Griethausen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Kleve (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Kleve (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
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    Das Pfarrhaus in Griethausen (2016)

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  • Die Pfarrkirche St. Martinus in Griethausen (2016)

    Die Pfarrkirche St. Martinus in Griethausen (2016)

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  • Die Pfarrkirche St. Martinus am Ostrand von Griethausen (2016)

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  • Die Pfarrkirche St. Martinus in Griethausen vom Norden gesehen (2016)

    Die Pfarrkirche St. Martinus in Griethausen vom Norden gesehen (2016)

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  • Die Oberstraße in Griethausen bei Kleve (2015).

    Die Oberstraße in Griethausen bei Kleve (2015).

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  • Der ehemalige Klosterhof in Griethausen (2015).

    Der ehemalige Klosterhof in Griethausen (2015).

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  • Beginnenkamp in Griethausen mit der Pfarrkirche St. Martin im Hintergrund (2016)

    Beginnenkamp in Griethausen mit der Pfarrkirche St. Martin im Hintergrund (2016)

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  • Westansicht der Oberstraße in Griethausen (2016)

    Westansicht der Oberstraße in Griethausen (2016)

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  • Die Oberstraße in Griethausen (2016)

    Die Oberstraße in Griethausen (2016)

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  • Pumpe in der Oberstraße von Griethausen (2016)

    Pumpe in der Oberstraße von Griethausen (2016)

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Erste Nachrichten über Griethausen datieren auf 1294 mit der Erwähnung als Hafen bzw. Zollstätte (Scholz-Babisch 1971, Nr. 87 u. 89). Das älteste Stadtprivileg vom Grafen Adolf I. (1368-1394) datiert 1374 (Gorissen 1974b, S. 14). Die Stadt ist faktisch als Gegengewicht bezüglich des damals noch geldrischen Emmerichs am Hauptstrom des Rheins, der damals noch an Griethausen vorbei verlief, gegründet worden. Emmerich wurde 1355 vom Herzog von Geldern an Kleve gepfändet.

Die Kleinstadt mit einer Gesamtfläche von ca. 3,5 ha wurde nach einem systematischen Plan mit zwei sich kreuzenden Hauptstraßen, die Ober- und Rheinstraße, angelegt und mit vier Toren (Rhein-, Milch-, Nieder- und Klevertor) sowie mit einem Graben befestigt. Wegen ihres systematischen Grundrisses hatte das Städtchen sowie aufgrund seiner Lage in der damaligen Kulturlandschaft den Charakter eines „Fremdkörpers“.

Griethausen war in erster Linie mit der Schiffslände, der Fähre und der Rheinzollstelle verbunden und erlebte während der Regierungszeit von Herzog Adolf I. von Kleve (1394-1448) einen kurzen, aber kräftigen Aufstieg. Das diese zuvor genannten Einrichtungen den Handel, Verkehr und Geldumlauf stark förderten, wurde durch die Existenz der Dobbelschule, ein staatliches konzessioniertes Spielhaus, in der Stadt belegt. Als diese sogenannte Dobbelschule (Dobbelen = Würfeln) 1383 und 1390 den Schankwirten Maes Deriks und Bartold Kidsken verpachtet wurde, stagnierte allerdings bereits die wirtschaftliche Entwicklung. Dies hing mit der Verlegung der Zollstelle nach Beek bei Xanten im Jahre 1385 zusammen (Gorissen 1953, S. 50; Flink 1985, 85. u. S. 92). Griethausen wurde durch die Verlagerung des Hauptstromes in nördlicher Richtung schwer getroffen und verlor nach 1410 seine Handelsbedeutung (siehe Straßer in Burggraaff 1992). Hierdurch konnte Griethausen sich kaum weiter entwickeln

Der Kirche St. Martin wurde 1397 bzw. 1433 errichtet und Griethausen wurde 1443 nach der Abpfarrung von Brienen zu einer eigenständigen Pfarrei erhoben. An der Ostseite des Städtchens wurde das Franziskanerinnenkloster 1447 gegründet.

Bei der Rückeroberung der nahe gelegenen Schenkenschanz durch holländische Truppen 1636 wurde Griethausen, mit Ausnahme der Kirche, stark zerstört. Der rechteckige Stadtgrundriss wurde im südöstlichen Bereich zwischen 1631 und 1708 durch Seitenerosion des Rheins zerstört. Die Einwohner lebten von der Fischerei, Schifffahrt und Landwirtschaft.

1798 wurde Griethausen im Rahmen der Besetzung der Rheinlande durch Frankreich die Stadtrechte entzogen und als „Commune“ oder Gemeinde eingestuft. Das Kloster wurde 1802 aufgehoben und säkularisiert. Nach der Französischen Periode wurde Griethausen wieder preußisch und blieb eigenständige Gemeinde. Seit der Kommunalreform von 1969 ist Griethausen ein Ortsteil von Kleve.

Die Bahnstrecke von Kleve nach Spyck wurde 1865 durch die Rheinische Eisenbahn angelegt und verlief unmittelbar westlich von Griethausen. Zeitgleich wurde ein Haltepunkt auf dem Bahndamm angelegt, der bis bis 1960 in Betrieb war.

Erst seit den 1970er Jahren entstanden flächige Neubaugebiete. Heute hat Griethausen ca. 1.335 Einwohner auf einer Fläche von 152 ha und verfügt somit über eine bebaute Fläche, die etwa 45 x so groß ist als zur Zeit der Stadtgründung.

Der alte, systematisch angelegte, spätmittelalterliche Stadtkern mit der Rhein- und Oberstraße ist bis heute gut erhalten geblieben.

(Peter Burggraaff, Universität Koblenz-Landau, 2014)

Literatur

Burggraaff, Peter (1992)
Kulturlandschaftswandel am unteren Niederrhein seit 1150 (mit einem Beitrag von Rudolf Straßer). (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IV.7.) Köln.
Diederichs, A. (1969)
Beiträge zur Geschichte des Städtchen Griethausen. Kleve.
Gorissen, Friedrich (1974)
Griethausen. Geschichte einer Stadtgründung oder Aufstieg und Niedergang eines Rheinhafens. Köln.
Scholz-Babisch, M. (1971)
Quellen zur Geschichte des klevischen Rheinzollwesens vom 11. bis 18. Jahrhundert. (Deutsche Handelsakten des Mittelalters und der Neuzeit, XII = Deutsche Zolltarife des Mittelalters und der Neuzeit, Teil III.) Wiesbaden.

Griethausen

Schlagwörter
Ort
Kleve - Griethausen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1373 bis 1374, Ende nach 1798
Koordinate WGS84
51° 49′ 24,95″ N, 6° 10′ 1,32″ O / 51.8236°, 6.16703°
Koordinate UTM
32U 304770.41 5745214
Koordinate Gauss/Krüger
2511559.55 5743288.79

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„Griethausen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-83478-20140116-2 (Abgerufen: 21. August 2018)
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