Carolaturm in Koblenz-Lay

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Koblenz
Kreis(e): Koblenz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 18′ 50,06″ N: 7° 31′ 45,16″ O 50,31391°N: 7,52921°O
Koordinate UTM 32.395.282,87 m: 5.574.567,52 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.395.316,13 m: 5.576.357,63 m
  • Carolaturm am Abend

    Carolaturm am Abend

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  • Blick ins Moseltal vom Carolaturm (2021)

    Blick ins Moseltal vom Carolaturm (2021)

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  • Ansichtskarte vom Carolaturm

    Ansichtskarte vom Carolaturm

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    Carolaturm in Lay in Koblenz (2014)

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    Carolaturm mit Weg

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    Carolaturm in Koblenz-Lay im Jahr 1935

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    Carolaturm im Koblenzer Stadtteil Lay

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    Carolahöhe

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Der Carolaturm ist ein Aussichtspunkt im Koblenzer Stadtteil Lay. Er befindet sich an einem steilen Abhang zur Moselseite gegenüber Winningen und ermöglicht einen herrlichen Blick ins Moseltal.

Planung
Auf der Suche nach landschaftlich reizvollen Punkten wollte der Coblenzer Verschönerungsverein 1895 dort, wo der neue Weg die Höhe des Berges erreicht, einen Aussichtstempel errichten lassen. Der Layer Gemeinderat unter dem Vorsteher Franz Henrich war begeistert von dem Plan des Verschönerungsvereins, der die veranschlagten Kosten in Höhe von 1200 Mark für das Bauwerk übernehmen wollte. Der Landkreis steuerte 125 Mark und die Stadt Koblenz 200 Mark hinzu. Die Pläne fertigte der Stadtbaurat Friedrich Wilhelm Maeckler (1852-1913, Stadtbaumeister Koblenz 1886 bis 1913) (Weber 2013, S. 200). Der Turm im neugotischen Stil findet seine Vorbilder in mittelalterlichen Stadttürmen.

Bauwerk und Name
Auf eine Initiative des Verschönerungsvereins, unter dem Vorsitz des damaligen Oberbürgermeisters der Stadt Koblenz, Emil Schüller (1843-1900, Oberbürgermeister in den Jahren 1888 bis 1900) wurde im Herbst des Jahres 1895 mit dem Bauwerk begonnen. Der eingeschossige, ca. 7 m hohe Turm wurde aus Schieferbruchsteinen auf einem 5/8-Grundriss errichtet. Seine Bauart mit Strebepfeilern und Zinnenabschluss verleiht dem Aussichtsturm ein mittelalterliches Aussehen, ähnlich einem Stadtmauerturm. Strebepfeiler und Zinnen sind mit Schlusssteinen aus Basalt abgedeckt. Im Schlussstein über dem Eingang ist die Jahreszahl 1895 angebracht. Der von der Eingangsseite her ebenerdig liegende Innenraum dient mit seinen vier Spitzbogenfenstern als Aussichtsebene und besitzt ein Zellengewölbe. Die offizielle Einweihung des Carolturms war am 13. September 1896. Es war noch eine Außentreppe angebracht worden.

Als Eigentümerin des Aussichtsturmes versprach die Gemeinde Lay, „diesen dauernd seinem Zweck zu erhalten und für jedermann zugänglich zu machen“. In der Sitzung vom 26.11.1895, kurz nach Fertigstellung des Aussichtsturms, fasste der Layer Gemeinderat den Beschluss: „…in Anerkennung der Bemühungen des Herrn Oberbürgermeisters Schüller zu Coblenz in seiner Eigenschaft als Leiter des Verschönerungsvereins um das Zustandekommen des Bauwerks, dessen Gemahlin, der Frau Carola Schüller, den Tempel zu decidieren und den Aussichtspunkt den Namen CAROLAHÖHE beizulegen.“

Im August 1896 erfuhr das Bauwerk seine „Krönung“. Heinrich Stollwerck (1843-1915 , Schokoladenfabrikant aus Köln) ließ an der Carolahöhe anlässlich der Hochzeit seiner ältesten Tochter Berta Stollwerck (1869–1953) eine eiserne Wendeltreppe anbringen. Am Sonntag, den 13. September 1896, wurde der Carolaturm mit einem feierlichen Bergfest eingeweiht. Von der Plattform des Turmes genoss man die herrliche Sicht ins Moseltal und auf Winningen.

Renovierungsbedarf
Im Jahr 1913 wies der Carolaturm schwere Baumängel auf. Aufgrund der Finanznot der Gemeinde Lay folgte der Gemeinderat der Empfehlung des Kreisausschusses und wollte den Turm an die Stadt Koblenz verschenken. Die Stadt lehnte aber dieses Ansinnen ab. Im Jahr 1915 wurde der Carolaturm nach den Vorgaben der Bürgermeisterei Winningen saniert. 1922 wurde eine erneute umfassende Renovierung nötig, dabei wurde auf die Instandsetzung der unbrauchbar gewordenen eisernen Wendeltreppe verzichtet.

Seither ist der Turm ohne Aufgang zur Aussichtsplattform. Die große Finanzschwäche der Gemeinde Lay veranlasste die Stadt Koblenz bis zum Jahr 1945 die bauliche Unterhaltung zu übernehmen.

Im Jahr 1962 drohte dem Carolaturm der Verfall. In einer Spendenaktion des Vereins der Heimatfreunde Lay und unter dessen Regie wurde eine Generalinstandsetzung des Turms durchgeführt. Finanziell unterstützt wurde diese Aktion mit Zuschüssen der Gemeinde, des Landkreises, der Stadt Koblenz und des Landes Rheinland-Pfalz. Gleichzeitig wurden die seitlich freiliegenden Bereiche mit Geländern abgesichert.

100 Jahre nach Baubeginn wurde abermals eine durch Witterungseinflüsse bedingte Renovierung notwendig. Außen wurden der Zinnenkranz, die Basaltabdeckungen und Gesimse erneuert. Auch im Innern fanden Renovierungsarbeiten statt. Der Turmraum wurde durch den Verein der Heimatfreunde neu gestrichen. Außerdem wurde durch den Verein ein Fahnenmast auf dem Carolaturm angebracht und seitdem weht hier die Koblenzer Stadtfahne. Die Kosten von 30.000 DM wurden von der Stadt Koblenz getragen.

Zwischenzeitlich wurden immer wieder Ausbesserungs- und Instandhaltungsmaßnahmen in Eigenregie vom Verein der Heimatfreunde durchgeführt, um das Bauwerk gegen den Verfall zu schützen und die Zugänglichkeit allen Layern und Gästen zu ermöglichen. So steht die jährliche Begutachtung des Bauwerks auf dem Plan der Ortsverschönerung des Vereins, um so auch kurzfristig reagieren zu können. Zur Zeit werden durch die Stadt Koblenz Planungen vorangetrieben, um eindringendes Wasser vom Bauwerk wegzuleiten. Weitere Sanierungsmaßnahmen sollen durchgeführt werden.

Im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler in der kreisfreien Stadt Koblenz findet sich der Eintrag:„Carolaturm südlich von Lay, am steilen Abhang zur Mosel neugotischer Aussichtsturm, Schieferbruchstein, bez. 1893, Arch. Stadtbaurat Friedrich Wilhelm Maeckler, Koblenz“ (GDKE 2021).


(Friederike Meiers, Universität Koblenz-Landau, 2014, Dirk Kissel Koblenz, 2021)

Internet
www.deutsche-biographie.de: Heinrich Stollwerk (abgerufen 15.10.2021)
www.rheinische-geschichte.lvr.de: Franz Stollwerk (abgerufen 15.10.2021)
www.rheinische-geschichte.lvr.de: Emil Schüller (abgerufen 15.10.2021)
www.heimatfreunde-lay.de: Heimatfreunde Lay (abgerufen 26.10.2021)

Literatur

Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland Pfalz (Hrsg.) (2021)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreisfreie Stadt Koblenz. Denkmalverzeichnis kreisfreie Stadt Koblenz, 14. Juni 2021. 25, Mainz. Online verfügbar: https://gdke.rlp.de/denkmalliste-rheinland-pfalz/, abgerufen am 31.08.2021
Herdes, Hedwig (2003)
Das Bergfest zur Einweihung der Karolahöhe 1896. (Aus der Geschichte des Ortes Lay an der Mosel.) o. O.
Theisen, Richard (2000)
Rund um Lay. Heft 2. 107, Koblenz-Lay.
Weber, Ulrike / Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur; Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz Direktion Landesdenkmalpflege (Hrsg.) (2013)
Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Stadt Koblenz (3.3). (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland.) 2000, Worms.

Carolaturm in Koblenz-Lay

Schlagwörter
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1895 bis 1896

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Empfohlene Zitierweise
„Carolaturm in Koblenz-Lay”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-97475-20140724-3 (Abgerufen: 10. August 2022)
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