Persistente Straßen und Wege (vor 1680 bis heute) in der Klosterlandschaft Maulbronn

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Knittlingen, Maulbronn, Mühlacker, Sternenfels
Kreis(e): Enzkreis
Bundesland: Baden-Württemberg
  • Wirtschaftsweg nördlich vom Tiefen See in Maulbronn (2012)

    Wirtschaftsweg nördlich vom Tiefen See in Maulbronn (2012)

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Hier werden die Wege beschrieben, die auf der Karte von Andreas Kieser von 1680-1687 dargestellt worden sind. Diese Wege sind also älter als 1680 und können teilweise noch aus der Zeit vor der Ankunft der Zisterzienser stammen. Denn diese Kulturlandschaft war auch schon von den Römer okkupiert. So wird vermutet, dass die Straße von Lienzingen nach Zaisersweiher (L 1134) ein Teilstück der Römerstraße von Cannstadt nach Speyer war.

Da die Karte von Andreas Kieser im Vergleich mit der Flurkarte von 1835 und nachfolgenden Landesaufnahmen und topographischen Karten nicht so exakt ist, muss sie kritisch betrachtet werden. Deswegen sind die dargestellten Trassenverläufe mit entsprechender Interpretation auf der Flurkarte von 1835 eingetragen worden.

Es ist zu erkennen, dass ein großer Teil des Straßen- und Wegenetzes in der Klosterlandschaft Maulbronn aus dem 17. Jahrhundert stammt oder noch älter ist.

Allgemein sind die Straßen (Bundes-, Landes- und Kreis- sowie Gemeindestraßen) heute aufgrund des Aufkommens des motorisierten Verkehrs und vor allem durch die starke Expansion des Pkw- und Lkw-Verkehrs seit den späten 1950er Jahren den Bedürfnissen des modernen Straßenverkehrs angepasst worden. Durch die Verbreiterung, Befestigung, Markierungen, Beschilderung usw. hat ihr Erscheinungsbild sich im Laufe der Jahrzehnte erheblich verändert. Ihre Persistenz wird von der tradierten Trassierung bestimmt.

(Peter Burggraaff, Universität Koblenz-Landau, 2013)

Seit 1993 gehört das Kloster Maulbronn (Zisterzienserabtei) aufgrund seiner hervorragenden baulichen Erhaltung, der Klosterlandschaft und als Zentrum der Stadt Maulbronn als Kulturerbe zur Liste der UNESCO-Welterbe-Stätten in Deutschland.

Internet
www.unesco-welterbe.de: Welterbestätten (abgerufen: 28.10.2013)

Literatur

Andermann, Kurt (1997)
Zur Besitz- und Wirtschaftsgeschichte des Klosters Maulbronn. In: Maulbronn - zur 850-jährigen Geschichte des Zisterzienserklosters, S. 31-42. Stuttgart.
Burggraaff, Peter / Bund Heimat und Umwelt (Hrsg.) (2013)
Zisterzienserklöster als Gestalter der Kulturlandschaft: das Beispiel des Klosters und der heutigen Weltkulturerbestätte Maulbronn. In: Religion und Kulturlandschaft, S. 22-35. Bonn.
Burggraaff, Peter / Kleefeld, Klaus-Dieter (2009)
Kulturlandschaftsanalyse Klosterlandschaft Maulbronn als Beitrag zum Landschafts- und Flächennutzungsplan der VG Maulbronn-Sternenfels (Endbericht: 15.4.2009). (Gutachten im Auftrag des Landesamts für Denkmalpflege, Regierungspräsidium Stuttgart, Referat 25 – Denkmalpflege, Regierungspräsidium Karlsruhe und der Stadt Maulbronn.) Köln u. Kelberg.
Burggraaff, Peter / Kleefeld, Klaus-Dieter / Zickermann, Stephan (2010)
Klosterlandschaft und UNESCO-Welterbe Maulbronn - von der Stätte zur umgebenden Kulturlandschaft. Methodische Ergebnisse eines Fachgutachtens. In: UVP-Report 1+2, S. 13-23. Hamm.
Ehmer, Hermann (1999)
Die Maulbronner Klosterschule - Zur Bewahrung zisterziensischen Erbes durch die Reformation. In: Planck, Dieter / Rückert, Peter (Hrsg.): Anfänge der Zisterzienser in Südwestdeutschland, S. 233-246. Stuttgart.
Ehmer, Hermann (1997)
Vom Kloster zur Klosterschule - Die Reformation in Maulbronn. In: Maulbronn - zur 850-jährigen Geschichte des Zisterzienserklosters, S. 59-82. Stuttgart.
Erbsen-Haim, Barbara (2001)
Kloster Maulbronn gehört jetzt zum Weltkulturerbe: UNESCO würdigt die eindrucksvollste Klosteranlage des Mittelalters nördlich der Alpen. In: Kultur, Geschichte und Politik aus Baden-Württemberg, S. 16-19. Stuttgart.
Mueller, Carla Th. / Stober, Karin (2006)
Kloster Maulbronn (5. Auflage). (Führer Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg.) Stuttgart / München / Berlin.
Rückert, Peter (1997)
Die Bedeutung Maulbronns für die Siedlungsgenese zwischen Stromberg und Schwarzwald im Mittelalter. In: Maulbronn - zur 850-jährigen Geschichte des Zisterzienserklosters, S. 15-29. Stuttgart.
Rückert, Peter / Planck, Dieter (1999)
Anfänge der Zisterzienser in Südwestdeutschland. Politik, Kunst und Liturgie im Umfeld des Klosters Maulbronn. (Oberrheinische Studien 16.) Stuttgart.
Seidenspinner, Wolfgang (1997)
Kloster und Landschaft – Zum Problem einer Morphologie der Kulturlandschaft aus denkmalpflegerischer Perspektive am Beispiel der historischen Funktionseinheit Kloster Maulbronn. In: Maulbronn - zur 850-jährigen Geschichte des Zisterzienserklosters, S. 555-574. Stuttgart.
Stober, Karin (1997)
Denkmalpflege zwischen künstlerischem Anspruch und Baupraxis – Zur Veränderung des Baudenkmals Maulbronn 1840-1938. In: Maulbronn - zur 850-jährigen Geschichte des Zisterzienserklosters, S. 531-554. Stuttgart.
Zickermann, Stefan (2002)
Argumentationshilfen und Forderungen zum Erhalt Zisterziensischer Kulturlandschaften am Beispiel des historischen Wasserbewirtschaftungssystems in Maulbronn (Diplomarbeit Technische Universität Berlin). Berlin.

Persistente Straßen und Wege (vor 1680 bis heute) in der Klosterlandschaft Maulbronn

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger, Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos
Historischer Zeitraum
Beginn 1147 bis 1680
Koordinate WGS84
49° 00′ 5,78″ N, 8° 49′ 34,2″ O / 49.00161°, 8.82617°
Koordinate UTM
32U 487285.8 5427648.93
Koordinate Gauss/Krüger
3487356.06 5429381.21

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„Persistente Straßen und Wege (vor 1680 bis heute) in der Klosterlandschaft Maulbronn”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-77298-20131017-2 (Abgerufen: 25. Mai 2018)
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