Steinbruch Weilberg

zuvor auch Wielerberg oder Wirlberg

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Königswinter
Kreis(e): Rhein-Sieg-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 41′ 52,43″ N: 7° 13′ 11,96″ O 50,6979°N: 7,21999°O
Koordinate UTM 32.374.291,91 m: 5.617.742,03 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.586.237,58 m: 5.618.749,72 m
  • Steinbruch am Weilberg (Ausschnitt aus einem Glasdia um 1930): Sternförmig laufen die Feldbahngleise auf die Bremsbahn zu, mittels derer die beladenen Kastenkipper aus dem Steinbruchkessel befördert wurden.

    Steinbruch am Weilberg (Ausschnitt aus einem Glasdia um 1930): Sternförmig laufen die Feldbahngleise auf die Bremsbahn zu, mittels derer die beladenen Kastenkipper aus dem Steinbruchkessel befördert wurden.

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  • Steinbruch am Weilberg (Ansichtskarte um 1910): Die Basaltsäulen wurden von Hand mit Brecheisen aus der Bruchwand gelöst. Das Material diente v.a. der Befestigung von Deichen, Kanälen und Flüssen.

    Steinbruch am Weilberg (Ansichtskarte um 1910): Die Basaltsäulen wurden von Hand mit Brecheisen aus der Bruchwand gelöst. Das Material diente v.a. der Befestigung von Deichen, Kanälen und Flüssen.

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  • Gedenktafel für den bedeutenden Mineralogen Hugo Laspeyres (1836-1913) am Steinbruch Weilberg im Siebengebirge (2011)

    Gedenktafel für den bedeutenden Mineralogen Hugo Laspeyres (1836-1913) am Steinbruch Weilberg im Siebengebirge (2011)

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  • Zerkleinerungsanlage am Steinbruch am Weilberg (vor 1916).

    Zerkleinerungsanlage am Steinbruch am Weilberg (vor 1916).

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  • Arbeiten ím Steinbruch Weilberg im Siebengebirge, im Bild der Anschluss an die Heisterbacher Talbahn (historisches Foto, erste Hälfte 20. Jahrhunderts).

    Arbeiten ím Steinbruch Weilberg im Siebengebirge, im Bild der Anschluss an die Heisterbacher Talbahn (historisches Foto, erste Hälfte 20. Jahrhunderts).

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  • Steinbruch am Weilberg (um 1900).

    Steinbruch am Weilberg (um 1900).

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  • Panorama des Steinbruch am Weilberg (2024).

    Panorama des Steinbruch am Weilberg (2024).

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  • Steinbrecher am Weilberg (1958).

    Steinbrecher am Weilberg (1958).

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  • Steinbruch Weilberg im Siebengebirge (2011)

    Steinbruch Weilberg im Siebengebirge (2011)

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  • Steinbruch Weilberg im Siebengebirge (2011)

    Steinbruch Weilberg im Siebengebirge (2011)

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  • Informationstafel zum Vulkanismus am Weilberg und im Siebengebirge am Steinbruch Weilberg (2011)

    Informationstafel zum Vulkanismus am Weilberg und im Siebengebirge am Steinbruch Weilberg (2011)

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  • Steinbruch am Weilberg (2024): Reste des Maschinenhauses der Standseilbahn.

    Steinbruch am Weilberg (2024): Reste des Maschinenhauses der Standseilbahn.

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  • Steinbruch Weilberg im Siebengebirge (2011)

    Steinbruch Weilberg im Siebengebirge (2011)

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  • Informationstafel zum Vulkanismus und zur Steinbruchtätigkeit im Siebengebirge am Steinbruch Weilberg (2011)

    Informationstafel zum Vulkanismus und zur Steinbruchtätigkeit im Siebengebirge am Steinbruch Weilberg (2011)

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  • Steinbruch am Weilberg (2024): Am ehemaligen Standort des Brechers finden sich noch die Mauern der Verladerampen.

    Steinbruch am Weilberg (2024): Am ehemaligen Standort des Brechers finden sich noch die Mauern der Verladerampen.

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  • Steinbruch am Weilberg (2024).

    Steinbruch am Weilberg (2024).

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  • Steinbruch am Weilberg (2024).

    Steinbruch am Weilberg (2024).

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Der Weilberg ist mit 245 Metern Höhe über Normalnull (ü. NN) die letzte größere Erhebung am Nordrand des Siebengebirges, weithin bekannt durch seinen großartigen geologischen Aufschluss in einem ehemaligen Basaltsteinbruch. Hier sind grundlegende Prozesse und Strukturen des Siebengebirgsvulkanismus sichtbar: Ein Pflichtstandort jeder geologischen Exkursion im Siebengebirge.

Geologie, Vulkanismus
Steinabbau ab der Mitte des 19. Jahrhunderts
Steinbruchtätigkeit im 20. Jahrhundert
Weitere Entwicklung nach der Stilllegung
Quellen, Internet, Literatur

Geologie, Vulkanismus
Der Berg besteht zu großen Teilen aus Trachyttuffen, die in einer explosiven Phase zu Beginn des Siebengebirgsvulkanismus vor rund 25 Millionen Jahren gefördert werden. Später steigen rund 1.000 Grad heiße, basaltische Laven auf, die in den Tuffen steckenbleiben und sich horizontal als sogenannter Lagergang ausbreiten. Die aufliegenden Tuffe werden dabei in Schollen zerbrochen, verstellt und im Kontaktbereich mit der Lava rötlich gebrannt. Bei der langsamen Aushärtung der Basalte bilden sich lange sechseckige Säulen aus, die senkrecht zur Abkühlungsfläche stehen. Schnell abkühlende Basalte bilden hingegen plattige Strukturen aus. Abschließend steigt nochmals eine geringe Menge Lava auf, die die bereits vorhandenen Basalte als Gang durchdringen und in den Tuffen oberhalb unter Ausbildung einer tulpenartigen Form erstarren. Die härteren Basalte wurden im Laufe der Zeit aus den weichen Tuffen herauserodiert und bilden so die heutige Erhebung.

Eine ältere Informationstafel am Weilberg beschreibt den Vulkanismus im Siebengebirge wie folgt (vgl. Abb.):
„Der Weilberg – Blick in eine Vulkan-Landschaft
Vor etwa 30 Millionen Jahren begann die vulkanische Tätigkeit mit einem gewaltigen Aschenregen (Trachyttuff). Lava drang in den Tuff ein und brannte ihn in einer rot gefärbten 'Kontaktzone'. Der hangende Tuff wurde aufgewölbt und an Verwerfungen versetzt. Die Lava erstarrte zu Basalt: roh geklüftet am Rande, mit schlanken Säulen in einigem Abstand.
Abschließend stieg nochmals Lava auf. Ein junger Basalt durchsetzt den älteren als schmaler Gang und verbreitert sich im weichen Tuff. Auf der Sohle des Bruchs und am Hohlweg erscheint im Liegenden des Basalts wieder Tuff mit roter Kontaktzone: der Basalt hat die Form einer großen Linse.
Die Oberfläche des Vulkans ist nicht mehr erhalten. Durch die lang anhaltende Erosion wurde ein großer Teil von Tuff und Basalt wieder abgetragen. Über dieses Plateau floss im Diluvium (Eiszeit) der Rhein hinweg.“
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Steinabbau ab der Mitte des 19. Jahrhunderts
Der Steinabbau, der den heute noch teilweise sichtbaren Aufschluss allmählich freilegte, setzte Mitte des 19. Jahrhunderts ein. Bis dahin ist der Weilberg, der zu der Zeit noch Wielerberg oder Wirlberg genannt wurde, nur eine mit Niederwald bestandene Kuppe und dient als Lieferant für Brennholz und Rahmpfähle für den Weinbau. Erst mit der Anfertigung amtlicher Katasterunterlagen ab 1826 beginnt sich der Name Weilberg durchzusetzen.

Erste detailliertere Hinweise zum Steinabbau finden sich in der geologischen Literatur und Zeitungen. Die Kölner Zeitung weist als erste auf den für Freunde der Geognosie „… interessanten, leicht zu erreichenden Basaltkegel.“ hin. „Der Berg ist durch Steinbrüche in den letzten Jahren an seinem südlichen Gehänge vortrefflich geöffnet worden.“ (Kölnische Zeitung vom 14.06.1860)
Der Beginn des Steinabbaus kann damit für die 1850er-Jahre angenommen werden. Der Zeitpunkt fällt zusammen mit dem von Preußen forcierten Straßen- und Eisenbahnbau. Das harte, druckfeste basaltische Material ist dafür bestens geeignet und in Form von Split, Schotter, Pflaster- und Bordsteinen sehr gesucht. Außerdem werden die Basaltstangen für Fluss-, Kanal- und Deichbefestigungen genutzt. Holland mit seinen großen Baumaßnahmen ist einer der Hauptabnehmer.
Eine Versteigerungsanzeige in der Kölner Zeitung benennt 1861 H. Kauertz und Comp. aus Bonn sowie Thiebes & Consorten aus Oberdollendorf als Betreiber eines „Säulen-Basalt-Steinbruch“. In der Anzeige wird der Bruch als einer der schönsten der Umgebung angepriesen. Der Wirlenberg sei über eine Höhe von 70 Fuss (ca. 22 Meter) neu aufgeschlossen und außerdem mit einer Eisenbahn ausgestattet, um Steine und Schutt auf Halde zu bringen. Zudem liege der Bruch verkehrsgünstig nur 20 Minuten vom Rhein, unweit einer bestehenden Chaussee. Die notariell beaufsichtigte Versteigerung fand am 20. Februar 1861 in der Gaststätte Remigius Schmitz, Königswinter statt (Kölnische Zeitung vom 17.02.1861).

1862 wird durch einen Herr Hornay ein neuer Bruch angelegt, der von dem Geologen und Ober-Berghauptmann Heinrich von Dechen ausführlich beschrieben wird. Es handelt sich dabei nach Dechens Kollegen Hugo Laspeyres (1901) um den nördlichsten von ehemals drei Brüchen am Weilberg. Zwei ältere Brüche bestehen zu dem Zeitpunkt bereits. Die Karte des Markscheiders (ein speziell im Bergbau tätiger Vermessungsingenieur) Adolf Schneider von 1881 zeigt die damalige Situation mit den drei Abbaukesseln. Von besonderem Interesse sind für Dechen die in einem mit 45 Grad ansteigenden Schleppschacht aufgeschlossenen Tuffe. Durch diesen 1862 noch im Bau befindlichen Stollen soll der Bruch im Gipfelbereich erschlossen werden (Kölnische Zeitung vom 14.04.1862). Bei seiner Fertigstellung besitzt er eine Länge von rund 200 Meter.
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Aus einer weiteren Anzeige erfahren wir, dass am Weilberg mit Daniel Goedkoop aus Amsterdam auch ein holländischer Unternehmer tätig ist. Dies erklärt sich dadurch, dass im Rahmen von Landgewinnungs- und Deicharbeiten wie z.B. an der Zuidersee große Mengen an Basalt benötigt werden. Goedkoop lässt am im Juni 1868 einen 16 Morgen, 40 Ruthen großen Basalt-Steinbruch am „Wirlenberg“ versteigern, dazu Lagerplätze an der „Schanke“ und an den „Steinhütten“ in Niederdollendorf (Bonner Zeitung vom 20.06.1868). Mit den Steinhütten in Niederdollendorf sind die dortigen Arbeits- und Verladeplätze am Rhein gemeint. Es wird sich dabei nicht um den Hornay'schen Bruch im Norden gehandelt haben, sondern wohl um einen der beiden südlich anschließenden Abbauten. Die beiden südlichen Abbauten wachsen in den Folgejahren schnell zu einem größeren Bruch zusammen. Die preußische Neuaufnahme zeigt 1895 bereits nur noch einen Abbaukessel anstelle von zwei voneinander getrennten.

1874 ist wiederum ein Bruch am Wirlenberg zu verkaufen, ohne dass weitere Details zu erfahren sind (Echo des Siebengebirges vom 08.08.1874).

Ungefähr ab 1888 wird der große südliche Bruch von Christian Uhrmacher sen. aus Oberkassel betrieben. Die Familie Uhrmacher gehört zu den größeren Steinbruchunternehmern im südlichen Rheinland, die neben den Brüchen in Oberkassel noch weitere Basaltbrüche betreiben. Spätestens ab 1897 firmiert der Betrieb unter dem Namen Obercasseler Basalt AG.
Der Wendepunkt im Abbau kommt mit der Fertigstellung der Heisterbacher Talbahn (1891), die den industriellen Abbau im Siebengebirge einläutet. Ab der Passhöhe „Auf der Scheid“, gut 140 Meter über dem Rheintal, wird ein eigenes ca. 560 Meter langes Anschlussgleises zum Weilberg gebaut. Dazu gehört ein 85 Meter langer Tunnel.
Ab März 1893 kann der Basalt direkt in die hölzernen Kastenwagen der Bahn umgeschlagen werden. Vor allem der Transport von großen Mengen Split und Schotter wird nun rentabel. Die teuren Transporte mit schweren Fuhrwerken bis an den Rhein sind ab sofort Geschichte. Ungezählt sind die Beschwerden über die durch die Karren kaputt gefahrenen Wege, die regelmäßig ausgebessert werden müssen.
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Steinbruchtätigkeit im 20. Jahrhundert
Nur wenig später errichtet die Kölner Firma Humboldt im Auftrag der Obercasseler Basalt AG an der Westseite des Bergs eine großes mit Dampf betriebenes Brechwerk. Die Einführung von Brechwerken stellte damals eine Revolution im Steinabbau dar, nicht nur im Siebengebirge. Bislang musste der Steinabfall in mühevoller Handarbeit von sogenannten Schrottschlägern, Kleinschlägern und Klarschlägern zu Schotter und Split zerkleinert werden. Bevor 1909 eine Altersgrenze von 14 Jahren eingeführt wurde, war dies oft Kinderarbeit. Der Brecher mit nachgeschaltetem Trommelsieb übernimmt nun die Arbeit. Der Steinbruch gehört neben dem Limperichsberg zu den größten im Einzugsgebiet der Heisterbacher Talbahn. Um die Jahrhundertwende variiert die Belegschaftszahl zwischen 100 und 200 Arbeitern.

Die Gewinnung erfolgt auf drei Sohlen übereinander und erfolgte von Hand oder mit Hilfe von Sprengungen. Mathias Bröhl aus Thomasberg berichtet als Zeitzeuge 1965 in der Siebengebirgs-Zeitung rückblickend:
„Waren durch die gewaltigen Sprengungen mit vorhergehender Kammererweiterung die wuchtigen Felsbrocken in die Tiefe gepoltert, dann musste das darüber hängende Gestein mit der Hand losgebrochen werden. Früh um 7 Uhr gingen dann schon 2 oder 3 Facharbeiter [auch Mathias Bröhl war oft dabei, Verf.] mit umgehängten Seilen, die schweren Brechstangen in der Hand, auf die Höhe der Weilbergkuppe über dem großen Stock. Hier befestigten sie ihr Seil an tief eingerammten Eisenpfähle, banden sich den Haltegurt um die Hüften und glitten am Seil, die Füße immer zum Berg, hinunter. Während dieses Abseilens wurde lockeres Gestein gleich gelöst. Vor Ort aber musste jetzt, in den Seilen hängend, mit den Brechstangen das überhängende, lockere Felsgestein gebrochen werden. War diese Arbeit bis 12 Uhr noch nicht beendet, so ging es am Nachmittag wieder in die Seile. Der Feierabend um 19 Uhr war noch weit. Der Stundenlohn für diese Arbeit betrug damals 35 Pfennige.“

Das losgebrochen Gestein wird danach von Hand auf Feldbahnwaggons mit 750 Millimetern Spurweite verladen. Von den Abbaustellen laufen mehrere Gleise fächerförmig auf einen doppelgleisigen Bremsberg zu, der das Gestein mit Hilfe einer Maschine bis auf Höhe des Brechwerks transportiert. Die beladenen Kastenkipper werden über eine Brücke in das am Hang stehenden Brechwerks geschoben und von oben in den Backenbrecher entleert. Ein Trommelsieb sortiert das gebrochene Material in verschiedene Größenklassen wie Split und Schotter. Nachgeschaltete große Ladesilos mit Schüttklappen erlauben die direkte Befüllung der Bahnwaggons von oben. An den Gleisanlagen besteht außerdem eine mit großen Blechschütten ausgestattete Laderampe zur Verladung der Bord- und Pflastersteine. Vermutlich unter der Leitung der Basalt AG Linz wird die Trasse der Förderanlage um 1928 neu ausgerichtet und als Standseilbahn ausgelegt. Das Brückenhofmuseum in Oberdollendorf zeigt ein sehr anschauliches Modell des Brechwerks und der zugehörigen Infrastruktur. Einen Überblick gibt auch ein alter Lageplan der Heisterbacher Talbahn.
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Abraum und unbrauchbares Gesteinsmaterial verbringt man auf eine ausgedehnte Halde an der Ostseite des Berges. Auf Höhe der obersten Sohle durchörtert man dafür den um den Bruch verlaufenden Rest des Berghangs mit einem 48 Meter langen Tunnel. So konnte der Abraum niveaugleich abgefahren werden.
1908 geht der Steinbruch an die neu gegründete Basaltsteinbruch Weilberg GmbH mit Sitz in Oberkassel. Geschäftsführer und Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Thomas Johnston aus London. Darin vertreten sind außerdem Gerhard Peters und Adolf Braus aus Oberkassel (Kölnische Zeitung vom 18.08.1908).

Aufgrund der englischen Mehrheitsbeteiligung kommt die Firma während des Ersten Weltkriegs 1915 unter Zwangsverwaltung. Von 340.000 Mark Stammkapital sind 220.000 Mark in englischem Besitz. Im August 1918 wird die englische Beteiligung liquidiert und die Anteile meistbietend abgegeben (Kölnische Zeitung vom 21.09.1918).
Nach der Aufhebung der Zwangsverwaltung im Jahr 1920 durch das Amtsgericht Königswinter wird Thomas Johnston aus London wieder als Geschäftsführer eingesetzt. Die weitere Geschäftsentwicklung ist unklar. Als die Linzer Basalt AG den Bruch 1928 erwirbt, soll der Abbau zuvor eine Weile still gelegen haben.

Die Basalt AG fährt den Betrieb in den 1930er-Jahren wieder hoch, begünstigt durch die nationalsozialistischen Arbeitsbeschaffungs- und Baumaßnahmen. Aufgrund der Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs fehlen ab 1940 allerdings zunehmend die Arbeiter, und 1942 wird der Abbau eingestellt. Die verbliebenen Arbeiter kommen am Steinbruch Hühnerberg der Basalt AG bei Eudenbach unter. Mit der Einstellung des Betriebs ist auch das Schicksal der Heisterbacher Talbahn mangels Transportgut besiegelt. Bis auf eine Reststrecke zwischen den Tongruben der Oberdollendorfer Hardt und den Feuerfestfabriken Niederdollendorfs wird die Strecke abgebaut. Die Personenbeförderung endete bereits in den 1930er-Jahren.
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Weitere Entwicklung nach der Stilllegung
Nach dem Krieg soll der Steinbrecher nochmals kurzzeitig gelaufen sein. Der Abtransport erfolgte per LKW. Noch bis Mitte 1950 werden Steinbruch und Steinbrecher beaufsichtigt. Ein Brand zerstört schließlich Anfang der 1960er-Jahre die hölzernen Aufbauten mit den Brech- und Siebanlagen. Die verbliebenen Fundamente aus Stampfbeton werden im Rahmen der Bewerbung zum Europadiplom (einer Auszeichnung für geschützte Gebiete) um 1970 entfernt. Heute sind entlang des Wanderwegs auf Höhe des ehemaligen Brechwerks noch Reste der Laderampen sowie Fundamente der ehemaligen Ladebrücke sichtbar. Von der Standseilbahn finden sich Reste von Betonfundamenten eines Maschinenhauses. Der ehemalige Trassenverlauf des Anschlussgleises der Heisterbacher Talbahn ist als Geländeeinschnitt über eine längere Strecke ebenfalls noch erkennbar. Der Tunnel wurde zugeschüttet.

Heute wie damals erfolgt der Zugang in den Steinbruch durch die ehemalige Einfahrt an der Westseite des Berges. Bis hierhin verliefen die Gleise der Talbahn. Beiderseits der Einfahrt stehen die den Basalt umgebenden Trachyttuffe an. Auf der rechten Seite befand sich ein in die Tuffe gegrabenes Sprengstofflager, erkennbar an der Betonplombe des Verschlusses.
Der unregelmäßig ausgebildete Bruchkessel besitzt eine Größe von rund 180 x 200 Meter. Die östliche Abbauwand mit dem geologischen Aufschluss erreicht eine Höhe von bis zu 50 m. Auf der untersten Sohle des Bruchs hat sich ein Teich mit einer Fläche von 40 x 60 Meter Fläche gebildet.

An der Ostseite des Berges erstrecken sich über eine Fläche von gut 300 x 100 Meter ausgedehnte Abraumhalden. Kleinere Halden finden sich entlang der Westseite des Berges.
Auf der nördlichen Kuppe des Weilbergs ist der ehemalige Hornay'sche Bruch erkennbar. Der Bruch nahm ehemals eine Fläche von rund 50 x 50 Meter ein und wurde später teilweise mit Schutt aus dem Nachbarbruch verfüllt. Die Tiefe beträgt noch bis zu 8 m. Von dem zugehörigen Stollen ist im Heisterbacher Tal, etwas oberhalb der Talaue, der Geländeeinschnitt mit dem verschütteten Stollenausgang sowie die davor liegende Abraumhalde zu erkennen.
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Im Gegensatz zu den im Rheintal von weitem aus sichtbaren Brüchen an Petersberg, Ölberg und Wolkenburg, findet der Abbau am Weilberg in einem von außen nicht sichtbaren Abbaukessel statt. Dadurch gerät der Weilberg nicht in den Fokus des Verschönerungsvereins Siebengebirge (VVS), der zur Rettung des Siebengebirges vor dem Steinabbau Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgreich zahlreiche Brüche schließen lässt. Durch die zurückgezogene Lage des Abbaus am Ende des Heisterbacher Tals scheinen auch die Abraumhalden für die romantische Rheinlandschaft des Siebengebirges kaum eine Beeinträchtigung zu sein. Für die Bewohner der Bergorte hingegen müssen die vor allem an der Ostseite liegenden Schutthalden gut sichtbar gewesen sein. Zugleich stellt der Steinbruch am Weilberg jedoch einen der wichtigsten Arbeitgeber für die Orte der Bergregion dar, was die Akzeptanz dementsprechend erhöht. Um 1900 arbeiten um 50 % der erwerbstätigen Männer der umliegenden Orte im Steinabbau am Weilberg, aber auch in weiteren Brüchen im Bergbereich.

Heute sind die Schutthalden urwaldartig dicht bewachsen und kaum mehr sichtbar. Die Felswände im Steinbruch werden durch landschaftspflegerische Maßnahmen regelmäßig von Buschwerk und Bäumen gesäubert. Zum einen soll der geologische Aufschluss sichtbar bleiben, zum anderen bilden die sonnigen, trockenheißen Standortbedingungen ein Biotop für eine hochangepasste und seltene Flora und Fauna.

Am 15. Oktober 1971 wird dem Siebengebirge am Weilberg erstmalig das Europadiplom („Europäisches Diplom für geschützte Gebiete“) verliehen, eine vom Europarat vergebene Auszeichnung. Der Titel muss alle fünf Jahre unter Erfüllung zahlreicher Qualitätskriterien erneuert werden.
Seit 2004 erinnert am Weilberg außerdem eine bronzene Plakette an den Geologen Hugo Laspeyres.
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Datierung: ca. 1860-1942.
Zugang: Der Bruch ist durch einen Aussichtspunkt mit Informationstafel erschlossen, welcher einen spektakulären Ausblick in den Bruch und den geologischen Aufschluss erlaubt. Die Abraumhalden und Reste der Laderampen sind von öffentlichen Wegen aus sichtbar.

(Jörn Kling, 2025 / kleinere Vorarbeiten der LVR-Redaktion KuLaDig, 2009)

Quellen
  • Schneider, Adolf (1881): Karte des Siebengebirges, angefertigt unter Benutzung des amtlichen Materiales, Verlag von Simon Schropp. Verlag Henry, Bonn.
  • Stadtarchiv Bonn, StAB, A 679, VVS-Depositum.
  • Bonner Zeitung vom 20.06.1868 und 22.02.1928, Echo des Siebengebirges vom 08.08.1874 und 20.02.1899, Kölnische Zeitung vom 14.06.1860, 17.02.1861, 14.04.1862, 18.08.1908, 07.07.1893, 17.09.1918 und 21.09.1918, Siebengebirgs-Zeitung, Nr. 3 vom 15.01.1965; teils abrufbar unter zeitpunkt.nrw, Historische Zeitungen in den entsprechenden Jahrgängen (abgerufen 26.05.2026)

Internet
de.wikipedia.org: Liste der Berge im Naturpark Siebengebirge (abgerufen 03.04.2013)
www.virtuelles-heimatmuseum.de: Vitrine Weilberg, 26 Bilder (abgerufen 26.05.2026)
virtuellesbrueckenhofmuseum.de: Galerie Modellanlage Weilberg, 14 Bilder (abgerufen 26.05.2026)
virtuelles-heimatmuseum.de: Der geologische Aufbau der „Weilberg – Stenzelberg“ Gruppe im Siebengebirge (Text Robert Hartleib, ca. 2013, PDF 848 kB, abgerufen 26.05.2026)
ga.de: Mit der Kettensäge in die Steilwand (Text Sascha Brengmann, General-Anzeiger vom 22.10.2004, abgerufen 26.05.2026)
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Literatur

Berres, Frieder / Heimatverein Siebengebirge (Hrsg.) (1996)
Gesteine des Siebengebirges. Entstehung - Gewinnung - Verwendung. Siegburg.
Dechen, Heinrich Von; Rath, Gerhard Vom (1861)
Geognostischer Führer in das Siebengebirge am Rhein. Bonn.
Görres, Winfried; Müller, Friederich; Sprötge, Gerd / Heimatverein Heisterbacherrott (Hrsg.) (1986)
Alt Hesprott in Bild und Wort. Heisterbacherrott.
Laspreyres, Hugo (1901)
Das Siebengebirge am Rhein. (Verhandlungen des Naturhistorischen Vereins der Preussischen Rheinlande, Westfalens und des Regierungsbezirks Osnabrück 57.) Bonn.
Schmidt, Willi / Bürgerverein Thomasberg (Hrsg.) (1993)
Die Strüch. Eine Chronik von Thomasberg. Königswinter.

Steinbruch Weilberg

Schlagwörter
Ort
53639 Königswinter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1860, Ende 1942

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Jörn Kling: „Steinbruch Weilberg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-FJK-20100630-0033 (Abgerufen: 2. Juni 2026)
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