Schutzstollen in Uersfeld

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Uersfeld
Kreis(e): Vulkaneifel
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Informationstafel: Geschichtsstraße Abschnitt 1: Route Uersfeld-Gunderath, Station 20 Schutzstollen.

    Informationstafel: Geschichtsstraße Abschnitt 1: Route Uersfeld-Gunderath, Station 20 Schutzstollen.

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In diesem Stollen wurde bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Schwerspat abgebaut. Der Schwerspat wurde zuletzt von den Gebrüdern Michel und Josef Lanser (Hausname Schange) aus Uersfeld über die „Schöne Aussicht” bis nach Cochem an der Mosel transportiert.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Stollen von den Uersfeldern für Luftschutzzwecke gegen Bombenangriffen genutzt. Seit April 1944 flogen die Alliierten täglich Luftangriffe, bei denen fast täglich auch Uersfeld betroffen war. Senioren, Frauen und Kinder flüchteten bei jeglichen Flugzeuggeräuschen in die Keller oder in den Schutzstollen außerhalb des Dorfes. In den Nächten konnte man wegen dem Fluglärm kaum durchschlafen. Die Kinder behielten nachts die Kleider an, um bei Alarm direkt aufbrechen zu können.
An manchen Tagen, wie z.B. Pfingsten, 28. Mai 1944, wurden etwa 1.500 Bomber gezählt. In der danach folgenden Zeit musste man sich ebenfalls gegen die Angriffe der Jagdflugzeugen schützen, so dass am 8. September 1944 neben den etwa 1500 Bombern noch weitere 500 Jagdflugzeuge gezählt werden konnten. Wenn diese voll beladenen Bomberstaffeln, silbern am Himmel glänzend, über den Ort hinweg donnerten, dröhnte die Luft so stark, dass in den Schränken das Porzellan klapperte (Geschichtsstraße Kelberg, Abschnitt I, Station 20).
Heute ist der vordere Bereich der Stollen durch ehemalige Bergarbeiter hergerichtet worden und dient als Mahnmal gegen den Krieg.

(Peter Burggraaff, Universität Koblenz-Landau, 2013)

Literatur

Burggraaff, Peter (2009)
Die Geschichtsstraße Kelberg als vermittelndes interkommunales Projekt. In: Vermittlung von Kulturlandschaften. Initiative zur Förderung des Kulturlandschaftsbewusstseins (hrsg. vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland), S. 73-83. Bonn.
Burggraaff, Peter / Kleefeld, Klaus-Dieter / Bundesamt für Naturschutz und Bund Heimat und Umwelt (Hrsg.) (2010)
Landschaft erzählen – die Geschichtsstraße in Kelberg (Eifel) als Fallbeispiel für die Erläuterung von Natur- und Kulturerbe. In: Wege zu Natur und Kulturlandschaft (hrsg. vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland), S. 56-71. Bonn.
Mertes, Erich (2000)
Chronik von Uersfeld. Prüm.

Schutzstollen in Uersfeld

Schlagwörter
Ort
Uersfeld
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Fernerkundung, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1944
Koordinate WGS84
50° 15′ 3,45″ N, 7° 00′ 13,7″ O / 50.25096°, 7.00381°
Koordinate UTM
32U 357689.96 5568440.34
Koordinate Gauss/Krüger
2571636.67 5568805.32

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„Schutzstollen in Uersfeld”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-85793-20140212-2 (Abgerufen: 16. August 2018)
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