Domstift St. Peter in Trier

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Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Trier
Kreis(e): Trier
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Karte "Befestigte Wohnanlagen im hochmittelalterlichen Trierer Stadtgebiet" (2002, PDF-Datei, 41 kB)

    Karte "Befestigte Wohnanlagen im hochmittelalterlichen Trierer Stadtgebiet" (2002, PDF-Datei, 41 kB)

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  • Bearbeiteter Ausschnitt "Plan von Trier" aus der Karte "Kirchliche Organisation und Verteilung der Confessionen im Bereich der heutigen Rheinprovinz um das Jahr 1610" (1903).

    Bearbeiteter Ausschnitt "Plan von Trier" aus der Karte "Kirchliche Organisation und Verteilung der Confessionen im Bereich der heutigen Rheinprovinz um das Jahr 1610" (1903).

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  • Ansicht von Trier ('Treviris') vor dem Petersberg ('Mons Martis') auf einem Stich von Matthäus Merian (1646). Dargestellt sind St. Paulin (A), St. Maximin (B), Simeonstift (C), Porta Nigra (D), Martinskloster (E), Deutschordenskommende (F), Dom (G), Liebfrauenkirche (H), St. Gangolf (I), Konstantinbasilika (K), Porta Alba (eigentlich das Alttor an den Kaiserthermen, L), St. Alban (M), Barbarathermen (N), St. Barbara (O) und St. Matthias (P).

    Ansicht von Trier ('Treviris') vor dem Petersberg ('Mons Martis') auf einem Stich von Matthäus Merian (1646). Dargestellt sind St. Paulin (A), St. Maximin (B), Simeonstift (C), Porta Nigra (D), Martinskloster (E), Deutschordenskommende (F), Dom (G), Liebfrauenkirche (H), St. Gangolf (I), Konstantinbasilika (K), Porta Alba (eigentlich das Alttor an den Kaiserthermen, L), St. Alban (M), Barbarathermen (N), St. Barbara (O) und St. Matthias (P).

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  • Der Wohnturm "Turm Jerusalem" am Trierer Domfreihof aus Blickrichtung Norden (2013).

    Der Wohnturm "Turm Jerusalem" am Trierer Domfreihof aus Blickrichtung Norden (2013).

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  • Blick auf den Trierer Dom, Ansicht vom römischen Stadttor 'Porta Nigra' (2003).

    Blick auf den Trierer Dom, Ansicht vom römischen Stadttor 'Porta Nigra' (2003).

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Name / Patrozinium: Domstift / Peter (seit dem 8. Jahrhundert belegt).
Orden: Domstift.

Geschichte bis um 1200:
Eucharius ist gegen Ende des 4. Jahrhunderts als erster Bischof Triers bezeugt; dass er vom hl. Petrus an die Mosel gesandt worden sei, ist eine Legende. Unwahrscheinlich auch ist schon zu seiner Zeit die Existenz einer Klerikergemeinschaft im Sinne einer Vorstufe des späteren Domkapitels, die ohnehin auch andernorts erst an der Wende zum 5. Jahrhundert zu beobachten ist. Davon kann im Falle Triers erst im frühen 6. Jahrhundert die Rede sein. Nach der Verwüstung der Trierer Kirchen siedelte der Frankenkönig Theuderich I. (511-33) Kleriker aus Clermont nach Trier um, die nach dem Tod des Bischofs Abrunculus (ca. 527) vom König den hl. Gallus zum neuen Bischof erbaten, aber statt seiner vom Herrscher den Nicetius erhielten, der die Hauptkirche und weitere Kirchen in Trier wiederherstellte. Sichtbar wird in diesem Bericht das konstitutive Element des Domkapitels, auch wenn der König dem von Trier aus Gewählten die Investitur verweigerte.

Ob man die Klerikergemeinschaft schon jetzt als ein Kollegiatstift bezeichnen kann, ist unsicher. Um 818 allerdings schrieb der Trierer Erzbischof Hetti als Metropolit seinem Suffraganbischof Frotharius von Toul wegen der Beachtung der „institutio canonicorum“, die Kaiser Ludwig der Fromme 816 auf der Aachener Synode hatte beschließen lassen, so dass die „vita communis“ in Trier schon geläufig gewesen sein muß. Unter den reichen Dotationen des 9. Jahrhunderts sind auch solche, die ausdrücklich dem Domkapitel vorbehalten sind, was die Existenz des Kapitels als eigenständiger Rechtskörperschaft voraussetzt. In der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts finden sich darüber hinaus mehrere Ämter des Kapitels belegt.

Ob sich um die Mitte des 10. Jahrhunderts laxe Gewohnheiten eingeschlichen hatten, sei dahingestellt. Jedenfalls heißt es, der Dekan Wolfgang, der nachmalige hl. Bischof von Regensburg, habe die „vita communis“ der Kathedralkleriker wieder erneuert, während die „Gesta Treverorum“ äußern, Trierer Kleriker hätten Wolfgang vorgeworfen, ein Mönch und kein Kleriker zu sein, weswegen dieser in das Kloster Einsiedeln überwechselte. Einige von Wolfgang veranlaßte Neuerungen seien von Erzbischof Dietrich widerrufen worden, die „vita communis“ jedoch nicht. Heißt es doch zum Jahre 967, zwei Trierer Archidiakone hätten zusammen mit dem Erzbischof und „ceteris fratribus Deo inibi canonice militantibus“ zugunsten der Liebfrauenkirche neben dem Dom Güter geschenkt, „quae etiam canonicis maioris ecclesiae commendata erat“.

Die Archidiakone wurden spätestens seit dem ausgehenden 10. Jahrhundert den Reihen der Domkanoniker entnommen; sie betitelten sich nach dem Hauptort ihres Archidiakonates, residierten aber als Domkanoniker in Trier. Die Praxis, die Domkanoniker zu Verwaltungsaufgaben der erzbischöflichen Kurie heranzuziehen, dürfte bereits im Gange gewesen sein. Dafür spricht, dass Erzbischof Ludolf (994-1008) eine Domimmunität einrichtete, die außer der Kathedrale auch die von den Domkanonikern bewohnten Häuser umfaßte. Zugleich liegt für die erste Hälfte des 11. Jahrhunderts ein Beispiel vor, das eine Trennung der Mensa des Propstes von der Mensa der Kanoniker voraussetzt. Alles deutet auf eine erneute Auflösung der „vita communis“ hin. Man darf noch einen Schritt weitergehen und behaupten, dass die Abneigung gegen die „vita communis“ nicht unbedingt ein Ausdruck von askesefeindlicher Bequemlichkeit gewesen sein muß. Man braucht nur auf die Gründung des Trierer Simeonstiftes um diese Zeit hinweisen, das offenbar nach dem Willen des Erzbischofs gleich als Säkularstift ohne „vita communis“ entstand, um die Kanoniker besser an der erzbischöflichen Verwaltung beteiligen zu können. Auf diese Weise ist die Tendenz zu beobachten, einerseits dem Domstift eine abgehobene Exklusivität zu nehmen, es andererseits aber instandzusetzen, die vielen Stifte im Ezbistum dem politischen Willen des Erzbischofs zugänglich zu machen.

Der Anteil des Domkapitels an den Zentralisierungsbemühungen des Erzbischofs ist bereits durch die Herkunft der Archidiakone aus dem Domkapitel angedeutet; auch die Pröpste von St. Paulin kamen aus dem Domkapitel. Als ein Symbol könnte man sehen, dass Eberhard 1066 als letzter Erzbischof in St. Paulin beigesetzt wurde, alle seine Nachfolger jedoch im Dom. Und das Domkapitel feierte regelmäßig den Anniversartag des ersten Trierer Bischofs Eucharius an seinem Grab in der Klosterkirche St. Eucharius. (Engels 2006)

Literatur

Engels, Odilo (2006)
Klöster und Stifte von der Merowingerzeit bis um 1200. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IX.2.) S. 83-84, Bonn.

Domstift St. Peter in Trier

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 500 bis 525
Koordinate WGS84
49° 45′ 20,97″ N, 6° 38′ 36,38″ O / 49.75582°, 6.64344°
Koordinate UTM
32U 330266.18 5514147.72
Koordinate Gauss/Krüger
2546409.25 5513448.78

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„Domstift St. Peter in Trier”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-95089-20140625-2 (Abgerufen: 20. Mai 2018)
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