Hinrichtungsstelle „Galgen“ in der Gemarkung Uersfeld

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Retterath
Kreis(e): Vulkaneifel
Bundesland: Rheinland-Pfalz
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Im markierten Areal befand sich bis 1795 auf einer Bergkuppe, etwa 553 Meter über N.N., eine sogenannte „Blutgerichtsstätte“ der Grafschaft Virneburg. Der letzte Galgen wurde 1664 auf zwei Säulen erbaut, aber hier wurden die zum Tode Verurteilten nicht nur erhängt, sondern je nach Strafmaß auch gerädert, verbrannt, geköpft oder gevierteilt. Zu dieser Zeit war die Kuppe nicht bewaldet, denn diese Hinrichtungsstätten mussten weit sichtbar sein, um ihre abschreckende Wirkung erzielen zu können. Der dortige Wald ist erst um 1850 im Rahmen der preußischen Aufforstungen entstanden.

Es heißt im Weistum von 1631: „... Die Hinrichtung und Exekution aber der Missetäter, belangend, als nämlich so einer mit dem Strang vom Leben zum Tode hingerichtet werden soll, dann soll der Heimbürger von Mannebach mit Zutun seiner Nachbarn den Galgen herrichten und was ferner dazu und zu solcher Exekution vonnöten sein würde, darstellen und verschaffen. Wer aber zum Rad verdammt und verwiesen sein würde, zu dessen Exekution und Hinrichtung soll der Heimbürger von Retterath samt seinen Nachbarn alle nötigen Sachen dermaßen dahin verschaffen und darstellen, daß daran keinen Mangel noch Fehler erscheine. Wenn aber einer mit dem Feuer hingerichtet werden soll, zu solcher Exekution soll der Heimbürger von Oberelz oder Lirstal, wo derselbe wohnen täte, mitsamt seinen Nachbarn alles was dazugehörig wäre darstellen, aber unseres Gnädigen Herren Bott soll das Feuer dahin beschaffen ...“

Die Mitwirkung bei den verschiedenen Hinrichtungsarten war also auf die drei Heimbürgerschaften des Retterather Gerichts verteilt. Dieses Gericht umfasste die sieben Dörfer der heutigen Pfarrei Retterath: Kolverath, Bereborn, Mannebach, Salcherarth, Retterath, Arbach, Lirstal und Oberelz.

Seit 2001 ist dort als Markierung der Örtlichkeit ein kleinere, einfachere Nachbildung aufgestellt worden (Geschichtsstraße Kelberg, Abschnitt I, Station 13)

(Peter Burggraaff, Universität Koblenz-Landau, 2014)

Literatur

Burggraaff, Peter (2009)
Die Geschichtsstraße Kelberg als vermittelndes interkommunales Projekt. In: Vermittlung von Kulturlandschaften. Initiative zur Förderung des Kulturlandschaftsbewusstseins (hrsg. vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland), S. 73-83. Bonn.
Burggraaff, Peter / Kleefeld, Klaus-Dieter / Bundesamt für Naturschutz und Bund Heimat und Umwelt (Hrsg.) (2010)
Landschaft erzählen – die Geschichtsstraße in Kelberg (Eifel) als Fallbeispiel für die Erläuterung von Natur- und Kulturerbe. In: Wege zu Natur und Kulturlandschaft (hrsg. vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland), S. 56-71. Bonn.
Burggraaff, Peter / Kleefeld, Klaus-Dieter / Mertes, Erich (1996)
Geschichte erwandern und erleben. Erster Abschnitt der Geschichtsstraße der VG Kelberg. In: Heimatjahrbuch Kreis Daun Vulkaneifel 1997, S. 183-191. Daun.
Mertes, Erich (2000)
Chronik von Uersfeld. Prüm.

Hinrichtungsstelle „Galgen“ in der Gemarkung Uersfeld

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Fernerkundung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1500 bis 1600, Ende nach 1795
Koordinate WGS84
50° 15′ 50,52″ N, 6° 59′ 23,19″ O / 50.26403°, 6.98977°
Koordinate UTM
32U 356728.93 5569920.78
Koordinate Gauss/Krüger
2570616.61 5570246.16

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„Hinrichtungsstelle „Galgen“ in der Gemarkung Uersfeld”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-86108-20140222-4 (Abgerufen: 23. Mai 2018)
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