Parkstadion Gelsenkirchen

„Stadion auf Schalke“

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Gelsenkirchen
Kreis(e): Gelsenkirchen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Ein Ordner mit Wachhund im Parkstadion Gelsenkirchen während eines Fußballspiels um 1980.

    Ein Ordner mit Wachhund im Parkstadion Gelsenkirchen während eines Fußballspiels um 1980.

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  • Das Gelsenkirchener Parkstadion im letzten Jahr seines Bestehens 2001.

    Das Gelsenkirchener Parkstadion im letzten Jahr seines Bestehens 2001.

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  • Parkstadion Gelsenkirchen während der Partie FC Schalke 04 gegen 1. FC Nürnberg am 12. September 1998

    Parkstadion Gelsenkirchen während der Partie FC Schalke 04 gegen 1. FC Nürnberg am 12. September 1998

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  • Ein Fußballspiel in Gelsenkirchen 1982, im Hintergrund sind Hochöfen der Zeche "Schalker Verein" zu sehen.

    Ein Fußballspiel in Gelsenkirchen 1982, im Hintergrund sind Hochöfen der Zeche "Schalker Verein" zu sehen.

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  • Parkstadion Gelsenkirchen "auf Schalke": Die Rückfront des Tribünengebäudes im Westen des Stadions (2006).

    Parkstadion Gelsenkirchen "auf Schalke": Die Rückfront des Tribünengebäudes im Westen des Stadions (2006).

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  • Parkstadion Gelsenkirchen "auf Schalke": Das Tribünengebäude im Westen des Stadions (2006).

    Parkstadion Gelsenkirchen "auf Schalke": Das Tribünengebäude im Westen des Stadions (2006).

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  • Die Katholische Pfarrkirche St. Josef in Essen-Katernberg; im Hintergrund die Gelsenkirchener Veltins-Arena und links davon die Flutlichtmasten des früheren Parkstadions "auf Schalke" (Sicht von der Kokerei der Zeche Zollverein, 2014)

    Die Katholische Pfarrkirche St. Josef in Essen-Katernberg; im Hintergrund die Gelsenkirchener Veltins-Arena und links davon die Flutlichtmasten des früheren Parkstadions "auf Schalke" (Sicht von der Kokerei der Zeche Zollverein, 2014)

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  • Eintrittskarte zu einem Konzert der 'Rolling Stones' im Gelsenkirchener Parkstadion (1990).

    Eintrittskarte zu einem Konzert der 'Rolling Stones' im Gelsenkirchener Parkstadion (1990).

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  • Das ehemalige Parkstadion während eines Trainings des FC Schalke 04, 18. März 2010.

    Das ehemalige Parkstadion während eines Trainings des FC Schalke 04, 18. März 2010.

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Das etwa 500 Meter nördlich der Emscher zwischen Schalke-Nord und Buer liegende Parkstadion war ein Fußball- und Leichtathletikstadion. Bekannt ist es vor allem durch den Gelsenkirchener Traditions-Fußballverein FC Schalke 04 der hier von 1973 bis 2001 seine Heimspiele austrug.

Schalker Traditions-Vokabular
Vorgänger- und Nachfolgestadion
Baugeschichte des Schalker Parkstadions
Besondere Fußballspiele auf Schalke
Leichtathletik, Rockkonzerte und Papst Johannes Paul II.
Das Ende des Parkstadions: (Teil-)Abriss und heutige Situation
Internet

Schalker Traditions-Vokabular
Der Ursprung des FC Schalke 04 liegt in dem einige Kilometer südlicher gelegenen und erst 1903 nach Gelsenkirchen eingemeindeten Industriedorf Schalke. Von 1904 bis 1912 hieß der Fußballverein noch Westfalia Schalke. Gleichwohl hat sich die klassische Lokalisierung – man geht zum Fußball „auf Schalke“ – auch über die Umzüge des Spielorts vom Schalker Sportplatz über die Kampfbahn Glückauf und das Parkstadion bis in die heutige Arena erhalten.
In gleicher Tradition werden die Schalker Fußballspieler auch heute noch oft als „Knappen“ (eigentlich ein Bergmann nach abgeschlossener Lehre) bezeichnet – obwohl längst keiner der internationalen Vollprofis jemals unter Tage geschuftet hat, wie es bei einigen ihrer seinerzeit oft noch halbprofessionellen Vorgänger immerhin noch bis in die 1980er Jahre der Fall war, etwa für den gelernten Bergmann und 23-fachen Nationalspieler Klaus „Tanne“ Fichtel (*1944, 1965-1980 und 1984-1988 in Diensten des FC Schalke 04).
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Vorgänger- und Nachfolgestadion
Vorgängerbau des Parkstadions war die auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Consolidation erbaute Glückauf-Kampfbahn (bzw. Kampfbahn Glückauf) mit ursprünglich 34.000 Plätzen. Diese war von 1928 bis 1973 die Schalker Heimspielstätte u.a. für Spieler des legendären „Schalker Kreisels“ wie Fritz Szepan (1907-1974) und Ernst Kuzorra (1905-1990).
Das südlich der Emscher gelegene Stadion wurde zur Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland 1974 durch das etwa drei Kilometer nördlich von ihm liegende Parkstadion ersetzt. Die teils denkmalgeschützte Glückauf-Kampfbahn steht heute noch und fasst etwa 11.000 Zuschauer; sie wird vom DJK Teutonia Schalke-Nord und vereinzelt noch für Veranstaltungen genutzt.
Als Nachfolger des Parkstadions wurde 2001 in unmittelbar südlicher Nachbarschaft die moderne Arena AufSchalke eröffnet (seit 2005 Veltins Arena). Sie bietet eine Besucherkapazität von 61.673 Plätzen (bei internationalen Spielen 54.142, bei Konzerten 78.437).
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Baugeschichte des Schalker Parkstadions
Für die 1966 an Deutschland vergebene 10. Fußball-Weltmeisterschaft, die vom 13. Juni bis zum 7. Juli 1974 stattfand, wurden an den zehn Austragungsorten zwei Stadien neu erbaut (Westfalenstadion Dortmund und Parkstadion Gelsenkirchen) und sechs Stadien entsprechend den gestiegenen Anforderungen an ein großes Turnier umgebaut (Olympiastadion Berlin, Rheinstadion Düsseldorf, Waldstadion Frankfurt am Main, Volksparkstadion Hamburg, Niedersachsenstadion Hannover und Neckarstadion Stuttgart). Das Olympiastadion München war bereits für die Olympischen Sommerspiele 1972 neu errichtet worden.

Auf Schalke begann man im August 1969 mit dem Bau des neuen Stadions, das am 4. August 1973 mit einer Kapazität von seinerzeit 70.600 Plätzen als eines der größten Stadien Deutschlands eröffnet wurde - größer war seinerzeit nur das Berliner Olympiastadion mit 74.228 Sitzplätzen. Im Jahr 1998 wurde das Fassungsvermögen durch Renovierungen auf 62.004 Plätze beschränkt, international waren durch sicherheitsbedingte Einschränkung des Stehplatz-Angebots nur 55.877 Zuschauer zugelassen.
Ursprünglich sollte das Stadion Ruhrstadion heißen, diesen Name führte dann später das 1979 neu eröffnete Stadion in Bochum. Über der Haupttribüne des Parkstadions war ein Zeltdach ähnlich der berühmten Konstruktion des Münchener Olympiastadions vorgesehen, was jedoch aus Kostengründen verworfen wurde. Eine in der Nordkurve des Stadions stehende Anzeigetafel wurde später durch eine zeitgemäße Videoleinwand in der Südkurve ersetzt.
Eine bauliche Besonderheit des Parkstadions war die Rolltreppe, über die die Spieler von den Kabinen aus hinab auf das Spielfeld gebracht wurden. Die Treppe wurde in der Sportberichterstattung gerne gezeigt und oft als bildliche Metapher für das „Auf und Ab“ des häufig sportlich und wirtschaftlich kriselnden Vereins FC Schalke 04 genutzt.
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Besondere Fußballspiele auf Schalke
Nach der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 und neben der Nutzung durch den FC Schalke 04 – für die 1970er Jahre sind hier Spieler wie Norbert Nigbur, Rolf Rüssmann, Klaus Fichtel, die Kremers-Zwillinge Helmut und Erwin, Reinhard „Stan“ Libuda und Klaus Fischer zu nennen – wurde das Parkstadion für weitere Fußballspiele der Bundesliga, des DFB-Pokals (u.a. die Finalspiele 1978 und 1980) und der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft genutzt. Diese trug insgesamt acht Spiele auf Schalke aus, von denen sechs gewonnen wurden und zwei mit Unentschieden endeten. Das Parkstadion war auch einer der Spielorte der Fußball-Europameisterschaft 1988 in Deutschland.

Besondere Erinnerungen – nicht nur der Fußballfans des FC Schalke 04 – sind mit einem legendären 6:6 im Halbfinale des DFB-Pokals am 2. Mai 1984 gegen den FC Bayern München verbunden – ein Spiel, das Platz 8 in der Liste der 100 besten Spiele aller Zeiten belegt und den ZDF-Kommentator Eberhard Figgemeier (*1947) bilanzieren ließ: „Was dieses fantastische Spiel an Werbung für den Fußball gebracht hat, ist nicht wiedergutzumachen.“ (Jürgens / Köster 2011, S. 28-29)
Zu nennen ist ferner die UEFA-Pokal-Saison 1996/97, in der die so genannten „Eurofighter“ (darunter Spieler wie Ingo Anderbrügge, Jens Lehmann, Olaf Thon, und Marc Wilmots) alle ihre Spiele im heimischen Parkstadion ohne Gegentor gewinnen konnten und damit die Grundlage für ihren Erfolg im Europapokal schufen.
Der für die Schalker dramatisch-traurige Höhe- und zugleich Schlusspunkt der Geschichte des Parkstadions ereignete sich im letzten Bundesligaspiel der Saison 2000/2001. Der FC Schalke 04 durfte sich nach einem 5:3-Sieg gegen die SpVgg Unterhaching erstmals seit 1958 für 92 Sekunden als Deutscher Meister fühlen – rund 20.000 Fans stürmten bereits unbändig feiernd das Spielfeld! –, ehe die Meisterschaft durch einen Ausgleichstreffer des FC Bayern beim Hamburger SV in sprichwörtlich allerletzter Minute der Nachspielzeit doch noch nach München ging. Die untröstlichen Schalker gingen an diesem 19. Mai 2001 als „Meister der Herzen“ in die Geschichte der Fußball-Bundesliga ein (Jürgens / Köster 2011, S. 128-129).
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Leichtathletik, Rockkonzerte und Papst Johannes Paul II.
Neben Fußball wurde das Stadion auch für Großveranstaltungen der Leichtathletik genutzt (Deutsche Meisterschaften 1975, 1981 und 1987) sowie für zahlreiche Großkonzerte nationaler und internationaler Künstler und Bands (u.a. Marius Müller-Westernhagen, Michael Jackson, Pink Floyd, Genesis und die Rolling Stones).
Ein besonderes Ereignis stellte die Papstmesse am 2. Mai 1987 im Rahmen des zweiten Deutschlandbesuchs von Papst Johannes Paul II. (30. April bis 4. Mai) dar, anlässlich der dem Kirchenoberhaupt die Ehrenmitgliedschaft beim FC Schalke 04 verliehen wurde.
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Das Ende des Parkstadions: (Teil-)Abriss und heutige Situation
Bereits in den 1980er Jahren wies das Parkstadion deutliche Alterserscheinungen infolge von Bergschäden auf, so dass es 2001 zugunsten der unmittelbar benachbarten neuen Arena endgültig geschlossen wurde und ein erster Teilabriss begann. Seitdem nutzt der Verein das ehemalige Parkstadion nur noch als Trainingsplatz. Vereinzelt fanden noch Spiele ohne größere Bedeutung in der Stadionruine statt, die nach einem ersten Teilabriss immer noch über mehr als 20.000 Plätze verfügte.
Eine zweite Abrissphase, bei der unter anderem der Rest der Haupttribüne abgerissen wurde, musste 2008 wegen Gefahrenstoffen in der Bausubstanz für kurze Zeit unterbrochen werden.
Letztlich sollen am Standort des ehemaligen Parkstadions Trainingsplätze und ein kleineres Stadion mit einer Kapazität für etwa 10.000 Besucher entstehen.

Heute kann man vom östlich des Parkstadions gelegenen und zur neuen Arena führenden alten Stadionring über die erhaltenen hölzernen Sitzreihen der Osttribüne auf die immer noch intakte Spielfläche herabschauen (Begehung im Frühjahr 2011). Von den ehemals westlich gelegen Bereichen des Stadions ist kaum noch etwas zu sehen, zumal das Areal von großen Schutt- und Trümmerbergen umgeben ist. Die ehemals ovale Form des Stadions lässt sich aber oberflächlich noch deutlich erkennen.
Zwei Flutlichtmasten über der ehemaligen Nordkurve sind auch heute noch von weitem als Landmarken sichtbar und „für viele so etwas wie die Wahrzeichen Schalkes geworden“ (Bartra 2009, S. 22). Im Zuge des im Januar 2015 begonnenen Ausbaus des Parkstadions zu Trainingsplätzen und einem Stadion für 3.000 Besucher werden die beiden Flutlichtmasten erhalten bleiben.

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2011/2017)
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Internet
www.gelsenkirchener-geschichten.de: Parkstadion (abgerufen 08. April 2011)
de.wikipedia.org: Parkstadion (abgerufen 06. April 2011 und 22.08.2017)

Literatur

Barta, Stefan (2009)
Mein Parkstadion – geliebt, gehasst, vermisst... 28 unvergessliche Jahre auf Schalke. Hamm.
Fleischer, H. W. (1973)
Parkstadion Gelsenkirchen. Kornwestheim.
Jürgens, Tim / Köster, Philipp (2011)
Die 100 besten Spiele aller Zeiten. München.
Skrentny, Werner (2001)
Das große Buch der deutschen Fussballstadien. S. 144-145, Göttingen.

Parkstadion Gelsenkirchen

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Stadionring
Ort
45891 Gelsenkirchen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1969 bis 1973, Ende nach 2001
Koordinate WGS84
51° 33′ 33,16″ N, 7° 04′ 2,08″ O / 51.55921°, 7.06724°
Koordinate UTM
32U 366021.75 5713784.52
Koordinate Gauss/Krüger
2574055.83 5714400.6

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Empfohlene Zitierweise
„Parkstadion Gelsenkirchen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-9522-20110405-4 (Abgerufen: 24. September 2017)
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