Bahnhof Uedem

Bahnhof Preußisch Uedem

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Uedem
Kreis(e): Kleve (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Bahnhof Uedem, Erinnerungsplatz mit alten Formsignalen (2017)

    Bahnhof Uedem, Erinnerungsplatz mit alten Formsignalen (2017)

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Der Bahnhof Uedem wurde 1878 an der Strecke der privaten Bahngesellschaft „Noord-Brabantsch-Duitsche-Spoorweg-Maatschappij“ (NBDS), der Boxteler Bahn als Preußisch Uedem eröffnet (Streckenkilometer 22,5). Er lag unmittelbar südlich des Ortes. Die Eröffnung bedeutete einen wirtschaftlichen Fortschritt für die Gemeinde. Er stellte den Anschluss an das Ruhrgebiet mit seinem Absatzmarkt für lokale Produkte dar. Darüber hinaus gab es direkte internationale Verbindungen nach London, Berlin und Petersburg.
1897 wurde das Bahnhofsgebäude neu errichtet, einschließlich der Wohnung des Bahnhofsvorstehers. Das alte Gebäude von 1878 hatte man abgerissen. 1901 wurden ein neuer Güterschuppen und eine Viehrampe erbaut, der alte wiederum abgerissen. Die Gleisanlage wurde 1901 dem steigenden Verkehr angepasst: Bahnhofspläne von 1910 und 1940 zeigen vier Durchgangsgleise und zusätzlich drei Ladegleise bzw. Abstellgleise.
Im Juni 1925 wurde der Bahnhof an die Reichsbahn übergeben, die zugleich neue Personale einsetzte. Der Bahnhof war von 7.00 Uhr morgens bis 21.15 Uhr besetzt. Im Zweiten Weltkrieg wurde eine durchgehende ganztägige Besetzung eingerichtet, es gab drei Schichten.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Personenverkehr von Goch nach Uedem im April 1946 wieder aufgenommenen. Die Zugfrequenz steigerte sich auf 13 bis 15 Zugpaare täglich. Im Güterverkehr transportierte man Kunstdünger und Saatkartoffeln sowie Kohlen und Rohmaterialien. Von Uedem aus wurden Schuhe bzw. landwirtschaftliche Geräte (Eggen, Kultivatoren und Pflüge) transportiert. Auch wurden jede Woche mehrere Waggons mit Schlachttieren ins Ruhrgebiet gefahren.
Der Flugbetrieb der britischen Truppen in Laarbruch erforderte die Anlieferung großer Mengen Flugbenzin, die über den Bahnhof Uedem abgewickelt wurde. Von hier aus wurde der Sprit nach dem Umladen in englischen Lastwagen und englischem Personal nach Laarbruch transportiert. Erst mit der Fertigstellung einer Pipeline wurde diese Form des Transports eingestellt.
In den 1950er Jahren wurde aus dem Bahnhof eine Verkehrsstelle, der Betrieb lief über die Fahrdienstleitung in Goch. Der Personenverkehr nach Uedem wurde 1963 eingestellt, der Güterverkehr 1966.
Im Verlauf der Landstraße 77 von Uedem nach Goch ist noch die ehemalige Trasse der Boxteler Bahn erhalten.

(Claus Weber, LVR-Redaktion KuLaDig, 2017)

Internet
de.wikipedia.org: Boxteler Bahn (abgerufen 02.04.2011)
nl.wikipedia.org: Noord-Brabantsch-Duitsche Spoorweg-Maatschappij (abgerufen 10.12.2011)
www.boxteler-eisenbahn.de: Boxteler Eisenbahn (abgerufen 02.04.2011)
www.uedem.de: Gemeinde Uedem - Gemeindeporträt (abgerufen 16.12.2011)
nrwbahnarchiv.bplaced.net: Bahnhof Uedem im NRW Bahnarchiv von André Joost (abgerufen 02.07.2017)

Literatur

Barthels, Thomas (2008)
Bahnhöfe im Rheinland zur Reichsbahnzeit. S. 69, Mönchengladbach.
Barthels, Thomas / Möller, Armin / Barthels, Klaus (2007)
Bahnen am Niederrhein. Eine Bestandsaufnahme der Eisenbahnen am Niederrhein zwischen Arnhem und Rommerskirchen, Venlo und Oberhausen. S. 76-77, Mönchengladbach.
Höpfner, Haus-Paul (1986)
Eisenbahnen. Ihre Geschichte am Niederrhein. S. 74-81, Duisburg.
Verfürth, Werner (1998)
Messungsheft der Streckenteilung von km 0,0 bis km 40,2 für die Strecke Büderich - Hassum - Landesgrenze. Kalkar.

Bahnhof Uedem

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Mühlhoffstraße
Ort
Uedem
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1878, Ende 1966
Koordinate WGS84
51° 39′ 43,54″ N, 6° 15′ 37,87″ O / 51.6621°, 6.26052°
Koordinate UTM
32U 310537.06 5727010.52
Koordinate Gauss/Krüger
2518069.53 5725339.01

Empfohlene Zitierweise

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„Bahnhof Uedem”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-CW-20110829-0023 (Abgerufen: 19. August 2018)
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