Naturschutzgebiet „Galgenberg“

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Waldbröl
Kreis(e): Oberbergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Birken-Niederwald im Nutscheid (2012)

    Birken-Niederwald im Nutscheid (2012)

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  • Niederwaldnutzung im Nutscheid (2006)

    Niederwaldnutzung im Nutscheid (2006)

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  • Die vielfältigen Strukturen der Niederwälder bieten abwechslungsreiche Lebensräume für viele gefährdete Tierarten wie z.B. dem Baumpieper (2014).

    Die vielfältigen Strukturen der Niederwälder bieten abwechslungsreiche Lebensräume für viele gefährdete Tierarten wie z.B. dem Baumpieper (2014).

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  • Niederwaldnutzung im Nutscheid (2006)

    Niederwaldnutzung im Nutscheid (2006)

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  • Niederwaldnutzung im Nutscheid (2006)

    Niederwaldnutzung im Nutscheid (2006)

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  • Baumstumpf mit Stockausschlag im Nutscheid (2006)

    Baumstumpf mit Stockausschlag im Nutscheid (2006)

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  • Lohlöffel (Werkzeug) (2008)

    Lohlöffel (Werkzeug) (2008)

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  • Titelkupfer der "Constitutio Criminalis Carolina" von 1532 mit der Darstellung von Strafen und von Folter- und Hinrichtungsgeräten.

    Titelkupfer der "Constitutio Criminalis Carolina" von 1532 mit der Darstellung von Strafen und von Folter- und Hinrichtungsgeräten.

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Das 75 Hektar umfassende Naturschutzgebiet „Galgenberg“ liegt im östlichen Teil des als Nutscheid bekannten Höhenrückens, auf beiden Seiten seines Hauptkammes. Es erstreckt sich ungefähr 1.500 Meter von Westen nach Osten und ca. 1.200 Meter von Norden nach Süden. 50 Hektar des seit 1990 unter Schutz stehenden Gebietes befinden sich im Eigentum der Waldnachbarschaft Bladersbach, welche es überwiegend als Niederwald bewirtschaftet. Das Nutscheid war und ist Grenzgebiet. Heute stoßen hier der Rhein-Sieg-Kreis und der Oberbergische Kreis aneinander, vor dem Siegburger Vergleich des Jahres 1604 grenzte hier die Herrschaft Homburg an das Amt Windeck, einen Verwaltungsbereich des Herzogtums Berg. Die alte Grenze ist bei den Bewohnern auch an konfessionellen Unterschieden erkennbar: In Berg war man katholisch, in Homburg protestantisch.

Namensherkunft
Der Name „Galgenberg“ deutet darauf hin, dass hier früher eine Hinrichtungsstätte stand. Er wird vor allem Signalwirkung gehabt haben, denn die an der Grenze entlangführende Nutscheidstraße, auch „Alte Straße“ genannt, war stark frequentiert, und Räuber sollten vor Überfällen abgeschreckt werden. Corbach (1973) zufolge sei auf dem Galgenberg jedenfalls niemals jemand gehängt worden. Mit Sicherheit befand sich hier aber ab 1464 die Hinrichtungsstätte des Amtes Windeck. 1575 findet sie als „Windecks Gericht“ Erwähnung auf der sogenannten Mercatorkarte. Wirklich belegt sind für den Richtplatz nur zwei Hinrichtungen durch „Hauptabschlag“. Ein Falschmünzer wurde hier 1744 geköpft; 1766 eine Mutter, welche ihre eigenen Zwillinge ermordet hatte. Der unmittelbar an der „Alten Straße“ liegende Standort der Richtstätte lässt sich noch heute erahnen. Zentral im Naturschutzgebiet gelegen fallen außerdem drei alte Eichen ins Auge, welche auch in der Mercatorkarte genannt werden. Wahrscheinlich sollten sie am vorüberführenden Fernhandelsweg als „Rasteichen“ dienen.

Flora und Fauna
Eichen-Birkenmischwälder prägen das Bild des Naturschutzgebietes Galgenberg. Diese Wälder werden größtenteils immer noch niederwaldartig bewirtschaftet. Zwischen den zahlenmäßig mit großem Abstand dominierenden Eichen und Birken stehen kleinflächig und vereinzelt auch einige Japanische Lärchen, Kiefern, Fichten, Rotbuchen, Roteichen und Schwarzerlen. Jedoch haben die letztgenannten Arten an der gesamten Baumartenverteilung nur einen Anteil von fünf Prozent. Die direkte Umgebung der nur äußerst selten trocken fallenden Bachoberläufe (Siefen) und Rinnsale ist mit Winkelseggen-Schwarzerlenwäldern bewachsen. Wegen der großen Wildschweinpopulation ist die Krautschicht auf dem Waldboden nur sehr schwach ausgebildet. Die Siefen in den unbewaldeten Randzonen des Naturschutzgebietes werden von brachgefallenen Feuchtwiesen flankiert. Die forstwirtschaftliche Nutzung im Naturschutzgebiet „Galgenberg“ ist an den Zielen des Naturschutzes ausgerichtet.

Umfangreiche Studien liegen für das Naturschutzgebiet zur Käfer- und Schmetterlingsfauna vor. Zum Bestand anderer Tiergruppen sind jedoch nur einzelne Beobachtungen und Nachweise bekannt. Dennoch zeichnet sich die Tierwelt des Galgenbergs durch einige Besonderheiten aus: Historisch belegt ist zum Beispiel das Haselhuhn, der wahrscheinliche bekannteste „Niederwald-Vogel“. Sein Vorkommen war auch einer der Gründe für die Ausweisung des Galgenbergs als Naturschutzgebiet. Allerdings ist unklar, ob das Haselhuhn heute immer noch dort vorkommt. Der sonst im Bergischen Land seltene Baumpieper macht auf dem Galgenberg regelmäßig durch den Gesang auf sich aufmerksam. Ebenfalls außergewöhnlich ist das Vorkommen einiger Heuschreckenarten wie etwa der Gefleckten Keulenschrecke und der Gemeinen Sichelschrecke.

(Biologische Station Oberberg, 2013. Erstellt im Rahmen des Projektes „Hecke, Hohlweg, Heimat – Kulturlandschaftsvermittlung analog und digital“. Ein Projekt im Rahmen des LVR Netzwerks Umwelt.)

Internet
www.youtube.com: ILR Trailer, Waldnachbarschaft Bladersbach (abgerufen 22.02.2016)
www.holzroute.de: Niederwald Bladersbach (abgerufen 22.02.2016)

Literatur

Corbach, Gottfried (1973)
Geschichte von Waldbröl. Köln.
Herhaus, Frank; Wosnitza, Christine / Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (Hrsg.) (2007)
Das Naturschutzgebiet "Niederwald Galgenberg“ im Nutscheid (Bergisches Land). In: Niederwälder in Nordrhein-Westfalen. Beiträge zur Ökologie und Erhaltung. LANUV Fachbericht 1, S. 241-266. Nümbrecht. Online verfügbar: www.lanuv.nrw.de, abgerufen am 19.02.2016
Oberbergischer Kreis (Hrsg.) (2011)
Hören, sehen, staunen - Mit dem Audioguide, dem mobilen, digitalen Wanderführer, durch das Homburger Ländchen – Ein Projekt im Rahmen des Regionale2010 Projekts „Kulturlandschaft Homburger Ländchen“. o. O.

Naturschutzgebiet „Galgenberg“

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1990
Koordinate WGS84
50° 50′ 37,51″ N, 7° 33′ 45,99″ O / 50.84375°, 7.56278°
Koordinate UTM
32U 398814.35 5633433.87
Koordinate Gauss/Krüger
3398848.67 5635247.23

Empfohlene Zitierweise

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„Naturschutzgebiet „Galgenberg“”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-80193-20131122-2 (Abgerufen: 22. August 2018)
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