Ruhrtal bei Steele (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Ruhr 295)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde, Raumplanung
Gemeinde(n): Bochum, Essen (Nordrhein-Westfalen), Hattingen
Kreis(e): Bochum, Ennepe-Ruhr-Kreis, Essen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Das Ruhrtal bei Steele und sein Umfeld sind hier beschrieben als bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich (KLB) wie im Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Ruhr. Die wertbestimmenden Merkmale der historischen Kulturlandschaft werden für die Maßstabsebene der Regionalplanung kurz zusammengefasst und charakterisiert.

Überregional bedeutender Kulturlandschaftsbereich zwischen Kupferdreh und Hattingen: Die Ruhr 1774–80 auf preußische Initiative für die Kohlenschifffahrt (1890 zugunsten der Eisenbahn eingestellt) ausgebaut: Treidelpfad, Horster Schleuse von 1774–76; Holteyer Hafen von 1840 mit gemauerter Bogenbrücke von 1852; Rotmühlenschleuse bei Heisingen; Spillenburger Schleuse mit Schleusenwärterhaus (Museum) bei Steele.

Eisenbahnrelikte: Trasse der Bahnstrecke Wuppertal-Vohwinkel – Essen-Überruhr (ehemalige Prinz-Wilhelm-Bahn) und weiter nach Essen-Steele (Ruhrbrücke bei Steele) (1846); ehemalige Ruhrtalbahn von Essen-Kettwig nach Essen-Altendorf und Hattingen (Ruhrbrücke bei Altendorf) (1872); Strecke Mülheim-Heißen nach Altendorf (1872–79); Bahnhof Dahlhausen an der Strecke Essen-Steele nach Hattingen mit ehemaligem Bahnbetriebswerk (1916/1918 – 1969), heute Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen (1977); Zechenanschlussbahnen.

Steele: Rechts der Ruhr gelegener mittelalterlicher Stadtkern mit Erweiterung des 19. Jahrhunderts, geprägt durch das Stiftswaisenhaus von 1764–70 (Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung) sowie katholische und evangelische Pfarrkirche, erhaltene Relikte der Stadtumwehrung; westlich Wasserturm am Laurentiusweg (Landmarke), Jüdischer Friedhof am Hiltropskamp und Stadtgarten Steele (1897).

An der Kunstwerkerstraße die ehemalige Dinnendahl‘sche Fabrik der 1920er Jahre, ziegelausgemauertes Stahlfachwerk, und Bruchsteingebäude der Zeche Kunstwerk.

Schloss Schellenberg: ehemals wasserumwehrte Schlossanlage der Essener Erbdrosten auf Bergkuppe über der Ruhr: Herrenhaus und Vorburg des 14.–19. Jahrhunderts; Garten mit Pavillon von 1674, 1820 und 1842/43 als Landschaftspark umgestaltet.

Haus Heisingen: über der Ruhr gelegene Wasserburg, ehemalige Sommerresidenz der Werdener Äbte, mit Ansichten von Süden und Osten.

Motte Vittinghoff: hochmittelalterliche Grabenanlage mit zentralem Mottenhügel.

Horst: Denkmalensemble bestehend aus frühmittelalterlicher Vryburg, mittelalterlicher Burganlage Haus Horst mit Park, Blick ins Ruhrtal; Ehrenmal; Zechenanlage Wohlverwahrt; Karbidfabrik Vogelsang mit Wasserkraftwerk Horster Mühle von 1912 und Schornstein (Landmarke), Ruhrwehr und Industriellenvilla mit Park.

Im historischen Schellenberger Wald umfangreich erhaltene bergbauliche Relikte, Reste der Heisinger Landwehr.

Geologische Aufschlüsse, Stollenmünder im Ruhrtal östlich Heisingen. – Urgeschichtlicher Siedlungsgunstraum bei Burgaltendorf (Rast- und Lagerplätze, Siedlungsplätze).

In der Ruhraue Wassergewinnungsanlagen Überruhr und Steele.

Kulturlandschaftliches und denkmalpflegerisches Ziel im Rahmen der Regionalplanung ist eine erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung, insbesondere
  • Bewahren und Sichern von Strukturen und tradierten Nutzungen, von Ansichten und Sichträumen von historischen Bereichen
  • Bewahren und Sichern von Elementen, Strukturen, Nutzungen sowie Ansichten und Sichträumen von historischen Objekten
  • Bewahren des Kulturlandschaftsgefüges
  • Wahren als landschaftliche Dominante
  • Sichern linearer Strukturen
  • Bewahren und Sichern archäologischer und paläontologischer Bodendenkmäler in ihrem Kontext
Aus: Landschaftsverband Rheinland / Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Ruhr, 2014

Internet
Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Ruhr (Abgerufen: 04.04.2016)

Literatur

Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2014)
Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Ruhr. Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung. S. 201-202, Köln, Münster.

Ruhrtal bei Steele (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Ruhr 295)

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde, Raumplanung
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 2012
Koordinate WGS84
51° 25′ 9,57″ N, 7° 04′ 27,1″ O / 51.41932°, 7.07419°
Koordinate UTM
32U 366094.22 5698216.55
Koordinate Gauss/Krüger
2574766.28 5698844.94

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Ruhrtal bei Steele (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Ruhr 295)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-89954-20140406-304 (Abgerufen: 28. Mai 2018)
Seitenanfang