Kradepohlsmühle Bergisch Gladbach

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Archäologie
Gemeinde(n): Bergisch Gladbach
Kreis(e): Rheinisch-Bergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 58′ 51,18″ N: 7° 06′ 15,96″ O 50,98088°N: 7,10443°O
Koordinate UTM 32.366.939,23 m: 5.649.409,37 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.577.602,94 m: 5.650.100,90 m
  • Funktionsprinzip einer von einem Wasserrad angetriebenen Pulvermühle mit Mechaniken und Mühlsteinen (Kupferstich von Georg Andreas Böckler, 1661).

    Funktionsprinzip einer von einem Wasserrad angetriebenen Pulvermühle mit Mechaniken und Mühlsteinen (Kupferstich von Georg Andreas Böckler, 1661).

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    gemeinfrei / Deutsche Fotothek
    Fotograf/Urheber:
    Georg Andreas Böckler
    Medientyp:
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Die Kradepohlsmühle wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts als Pulvermühle und Ölmühle errichtet, unmittelbar an der Strunde, die hier ursprünglich von Ost nach West verlief. Heinrich Schnabel kaufte 1740 die alte Mühle, in der Absicht, sie zur Aufbereitung von Lumpen zu verwenden. Nach dem Kriege von 1870/71 ging sie für 7000 Taler in das Eigentum von Friedrich Wachendorff über. Er war der Sohn eines Papiermachers aus Bergisch Gladbach und machte aus der Kradepohlsmühle eine Pappenfabrik.

Der wirtschaftliche Durchbruch und die Etablierung des Mühlenstandortes gelangen allerdings erst unter der kaufmännischen Führung des Bergisch Gladbacher Papierfabrikanten Carl Friedrich Wachendorff, der das Gelände 1873 erwarb und zur industriellen Fertigung umbaute. Im Zeitraum von 1890 bis 1913 verdreifachte sich die Personalstärke und vervierfachte sich die Produktion. Die Weiterentwicklung der Papierfabrik und die damit verbundene bauliche Erweiterung erstreckten sich über einen Zeitraum von insgesamt 60 Jahren. In dieser Zeit wird auch der Lauf der Strunde nach Süden verlegt, deren ursprünglicher Verlauf wird zum Mühlkanal. 1990 verkaufte Carl Friedrich Wachendorff die Papier- und Pappenfabrik an die in Augsburg sitzende Wanderer Werke AG. Diese stellten im Jahre 2003 die Produktion ein. Seither ist eine Nutzungsmischung aus Kunst und Handwerk entstanden.

Der historische Verlauf der Strunde ist anhand der Flurstückgrenzen in Abgleich mit historischen Karten noch deutlich zu erkennen. Der Mühlenstandort mit dem ursprünglichen Verlauf der Strunde ist auf der Urkarte von 1827 dargestellt. Die historische Mühle ist nicht mehr erhalten, Teile des ehemaligen Mühlengraben liegen noch offen.

(LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, 2012)

Quellen
Unterlagen im Stadtarchiv Bergisch Gladbach und im Katasteramt des Rheinisch-Bergischen Kreises

Internet
http://de.wikipedia.org/wiki/Kradepohlsm%C3%BChle (abgerufen 08.01.2013)
Industrie-Kultur, Magazin für Denkmalpflege, Landschaft, Sozial-, Umwelt- und Technikgeschichte: Papierfabrik Wachendorff (abgerufen 10.06.2012)

Literatur

Klersch, Josef (1956)
Köln und die Papiermacherkunst im Strundertal. In: Heimatkundliche Schriftenreihe des Bergischen Geschichtsvereins Nr. 1, S. 10, o. O. Online verfügbar: http://archiv.bgv-rhein-berg.de/node/2735, abgerufen am 10.06.2012

Kradepohlsmühle Bergisch Gladbach

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Kradepohlsmühlenweg
Ort
51469 Bergisch Gladbach
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Archäologie
Erfassungsmaßstab
Keine Angabe
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1600 bis 1625, Ende 1873 bis 1900

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„Kradepohlsmühle Bergisch Gladbach”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-CW-20110830-0001 (Abgerufen: 26. April 2026)
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