Kettenbach

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Aarbergen, Burgschwalbach, Hohenstein (Hessen)
Kreis(e): Rheingau-Taunus-Kreis, Rhein-Lahn-Kreis
Bundesland: Hessen, Rheinland-Pfalz
Der auf einer Anhöhe über dem Scheidertal kurz vor seinem Übergang ins Aartal gelegene Ort Kettenbach geht auf eine Klosterstiftung des Grafen Gebhard vom Niederlohngau aus dem Geschlecht der Konradiner im Jahr 845 zurück. An dieser Stelle hatte bereits um die Wende des 8. zum 9. Jahrhundert das Kloster Lorsch Besitzungen. Das neue Stift St. Salvator und St. Peter wurde jedoch schon bald - 879 - durch Graf Gebhard nach Gemünden im Westerwald verlegt.

In älteren Urkunden wird noch zwischen Ober- und Niederkettenbach unterschieden. Der Naunhäuser (Neunhauser) Hof wurde als Niederkettenbach bezeichnet, 1314 ist er noch als Dorf Neuenhausen bekannt. 1605 existierten zwei Höfe, von denen einer den Herren von der Leyen, einer in hessischen Besitz gehörte. Kettenbach war Sitz eines Eigen- und Hubengerichtes, später eines Zehnt- und Landgerichtes, zu dem auch Hausen und Daisbach (früher noch Rückershausen) zählten.

Seit 1528 evangelische Pfarrei, gehörten 1530 dem Kirchspiel Hausen, Daisbach und Rückershausen, auch die späteren Wüstungen Haynhausen und Selbach an. 1591 wurde die erste Schule im Gebiet errichtet. Im 17. und 18. Jahrhundert war die Herrschaft geteilt unter dem protestantischen Fürsten von Nassau-Usingen und dem katholischen Freiherrn von Galen. 1777 wurde sie ganz von Karl Wilhelm von Nassau-Usingen übernommen.

1635 betrug die Zahl der Haushaltungen 25, 1747 standen 46 Wohnhäuser, 1992 wurden über 1800 Einwohner gezählt. Die 1751 errichtete Kirche ist der dritte Kirchenbau in Kettenbach, möglicherweise am Ort der ehemaligen Stiftskirche. Das Pfarrhaus wurde 1826 daneben erbaut. Die 1927 eingeweihte neue Schule dient seit 1971 als Rathaus und Verwaltungssitz der Zentralgemeinde.

Der hochgelegene Ortskern zeichnet sich deutlich mit seiner ringförmigen Straßenführung - Ober- und Unterstraße - ab. Durch die Nähe zur Michelbacher Hütte hat sich eine kräftige Ausdehnung des Siedlungsgebietes seit dem 19. Jahrhundert besonders in dem südöstlich zum Scheidertal hin abfallenden Gelände ergeben. Ein historisches Ortsbild wurde auch im alten Kern nicht bewahrt. Das barocke Fachwerkrathaus in der Kirchgasse ist ebensowenig erhalten wie das ehemalige Feuerwehrhaus von 1782 an der Kirche.

Literatur

Söder, Dagmar / Landesamt für Denkmalpflege Hessen (LfDH) (Hrsg.) (2003)
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Hessen: Rheingau-Taunus-Kreis II. (Altkreis Untertaunus). 61-62, Wiesbaden.

Kettenbach

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Auswertung historischer Karten, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 845
Koordinate WGS84
50° 15′ 8,8″ N, 8° 05′ 4,94″ O / 50.25245°, 8.08471°
Koordinate UTM
32U 434748.24 5567100.08
Koordinate Gauss/Krüger
3434797.08 5568887.49

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„Kettenbach”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/P-FR-20090929-0004 (Abgerufen: 20. September 2017)
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