Die St. Elisabeth-Kirche in Koblenz-Rauental ist eine sehr junge katholische Kirche, die erst in den 50erJahren des 20. Jahrhunderts nach den Entwürfen von Dominik und Gottfried Böhm aus Köln erbaut wurde. Grund für den Bau war die Zerstörung der alten Elisabethkirche, eine ehemalige Reithalle, die zur Kirche umgestaltet und dann 1933 konsekriert worden war, durch die Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg. Am 14. Juni 1953 wurde der Grundstein für den Bau der neuen Elisabeth-Kirche gelegt, die am 1. August 1954 feierlich konsekriert wurde. Die Kirche ist Pfarrkirche der Pfarreiengemeinschaft Koblenz-Moselweiß und zugleich Kirche der Jugend für den Bereich Koblenz und Umgebung.
Bei der Kirche handelt es sich um einen nach Süden ausgerichteten Stahlbetonskelettbau, dessen Außenfassaden mit roten, ornamental gesetzten Ziegelsteinen bekleidet sind, die dem Sakralbau einen individuellen Charakter geben. Der Grundriss der Kirche ist trapezförmig angelegt und zeichnet sich durch den im Halbkreis angelegten Chorraum aus. An der Nordseite der Kirche, die dreischiffig aufgebaut ist, befindet sich eine kleine Taufkapelle, die im selben Stil erbaut wurde. Diese liegt auf einem niedrigeren Niveau als die Hauptkirche und ist durch einen Gang mit dieser verbunden. Die Kapelle zeichnet sich durch ihr schirmförmiges Betonschalendach, das sich über kreisrunden Buntglasfenstern erstreckt, aus. Die Außenseiten der Taufkapelle sind mit Kupfer gedeckt und auf dem Dach ragt die Heiliggeisttaube in den Himmel.
Vom Kirchenbau separiert ist der hohe Glockenturm der sich, von der Moselweißer Straße schauend, östlich der Taufkapelle befindet. Dieser wurde erst nachträglich im Jahre 1962 nach dem Entwurf von Gottfried Böhm errichtet. Ursprünglich war dieser auch mit Ziegeln bedeckt, wurde jedoch im Rahmen der Sanierung der Kirche im Zeitraum von 1989 bis 1992 mit ziegelfarbenen Holzlamellen verkleidet.
Im Eingangsbereich der Kirche befindet sich eine Figur der Kirchenpatronin. Es handelt sich hierbei um eine Kopie der Kalksteinfigur der heiligen Elisabeth aus der Koblenzer Ballei des Deutschen Ritterordens.
Im selben Stil mit ornamental gesetzten Ziegeln verkleidet, erscheint das ehemalige Pfarrhaus, ein langgestreckter, zweigeschossiger Bau mit flachem Walmdach und Lochfassade. Hervorzuheben sind die Buntglasfenster in den westlichen Räumen, auf denen die Verkündigung und Anbetung der Hirten nach dem Lukas-Evangelium dargestellt ist.
Die St. Elisabeth-Kirche entspricht, ähnlich wie andere junge Kirchen aus dem 20. Jahrhundert, beispielsweise die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, nicht dem traditionellen Vorstellungsbild von katholischen Pfarrkirchen. In der Einweihungsschrift wird diese individuelle Gestalt folgendermaßen erklärt: „Wir können heute bei den angrenzenden großen Gebäudemassen einer Großstadt unsere Kirchenbauten nicht mehr durch ihre Massen wirksam machen. Sie müssen durch die Eigenart der architektonischen Gestaltung und die Gruppierung der Baumassen ihren geistigen Gehalt zu beherrschendem Ausdruck bringen“ (Weber 2013, S. 298). Die Pfarrkirche mit den angrenzenden Gebäuden gilt heute als eine der bedeutendsten modernen Kirchen des gesamten Bistums Trier.
Kulturdenkmal / UNESCO-Welterbe Die Pfarrkirche gilt nach dem geltenden Denkmalschutzgesetz von Rheinland-Pfalz als Kulturdenkmal und zählt zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal.
(Katharina Breuer, Universität Koblenz-Landau, 2014)
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Möchten Sie dieses Objekt in der Kuladig-App öffnen?
Wir verwenden Cookies
Dies sind zum einen technisch notwendige Cookies,
um die Funktionsfähigkeit der Seiten sicherzustellen. Diesen können Sie nicht widersprechen, wenn
Sie die Seite nutzen möchten. Darüber hinaus verwenden wir Cookies für eine Webanalyse, um die
Nutzbarkeit unserer Seiten zu optimieren, sofern Sie einverstanden sind. Mit Anklicken des Buttons
erklären Sie Ihr Einverständnis. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Datenschutzseite.