnung „Marstall“ wurde in der Folgezeit beibehalten, auch als keine Pferde mehr darin untergebracht wurden.
Noch 1670 lagerten die Lauterecker Bauern unerlaubt Heu, Fässer, Karren und andere Gegenstände darin. Da die lutherische Lauterecker Kirche (Vorgängerbau der Simultankirche) 1670 baufällig geworden war, schlug der lutherische Pfarrer Johann Ulrich Wildt dem Pfalzgrafen Leopold Ludwig vor, der Kirche den Marstall als Kirchenraum zu überlassen. Seinem Schreiben fügte er die schon genannte Federzeichnung des „Nauen Baues“ von 1670 sowie eine Planskizze zur kirchlichen Gebäudenutzung bei (siehe Anlagen). Bei der wieder aufgetauchten Planskizze, die 2018 noch nicht eingeordnet werden konnte (vgl. Fickert 2018), handelt es sich also um einen nicht verwirklichten Planungsvorschlag (vgl. Zink 1968, S. 64). Die alte baufällige Kirche hat man schließlich repariert.
Während des Spanischen Erbfolgekrieges (1701-1714) wurde der Marstall 1705 als Pferdestall genutzt. 1717 wurde darin von den Beständern des herrschaftlichen Hofguts die Ernte untergebracht, nachdem zwei ältere Scheunen hinter dem Gebäude zerfallen waren.
1734 wurde im „Neuen Bau“ ein Raum für die katholische Schule eingerichtet. Der katholische Pfarrer Soure und seine Nachfolger bekamen im Obergeschoss eine Wohnung zugewiesen. Das Gebäude zerfiel aber immer mehr. Bei einem Bericht 1734 stellte der Lauterecker Keller Faber zu seiner Nutzung fest: „Der Neue Bau ist zur Bewohnung assigniert (angewiesen) und zu deren Früchtevorräte aufzuspeichern, höchst erforderlich.“ (Zink 1968, S. 64)
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Versteigerung und Dreiteilung der Fläche 1779
Im Jahr 1779 beschloss die kurpfälzische Regierung den mittlerweile gänzlich baufälligen „Neuen Bau“ zu verkaufen. Mehrere Versteigerungsversuche der 23 ¼ Ruthen großen Fläche kamen zu keinem befriedigenden Ergebnis. Interessenten waren u.a. der Gastwirt Peter Henrich, die Stadt und die katholische Kirchengemeinde. Eine weitere Versteigerung am 11. Oktober 1779 brachte schließlich die Aufteilung in drei Flächen und den Zuschlag von zwei Dritteln an Peter Henrich: das erste Drittel der an die Hauptstraße reichenden Fläche um 110 Gulden sowie das zweite Drittel bis zum Kelterhaus für 80 Gulden. Das letzte Drittel „mit dem Kelterhaus samt Dach und Kelterstübchen“ (8 ½ Ruthen) ging bei einer weiteren Versteigerung am 17. November 1779 für 260 Gulden an Philipp Steinhauer (Zink 1968 und Henrich 1978).

Nachfolgebau an der Südwestseite mit Renaissanceportal: Privathaus Steinhauer – Henrich – Baumann – Euler – Schreiber – Kehrein-Seckler
Um 1780 entstand das neue Gebäude. Ob es durch den ersten Besitzer Philipp Steinhauer oder seinen Nachfolger, den Färbermeister Marianus Anton Carl Henrich entstand, bleibt unklar. Schon recht bald war das Gebäude im Eigentum des Friedensrichters Carl Philipp Baumann zu Lauterecken (1807-1835), der von 1802 bis 1807 auch Maire in Lauterecken war (vgl. Zink 1968, S. 214f.). 1835 ersteigerte es der Kaufmann Philipp Ludwig Euler, Sohn des Pfarrers Karl Christian Heinrich Philipp Euler in Berschweiler (heute Ortsteil von Wiesweiler), zum Preis von 3140 Gulden. Verheiratet war er mit der Pfarrerstochter Marie Henriette Frank aus Kallstadt. Nach Eulers Tod (1844) heiratete die Witwe Marie Henriette 1851 den aus dem rheinhessischen Ockenheim stammenden Anton Johann Schreiber. Somit kam der Name Schreiber nach Lauterecken, der noch drei weitere Generationen mit dem Haus in Verbindung stehen sollte. In Miete wohnte hier vor dem Zweiten Weltkrieg auch der Lauterecker Messungsamtdirektor Heinrich Traexler. Im Erdgeschoss befand sich die Eisenwarenhandlung Euler, dann Schreiber, zu dem auch das vor dem Veldenzturm stehende und mittlerweile abgerissene „Magazin Schreiber“ als Lager diente. Neben dem Magazin befand sich ein Pferdestall. Diese Gebäude verdeckten die Sicht auf den Veldenzturm. Der Kaufmann Richard Schreiber, der aus beruflichen Gründen nach Annweiler verzog, ließ die Renaissancefassade seines Hauses in den 1960er Jahren aufwändig und stilgerecht restaurieren. 1969 wurde die ursprünglich unter den Rundbogen gesetzte barocke Haustür versetzt. Sein Sohn Gerhard setzte die Renovierungsmaßnahmen fort. Das Haus wurde später vermietet, u.a. auch als Musikschule Krennrich/Stein genutzt und 1986 von Rechtsanwalt Wolf Kehrein-Seckler übernommen. Er baute die Musikschule weiter aus und richtete eine Kanzlei ein. 2010 kaufte er schließlich das Anwesen von Tierarzt Dr. Gerhard Schreiber aus Göllheim. Das Magazin bzw. der Stall wurden an die Kreissparkasse verkauft und abgerissen, es entstand der heutige Parkplatz (Angaben Kehrein-Seckler und Schreiber 2021).
Während des Zweiten Weltkrieges und der Bombardierung von Lauterecken wurde der gewölbte Keller des Hauses auch als Luftschutzbunker genutzt. In diesem Keller erlebte Dr. Gerhard Schreiber die Befreiung durch die Amerikaner, die ihn mit einem freundlichen „Come on“ begrüßten (Angaben Schreiber 2021).
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Nachfolgebauten an der Nordostseite: Vom „Gasthaus zur Krone“ zur Kreissparkasse
An der Nordostseite des früheren „Neuen Baues“ , an der Stelle der heutigen Kreissparkasse, entstand als Nachfolgebau durch den Sohn des 1781 verstorbenen Gastwirts und Bäckers Peter Henrich, Johann Gregorius Henrich der Jüngere (1748-1810), nach 1780 das neue „Gasthaus zur Krone“ (im Unterschied zur „alten Krone“, dem späteren „Café Hahn“ in der Hauptstraße). Es ist unklar, ob er die vorhandenen Reste abriss oder das Vorhandene ausbaute.
Hier starb am 11. November 1813 mit nur 27 Jahren der mächtige polnisch-litauische Prinz Dominik Radziwill, der nach einer schweren Verletzung in der Schlacht bei Hanau (Befreiungskriege) nach Lauterecken gelangt war. Radziwill kämpfte auf Seiten Napoleons und floh vor den vorrückenden preußischen Truppen unter Marschall Blücher, an den in Lauterecken noch der Blücherbrunnen erinnert. Nach Radziwills Tod wurden seine Eingeweide in der alten, heute nicht mehr existierenden Simultankirche an der Abzweigung Hauptstraße-Bergstraße beigesetzt. Sein Leichnam gelangte in die Kapuzinerkirche in Warschau und sein Herz ins Krasinski-Mausoleum in Krasne. Geboren war er am 4. August 1786 in Biala Podlaska als Sohn des Fürsten Hieronim Wincentry Radziwill und Sophie Friederike von Thurn und Taxis. Dominiks Tochter war Stephanie zu Sayn-Wittgenstein-Sayn. Die Lauterecker Radziwill-Stiftung zu Gunsten der lutherischen und katholischen Kirche und armer Lauterecker Mädchen erinnerte noch bis um 1900 an den reichen adeligen Wohltäter (vgl. Biundo 1930, Henrich 1978, und Zink 1968, S. 161f).
In dem traditionsreichen, angesehenen Gasthaus der Familie Henrich trafen sich viele Lauterecker Bürger und Gäste. Im August 1896 brannte es jedoch nach Ausbruch eines Feuers im Dachstuhl ab und wurde bis auf das Erdgeschoss zerstört. Es wurde aber bereits kurz darauf neu errichtet und zwei Jahre danach an den Erbauer des Lauterecker Turnerheims, Karl Mannsmann (siehe Farblithographie von 1913) verkauft, der die Krone weiterführte. Weitere Kronenwirte waren Karl Greiner, Karl Rech, Richard Metzger und Fred Bayer. 1957 wurde hier nach einem Umbau die Kreissparkasse eingerichtet (siehe Pressebeiträge). Das heutige Gebäude der Kreissparkasse wurde 1976/77 neu erbaut.
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(Jan Fickert M.A., Stadt Lauterecken, 2021)

Quellen
  • Ehemals lutherische Kirche, Pfarr- und Schulhaus, 1667-1670, Landesarchiv Speyer A2, 1355/2.
  • Grundsteuerkataster Lauterecken 1845, Landesarchiv Speyer L56, 837.
  • Mündliche Mitteilungen von Wolf Kehrein-Seckler, Lauterecken und Dr. Gerhard Schreiber, Göllheim, Januar/Februar 2021.

Literatur

Anna, Otto (1933)
Aus der Geschichte von Lauterecken. Undatierter Presseartikel (Kopie Stadtarchiv Lauterecken).. In: Der 7. Tag (Beilage zur Pfälzischen Volkszeitung), Nr. 6 vom 5.2.1933., Lauterecken.
Biundo, Georg (1930)
Die Radziwill-Stiftung zu Lauterecken. In: Pfälzisches Museum, 47, 1930, S. 322. o. O.
Buntz, Herwig (2019)
Das Schloss in Lauterecken und seine Bewohner. In: Westrichkalender Kusel 2019, S. 103-108. Kusel.
Cappel, Peter (2018)
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Neuer Bau am Veldenzschloss Lauterecken

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Schlossgasse 1
Ort
67742 Lauterecken
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Landeskunde, Architekturgeschichte, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Literaturauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1590 bis 1599

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Jan Fickert (2021): „Neuer Bau am Veldenzschloss Lauterecken”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-328382 (Abgerufen: 20. April 2024)
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