Gruga-Bahn

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Die heutige Parkbahn im Grugapark entstand 1965 zur Bundesgartenschau. Die Länge der Bahn beträgt rund 3,3 Kilometer, sie fährt auf einer Spurweite von 60 Zentimetern. Die Betriebsführung lag bei den Essener Stadtwerke AG (EVAG). Man schaffte fünf neue Züge an, im damals modernen Design. Die Lokomotiven wurden mit Gasmotoren betrieben, entstanden aus auf Gasbetrieb umgebauten Opel-Kapitän-Motoren. Diese Züge fuhren nahezu 28 Jahre auf dem Gelände. 1992 wird der Betrieb einer Privatfirma übergeben, die Anlagen werden von der Stadt Essen 1993 erworben. Die Grugabahn wird heute von der Fa. Intamin Deutschland GmbH & CO in Essen betrieben. Die Züge heißen „Wachsames Hähnchen“, „Zornige Ameise“, „Heimliche Liebe“, „Schwarze Lene“ und „Fleißiges Lieschen“, angetrieben von elektrischen Lokomotiven.

Geschichte
Das Gelände der Gruga entstand 1929 mit der „Großen Ruhrländischen Gartenbauausstellung“, kurz „Gruga“. Die Erweiterungen der Parkanlage erforderte nun die Anlage einer Rundfahrmöglichkeit. Es entstand eine Parkeisenbahn mit 38,1 Zentimetern Spurweite, nach englischem Vorbild. Die Streckenlänge maß rund drei Kilometer. Von der Leipziger Spezialfirma Erich Brangsch GmbH Klein- und Feldbahnen in Leipzig-Engelsdorf wurden Dampflokomotiven erbaut, die sich von originalen Dampflokomotiven nur in der Größe unterschieden. Solche Lokomotiven fahren heute noch in Dresden und Stuttgart. Im Zweiten Weltkrieg werden die Anlagen in Essen zerstört. Zunächst wurden auf dem Gelände Feldbahnzüge der Trümmerräumung eingesetzt. Diese fuhren auf einer Spurweite von 60 Zentimetern. Ab 1949 beförderten diese Feldbahnen auch wieder Personen, zunächst mit Dampflokomotiven. Durch Neubauten wurden aus dem anfänglich nur einen Zug drei, zwei mit Diesellokomotiven („Wachsames Hähnchen“ und „Fleißiges Lieschen“) und eine Batterielokomotive („Tuttmanns Esel“). Gelegentlich gab die Dampflok „Hilda“ ein Gastspiel. Die Betriebsführung hatte im Auftrag der Grugaparkverwaltung die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft (SEG) übernommen, die auch die Personenwagen in eigener Werkstatt gebaut hatte; nach Auflösung der SEG führte ab 1954 die Essener Verkehrs-AG den Betrieb durch. Bei der Parkeisenbahn Cottbus wurde ein Triebzug aus zwei Ganzzügen der ehemaligen Gruga-Bahn Essen gebildet. Diese fuhren von 1966 bis 1992 im Gruga-Park, nach der Umstellung auf elektrisch betriebene Schienenfahrzeuge erfolgte die Vorbereitung (Generalüberholung) auf die BUGA in Cottbus. Seit 1995 ist der Triebzug im Einsatz.
Die Bahn in der Gruga ist nicht zu verwechseln mit dem „Grugabahn“ genannten Radweg auf der ehemaligen Eisenbahnlinie von Mülheim nach Recklinghausen.

(Claus Weber, 2010)

Internet
www.grugapark.de: Grugabahn (abgerufen 03.05.2010)
www.parkeisenbahn.de (abgerufen 03.05.2010)

Literatur

Essener Verkehrs-AG (Hrsg.) (1996)
Hundert Jahre in Essen auf Draht - Die Straßenbahn. S. 146, Essen.

Gruga-Bahn

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1965
Koordinate WGS84
51° 25′ 43,58″ N, 6° 59′ 18,42″ O / 51.42877°, 6.98845°
Koordinate UTM
32U 360161.67 5699427.2
Koordinate Gauss/Krüger
2568787.78 5699811.93

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„Gruga-Bahn”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-CW-20100503-0010 (Abgerufen: 17. Oktober 2017)
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