Hohlwegebündel in der Gemarkung Köttelbach

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Kelberg
Kreis(e): Vulkaneifel
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Informationstafel: Erster Abschnitt der Geschichtsstraße: Station 5 Hohlwege.

    Informationstafel: Erster Abschnitt der Geschichtsstraße: Station 5 Hohlwege.

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    Burggraaff, Peter
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Im Wald sind Bodenwellen und verschiedene gestreckt verlaufende Vertiefungen erkennbar. Neben Ablaufrinnen für Regenwasser handelt es sich um alte Wege. Im Laufe der Zeit wurden diese aufgrund des weichen Bodens immer tiefer eingetieft, so dass sie zu sogenannten Hohlwegen wurden. Sie wurden auch durch Erosion z.B. bei Regen immer weiter eingekerbt. Wenn der Weg wegen des aufgeweichten Untergrundes nicht oder kaum mehr benutzbar war, wurden sie häufig verlagert, so dass ganze Hohlwegebündel entstanden sind. Manche sind einige Jahrhunderte alt. Die heute noch sichtbaren Relikte sind recht kleine Hohlwege, an anderen Stellen waren diese wesentlich größer dimensioniert mit einer Tiefe von mehr als 3 m. Sie bilden mit ihren teils besonnten Böschungen und Abbruchkanten nährstoffarme Sonderstandorte beispielsweise für Wildbienen, Hummeln und Wespen oder Eidechsen.

Hohlwege verbanden meistens auf direkter Strecke die Dörfer und Gehöfte. Die Fernwege dagegen führten entweder entlang der Höhenzüge (Wasserscheiden) oder mit weniger starken Steigungen. Sie waren dadurch in ihrem Verlauf in vor-, frühgeschichtlicher und frühmittelalterlicher Zeit überwiegend geländeorientiert und weniger siedlungsbezogen. Dies war notwendig, da es im Mittelalter im Gegensatz zur Römerzeit keine Straßenverwaltung gegeben hat und natürliche Hindernisse wie Flüsse und Moore nur an natürlich günstigen Stellen (Furten) überquert werden konnten. Erst nach dem 12. Jahrhundert ändert sich dies mit der Entstehung des Städtesystems und gezielten Förderungsmaßnahmen.

Der mittelalterliche Landverkehr vollzog sich überwiegend zu Fuß, mit Reit- und Tragtieren und Fuhrwerken. Hierdurch wurde der Untergrund verändert. Die Tagesleistung eines Ochsenfuhrwerkes betrug im Spätmittelalter je nach natürlicher Beschaffenheit um die 25 km. Der lokale Verkehr oder der zu Regionalmärkten war so ausgelegt, dass an langen Sommertagen die Entfernung zum Markt meistens in einem und höchstens in zwei Tagen zu Fuß oder mit Fuhrwerken bewältigt werden konnte (Geschichtsstraße Kelberg, Abschnitt I, Station 5).

(Peter Burggraaff, Universität Koblenz-Landau, 2014)

Literatur

Burggraaff, Peter (2009)
Die Geschichtsstraße Kelberg als vermittelndes interkommunales Projekt. In: Vermittlung von Kulturlandschaften. Initiative zur Förderung des Kulturlandschaftsbewusstseins (hrsg. vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland), S. 73-83. Bonn.
Burggraaff, Peter / Kleefeld, Klaus-Dieter / Bundesamt für Naturschutz und Bund Heimat und Umwelt (Hrsg.) (2010)
Landschaft erzählen – die Geschichtsstraße in Kelberg (Eifel) als Fallbeispiel für die Erläuterung von Natur- und Kulturerbe. In: Wege zu Natur und Kulturlandschaft (hrsg. vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland), S. 56-71. Bonn.
Burggraaff, Peter / Kleefeld, Klaus-Dieter / Mertes, Erich (1996)
Geschichte erwandern und erleben. Erster Abschnitt der Geschichtsstraße der VG Kelberg. In: Heimatjahrbuch Kreis Daun Vulkaneifel 1997, S. 183-191. Daun.

Hohlwegebündel in der Gemarkung Köttelbach

Schlagwörter
Ort
Kelberg - Köttelbach
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Fotos, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Koordinate WGS84
50° 16′ 19,93″ N, 6° 56′ 42,55″ O / 50.2722°, 6.94515°
Koordinate UTM
32U 353574.06 5570915.83
Koordinate Gauss/Krüger
2567423.62 5571113.53

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„Hohlwegebündel in der Gemarkung Köttelbach”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-86104-20140220-6 (Abgerufen: 15. August 2018)
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